Die Chroniken von Udyra (Malmsturm, Sommertreffen 2012)

In der Welt von Udyra sind Dinge geschehen. Sind die Körper der Götter gefallen und ihre Seelen in neue Gefäße gefahren. Seither ist die Magie anders für die, die sie verstehen und wirken können, schwerer zu greifen, schwerer zu kontrollieren, unvorhersehbarer. Und der Winter hält Einzug von Norden, weit vor der Zeit. Eine Streitmacht aus dem Süden, vom Volke der Leambi, hat mit ihren Zügen in die nördlichen Lande viel Tod und Verderben angerichtet, Dörfer und gar eine ganze Stadt samt ihrer Flotte dem Erdboden gleich gemacht.

In diesem viel zu früh hereingebrochenen, viel zu kalten und harschen Winter – denn eigentlich ist es noch Herbst – wird ein Kämpfer namens Cinaed ap Rhonwen von seiner Fürstin ausgesandt, eine weiter im Norden postierte Garnison zur Verstärkung zu mobilisieren. Cinaed, einst Seefahrer, der sein Schiff an die Flotte der Leambi verloren hat, ist in Begleitung von vier Gefährten, drei Männern und einer Frau, die schon seit einer Weile mit ihm reisen.

Asger Firnsbani ist ein Priester – und einer der Kinder des Eises, die vor tausend Jahren, als die letzte große Bedrohung besiegt war, spurlos verschwanden. Nun sind die Firnsbanir wieder aufgetaucht… doch was niemand weiß, und was auch niemand wissen soll, ist, dass es exakt dieselben Firnsbanir sind, die vor tausend Jahren unter das Eis gingen und all diese Zeit über geschlafen haben.

Leofric Thimaanisson hatte als bastardgeborener Sohn eines adeligen Vaters einen schweren Stand in seiner Jugend. Immer musste er doppelt so gut sein wie alle anderen, und dieser Wille, dieses Bemühen, ist dem Waldläufer-Kämpfer auch als erwachsener Mann geblieben, ebenso wie sein eisernes Ehrbewusstsein.

Arash ebbin Thraal ist ein Sternendeuter aus dem Volk der Leambi, und wird als solcher von den Einheimischen mit Misstrauen betrachtet. Mit den Männern aus der Gruppe jedoch verbindet ihn Freundschaft, ja Blutsbrüderschaft teilweise, und Gwenaelle ferch Loïc hat ihm als einzige ihre Vergangenheit anvertraut.

Die Druidin birgt nämlich ein Geheimnis in ihrer Brust. Als Kräuterfrau des Dorfes, die diese Berufung von ihrer Großmutter lernte und nach deren Tod übernahm, von ihren Nachbarn mit einer Mischung aus Angst und Hohn betrachtet, führten eine Reihe Ereignisse dazu, dass die Druidin ihr Dorf fluchtartig verließ und in der Hitze ihres Zorns und ihres Schmerzes einen Fluch auf seine Bewohner herabrief. Kurze Zeit darauf wurde eben jenes Dorf von den Leambi zerstört, und so ist Gwenaelle nun von einer tiefen Schuld bedrückt.

Diese Gruppe jedenfalls macht sich auf in den Norden, um Cinaeds Auftrag zu erfüllen. Es schneit, ungewöhnlich heftig, und es ist nur ein langsames Vorankommen. Es gibt keinerlei Aussicht, das Dorf, welches als Tagesziel anvisiert war, zu erreichen, soviel wird immer deutlicher. Aber vielleicht können sie es bis zu dem Fort schaffen, das in einiger Entfernung liegt. Auch das scheint langsam fraglich, denn das Schneetreiben wird immer heftiger, und das Wolfsgeheul, das anfangs noch weit in der Ferne zu hören war, kommt näher.

Ehe die Wanderer jedoch das Fort erreichen, begegnen sie an einer Lichtung einer geheimnisvollen alten Frau. Gekleidet in eigentlich gar nicht für den Winter geeignete Kleidung, steht die Greisin an einem Feuer, als störe sie sich gar nicht an der Witterung. Sie weigert sich, auf die Fragen der Gruppe einen Namen zu nennen, bezeichnet sich selbst lediglich als alte Frau, die eine Warnung aussprechen möchte. Und diese Warnung lautet: „Nichts ist, wie es scheint.“
Sie weiß erstaunlich viel über die Gefährten: So nennt sie Asger beispielsweise zu dessen Verblüffung und nicht geringem Ärger einen „Schläfer unter dem Eis“, erwähnt Cinaeds Schiff und macht auch sonst Anspielungen auf die Vergangenheit der Gruppenmitglieder, die eigentlich kein Fremder wissen dürfte.
Die geheimnisvolle Alte weigert sich auch, trotz des sich verschlimmernden Unwetters die Gruppe zu begleiten, sondern bleibt auf ihrer Lichtung an ihrem Feuer. Einen warmen Pelz, Nahrungsmittel und einen von der Druidin gebrauten Stärketrunk nimmt sie hingegen an.

