New Orleans – Tage des Teufels (Victor – Prolog)

Warnung für die Diaries zu „New Orleans – Tage des Teufels“:
Diese Geschichte ist ziemlich extrem, und auch ziemlich bitter. Es werden Themen wie Gewalt und Kindesmissbrauch angesprochen, und es kommt eine Vergewaltigung darin vor. Nicht explizit in den Diaries ausgesprochen, sondern nur angedeutet, aber diese Themen durchziehen die Geschichte. Ein oder zwei Sexszenen gibt es auch. Wer mit solchen Dingen ein Problem hat, sollte diese Beiträge vielleicht nicht lesen.

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Prolog: Alligatoren

„Hi Bob, kann ich Sie einen Augenblick stören?“ Pauline steckte ihren Kopf in den Raum und lächelte Bob an. Sie war blond, hübsch, kompetent, geradezu widerlich nett und ein Teil des Stalls von fast identischen Assistentinnen, die sich Mr. Sauvageau hielt. Natürlich ging in der Firma das Gerücht herum, dass es Sauvageau weniger auf die Kompetenz der Mädchen ankam, jedenfalls nicht die Kompetenz im HR- und PR-Bereich, sondern auf die auf dem Schreibtisch oder dem Firmenkopierer. Bob war in der Sache noch unentschlossen. Einerseits wusste er genau, was er selbst mit einem Haufen von ihm abhängiger blonder Assistentinnen machen würde. Andererseits konnte er sich nicht im Geringsten vorstellen, dass sein Chef überhaupt jemals Sex hatte. Der Mann hatte ungefähr so viele Emotionen wie… eine Schlange. Nein, wie ein Stein. Oder einem anderen Ding mit ganz wenigen Emotionen. Bob fiel gerade kein guter Vergleich ein.
Paulines Schuhe quetschten auf dem Boden und rissen Bob aus seinen Gedanken. „Ähm, nein, kein Problem, was gibt es denn, Pauline?“
„Mr. Sauvageau möchte Sie gerne heute Abend einladen“, sagte Pauline, immer noch lächelnd. Es war ein so offenes, ehrliches Lächeln, dass Bob es ihr fast abnahm.
„Einladen?“ fragte er und ein Moment der Panik durchfuhr ihn. Hatte Sauvageau…? Er war ja nicht dumm. Aber nein, beruhigte sich Bob, unmöglich, er hatte seine Spuren perfekt verwischt. Und man lud einen Angestellten doch nicht ein, um ihn zu feuern, oder? Nein, sicher nicht.
„Ja, zur Jagd“, sagte Pauline und ihr Lächeln wankte keine Sekunde.
„Jagd?“ fragte Bob und blinzelte. Er war sich bisher nicht bewusst gewesen, dass sein Chef gerne jagen ging, aber irgendwie passte es zu ihm. Er stellte sich Sauvageau automatisch in roter Jagdkleidung mit einer Meute Bluthunde vor.
„Oh“, Pauline lachte und wedelte mit der Hand, als wolle sie mögliche Bedenken schon im Vorfeld zerstreuen. „Keine Angst, die passende Ausrüstung wird Ihnen natürlich zur Verfügung gestellt. Sie sollten sich nur etwas anderes anziehen.“
Bob zögerte. Warum sollte ihn Sauvageau ausgerechnet jetzt einladen?
Und dann kam ihm die Erkenntnis. Natürlich! Ab und zu hatte Bob in Gesprächen mit Kollegen eingeflochten, dass er ein besseres Angebot hatte, dass er nicht ewig hier bei Sauvageau Enterprises bleiben würde. Das musste der alte Mann irgendwie mitbekommen haben und jetzt wollte er Bob in seiner Firma halten.
Ein kleines Lächeln stahl sich auf Bobs Gesicht. Es schadete nichts, sich Sauvageaus Angebot anzuhören. Vielleicht konnte er so noch mehr herausschlagen.
„Aber gerne“, sagte er und lehnte sich zurück „Das ist sehr nett von ihm.“
„Großartig!“ Pauline klatsche vor Begeisterung in die Hände und gab Bob einen Zettel mit einer Adresse. „Bitte kommen Sie gegen siebzehn Uhr zu dieser Adresse. Mr. Sauvageau wird dort auf Sie warten.“

