New Orleans – Tage des Teufels (Vorbemerkungen)

Unsere zweite Hühnerrunde („Hühnerrunde“ deswegen, weil nur Frauen mitspielen) war im New Orleans der Jetztzeit angesiedelt. Die Charaktere und deren Konfliktpotential erstellten und verknüpften wir im Vorfeld in einem sich über mehrere Wochen hinziehenden Ideenaustausch im gemeinsamen Online-Chat.

  • Victor Sauvageau Senior, a.k.a. Victor le Grand oder „VLG“. Gespielt von Nocturama. Victor ist ein reicher und erfolgreicher, ebenso wie kalter und machtorientierter Geschäftsmann und Oberhaupt der Familie Sauvageau. War zweimal verheiratet, wurde zweimal verwitwet. Seine erste Ehefrau, die Mutter seines Sohnes Victor junior, brachte sich um. Die zweite Ehefrau brachte eine Tochter mit in die Ehe, starb aber vor einigen Jahren. VLG, der den Spitznamen „der Alligator“ trägt, liebt seine Stieftochter aufrichtig, hat zu seinem Sohn hingegen ein ziemlich kühles Verhältnis.
  • Victor Sauvageau Junior, a.k.a. Victor le Petit bzw. „VLP“, Achéron oder Ash. Gespielt von Bad Horse. Victor le Grands Sohn aus dessen erster Ehe wurde als Kind von seiner Mutter Lucelle regelmäßig psychologisch misshandelt, was sein Vater damals nicht bemerkte oder bemerken wollte. VLP, jetzt so Anfang Zwanzig, hört seit seiner Kindheit die Stimme des Teufels, der ihn unablässig quält. Linderung findet er in Alkohol und Drogen, lebt auch nicht mehr auf dem reichen Anwesen der Sauvageaus, sondern schlägt sich im French Quarter irgendwie mit seiner Musik durch.
  • Audrey Sauvageau. Gespielt von Patti. Audrey ist die 17-jährige Tochter von VLGs zweiter Ehefrau Amber und deren erstem Mann, Timothy LeClerc. Audrey ist noch sehr unschuldig und befreundet mit Solène, die ihr Gesangsunterricht gibt. Mit ihrem Bruder verbindet sie eine innige Geschwisterliebe, und auch ihren Stiefvater VLG liebt sie sehr.
  • Solène leGuir. Gespielt von Niniane. Solène, die aussieht wie eine junge Frau von Anfang Zwanzig, ist in Wahrheit eine Loa, die vor 200 Jahren ihr Herz an einen Sauvageau verschenkte und es nie zurückerhielt. Die magischen Kräfte des Herzens schützten den Vorfahren und all seine Nachfahren vor dem Teufel, mit dem der Vorfahr einen Pakt geschlossen hatte. Solène, die seither in dem Körper, den sie damals trug, gefangen ist, kann spüren, wie ihre eigenen Kräfte schwinden, und braucht daher ihr Herz zurück. Sie kann es aber nicht einfach nur an sich nehmen, sondern es muss ihr von einem Sauvageaux geschenkt werden. Sie ist die Besitzerin des „Le Chat Noir“, eines Edelclubs, und die Mutter von Antoine.
  • Timothy leClerq. Gespielt von Joryn. Audreys leiblicher Vater ist ein trockener Säufer, der sich nie gut genug für seine Frau fühlte. Als die kleine Tochter ca. 9 Jahre alt war, verließ Amber ihren Trunkenbold von Mann und heiratete einige Zeit später VLG. Vor zwei oder drei Jahren fand Timothy zu Gott und wurde trocken. Nun wurde er vomTeufel (der ihm in Gestalt eines vertrauenswürdigen Priesters erschien) losgeschickt, um das Herz, das die Familie Sauvageau beschützt, an sich zu bringen. Dabei nutzte der falsche Priester den Vorwand, das Herz sei ein böses Relikt, das Audrey schaden würde. Von seiner leiblichen Tochter wurde er jetzt auf deren Abschlussfeier in Solènes Club eingeladen.
  • Antoine Dowling. Gespielt von Timber. Antoine ist Solènes zwanzigjähriger Sohn, der bei Adoptiveltern in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen ist und einer Straßengang angehört. Seit einiger Zeit manifestieren sich bei ihm übernatürliche Fähigkeiten, was der Grund ist, warum er seine leibliche Mutter aufsuchen will.

Es sei gleich vorweggenommen: Die Runde war ganz, ganz großes Kino. Es entwickelte sich eine emotional mitreißende, intensive Dramatik, eine Szene griff nahtlos in die nächste, und die Entscheidungskarten, die wir nutzten, wenn wir nicht ganz sicher waren, wie eine Szene weitergehen sollte, fügten sich nahtlos in den Verlauf der Geschichte ein.

Die Session sollte ja, das war von vorneherein geplant, eine gewisse morbide-düstere Stimmung transportieren, etwa im Stil von Angel Heart vielleicht, und genau diese Stimmung kam dann auch auf, vor allem gegen Ende.

Daher eine Warnung vorweg: Diese Geschichte ist ziemlich extrem, und auch ziemlich bitter. Es werden Themen wie Gewalt und Kindesmissbrauch angesprochen, und es kommt eine Vergewaltigung darin vor. Nicht explizit in den Diaries ausgesprochen, sondern nur angedeutet, aber diese Themen durchziehen die Geschichte. Ein oder zwei Sexszenen gibt es auch. Wer mit solchen Dingen ein Problem hat, sollte diese Diaries vielleicht nicht lesen.

(Übrigens haben mehrere meiner Mitspielerinnen die Runde ebenfalls aus der Sicht ihrer eigenen Charaktere beschrieben. Netterweise haben sie mir erlaubt, diese Berichte hier zu veröffentlichen, damit alle Diaries hier gesammelt sind und sich für die Leser ein runderes Bild ergibt. Da somit zum ersten Mal Texte hier erscheinen, die nicht meine eigenen sind, werde ich diesen zur besseren Unterscheidung eine andere Farbe geben. Wer welche Farbe hat, sieht man oben in der Charakter-Übersicht.)

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Hühnerrunde, Pen & Paper

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s