Igniculus-in-Arden, 24. April 2012

Einige Tage nach der Heimkehr in den Bund bekommen die Igniculi sehr seltenen Besuch: Zum ersten Mal seit langer Zeit verirrt sich ein Mercere in ihre Ecke des Waldes. Die erste Verwirrung entsteht bereits am Tor, als der junge Magier „Septentriona Inferia“ zu sehen wünscht und der wachhabende Custos mit diesem Namen rein gar nichts anfangen kann. Erst als der Mercere irritiert den Begriff „Principa“ erwähnt, dämmert dem Grog, wer gemeint ist. „Achsooo, Principa Gudrid, sagt das doch gleich!“

Über den Besucher benachrichtigt, beendet Guri noch schnell das, was sie gerade am Tun war, empfängt den Boten dann aber mit ausgesuchter Höflichkeit und Gastfreundschaft. Was die Heckenmagierin allerdings nicht tut, weil sie es einfach nicht besser weiß, ist, dem Mercere die üblichen 3 Geldstücke für seine Dienste zu überreichen. Der junge Gast ist davon derart verwirrt und in seinem Stolz verletzt, dass er Gudrids Gruß nicht erwidert und nicht mit seinem Namen antwortet, als die Merinita ihm den ihren nennt.

Natürlich kommen die anderen Magier auch dazu, immerhin hat der Bote ja für den einen oder anderen der Sodales Post dabei, ganz abgesehen davon, dass der Besuch natürlich auch ein außergewöhnliches Ereignis ist, an dem alle teilnehmen wollen. Semper Secundus bekommt zu seinem großen Schrecken einen Brief von seinem Parens – und vor lauter Schreck vergisst auch er, den jungen Mercere zu bezahlen. Erst Constantia rückt die Situation ein wenig gerade, indem sie dem fremden Magier die Münzen in die Hand zählt. Daraufhin stellt der Gast sich dann doch mit Namen vor – bei allen Igniculi außer Gudrid, was die Principa mit eisiger Kälte quittiert. Ist doch der Austausch von Namen gerade für Feen eine beinahe heilige Zeremonie… und die Weigerung, an dieser Zeremonie teilzunehmen, wenn das Gegenüber seinen Namen bereits genannt hat, eine massive Beleidigung.

Auf die Idee, das Missverständnis mit ein paar Worten aus der Welt zu schaffen, kommt allerdings auch keiner der etikettebewanderteren Anwesenden. Im Gegenteil: Rosa Nocturna hat auch einen Brief abzusenden, und sie achtet besonders darauf, dass sie dem jungen Mann das Geld derart unauffällig mit dem Pergament zusammen zusteckt, dass es von den anderen keiner sieht. Denn ihre in der Hermeskunde unbewanderten Sodales sollen bitte nicht merken, dass man die Mercere üblicherweise auch beim Verschicken einer Nachricht bezahlt, nicht nur bei deren Empfang.

Am Ende der gemeinsamen Zusammenkunft kommt es dann zu einem Gespräch unter vier Augen zwischen Hermes Fidelis – so hat der junge Mercere sich genannt – und Rosa Nocturna, bei dem die Tytala auf die Frage des Boten, warum man ihn so unhöflich empfangen habe, ausweichend aber mit einer Anspielung auf die Hinterwäldlerischkeit mancher Magier anspielt. Außerdem verspricht sie Hermes Fidelis, als dieser im Gespräch den entsprechenden Wunsch äußert, sie werde sich bei Gudrid dafür einsetzen, dass er im Bund aufgenommen werde.

Gesagt, getan: Rosa Nocturna trägt der Principa das Anliegen des Gastes vor. Die Halbfee ist zuriefst überrascht, hatte der südländische Magier doch zuvor aus seiner Abneigung für den Bund und seine Bewohner keinerlei Hehl gemacht. Die Tytala versucht dies mit der offensichtlichen Unerfahrenheit und Unsicherheit des frisch ausgelernten Magus zu erklären, aber Gudrid möchte die Bitte aus Hermes Fidelis‘ eigenem Mund hören und sich selbst ein Bild machen.