Da das anvisierte Dorf tatsächlich nicht zu erreichen ist, macht die Gruppe an dem Fort Halt, über das sie zuvor schon nachgedacht hatten. Dort lässt man sie auch ohne weiteres ein, weist ihnen Zimmer zu und lädt sie dann ins Langhaus ans Feuer ein.

In dem Fort befinden sich neben den Soldaten (also dem Kommandanten, einer Hauptmännin und der Mannschaft) auch diverse Zivilisten: ein Händler, ein zänkischer alter Priester (gleich liebevoll als ‚Sonnenschein‘ tituliert), ein Fallensteller, die Schankmaid sowie ein buckliger junger Mann, der hinter dem Tresen und in der Küche herumwirtschaftet.

Während der Priester seinem spontan vergebenen Spitznamen durch ständiges Nörgeln alle Ehre bereitet, flirtet die Schankmaid Cinaed an. Der Seemann, ganz und gar nicht abgeneigt, flirtet ungeniert zurück. Als das Mädchen dann am Händler vorbei in die Küche gehen will, um das bestellte Essen zu holen, wird sie von dem Mann auf dessen Schoß gezogen und betatscht, sichtlich gegen ihren Willen. Cinaed geht sofort dazwischen, und auch Gwenaelle, deren schlechte Erfahrungen mit Männern sie sehr empfindlich auf solche Dinge reagieren lassen, springt auf.

Durch das Eingreifen des Kämpfers eingeschüchtert, lässt der Händler die Magd los, und diese bedankt sich mit einem eindeutigen Lächeln bei Cinaed. Er geht ihr in der Küche helfen, und die Flirterei geht weiter.
Später lässt Cinaed sich ein heißes Bad bereiten. Als er bereits im Zuber sitzt, kommt die Schankmaid – Mallaidh heißt sie – hinzu, lässt lasziv ihr Kleid vom Körper gleiten und fragt, ob in der Wanne auch Platz für zwei sei. Da lässt der Seemann sich natürlich nicht lange bitten.

In die Schankstube kommt irgendwann der Kommandant zurück, mit ziemlich verzweifeltem Gesichtsausdruck. Befragt, was ihm denn fehle, erzählt der Mann, sein Sohn sei krank, und nichts und niemand habe ihm bisher helfen können. Natürlich bietet Heilerin Gwenaelle daraufhin an, sich den Jungen einmal anzusehen.

Die Mutter des vielleicht 12-jährigen Knaben wacht – völlig übernächtigt und von Verzweiflung gezeichnet – an dessen Bett. Gwenaelle erhält natürlich die Erlaubnis, den bewusstlosen Jungen zu untersuchen, kann aber trotz unterschiedlicher Symptome keine Hinweise auf eine bestimmte Krankheit entdecken. Die Ohnmacht muss eine unnatürliche Ursache haben…

Vor zwei Wochen etwa habe es begonnen, erklärt die Mutter. Da wurde der Junge krank, war aber anfangs noch bei sich. Nur wurde mit der Zeit das Fieber immer schlimmer, das Kind immer schwächer, und nun wacht er gar nicht mehr auf. Selbst Gwenaelle kann ihn nicht wecken, nur das Fieber des Knaben ein wenig lindern.

Da es sich offensichtlich um eine übernatürliche Krankheit handelt, gehen die Gefährten sich nach möglichen Ursachen umsehen. Draußen im Hof findet sich an der Stallwand eine Rune, ungeschickt übertüncht. Die drei Magiewirker der Gruppe erkennen die Rune als eine, die üblicherweise als Fruchtbarkeits- und Schutzrune dient. Diese hier allerdings war offensichtlich von einer ungeübten Hand an die Wand gemalt worden, so als habe jemand, der das Motiv zwar vom Sehen kannte, aber selbst keine Übung damit hatte, es mehr schlecht als recht nachgestellt.

