Fiasco – „Dragonslayers“ Playset

Niniane hat mir netterweise erlaubt, das Diary unserer vor einigen Wochen stattgefundenen Hühnerrunde wieder hier zu veröffentlichen. Das war mein erster Kontakt mit Fiasco und sehr, sehr brilliant. Deswegen danke, Niniane, und viel Spaß beim Lesen, alle.

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Eigentlich wollten wir am 2.2. unsere Hühnerrunde stattfinden lassen, was aber aus Huhnausfallgründen nicht wie geplant vonstatten gehen konnte. Stattdessen führten wir Timberwere in die wunderbare Welt des Wahnsinns ein, auch bekannt als Fiasco. Nach einer etwas ernsteren Runde mit dem „Manna Hotel“-Playset hatten wir dann eine höchst erfreuliche Runde mit dem „Dragonslayers“-Playset, und in guter Hühnertradition gibt es davon auch ein Diary.

Gloria und die Dunkle Königin

Die Hauptpersonen:
Timberwere verkörperte Borodir Sturmschwert, gutherziger Anführer der Gruppe und überzeugter Anhänger der Sonnengöttin Gloria. Die Charakterisierung war „Hauptmann Karotte“ aus den Scheibenwelt-Romanen, ich denke, damit können viele etwas anfangen.

Nocturama war Raji, eine gut aussehende Diebin, die sich jede Woche einen neuen Beinamen sucht (aktuell war es „Rabenblut“), und Borodir als Anführer entmachten will. Außerdem will sie endlich fliegen, da sie an eine Prophezeiung glaubt, die besagt, dass die dann die Anführerin wird (Eigentlich hat die alte Wahrsagerin wortwörtlich gesagt „Eher wirst du fliegen, als dass du Anführerin wirst“, aber manche Leute hören eben nur das, was sie hören wollen). Dazu hat sie ein Katapult, das sie sich mit

Salandra (Patti) teilt, einer Nachwuchsnekromantin. Außerdem teilen die beiden Damen auch noch eine telepathische Verbindung, die durch ein Blutsband zustande kam und hören jeweils die Gedanken der anderen. Ja, alle Gedanken.

Magnus der Anthrazitfarbene (Niniane hat auf der Zugfahrt „A thousand sons“ gelesen) ist ein Nekromant und Salandras Lehrmeister. Er will unbedingt Herrscher in Dormor, den Dunklen Landen, werden und seinen Schädelthron besteigen. Allerdings muss er den noch selber bauen, die im Ausverkauf hat er verpasst. Außerdem ist Magnus eher das Gegenteil eines fiesen Nekromanten: Seine Eltern haben ihn im Gloriaglauben erzogen, er bekommt einfach keinen richtigen Spitzbart zustande und seine Robe ist beim Waschen ausgeblichen.

Ursprünglich hatte die Gruppe noch ein fünftes Mitglied, den Zwergenpriester Ulf Ulfsson. Der sollte mit einem Katapult auf den namensgebenden Drachen abgeschossen werden und dabei einen Zauber sprechen. Da aber niemand in der Gruppe wirklich zielen konnte, ist Ulf Ulfsson im geöffneten Maul des Drachens gelandet und dort steckengeblieben. Das führte letztlich zu einer Explosion des Drachens, aber auch zum Tod des Priesters.

Einstieg

Die Gruppe ist auf dem Weg in das Dorf, dass sie angeworben hat, um den Drachen zu töten. Während Magnus den Drachenkopf (in dessen Halsöffnung die Beine des Zwergs zu sehen sind) hinter sich herzieht – ein guter Schmuck für den Schädelthron – versucht Raji mal wieder, Borodir als Anführer loszuwerden. Sie bietet ihm einen vergifteten Snack an, wird jedoch von Salandra, die in Rajis Gedanken gelesen hat, gestört und an ihrem Vorhaben gehindert. Raji ist sauer, dass Salandra ihr mal wieder die Tour vermasselt hat und zeigt dies auch deutlich.
Salandra lässt sich von Rajis Einlassungen nicht beeindrucken und möchte ihren Meister Magnus nach ihrer Prüfung fragen. Der ist alledings immer noch mit dem Drachenschädel beschäftigt. Raji sieht eine gute Gelegenheit zur Rache und spricht Salandras Gedanken aus, dass es eigentlich Aufgabe des Lehrlings sei, den Schädel zu ziehen. Das führt zu einem neuen Zickenkrieg zwischen den beiden. Als Kompromiss gelingt es Salandra, Magnus davon zu überzeugen, dass sie als Teil ihrer Abschlussprüfung wenigstens den Schädel animieren darf. Das gelingt ihr auch, allerdings fängt der Drachenschädel an zu sprechen und beschwert sich ständig über alles, vor allen Dingen über die Tatsache, dass er keinen Körper mehr hat und ein Zwerg in ihm steckt. Magnus bringt den Schädel mit einer Handbewegung schließlich zum Schweigen.
Der Nekromant, der schon länger heimlich in Raji verliebt ist, versucht, sie zu einem Date zu überreden, schließlich braucht er auch eine Dunkle Königin, wenn er erstmal Dunkler Herrscher der Dunklen Lande ist. Raji lässt ihn jedoch abblitzen, gibt ihm aber mehr im Scherz den Rat, sich in Sachen „Männlichkeit“ eine Nachhilfestunde von Borodir geben zu lassen.

