Igniculus-in-Arden, 28. Mai 2013

Semper Secundus kommt recht spät abends von seiner Reise zurück in den Bund und begegnet daher keinem seiner Sodales mehr, der ihn von der Ankunft seines Parens unterrichten könnte. Also trifft der junge Tremere am nächsten Morgen beim Frühstück völlig unvorbereitet auf Semper Primus und muss sich erst einmal fassen. Dann begegnet er dem Älteren respektvoll, aber mit Abstand. Der wiederum erkundigt sich freundlich („Semper Secundus, mein lieber Junge!“) nach seinem Wohlergehen, hält noch ein wenig Smalltalk mit ihm und den übrigen Igniculi und erklärt dann, dass er bei Gelegenheit auch noch einmal unter vier Augen mit seinem ehemaligen Lehrling sprechen möchte. Das Thema, wo Secundus denn gewesen sei, verbrämt der erfahrene Tremere übrigens geschickt – und verfänglich – in die Fangfrage, ob Secundus sich vielleicht um die seltsamen Vorfälle im Wald gekümmert habe. Aber der Jüngere hat zu viel Respekt (Angst?) vor seinem Parens, um ihn anzulügen – was auch besser ist, denn Semper Primus hat am vorigen Abend ja durchaus mitbekommen, dass Wolfram und Gudrid sich der Sache annehmen wollen.

Inzwischen wird die Falkenfrau Saika auch von Kräuterfrau Ethelred nochmals untersucht und versorgt. Der Angelsächsin fällt auf, dass die Pfeilwunde zwar durchaus schwer ist und Saika vielleicht verblutet wäre, wenn man sie nicht gefunden hätte, dass aber der Pfeil keine lebenswichtigen Organe getroffen, sondern zwischen Herz und Lunge „nur“ das Fleisch der Fee durchbohrt hat. Ethelred, die sich mit Wolfram und einer Magd am Bett der Verwundeten abwechselt, ist auch diejenige, die gerade anwesend ist, als Saika aus ihrer Ohnmacht erwacht. Die Falkenfee ist natürlich geschwächt, aber auch sehr aufgeregt, und bittet, nachdem ihr erklärt wurde, dass sie verletzt im Wald gefunden wurde und wo sie sich befinde, darum, umgehend die Herrin sprechen zu dürfen. Ethelred, die bei Saikas Erwachen bereits eine Magd zu Wolfram geschickt hatte, schickt daraufhin noch eine zweite los, um Gudrid zu informieren.

Principa und Bjørnær kommen mehr oder weniger gleichzeitig an Saikas Krankenbett an, wo die Falkenfrau sich Gudrid gegenüber erstaunlich friedfertig verhält. Die Herrin müsse Herne retten, setzt sie ohne Umschweife an, sie sei die einzige, die das könne!

Im folgenden Gespräch erzählt die Falkin dann, unterstützt von klärenden Nachfragen, die ganze Geschichte.
Kurz nachdem die Igniculi im Frühjahr aufgebrochen sind, kurz nach der Großen Jagd, kamen eine Eiswölfin und ihr Rudel ins Lager. Die Eiswölfin, Tora mit Namen, besiegte und tötete Wuk im Zweikampf und wurde so zu Hernes neuem Champion. Seitdem sei Herne nicht mehr derselbe: Er sitze nur noch herum und tue nichts. Hernes Leute dürften nicht mehr in den Wald, gar nicht mehr, nicht nur nicht im Wald jagen, sondern ihn gar nicht mehr betreten.
Gauwron, dieser Verräter, habe sich Tora und ihren Leuten angeschlossen. Er war es auch, dem Saika ihre Pfeilwunde zu verdanken hat, denn der Schuss kam von ihm, als sie loszog, um bei der Herrin des Waldes um Hilfe zu bitten.

Bei Saikas erster Erwähnung der Eiswölfin kam in Gudrid der Verdacht auf, bei ihr könnte es sich vielleicht um Galena, die vermutete Anführerin der Diedne, gehandelt haben, die ja nachgewiesenermaßen mit Askeladd verbündet ist. Aber Galena hieß die Wölfin nicht, sagt Saika, sondern Tora. Tora ist ja ein nordischer Name, und als Gudrid ein paar Sätze auf Norse sagt, bestätigt Saika auch, dass Tora sich mit ihren Leuten in dieser Sprache verständigt habe. Also eine weitere Verbündete des Aschenkerls, von der die Igniculi bisher nichts wussten. Vielleicht kennt Thorfinn sie ja.