Der erste Ansprechpartner in Sachen Übernatürlich ist natürlich der mürrische alte Priester. Der stänkert erst mächtig herum über Arash ebbin Thraal und die Leambi, über die Firnsbanir und über Cinaeds Stelldichein mit Mallaidh, die der alte Mann bezichtigt, eine Metze zu sein. Der Geweihte will nichts sagen, legt sich lieber mit den Männern an. Als Gwenaelle vermittelnd dazwischen geht, erklärt er schließlich aber doch, er habe die Runen immer weggetüncht, weil sie, verzerrt wie sie waren, offensichtlich nicht nicht halfen und außerdem das Erstellen von Runen ja wohl gefälligst Geweihtensache zu bleiben habe.

Inzwischen ist der Abend so weit fortgeschritten, dass sich alles zur Ruhe begibt. Die Nacht vergeht ruhig und ereignislos – oder zumindest bekommt die Gruppe von dem, was geschieht, nichts mit. Die Gefährten erwachen erst am nächsten Morgen von einem gellenden Schrei aus dem Hof: Mallaidh, die Schankmaid, steht neben dem blutigen Leichnam des Händlers, über die sie beim Wasserholen regelrecht gestolpert ist. Daran, dass der Mann tot ist, kann keinerlei Zweifel bestehen. Sein Brustkorb ist nach beiden Seiten hin aufgerissen, die Innereien angefressen.

Die Art der Verletzungen lässt die Gruppe vermuten, es könne sich bei dem Täter um einen Lykanthropen gehandelt haben. Aber wer ist der Werwolf? Es fällt ein Verdacht auf Mallaidh. Immerhin hat sie die Leiche gefunden, und sie hätte, nach der Belästigung durch den Händler am Abend zuvor, auch ein Motiv…

Die Schankmaid wird also befragt. Ihren Verdacht erwähnen die Gefährten zunächst nicht, sondern lassen sich lediglich die Geschehnisse nochmals berichten. Unterschwellig natürlich beobachten sie das junge Mädchen dabei genau, aber Mallaidh verrät sich so auf Anhieb zumindest nicht. Entkräftet hat sie den Verdacht allerdings auch nicht, und so ist der nächste Befragte der bucklige und allem Anschein nach leicht debile Bruder, Ron. Der druckst eine Weile herum und meint dann, er dürfe nichts sagen, Mallaidh hätte erklärt, es müsse geheim bleiben. Weiteres Bohren bringt noch heraus, dass Mallaidh gesagt habe, „es“ sei wichtig und richtig, und sie müssten das machen, aber er habe immer das Gefühl gehabt, es sei irgendwie falsch.

Mit diesem neuen Wissen bewaffnet, stellt Cinaed Mallaidh zur Rede. Das Mädchen erschrickt – sie hat eindeutig etwas verborgen – und fragt, was Ron erzählt habe. Auf Cinaeds „Alles!“ bricht die junge Frau zusammen. In einem tränenreichen Geständnis gibt die Schankmaid zu, dass sie die Runen gezeichnet hat, diese aber immer wieder vom Priester übermalt wurden. Sie habe doch nur den Sommer zurückholen wollen, diesen schrecklichen, unnatürlichen Winter vertreiben.
Auf die Frage, was sie noch alles getan habe zu diesem Zweck (denn Runenmalen allein dürfte nicht ein solches Entsetzen darüber zur Folge haben, herausgefunden worden zu sein), flüstert Mallaidh schließlich, sie habe auch alle möglichen Fruchtbarkeitsrituale durchgeführt.
Bei Seemann Cinaed braucht es einen gewissen Moment – und einen ‚Anstubser‘ durch seine Gefährten –, bis er versteht, dass damit nicht nur gemeint war, dass Mallaidh mit so vielen Männern wie möglich geschlafen hat, sondern eben auch und vor allem mit ihrem eigenen Bruder.

Was die Schankmaid getan hat, war sicherlich nicht schön – Cinaed zumindest ist ziemlich angewidert und hat nicht länger Lust, weiter mit dem Mädchen zu flirten – aber die Mörderin des Händlers ist sie offensichtlich nicht. Der nächste Verdacht richtet sich – oder besser der bereits vorher schon einmal kurz aufgekommene Verdacht richtet sich jetzt wieder stärker – auf den kranken Sohn des Kommandanten. Druidin Gwenaelle geht den Jungen unter diesem neuen Gesichtspunkt noch einmal ganz genau untersuchen und findet zwischen seinen Zehen einen kleinen Holzsplitter von dem Holz, aus dem auch die Dielen des Treppenhauses gemacht sind. Seine Mutter erklärt allerdings, sie sei die ganze Nacht an seiner Seite gewesen und habe nicht bemerkt, dass er das Bett zu irgendeiner Zeit verlassen hätte. Da offensichtlich etwas faul ist, beschließt die Gruppe, in der nächsten Nacht Wache zu halten.