Zu seinem Erstaunen führte Bob das Navigationsgerät einen überwucherten Feldweg entlang an den Rand des Bayou. Bob hatte angenommen, dass die ganze Jagdsache nur eine Kulisse für das Gespräch sein würde, aber jetzt war er sich nicht mehr so sicher. Weil er noch ein paar Sachen hatte vorbereiten müssen, hatte er noch nicht mal Zeit gehabt, sich umzuziehen und ihm wurde langsam klar, dass ein Anzug nicht die beste Wahl war für… für was auch immer sie hier vorhatten.
Er ließ sein eigenes Auto hinter Sauvageaus silbernem Mercedes stehen und öffnete die Tür. Die heiße, feuchte Luft quoll in den Wagen. Augenblicklich war er in Schweiß gebadet. Der Geruch nach verrottenden Pflanzen, brackigem Wasser und süßlichen Blumen kroch seine Nasenlöcher hoch. Er hustete. Zu viel Natur. Bob sehnte sich nach seinem klimatisierten Büro mit den kalten, weißen Neonröhren. Hier war alles in Schattierungen aus Grün und Gold und Braun gehalten.
Bobs Fuß stieß gegen etwas Weiches und eine Schwarm Fliegen summte an seinem Gesicht vorbei, schillernd wie kleine geflügelte Smaragde. Ein halbzerfressenes Opossum lag vor seiner Schuhspitze, der Rest wiederbelebt von Käfern und Würmern. Bob unterdrückte ein Würgen und hastete den Weg entlang. Er bereute langsam seine Entscheidung, die Einladung angenommen zu haben.
Am Ende des Feldweges lag eine kleine Wiese. Ein Steg führte hinaus in den Sumpf, auf dem ein weißes Motorboot dümpelte. „Lucelle“ sagte die Aufschrift auf seiner Seite.
Neben einer Hütte, die aussah, als hätte man sie gerade vor einer Minute aus dem Baumarkt hierher verpflanzt, stand Sauvageau. Bob hatte seinen Boss noch nie in etwas anderem gesehen als perfekt sitzenden Anzügen, klassische Dreiteiler mit Einstecktuch und glänzend polierten Schuhen. Jetzt trug er Khakis, Stiefel und ein knöpfte sich gerade ein tarngrünes Hemd zu. Bob musste neidisch zugeben, dass sein bestimmt fünfzigjähriger Boss weniger Fett und wesentlich mehr Muskeln mit sich herumtrug als er selbst. Vielleicht sollte er mal wieder Squash spielen gehen.

Sauvageau zog eine Weste über, eines von diesen Dingern, in denen Munition und ein Messer und ähnliche Sachen steckten. Er hob den Kopf und musterte Bob. Obwohl seine Miene sich kein bisschen veränderte, lag etwas Herablassendes in seinem Blick. Dann verzog sich Sauvageaus Mund zu einem Lächeln, das seine kalten, grauen Augen nicht berührte.
„Mr. Denver, schön, dass Sie hergefunden haben.“ Er klang absolut freundlich, aber da war ein Unterton von unangemessener Amüsiertheit in seiner Stimme, und von frisch poliertem Stahl.
„Nein, nein, ich habe zu danken…“ Irgendwie klang der Satz, als hätte ihn Bob mit einem Fragezeichen beendet.
„Oh nein“, sagte Sauvageau. „Es ist mir immer eine Freude, mit einem Begleiter auf die Jagd zu gehen.“
„Na ja, ich… äh… bin eigentlich kein so richtiger Jäger“, sagte Bob und wischte sich die schweißnassen Haare zurück. Die Hitze schien Sauvageau überhaupt nicht zu stören. Der Mann hatte doch keinen Tropfen warmes Blut im Körper. Die Mücken, von denen schon wieder eine auf Bobs Hals landete und ihn zu verzweifeltem Klatschen brachte, schienen das ähnlich zu sehen.

