Miami Files – A Restoration of Faith 2

Und warum habe ich jetzt im Vergleich zu gestern abend, als ich meinen letzten Eintrag beendete, ein noch schlechteres Gefühl bei der Sache? Hmmm. Mal überlegen. Könnte an der Tatsache liegen, dass es heute vor dem Jugendzentrum zu einer Schießerei kam.

Den jugendlichen Augenzeugen zufolge kam eine „heiße chica“ in einem roten offenen Sportwagen vorbeigefahren, langsam, als suche sie etwas oder wolle hierher, als aus einem Baum in der Nähe Schüsse fielen und die heiße chica in die Flucht schlugen. Im Baum habe eine „genauso heiße chica“ gesessen, sei dann aber nach den Schüssen heruntergeturnt und ebenfalls abgehauen.

Totilas erfuhr abends von Cherie, dass sie die Schützin im Baum gewesen sei. Sie mache sich Sorgen um Ocean und habe auf diese aufpassen wollen, weil es dem Mädchen seit dem Tod seiner Mutter richtig schlecht gehe und sie, also Cherie, verhindern wolle, dass Ocean irgendwelche Dummheiten mache oder in irgendwas hineingerate. Und das Auftauchen einer Red Court-Vampirin (bzw. muss es eine Red Court-Infected gewesen sein, denn es war ja hellichter Tag) vor dem Jugendzentrum habe für Cherie definitiv in die Kategorie „irgendwas“ gepasst.

Weil der Red Court anscheinend irgendwie involviert zu sein scheint, hat Roberto mit seiner Bekannten Lucia Valdez gesprochen. Die war auch bereit, mit ihm zu reden und ihm ein paar Sachen zu erzählen. So zum Beispiel, dass sie sich ebenfalls Sorgen mache, eben wegen der Konfrontation zwischen der Red Court-Vertreterin im roten Sportwagen und der Frau vom White Court (sprich Cherie). Allzuviel wollte sie nicht verraten, aber sie ließ immerhin die Bemerkung fallen, dass einer der Jungen im Zentrum den Namen Canché trägt.

Canché. Puh. Das mussten wir auch erstmal verdauen. Totilas‘ Mutter ist nach der Sache mit den Masken zwar aus der Stadt verschwunden, aber dass einer aus ihrer Familie bei uns im Jugendzentrum herumhängt, das kam uns allen irgendwie zu viel des Zufalls vor.

Dass die Canchés eine wichtige Rolle im Red Court spielen, das wussten wir durch unsere Erlebnisse mit Sancia bereits. Aber jetzt erfuhren wir – oder reimten uns zusammen – dass dies anscheinend eine der Familien ist, aus denen der Red Court seinen Adel rekrutiert.

Heute habe ich etwas getan, das ich schon längst hätte tun sollen. Ich bin endlich mal wieder zur Beichte gegangen. Aber ich hatte mich nach den Ereignissen beim Filmdreh nicht überwinden können, zu Pater Alvaro zu gehen, also ging ich lieber erst mal gar nicht. Denn Pater Alvaro kennt mich, seit er mich damals getauft hat, und eigentlich sollte das ja bedeuten, dass er mir als Beichtvater eben besonders vertraut und lieb ist… aber irgendwie ist das, was ich zu beichten hatte, so schräg und so seltsam, dass ich es eben irgendwie doch lieber einem völlig Fremden anvertrauen wollte. Was eigentlich auch wieder albern war, denn der Beichtvater steht ja stellvertretend für den HErrn, es sollte also wiederum völlig egal sein, wer im Beichtstuhl hinter der Trennwand sitzt.

War es aber eben nicht. Und deswegen kam mir dieser Pater Donovan, den wir bei der Einweihung des Jugendzentrums kennenlernten, gerade recht. Der schien nett, und er kennt mich nicht schon seit Kindertagen, also hatte ich bei ihm weniger Scheu, das ganze Ausmaß der Seltsamkeiten anzusprechen.