Im Dorf angekommen vermeldet Borodir als heldenhafter Anführer, dass der Drache getötet worden sei und man natürlich keine Belohnung verlange. Leider hat er dies nicht mit seiner Gruppe abgesprochen, die Gold fordert, zur Not auch das goldene Gloriasymbol. Er schafft es, seine Gefährten jedoch zu beruhigen und ihm ins Gasthaus zu folgen, wo der Sieg über den Drachen gefeiert wird.
Dort versucht Raji später, einen aus der Gruppe dazu zu bringen, sie zum Fliegen zu bringen. Sie macht sich an Magnus heran, unter dem Vorwand, seine „Flugrobe“ sehen zu wollen. Der verliebte Magnus versteht jedoch alles falsch, und glaubt, Raji wolle mit ihm schlafen. Er ist zwar stutzig, als sie ihm etwas von „wir müssen unter freien Himmel, da geht es besser“ erzählt, aber wenn das nunmal ihr Wunsch ist..
Währenddessen möchte Salandra eigentlich nur entspannen und lesen, wird aber ständig von den jungen Männern aus dem Dorf angebaggert. Außerdem hört sie in Rajis Gedanken, was diese mit Magnus plant. Borodir setzt sich zu ihr, und die beiden kommen ins Gespräch, nachdem Salandra beginnt, den Anführer mit etwas anderen Augen zu sehen.
Magnus hat derweil seine Chance ergriffen und sich Raji zu Füßen geworfen und ihr einen Heiratsantrag gemacht. Er will sie zur Dunklen Königin der Dunklen Lande Dormor machen, was einerseits Rajis Ehrgeiz weckt, andererseits jedoch auch bedeuten würde, dass sie den unfähigen und vor allen Dingen unattraktiven Nekromanten Magnus heiraten müsste. Sie bittet ihn daher, das Fässchen mit Zwergenschnaps zu stehlen, das Ulf Ulfsson gehörte und sich zur Zeit in Borodirs Besitz befindet. In dem Fässchen befindet sich kein gewöhnlicher Alkohol, sondern 800 Jahre alte Zwergenschnaps, der im Falle des Todes des Zwerges über diesen gegossen und mit ihm verbrannt wird. Borodir plant, Ulf zu seiner Familie zu bringen, damit dort dieses Ritual durchgeführt werden kann.

Nach seiner Unterhaltung mit Salandra macht Borodir den Dörflern ein weiteres Mal deutlich, dass niemand vorhat, eine Belohnung einzufordern, oder das Gloria-Symbol zu stehlen. Im Überschwang und mit reichlich Alkohol macht er sich dann an Raji heran. Diese fragt ausnahmsweise einmal über ihre telepathische Verbindung Salandra um Rat, die ihr sagt, dass sie Borodir für die bessere Partie hält. Raji und Borodir tanzen zunächst ausgelassen und landen dann zu später Stunde gemeinsam im Bett.

Soviel dazu; hier kam dann der Tilt.