„Wirklich.“ Sauvageau warf Bobs Büroanzug einen Blick zu. „Aber das macht nichts.“ Er nahm ein Gewehr aus einer Sporttasche zu seinen Füßen, überprüfte und lud es mit geübten Handbewegungen. Es sah groß aus und die passende Munition massiv. Er drückte Bob eines der Gewehre in die Hand. Bob musste mit seinen glitschigen Händen zweimal zugreifen.
Sauvageau lächelte. „Jeder sollte einmal auf die Jagd gehen. Sie werden sehen, hinterher wissen Sie, was für ein Mann Sie sind.“
„Können wir nicht, ich weiß nicht, stattdessen in eine Bar gehen oder so?“ fragte Bob. Sauvageau schien ihn nicht gehört zu haben. Er hob die Tasche hoch, ging hinüber zu dem Boot und sprang hinein.
Bob konnte sich für einen Augenblick nicht bewegen. Sein Instinkt teilte ihm mit, dass er auf gar keinen Fall in dieses Boot steigen sollte. Aber sein Verstand schüttelte den Kopf und sagte ihm, dass er sich lächerlich benahm. Was sollte schon passieren? Sauvageau war älter als er und Bob hatte ein Gewehr.
Also ging Bob auf das Boot zu, aber langsamer, als er gerne gehabt hätte.

„Was jagen wir eigentlich?“ frage Bob, nachdem er es beim dritten Versuch geschafft hatte, in das schwankende Gefährt zu klettern. „Wasservögel?“
„Nein“, sagte Sauvageau, löste die Leine und startete den Motor. „Alligatoren.“
„…was?“ fragte Bob mit schwacher Stimme.
„Ach, kommen Sie.“ Sauvageau warf ihm einen Blick zu, das Lächeln jetzt so breit, dass Bob ein Glitzern von weißen Zähnen erhaschte. „Ein Mann Ihres Kalibers hat doch wohl keine Angst vor einem Alligator? Sie haben doch in der Vergangenheit solchen Mut bewiesen.“
Bob verschluckte sich und fing zu husten an. Er wusste es doch. Bob rang um Atem, während sein Verstand ihn wieder beruhigte. Selbst wenn Sauvageau wusste, was Bob in den letzten Wochen getrieben hatte, konnte er nichts beweisen. Bob brauchte sich keine Sorgen zu machen.
Trotzdem klang Bobs Lachen zittrig und schwach. „Ja, äh, nein, ich habe keine Angst vor Alligatoren. Die sind auch nur Tiere, was?“
„Sehr gut.“ Sauvageau steuerte das Boot durch das grüne Wasser, das so dicht von Pflanzen bedeckt war, dass man es für eine Wiese hätte halten können. Bäume streckten ihre Zweige über das Wasser. Ständig musste Bob sich ducken und trotzdem schlugen ihm mehrmals grüne Schlingpflanzen ins Gesicht.

„Hier.“ Sauvageau stellte den Motor aus. Ohne den Lärm der Maschine hielt Bob die Welt für eine Sekunde für still, dann drängte sich das Dröhnen der Frösche und der Gesang der Vögel in den Vordergrund. Wasser platschte. Bäume knarrten. Tausend Geräusche, die Bob von der Sache ablenkten, auf die er sich wirklich konzentrieren wollte: Seinen Boss.
Eine rostige Kette baumelte über dem Wasser und verschwand irgendwo oben in der grünen Decke aus Zweigen und Blättern.
Sauvageau zog die Kette mit einem Bootshaken heran und gab sie Bob. „Halten Sie mal.“ Die Flecken auf dem Widerhaken an ihrem Ende sahen irgendwie nicht nach Rost aus. Sie fielen in großen rotbraunen Flocken auf Bobs Hände. Es roch nach Eisen.
Sauvageau öffnete eine Kühltruhe, die neben der Reling stand, und holte einen blutigen Klumpen hinaus. Bob konnte nicht sagen, zu welchem Tier das Ding gehört hatte. Stücke von Knochen und Organen baumelten aus der fransigen Masse.

Bob musste die Luft anhalten und die Zähne aufeinander beißen, während Sauvageau das Fleisch quälend langsam auf den Haken schob. „Ein Köder. Wobei die Alligatoren es eigentlich bevorzugen, wenn es Lebendköder sind“, sagte er ungefähr so unbeteiligt, als würde er über das Wetter reden.
Endlich steckte der Köder fest und Sauvageau ließ ihn über die Wasseroberfläche schwingen. Blut und Fleischstückchen regneten in das Wasser. Ein weiches Bröckchen landete auf Bobs Arm. Angeekelt schleuderte er ihn davon.
Sauvageau wischte sich die Hände an einem weißen Handtuch ab und ließ es dann ins Wasser fallen. Langsam saugte es sich voller braunes Sumpfwasser und sank unter die Oberfläche.
Sein Boss sagte nichts mehr. Er hielt sein Gewehr in der Armbeuge und starrte auf das grüne Wasser hinaus, auf dem ab und zu rote Blumen erblühten, wenn sich wieder ein Teil des Köders löste.