Wobei ich das nicht mal bei Pater Donovan tat. Ich wollte ihn nicht einfach so damit konfrontieren, dass es Vampire gibt und Werwölfe und Feen und echte Magie und all das. Also beließ ich meine Beichte auf der rein mundanen Ebene, machte aber auf dieser Ebene reinen Tisch über die Geschehnisse beim Filmdreh und Roselyn Sanchez‘ Tod.

Pater Donovan hörte aufmerksam zu und nahm meine Gewissensbisse ernst, tat sie nicht pauschal als „achwas, da kannst du doch nichts für“ ab, sondern antwortete differenziert. Und dennoch – oder vermutlich deswegen – gelang es ihm, dass ich mich hinterher tatsächlich besser fühlte. Neben dem üblichen Gebet erlegte er mir auf, einen Schreib-Workshop mit den Jugendlichen im Zentrum abzuhalten, um gegen die von mir befürchtete Arroganz vorzugehen. Ich weiß noch nicht genau, wann ich diesen Workshop veranstalten kann, aber veranstalten werde ich ihn. Ehrensache!

Lustig, heute bin ich Pater Donovan schon wieder begegnet. Wobei, so verwunderlich war das eigentlich gar nicht. Wir haben uns nämlich heute mal die High School angesehen, in der die ganzen Unglücksfälle passiert sind. Und als wir ankamen, war der Padre draußen vor der Tür gerade im Gespräch – mit niemand anderem als mit Joseph Adlene, der gerade am Gehen zu sein schien. Wir warteten also, bis Adlene verschwunden war – der musste uns hier nicht auch noch sehen und auf komische Gedanken kommen.

Als Adlene fort war, bat Pater Donovan uns in seiner Eigenschaft als für die Schule zuständiger Geistlicher hinein und verständigte Ms. Perreira, die sich netterweise bereit erklärte, uns zu empfangen.

Er sei von der Schule gerufen worden, um eventuelle Geister zu exorzieren, erklärte der Pater. Und Adlene sei lustigerweise aus genau demselben Grund hier aufgetaucht: Ein besorgtes Elternteil habe ihn als freiberuflichen Exorzisten beauftragt. Gefunden habe er allerdings nichts, ebensowenig wie der Padre selbst bisher.

In der Schule fanden wir zunächst nichts Auffälliges, das auf die Ursache der gehäuften Unglücksfälle hingedeutet hätte. Auch auf der Geisterebene konnte Alex zunächst niemanden sehen, aber schließlich bemerkte er doch einen Geist. Und zwar war das einer, dem Adlene sein beherrschendes Halsband angelegt hatte. Der alte Mann habe einen Aufpasser dabei gehabt, erzählte der Geist, einen richtig bedrohlich und gefährlich aussehenden Bodyguard (von der Beschreibung her wohl derselbe, den Alex auch schon bei der Vernissage an Adlenes Seite gesehen hatte). Die anderen (die anderen?! Wieviele Geister gibt es denn an so einer Schule? Wie oft bitte stirbt denn da jemand und geht nicht ins Jenseits ein?) hätten alle Angst gehabt und sich versteckt, aber er doch nicht! Adlene habe ihm das Halsband dann angeboten, und er habe es gerne angenommen, und nun bekomme er es nicht mehr ab. Aber warum auch, er finde das eigentlich ziemlich cool.

Auch interessant, wenngleich für unser momentanes Problem nebensächlich. Es scheint also, als könne Adlene die Halsbänder seinen Opfern nicht aufzwingen, sondern als müssten sie diese aus freien Stücken akzeptieren…

Wie dem auch sei, während wir uns noch umsahen, kam es direkt vor unseren Augen zu einem weiteren Zwischenfall. Zwei Jungs mussten nachsitzen und die Wand streichen, und irgendwie, auf welche verrückte Weise auch immer, war ein Bein der Leiter, auf der einer der Jungen stand, in den Farbeimer geraten, und als der andere Junge den Farbeimer wegnahm, riss er damit die Leiter um und mit ihr seinen Klassenkameraden. Der wiederum ruderte wild mit den Armen und riss im Fallen eine von der Decke hängende Skulptur von Paco Gomez, dem Astronauten, mit sich. Der muss wohl offensichtlich hier zur Schule gegangen sein.