Raji überlegt sich, dass es eine gute Idee sein könnte, Königin der Dunklen Lande auf dem Schädelthron zu sein, allerdings will sie selber herrschen, ohne Magnus, den sie auf keinen Fall heiraten möchte. Sie erwacht allerdings erst einmal in Borodirs Bett, und nutzt die Gelegenheit, den gutmütigen Borodir gegen Magnus aufzustacheln. Raji erzählt ihm, dass Magnus in Wahrheit ein Nekromant ist und über Dormor, die Dunklen Lande, herrschen will. Borodir bleibt allerdings zunächst skeptisch, denn er hat den Magier als Glaubensbruder kennengelernt, und glaubt, dass Raji ihm gerade versucht zu erklären, dass Magnus den Glauben der Gloriakirche nun auch in Dormor verbreiten will, was er für eine ausgezeichnete Idee hält.
Während ihre Gefährten sich diversen Liebestaumeleien hingegeben haben, hat sich Salandra in die Bibliothek der Gloriakirche zurückgezogen, um einen Zauber zu finden, mit dem sie das Geistband zwischen ihr Raji lösen kann. Schliesslich erlebt sie gerade – auch zum Missfallen anderer Bibliotheksbesucher – deren Liebesnacht mit Borodir hautnah mit (Raji seufzt dafür zu Borodirs Verzückung einige Male „Gloria“). Neben vielem unnützen Wissen („Gloria und du“, „Gloria, unsere Göttin“, „Gloria im Laufe der Jahreszeiten“, „Häkeln und Stricken mit Gloria“..) findet sie auch ein Buch, das beschreibt, dass es bei der Zwergensippe von Ulf Ulfsson üblich ist, dass der Überbringer der Todesnachricht bei lebendigem Leib gehäutet wird. Um dies zu verhindern, will sie den toten Priester wiederbeleben. Sie sucht Magnus auf, der jedoch gerade damit beschäftigt ist, die Sitzordnung für seine kommende Hochzeitsfeier mit Raji zu planen. Er hört Salandra nur mit halbem Ohr zu und lässt sie gewähren. Die schafft es, den Zwerg auch wiederzubeleben, allerdings steckt er nach wie vor in dem Drachenschädel.
Magnus beschliesst derweil, dass es endlich Zeit ist, sich seine Männlichkeitslektion abzuholen und will Borodir aufsuchen. Da Nekromanten nie anklopfen, stürmt er einfach in das Zimmer, wo er Raji und Borodir im Bett vorfindet. Wütend sagt er den beiden die Meinung und bestätigt damit auch das von Raji zuvor gesagte über seine Motive, er ist ein böser Nekromant und eigentlich Anhänger des bösen Gottes Gruul-Nagush (auch liebevoll als „Knurpsi“ tituliert). Anschliessend stürmt er hinaus und nimmt dabei das Fässchen mit dem Zwergenschnaps mit, auch wenn er es vielleicht nicht mehr braucht.
Borodir, der entsetzt ist über die Enthüllungen Magnus‘ und die Tatsache, dass Raji den Nekromanten und ihn gegeneinander ausgespielt hat, stolpert bei einem Spaziergang durch das Dorf über die erschöpfte Salandra, die neben ihrem Ritualkreis liegt. Sie erzählt Borodir, dass sie Plan gefasst hat, den Drachen komplett wiederzubeleben, dann Raji auf seinen Rücken zu setzen, um ihr ihren Traum vom Fliegen zu erfüllen – und den Drachen dann einen Looping machen zu lassen. Raji hört das natürlich über die Gedankenverbindung alles mit, sie wird dementsprechend wütend. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, erzählt Salandra Borodir dazu, dass Raji in Wirklichkeit auch in Magnus verliebt sei.
Dem niedergeschlagenen Borodir bietet sie einen Liebeszauber an, sie pustet ihm ein Pulver ins Gesicht, in der Hoffnung, dass sie das erste ist, was er dann ansieht und sich in sie verliebt.
In dieser Zeit hat Raji festgestellt, dass sie eigentlich doch in Borodir verliebt ist, auch wenn sie ihn vorher stets als Anführer absägen wollte. Sie will ihm ihre Liebe gestehen, der Krieger ist jedoch immer noch sauer auf sie, weil sie ihm die Sache mit Magnus verschwiegen hat. Raji wagt einen Vorstoß in Richtung „Wir sind doch so ein gutes Team“, und Borodir glaubt, sie wolle mit ihm die Gruppe anführen. In einem klassischen Missverständnis reden beide aneinander vorbei, Raji wird zwar Co-Anführerin, aber nicht Borodirs Geliebte.
Salandra, die traurig darüber ist, dass ihr Liebeszauber offensichtlich nicht gewirkt hat, experimentiert mit dem Drachenzwerg, der inzwischen wieder Feuer spucken kann. Sie lässt ihn das Katapult in Brand setzen, was sie Raji auch wissen lässt. Diese Möglichkeit, zu fliegen, ist nun auch dahin.
Borodir taucht wieder auf, der Liebeszauber hat anscheinend doch gewirkt, und er und Salandra küssen sich leidenschaftlich. Während sie sich beide ganz ihren „Gefühlen“ hingeben, stossen sie die Markierung des Bannkreises um, der immer noch feuerspuckende Drachenzwerg entkommt. Dieser beginnt, das Dorf in Brand zu stecken, was Magnus jedoch zu verhindern weiss, indem er den Drachenzwerg bändigt. Die Dörfler feiern ihn nun als ihren Helden und stellen fest, dass Borodir recht hatte, Magnus scheint gar nicht so böse zu sein, und außerdem: „Grau ist nicht Schwarz!“ Magnus ist allerdings weniger begeistert, hat er es doch ein weiteres Mal nicht geschafft, als Fiesling zu brillieren.
Doch auch andere haben keinen Erfolg bei ihren Bemühungen: Die Wirkung des Liebespulvers lässt nach, und Borodir stellt angewidert fest, dass ihn inzwischen jeder aus der Gruppe betrogen hat. Enttäuscht wendet er sich ab und geht.

Aftermath:
Nicht Magnus, sondern Borodir wird nach allen Enttäuschungen König der Dunklen Lande Dormor. Allerdings macht ihm der Job überhaupt keinen Spaß, es liegt ihm nicht, Leute zu unterdrücken, die Orks verstehen ihn nicht, und der Schädelthron zwickt beim Sitzen.
Magnus hingegen wird zum Hohepriester der Gloriakirche, aber auch er hat keinen Spass daran.
Raji findet eine neue Gruppe, die sie mit dem Fässchen Zwergenschnaps besticht.
Salandra bleibt weiterhin Magnus‘ Lehrmädchen, bis in alle Ewigkeit.

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