„Ah“, sagte Sauvageau plötzlich, ein kleines, befriedigtes Geräusch. Bob versuchte, seinem Blick zu folgen, aber er sah nur grün, dunkelgrün, hellgrün und…
Wie in einer Explosion schoss der Alligator aus dem Wasser. Seine Kiefer schnappten nach dem Köder und rissen ein Stück des Fleisches ab.
Dann war er wieder unter der Oberfläche verschwunden.
Ein paar Sekunden zu spät taumelte Bob nach hinten und stieß mit dem Rücken gegen etwas. Er fuhr herum. Sauvageau sah mit seinen kalten Augen auf ihn herab. „Der erste Schuss ist Ihrer“, sagte er, und ein Mundwinkel zuckte in der Andeutung eines Lächelns.

Bobs Gedanken gingen durcheinander wie die Bilder in einem Kaleidoskop, aber er gehorchte automatisch der Autorität in Sauvageaus Stimme. Er stellte sich an die Reling, entsicherte das Gewehr und zielte. Diesmal sah er, wie der Alligator für einen Nachschlag zurückkam, der schuppige Körper dichter unter der Oberfläche.
Bob drückte ab. Der Rückstoß riss das Gewehr nach oben und, wo auch immer der Schuss einschlug, es war nicht im Alligator. Er nahm die Waffe herunter und sah hinüber zu Sauvageau, der jetzt genau neben ihm stand, das Gewehr an die Schulter gestützt, und auf eine Stelle zielte, die für Bob genau aussah, wie der Rest dieses verdammten Dschungels.

Es knallte. Zappelnd und spritzend tauchte der Alligator auf. Braunes Wasser und rotes Blut sprenkelten die Seite des Bootes. Bob hob einen Arm und wich zurück. Sein weißes Hemd hatte jetzt ein neues Muster.
Sauvageau hatte sich nicht bewegt, aber keiner der Spritzer war auf seiner Kleidung gelandet. Er beobachtete den Alligator mit einem Ausdruck tiefster Befriedigung. „Ach, Mr. Denver, ich wollte Sie noch fragen, wie Sie zu den Unregelmäßigkeiten im Merger mit Tellvast stehen“, sagte er. Bob sah zwischen seinem Boss und dem sterbenden Tier hin und her. Er öffnete seinen Mund und schloss ihn wieder und sagte dann mit schriller Stimme: „Unregelmäßigkeiten? Ich, äh, ich wusste nichts von, äh, Unregelmäßigkeiten.“

Sauvageau lächelte ein kleines Lächeln. Die Bewegungen des Alligators erlahmten und die rote Wolke um seinen Körper breitete sich immer weiter aus. „Den Haken“, sagte er und streckte eine Hand aus, ohne sich zu Bob umzudrehen. Bob griff nach dem Bootshaken. Das Ding schwankte in seiner Hand wie ein Grashalm im Wind.
Der Alligator zuckte nur noch gelegentlich, als Sauvageau den Haken in ihn stieß und das Tier zum Boot zog. „Helfen Sie mir“, sagte er, aber Bob konnte nur wie erstarrt danebenstehen, als Sauvageau den Alligator an Bord hievte.
Das Tier lag auf dem Rücken, seinen hellen Bauch und Kehle entblößt. Ab und zu verkrampften sich seine Füße oder der Schwanz schabte über den Boden. Die Zähne waren selbst aus der Entfernung beeindruckend.
Sauvageau zog ein Messer aus der Scheide an seiner Weste und hielt es Bob hin. „Geben Sie mir die Ehre“, sagte er.