Während der gestürzte Junge zur Schulschwester gebracht wurde, entdeckte Alex hier einen weiteren Geist, den eines Mädchens diesmal. Sie war eine von denen, die sich vor dem „Bodyghost“ versteckt hatten, trug also kein Halsband, und sie konnte Alex sagen, dass sie an der Jacke des Verletzten ein Santería-Symbol entdeckt habe.

Hm… wenn der Junge ein solches Symbol an sich trug, dann hatten das die anderen Verunglückten vielleicht ebenfalls. Bei einem der Opfer der Pechsträhne hatte es sich um einen Lehrer gehandelt, und bei dem Unglück um einen Autounfall. Das Auto war gerade zur Reparatur in der Werkstatt, also suchten wir die auf, um uns das Auto einmal anzusehen.

Und dann… weiß ich auch nicht genau, was mich ritt. Die Jungs schieben es grinsend auf die Schmerzmittel. Auf dem Auto war außen nichts mehr zu sehen, der Unfall war zu lange her, und der Werkstattbesitzer wollte uns nicht hineinsehen lassen. Aber er wollte es uns verkaufen, was ich extrem verdächtig fand, denn das Ding gehörte doch dem Lehrer! Wenn er es schon uns verkaufen wollte, würde er es dann vielleicht auch anderen Fremden überlassen und sein eigentlicher Besitzer es gar nicht mehr wiedersehen? Besser, ich kaufte es ihm ab.

So oder ähnlich muss mein Gedankengang gewesen sein, genau kann ich es gar nicht sagen. Jedenfalls blätterte ich ihm die verlangten $500 hin, dann nahmen wir das Auto mit. Nach einer eingehenden Untersuchung des Innenraums (auch hier keine Santería-Symbole) brachten wir dem Lehrer sein Fahrzeug natürlich wieder. Der war entsetzt, dass sein Mechaniker sein Auto einfach so verscherbelt hatte, und natürlich zeigte er den Mann an. Der Mechaniker wollte sich darauf herausreden, dass ihm das Fahrzeug gestohlen worden sei, doch das war schnell aufgeklärt. Ich bekam sogar meine $500 wieder. Aber trotzdem weiß ich nicht, was mich geritten hat.

Heute haben wir uns im Center genauer umgesehen. Im Probenkeller hatten offensichtlich nicht nur irgendwelche Kids auf dem Schlagzeug herumgetrommelt, sondern auch irgendjemand irgendwelche Rituale durchgezogen. Zumindest konnte Edward im Raum noch die magischen Schwingungen spüren, die davon übriggeblieben waren. Nur wer die verursacht hatte, das konnte er nicht spüren. War ja klar.

Auf dem Dach stießen wir ebenfalls auf einen Hinweis. Roberto mit seinem Botanica-Wissen stellte fest, dass etliche der Pflanzen, die im Dachgarten wachsen, sich durchaus für ein Unglücksritual eignen würden. Also ging er auf die Suche nach potentiellen Nutzern dieser Kräuter.

Und wurde in der Küche fündig. Dort waren die drei Grazien gerade dabei, unter viel Gekicher in einem Topf herumzurühren. Roberto identifizierte ihr Gebräu als Liebestrank und sagte ihnen das auf den Kopf zu, was die drei Mädchen auch ohne Zögern eingestanden. Der Trank sei für Ciélo, der sei soooo süß. Roberto erklärte ihnen, ohne mit der Wimper zu zucken, wie sie ihr Gebräu noch verbessern könnten, warnte sie aber vor Ciélo. Denn ihm war inzwischen die Vermutung gekommen, dass Ciélo der Canché sein könnte, wegen dem die Red-Court-Vertreterin am Zentrum gewesen war, und so riet er Elena, sich vor ihm in Acht zu nehmen. Dann fragte er die Mädchen noch nach dem Unglücksritual, aber sie erklärten ihm sehr ernsthaft und für ihn glaubwürdig, dass sie damit nichts zu tun hätten.