Also unterzieht die Halb-Huldra den Mercere einem ziemlich strengen Kreuzverhör, zuerst unter vier Augen, dann in Anwesenheit der anderen Magi, damit die ebenfalls Fragen stellen und sich eine Meinung bilden können.
Hermes Fidelis erklärt, er wolle sich dem Bund anschließen, weil das Leben hier abenteuerlich sei.
Dies entnimmt der fremde Magus – der sich endlich auch der Principa namentlich vorgestellt hat – dem allgemeinen Austausch von Neuigkeiten, der irgendwann während des Gespräches zwischen den Magiern und ihrem Gast ebenfalls erfolgt. Dabei informieren die Igniculi den Mercere über die jüngsten Ereignisse, die auch für den Rest des Ordens von Interesse sein könnten, so zum Beispiel der Angriff auf den Bund im vergangenen Winter, der ermordete Mercere etc. Im Gegenzug erfahren die Magi, dass nicht nur Igniculus-in-Arden und der Bund am Meer am Tag der Wintersonnenwende angegriffen wurden, sondern noch drei weitere Bünde in unterschiedlichsten Gegenden Englands. Auch hat der Krieg gegen die Diedne deutlich an Hitzigkeit gewonnen.

Jedenfalls nennt Hermes Fidelis dies als den Grund, warum er gerne dem Bund beitreten wolle. Eine überzeugendere Motivation als diejenige, dass hier wenigstens etwas los sei und dass alles besser wäre als das langweilige und abgeschotte Leben seines Heimatbundes, gibt er nicht an.
Auch die Frage, wie seine bisherigen Sodales auf seinen Bundwechsel reagieren würden, und ob ein solcher Wechsel eventuell Probleme für die Igniculi bedeuten könnte, beantwortet er nicht eindeutig.
Von seinem Ansinnen lässt der Italiener sich auch nicht durch die deutliche Beschreibung der Unannehmlichkeiten und der Gefahren, die ihm im Wald von Arden drohen, abbringen. Principa Gudrid zweifelt offen, und auch Crispinus Comis macht, stärker noch als die Huldra, aus seinem Misstrauen keinerlei Hehl. Zwar nennt der Verditius den Mercere nicht offen einen Spion, aber er fragt doch laut in die Runde, ob die anderen es nicht auch etwas seltsam fänden, dass plötzlich, mit einem Mal, nach allem, was geschehen sei, mit den Diedne und dem toten Mercere etc., plötzlich ein weiterer Mercere, der eigentlich keinerlei Anlass dazu hat, sich mit einer fadenscheinigen Begründung dem Bund anschließen möchte.

Rosa Nocturna macht den Vorschlag, man könne dem jungen Mann ja eine Probezeit anbieten. Wenn er sich ein Jahr lang bewährt und diesen Wunsch dann immer noch hegt, soll er dem Bund offiziell beitreten dürfen.
Dieser Vorschlag wird zur Abstimmung gestellt. Crispinus Comis stimmt klar dagegen, Gudrid enthält sich, aber da die anderen vier Magier zustimmen, ist Hermes Fidelis probeweise aufgenommen.

———

Ansonsten wird an diesem Abend die Frühlings-Season beendet. Die Charaktere lernen teils aus Büchern, teils aufgrund dessen, was sie die Season über so getrieben haben, und beratschlagen, welche Baustelle nun, nachdem das Wildschwein-Problem gelöst ist und der Bund endlich anfangen kann, das neu erworbene Land um den Römerturm landwirtschaftlich zu nutzen, als nächstes angegangen werden soll.

So gibt es ja unten im Bund noch immer diesen verschlossenen Raum, von dessen fünf Schlüsseln wir nur einen einzigen besitzen und die anderen vier beim Aschenkerl vermuten. Einer der Sodales kommt auf den Gedanken, dass der vorhandene Schlüssel doch eine magische Verbindung zu den anderen darstellen könnte, die es einem entsprechend begabten Magier erlauben könnte, die anderen aufzuspüren.
„Entsprechend begabt“ heißt Terram, und „Terram“ heißt Gudrid. Zwar geht ein solcher Zauber bislag noch über ihre Fähigkeiten, aber das kann man ja ändern. Angelehnt an einen Formelspruch aus einer anderen Schule, entwerfen Wolframs und Rosa Nocturnas Spieler einen passenden Terram-Spruch, und auf diesen wird die Huldra die nächsten Seasons hinarbeiten. Aber dass Askeladd und die Schlüssel eher eine Langzeitbaustelle sein würden, davon waren wir ja auch zuvor schon ausgegangen.
Constantia hingegen übt sich weiter in Ignem, weil sie ja immer noch das Ziel hat, eines Tages den Flammenwolf als Familiar zu zähmen.

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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