Bob starrte ihn nur verständnislos an. Er war jetzt klatschnass und sein Herz fühlte sich an, als wäre es nur Sekunden vor dem Infarkt.
„Der Alligator“, sagte Sauvageau und artikulierte jedes Wort so deutlich, als würde er sich mit einem Schwachsinnigen unterhalten. „Es wäre grausam, ihn noch leiden zu lassen.“ Er streckte das Messer noch ein Stück weiter aus, aber Bob machte einen Schritt rückwärts. Sauvageau schüttelte seinen Kopf in einer winzigen Bewegung und Bob schrak zusammen. Sauvageau drückte mit einer Hand die Schnauze des Alligators auf das Deck und schnitt ihm die Kehle auf. Blut quoll hervor und sammelte sich um seine Stiefel.
Der Alligator zuckte noch ein letztes Mal. Das Blut wurde im Rhythmus seines Herzens aus seinem Körper gepresst, langsam und langsamer.
Bob sah Sauvageau an, der seinerseits zusah, wie der Alligator verblutete, und ihm wurde plötzlich glasklar, dass er mit einem Psychopathen in einem Boot mitten im Sumpf stand. Einem Psychopathen, der wusste, dass Bob ihn hintergangen und bestohlen hatte.

Bob hob das Gewehr auf und zielte auf Sauvageau. Sauvageau hob seinen Kopf vom Anblick des stillen Alligators und sah Bob an. Unbewegt. Unbeteiligt.
„Seien Sie nicht lächerlich, Mann“, sagte er, packte das Gewehr am Lauf und stieß es Bob gegen die Brust. Bob taumelte zurück, stolperte und fiel auf den Hintern.
„Ich habe nichts… Sie können mir nichts…“ stammelte er und versuchte, mit seinen glitschigen Händen Halt zu finden.
Sauvageau kam hinter ihm her. Er drückte den Gewehrkolben gegen Bobs Hals und zwang ihn nach unten. Dann stellte er einen schweren Stiefel auf seine Brust. Bob konnte fühlen, wie das Blut an den Sohlen durch den dünnen Stoff drang.
„Bitte“, sagt Bob. „Bitte.“ Er spürte, wie ihm Tränen in die Augen schossen. Nicht weinen, dachte er, nicht weinen, aber er konnte nichts dagegen machen. Rotz lief ihm aus der Nase und Spuckebläschen machten seine Stimme undeutlich. „Bitte, ich will nicht…“
„Reißen Sie sich zusammen“, sagte Sauvageau. „Das ist ja erbärmlich. Wenn ich Sie hätte umbringen wollen, hätte ich sicherlich nicht meine Sekretärin zu Ihnen geschickt.“
„Bitte…“ sagte Bob.

„Seien Sie still.“ Sauvageau zog das Gewehr ein Stück zurück und Bob konnte leichter atmen. „Und hören Sie mir zu. Ich weiß genau, dass Sie Informationen an Tellvast weitergeleitet und sich dafür sowohl eine anständige Summe wie auch einen schönen neuen Arbeitsplatz gesichert haben.“ Bob blubberte etwas. Wieder tauchte dieses kleine, verächtliche Lächeln in Sauvageaus Mundwinkel auf. „Es spielt keine Rolle, ich davon etwas beweisen kann oder nicht. Ich weiß, was Sie getan haben und das ist völlig ausreichend. Sie sollten verstehen, dass ich so ein Verhalten in meiner Firma nicht tolerieren kann. Verstehen wir uns?“ Bob nickte. „Gut. Gierig ist eine Charaktereigenschaft, die im Geschäftsleben nicht schlecht sein muss, aber leider sind Sie auch dumm. Deshalb werden Sie genau tun, was ich Ihnen sage. Sie lassen Tellvast exakt die Informationen zukommen, die ich Ihnen zur Verfügung stelle. Und wenn die Firma zerfallen ist und ich den Rest aufgekauft habe, können Sie sich einen neuen Job suchen. Ich habe gehört, dass man bei Walmart nicht allzu sehr auf die Qualifikationen schaut. Verstanden?“ Bob nickte. Schweiß und Tränen machten ihn fast blind. „Gut.“ Savageau hob das Gewehr und nahm seinen Fuß von Bobs Brust. Ein blutiger Abdruck blieb zurück.
Bob wischte sich die Augen und rappelte sich auf.
Victor Sauvageau lächelte. „War das nicht lehrreich? Ich denke, Sie haben auf dieser Jagd ein bisschen mehr darüber gelernt, was für Männer wir beide sind.“

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