Totilas suchte unterdessen das Gespräch mit Pater Donovan. Von dem erfuhr er, Joseph Adlene habe den Exorzisten-Job besonders gerne angenommen, weil ihm ständig ganz ähnliche Unfälle passieren. Adlene hat also herausgefunden, dass mit ihm irgendwas nicht stimmt, aber noch nicht so genau, was. Und hoffentlich niemals, von wem es kommt!
Dass Pater Donovan den Mann übrigens ebenfalls für keinen guten Menschen hält, macht ihn mir noch ein wenig sympathischer.

Ocean trug heute im Center eine auffällige Kette, die Edward bekannt vorkam. Denn die großen Holzperlen und den goldenen Anhänger mit Schiffsmotiv hatte er schon bei Cherie gesehen, sagte er.

Und Dee rief an. Sie fragte, ob Sienna gerade da sei, sie wolle das Mädchen nämlich abholen. So ganz rückte sie immer noch nicht mit der Sprache raus, aber zwischen den Zeilen wurde mir klar, dass sie von der Schießerei zwischen der Red Court und Cherie tief besorgt war und dass Sienna, oder ihre Familie, wohl irgendwie im Zeugenschutzprogramm sein muss. Und dass Dee eben Sienna nun in Sicherheit bringen wollte. Ich sagte ihr, dass Sienna gerade da sei, ja, und Dee meinte, ich solle sie nicht weglassen, und sie mache sich gleich auf den Weg.

Nach diesem Telefonat fanden wir Ciélo auf dem Dachgarten. Er gab zu, tatsächlich ein Canché zu sein, und nicht nur das, sondern ein Red-Court-Infected, sprich jemand, der von einem Roten Vampir gebissen worden ist, aber selbst noch niemanden gebissen und getötet hat, also seine Menschlichkeit noch bewahrt.

Ciélo erklärte, dass er seit seiner frühen Kindheit bereits infiziert sei, dass das bei allen, oder fast allen, Canchés so früh geschehe, weil sie eben eine Red-Court-Adelsfamilie seien. Bislang habe er widerstehen können, aber der Drang werde immer stärker, und irgendwann werde er ihm nachgeben. Das habe bisher noch jeder.

Aber Roberto hatte eine Idee. Über seine Santería-Kontakte wusste er von einer Organisation, einem Orden, der sich um genau solche Infizierten kümmert und ihnen dabei hilft, ihren Drang weiter unter Kontrolle zu halten. Zu diesem Orden wollte Roberto Ciélo also schicken. Ciélo allerdings wollte nicht, oder besser: nur mit Ocean, denn ohne sie mache das alles keinen Sinn.

Wir suchten also Ocean und konfrontierten sie mit der Situation. Und ja, sie und Ciélo sind tatsächlich verliebt ineinander, und ja, sie würde gerne mit ihm gehen, aber sie hat Angst darum, wie Gerald das aufnehmen könnte. Da übrraschte Totilas aber uns alle und erklärte, wenn sie Ciélo wirklich liebe, solle sie mit ihm gehen, er werde das mit Gerald klären.

Und da stehen wir jetzt. Roberto wird heute noch seine Kontakte spielen lassen und versuchen, diese St. Giles-Leute (so heißt der Orden der Infizierten) zu erreichen.

Oh, und Ciélo und Ocean haben auch zugegeben, dass sie diejenigen waren, die für die Unglückssprüche verantwortlich sind. Sie wollten niemandem wirklich wehtun, aber ein wenig Santeria-Magie üben, und so ließen sie sich dieses Unglück-per-Symbol-anhexen von Elena und Sienna zeigen. Nicht nur Elena hat nämlich anscheinend ein Händchen dafür, sondern Sienna auch.