Aber ehe es dazu kommen kann, erreichen Neuankömmlinge das Fort. Mit ziemlichem Pomp marschiert ein gewisser Großkommandant Cadogan ap Rhiannon mit seinem Gefolge durch das Tor. Er kommt ebenfalls aus der Hauptstadt im Süden, war eigentlich auch unterwegs zu derselben Garnison wie die Gruppe, hat aber von den Ereignissen im Fort gehört und daher hier halten lassen.
Schnell stellt sich heraus, dass ap Rhiannon und Cinaed ap Rhonwen sich von früher kennen… und einander nicht ausstehen können.
Ziemlich gleich nach seiner Ankunft beraumt der Großkommandant ein inquisitorisches Verhör an, bei dem er, mit arroganter Miene auf einem Thron sitzend, mit Unwissenheit glänzt und mit Verdächtigungen um sich wirft. Vor allem bezichtigt er Cinaed des Mordes an dem Händler – ein Motiv habe er ja gehabt, immerhin sei das ganze Langhaus Zeuge seines Streites mit dem Getöteten geworden.

Vernünftigen Argumenten ist der Großkommandant nicht zugänglich. Während Arash völlig ernsthaft vorschlägt, man könne den Kerl doch kastrieren, ihm sein Gehänge abschneiden, das sei in seinem Land völlig normal, hat Asger irgendwann genug. Mit einem mächtigen Hieb schwingt der Priester seine Axt knapp an ap Rhiannons Gesicht vorbei und lässt sie in den Holzfußboden sausen. Plötzlich gar nicht mehr so groß und wichtig, sondern völlig eingeschüchtert, räumt der Soldat das Feld.

Es folgt die Nachtwache. Gwenaelle bleibt natürlich im Raum bei dem bewusstlosen Jungen, ebenso Sternendeuter Arash, während Asger draußen auf dem Treppenabsatz sowie Cinaed und Leofric vor den Türen von Mallaidh und Ron aufpassen wollen. Gerade letzteres quittiert die Naturmagierin mit einem nur ungenügend verborgenen Ausdruck des Bedauerns, denn auch wenn sie es nicht offen zugeben würde, fühlt sie sich doch zu dem Waldläufer-Kämpfer hingezogen.

Mitten in der Nacht erwacht Gwenaelle plötzlich. Eigentlich hatte sie ja, wie alle anderen auch, wach bleiben wollen, aber seltsamerweise ist sie dennoch eingeschlafen. Erschrocken bemerkt sie, dass das Bett des Knaben leer ist. Seine Mutter und Arash schlafen tief und fest, komaartig, und lassen sich durch keine ihrer Anstrengungen wecken. Mit Asger draußen vor der Tür ist es genau dasselbe.

Der Druidin klopft das Herz bis in den Hals, als ihr bewusst wird, dass sie sich dem Monster alleine wird stellen müssen. Dennoch geht sie dem Jungen nach – und stellt im Erdgeschoss zu ihrer Erleichterung fest, dass der Gang, in dem die beiden anderen Männer gewacht haben, offensichtlich nicht dem vollen Umfang des Schlafzaubers ausgesetzt war, denn Cinaed und Leofric lassen sich beide von ihr aufwecken.

Die Haustür steht offen. Draußen auf dem Hof steht der kranke Junge und ist gerade dabei, etwas in den Brunnen hinabzulassen. Seine Fußstapfen ebenso wie deutliche Blutspuren im Schnee führen von irgendwo hinter dem Haus bis zum Brunnen. Von den Gefährten festgehalten, hört der Junge zwar auf, was auch immer es war zu versenken, aber geweckt werden kann er dennoch nicht. Mit leeren Augen sieht er ins Nichts, reagiert auch auf keine Ansprache.
Immerhin kommen oben im Haus die beiden schlafenden Gruppenmitglieder wieder zu sich, erfassen die Situation ebenso und stoßen kurz darauf zu den anderen.
Während die Heilerin versucht, sich um den Knaben zu kümmern, ziehen die Männer die Last wieder nach oben. Es ist die Leiche des Fallenstellers, ebenso übel zugerichtet wie der Körper des Händlers am vorigen Morgen.

Die Fuß- und Blutspuren kommen von hinter dem Haus. Von der Haustür jedoch dorthin, von wo der Junge gekommen sein muss, führen keine Fußabdrücke, sondern die Abdrücke großer, monsterartiger Pfoten. An der Stelle, wo die Pfotenspuren enden und die Fußabdrücke beginnen, ist der Schnee aufgewühlt, und das viele Blut, das hier vergossen wurde, zeigt deutlich, dass der Fallensteller hier gerissen worden sein muss.