Während Guri und Wolfram noch mit der Verletzten sprechen, kommt einer der Schweinehirten des Bundes ganz aufgelöst zu Semper Secundus, dem einzigen Magus, der gerade verfügbar ist (Nachteule Rosa Nocturna schläft noch, es ist immerhin früh am Mittag, und Crispinus Comis und Constantia sind in ihren Laboratorien nicht abkömmlich). Sich vielmals entschuldigend, weil er sie nicht habe aufhalten können, erzählt der Mann, ein Rudel Wölfe sei in die Schweineherde gebrochen und habe die Schweine gerissen – alle außer denen, die in den Wald geflüchtet seien, denen seien sie nicht gefolgt. Dann hätten sie sich in Menschen verwandelt und die Schweine davongetragen. Der Anführer habe ihm, dem Hirten, dann noch dieses Säckchen in die Hand gedrückt mit den Worten, das sei ja wohl Bezahlung genug.

Ein Blick in das Säckchen fördert diverse Fellfetzen, Tierklauen und ähnliches zutage. Ob es sich dabei um Animal-Vis handelt, kann Secundus allerdings mangels Erfahrung in Sachen Intellego Vim nicht feststellen. Aber er lässt sich den Anführer der Wölfe von dem Hirten beschreiben und kann anhand dieser Beschreibung ein dank ausgezeichneten Finesse-Wurfes sehr gut gelungenes Imaginem („Im wahrsten Sinne des Wortes ein Phantombild!“) von dem Mann erstellen. Dann erschreckt er den Hirten mit einem „du bist entlassen“ – wobei der Tremere natürlich nur „du darfst dich entfernen“ meinte, während sein Gegenüber schon voller Panik dachte, er habe jetzt seine Arbeit verloren – aber dieses Missverständnis ist schnell aufgeklärt.

Es folgt eine Besprechung aller Igniculi. Glücklicherweise zieht Semper Secundus seinen Parens nicht zu der Sitzung hinzu, wie er es kurz überlegt. Denn da die Interna des Bundes den Gast rein gar nichts angehen, hätte sich ein solches Treffen unter Beteiligung des älteren Tremeres nur um belangloses Nichts gedreht, bis man sich später nochmals nur untereinander zur echten Besprechung zusammengefunden hätte. Denn zugeben, dass sie mit ihren Problemen alleine nicht fertig werden, das will keiner der Igniculi; ganz abgesehen davon, dass sie ja bisher wirklich recht gut alleine zurechtgekommen sind und es keinerlei Grund gibt, den fremden Magus mit einzubeziehen.

Bei der Lagebesprechung zeigt Secundus das Imaginem von dem Mann aus den Wäldern herum, und diejenigen Igniculi, die im Feenwald mit dabei waren, erkennen ihn sofort als Gauwron. Das wiederum führt im Zusammenhang mit dem, was Saika berichtet hat, und generell beim gemeinsamen Überlegen zu neuen Spekulationen.
Der Pfeil, von dem die Falkenfee getroffen wurde, hat sie ausgerechnet an einer nicht-tödlichen Stelle verwundet. Das kann entweder großer Zufall sein oder das Werk eines richtig guten Bogenschützen. Was, wenn Gauwrons „Verrat“ gar keiner war, sondern die junge Wolfsfee sich bei Tora und ihrem Rudel eingeschlichen hat, um deren Vertrauen zu gewinnen, er aber in Wahrheit weiter für seine eigenen Leute arbeitet? Was, wenn er sicherstellen wollte, dass Saika am Leben bleiben und den Bund erreichen würde?
Warum hat Gauwron sich dem Schweinehirten zu erkennen gegeben, wohl wissend, dass die Igniculi ihn anhand einer Beschreibung vermutlich erkennen würden? Wenn alle Feen in Wolfsgestalt geblieben wären, hätte nichts auf ihn hingewiesen. Warum die gerissenen Schweine bezahlen, statt sie einfach nur fortzuschleppen? Was, wenn die ganze Aktion eine Art Hilferuf war, um die Sodales auf den Plan zu holen?

Herne hatte beim Gespräch mit Guri im Frühling gesagt, dass sein Volk mit den Nordmännern im Krieg liege. Dass Tora durch das gewonnene Duell gegen Wuk nun so großen Einfluss auf Herne gewonnen hat, ist offensichtlich Teil dieses Krieges. Was die Nordleute auch planen, es kann nichts Gutes sein, und dass die Igniculi eingreifen müssen, ist klar.
Rosa Nocturna erklärt allerdings, es gefalle ihr gar nicht, sich in eine bestimmte Richtung drängen zu lassen. Darin sind sich alle einig; wenn die Sodales also etwas unternehmen, dann in diesem Wissen und mit der gebotenen Vorsicht.