Während Asger also all diese Spuren verfolgt und seine Schlüsse zieht, versetzt Gwenaelle sich unter großer Anstrengung mit ihrer druidischen Magie in den Knaben hinein. Im Geist des Kindes erkennt sie, dass der Junge bereits sehr, sehr schwach ist und immer schwächer wird. Außerdem ist sie sofort bei ihrem Eindringen von einer grausig-bedrohlichen dämonischen Präsenz entdeckt worden, die schnell auf sie zukommt. Dennoch zieht die Kräuterfrau sich nicht sofort wieder aus dem Geist des Jungen zurück. Sie bleibt, in voller Absicht und wissend, was das für sie bedeutet, um dem Kranken von ihrer eigenen Kraft zu geben, soviel sie vermag. Und so kann der Dämon sie erreichen und ihr einen schweren seelischen Schlag versetzen, ehe sie den Zauber beendet.

Entsprechend mitgenommen bricht die Druidin in die Knie und wird von Leofric aufgefangen, als sie zu sich zurückkehrt. Sofort teilt sie den anderen mit, was sie gesehen hat: dass der Junge noch da ist und vielleicht gerettet werden kann. Gegen dessen körperlichen Widerstand wird der Besessene in die warme Schankstube direkt neben die Feuerstelle gebracht, denn einem der Männer – Arash vermutlich – ist eingefallen, dass solche Wesenheiten keine Hitze mögen.

Es gibt nur einen Weg, den Dämonen aus dem Jungen zu ziehen: Gwenaelle muss noch einmal in dessen Geist eindringen und den bösen Geist zu sich rufen, ihn mit sich hinausbringen. So viel Anstrengung es auch kostet, der Versuch gelingt, und zwar sogar ohne dass der Dämon der Druidin nennenswerte weitere Schmerzen zufügen kann. Von außen unterstützen die beiden anderen Magiewirker das Ritual, und mit einem hässlich saugenden Geräusch entfährt ein dunkler Schatten dem Mund des Jungen. Und mit vereinten Kräften gelingt es den Männern nach einiger Mühe, den Dämonen zu besiegen.

In dem Moment kommt auch der Junge zu sich und seine besorgten Eltern in die Stube gerannt. Es kommt zu einer tränenreichen Szene. Beinahe hätte sich Cadogan ap Rhiannon noch eingemischt, aber eine Verhaftung des Knaben wegen Ketzerei lässt sich dann doch verhindern. Im Gegenteil, der Großkommandant zieht eher wie ein geprügelter Hund ab, weil er so gar nichts zur Klärung des Falles beitragen konnte und sich ziemlich blamiert hat. Immerhin wird er nicht kastriert, wie Arash erneut vorschlägt.

Die Gefährten jedoch können sich der aufrichtigen Dankbarkeit des Fortkommandanten und seiner Familie sicher sein und setzen am nächsten Tag ihre Reise gen Norden fort.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Pen & Paper, Tanelorn-Treffen

3 Antworten zu “Die Chroniken von Udyra (Malmsturm, Sommertreffen 2012)

  1. Ich mal wieder ^^
    Auch eine sehr schöne spannende Story. Die Hintergrunde der Figuren
    hören sich auch nicht schlecht an , daraus könnte sich was entwickeln.
    Einzigstes Manko es fehlt ein wenig an tiefe, es fehle das gewisse etwas
    was das ganze sich vor meinem inneren Auge abspielen lässt. Trotdem wie gesagt schöne Grundgeschichte mit interessanten Charakteren .

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  2. Wie fast alle Rollenspiel-Runden auf den halbjährlichen Tanelorn-Treffen, war auch dies „nur“ ein One-Shot, also nicht dafür gedacht, in einer längeren Kampagne über mehrere Sitzungen gespielt zu werden. Daher kommt vielleicht das Gefühl der fehlenden Tiefe, das du bemerkt hast. Oder daran, dass ich eher aus einer neutralen Ansicht von oben geschrieben habe statt aus der Sicht eines bestimmten Charakters. Aber es freut mich, dass es dir trotzdem ein bisschen gefallen hat. 🙂

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  3. Ok ich glaube es kam nicht so wirklich so rüber wie ich es meinte es fehlt den Charakteren und der Story an kleinen Einzelheiten, an banaler Ortsbeschreibung, das die Welt um die Charaktere zu Leben erwachen,h im Übertragenen Sinne

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