Zu diesem Zweck geht die Tytala auch nochmals zu der verwundeten Fae und bittet sie ganz offen, eine „Stille Frage“ an sie richten zu dürfen. Denn die ganze Situation sei sehr verworren und ungewiss – Nocturna erzählt Saika auch von der Sache mit Gauwron und den Schweinen, die alles nochmals mehr verkompliziert – und die Magier müssten sich vergewissern, dass die Falkenfrau die Wahrheit gesagt hat, damit sie diese Unklarheit schon einmal beseitigt hätten und sich entsprechend vorbereiten könnten.

Saika stimmt sofort und bereitwillig zu, und tatsächlich gelingt es der Maga, durch deren Fairy Might hindurch erfolgreich ihre Frage zu stellen und sich zu vergewissern, dass die Vogelfee nicht gelogen hat. Eine zweite Frage, ob sie denn auch etwas verschwiegen habe, ist jedoch leider nicht erfolgreich.

Immerhin, zu wissen, dass Saika zumindest selbst von ihrer Aussage überzeugt ist, bringt die Igniculi schon mal einen Schritt weiter. Der nächste Schritt ist es nun, das weitere Vorgehen zu planen. Unauffälliges An- und Einschleichen, wie Secundus es vorschlägt, fällt vermutlich flach, da Feen in bezug auf Unsichtbarkeit und Illusionen erstens nicht leicht zu narren und zweitens recht empfindlich reagieren, obgleich sie selbst durchaus Meister darin sind („Tja: Quod licet Faeri non licet Tremeri!“), also bleibt wohl nur der direkte, offene Ansatz. Die Reisegruppe, wird beschlossen, soll aus Gudrid, Wolfram und Constantia sowie Knut dem Baum und Ethelred der Kräuterfrau bestehen.

Später kommt es noch zu dem  angekündigten Zwiegespräch zwischen den beiden Tremeres. (Riesiges Gelächter, als Semper Secundus‘ Spieler das mit einem kleinlauten „Yay?“ quittiert). Unter vier Augen ist der Ältere plötzlich gar nicht mehr so liebevoll und besorgt wie noch zuvor, welch Überraschung. Er beginnt das Gespräch gleich damit, dass er enttäuscht von seinem Schüler sei. Dieser weiß allerdings gar nicht, warum, was Primus „noch enttäuschter“ macht. Dann erklärt er, dass er erwartet hätte, dass Secundus ihm viel mehr nacheifere. Welchen Rang er im Bund innehabe, fragt der Meister dann.
„Naja… denselben wie alle eben, außer der Principa…“
Das ist natürlich die reine Wahrheit, aber nicht das, was der gestrenge Parens hören will. Semper Primus macht sehr deutlich, dass sein Schüler gefälligst kein Botenjunge sein dürfe, den man herumschicken könne, sondern selbst auf den Rang des Princeps hinzustreben und ihn natürlich auch zu erreichen habe. Dann droht er Semper Secundus mit einer Namensänderung – und zwar einer, für die der jüngere Tremere selbst stimmen werde, weil Semper Primus ja dessen Siegel in seinem Besitz hat und daher bei einer Tribunalsabstimmung in Secundus‘ Namen stimmen darf.
Secundus verspricht, dass er sich von jetzt ab noch mehr Mühe geben werde, was in Primus‘ Ohren aber viel zu halbherzig klingt. Sein ehemaliger Lehrling lasse die nötigen Ambitionen völlig vermissen. Sogar der zehnjährige George sei schon zielstrebiger als Secundus!
Das Gespräch endet mit einer Warnung des Älteren: „Überlege dir wohl, was du als nächstes tust – ich werde es auch tun.“
Mit diesem Schreckgespenst der drohenden Schmach einer Namensänderung reist der Tremere enttäuscht ab… und Semper Secundus stürzt sich als erstes auf die Bücher, um herauszufinden, ob so eine Namensänderung wirklich möglich ist. Ja, Tribunale können auf Antrag so etwas bestimmen, stellt er fest.

Vor der Abreise des Tremere klopft dessen neuer Lehrling George noch an Secundus‘ Tür, um sich dem zukünftigen Bruder vorzustellen und mit ihm zu reden. Secundus bittet den Jungen freundlich herein, was diesen ziemlich zu überraschen scheint. Im Gespräch stellt sich heraus, dass Semper Primus dem Kleinen wohl wahre Schreckensgeschichten über Secundus erzählt hat, George gewarnt hat, dass sein ehemaliger Schüler ihn umbringen werde, wenn er nicht aufpasse, und solche Dinge. Der Illusionist versichert dem Lehrling, dass er von ihm nichts zu befürchten habe. George macht zwar mehrere Bemerkungen darüber, wie verschlagen Semper Primus doch sei, und dass er immer alle gegeneinander ausspiele, aber Semper Secundus‘ Misstrauen, dass der Kleine seinem Meister jedes Wort weitererzählen werde, ist zu groß, und so lässt er sich nicht auf eine Lästerei ein, sondern spricht weiterhin respektvoll von seinem Parens.

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