Okay, das ging erstaunlich schnell. Heute schon haben sich Ocean und Ciélo nach Kuba abgesetzt, wo sie den Vertreter des St. Giles-Ordens treffen sollen. Alex ist mit, weil er natürlich das Boot fährt, und Roberto, weil er den Kontakt hergestellt hat und als Vertrauensmann für den St. Giles-Typen dient.
Aber vorher nahm Edward Ocean noch die von Cherie geschenkte Halskette ab. Nicht dass da ein magischer (oder ganz gewöhnlicher) Peilsender drin ist oder so. Er hat die Kette in seinem Labor in einen Schutzkreis gepackt, sagte er.

Dee hat übrigens gestern tatsächlich noch Sienna abgeholt, wie am Telefon angekündigt. Deren Eltern hätten beschlossen, die Stadt zu verlassen, und da musste ihre Tochter natürlich mit. Naja, „beschlossen“ eben. Irgendwas ist da mit dem Zeugenschutzprogramm, aber ich habe nicht näher nachgehakt. Geheimhaltungspflicht und so.

Oh mierda. Edward hat eben angerufen. Er klang… beschissen. Er hat nicht viel gesagt, aber was er sagte, reichte schon. Cherie hat mit ihm Schluss gemacht. Sie muss wohl für eine Weile aus der Stadt weg, und sie sieht keine Zukunft für die Beziehung.
Edward klang richtig deprimiert, völlig un-Edward. Er meinte, er müsse auch ein paar Tage raus vor die Stadt, das sei besser.
Ich weiß genau, was er damit sagen wollte. Er muss in die Wildnis, wo er für niemanden eine Gefahr ist, und toben. Das Biest in sich rauslassen. Oh mierda. Ich wünschte, ich könnte ihm irgendwie helfen.

Totilas erzählt, dass es seinem Großvater gar nicht gut geht. Nach außen hin tut er so, als sei alles in Ordnung, aber er hat wohl die Tatsache, dass seine Tochter mit einem Red-Court-Infected durchgebrannt ist, nicht gut verkraftet. Zumal Ocean, wenn das mit ihr und Ciélo wirklich die wahre Liebe ist, zu einem völlig normalen Menschen werden wird oder schon geworden ist und dann als völlig normaler Mensch mit einem Red-Court-Infected fertig werden muss, egal wie sehr ihm dieser ominöse Orden nun helfen kann oder nicht. Und zumal Ocean das vierte Familienmitglied ist, das Gerald verloren hat. Totilas‘ Vater Richard, Geralds Geliebte Crysanthema, seine Mutter Camerone, und jetzt Ocean. Totilas meinte, ihm sei in den letzten Tagen und Wochen aufgefallen, dass Gerald ihn besonders schonend behandelt, als wolle er auf gar keinen Fall riskieren, seinen Enkel auch noch zu verlieren. Dass Gerald eigentlich nur noch von einer dünnen Tünche aus Contenance zusammengehalten wird, die aber bereits bröckelt und jederzeit komplett in sich zusammenfallen kann.

Totilas hat sogar mit Ms. Elfenbein geredet, der White-Court-Psychologin und Wutspezialistin, die ihm zustimmte und meinte, es wäre gut, wenn Gerald mal einen richtig langen Urlaub machen und sich erholen würde, aber gerade das ist in der momentanen angespannten Situation nicht möglich. Der russische Teil der Familie wartet ja immer noch nur darauf, dass Gerald eine Schwäche zeigt, um dann zuschlagen zu können. Aber wenn er so weitermacht, ist es gut möglich und sogar ziemlich wahrscheinlich, dass der oberste White Court von Miami auf einen Zusammenbruch zusteuert.

Ein ganz schneller Eintrag noch heute abend.

Dee war bis eben hier.

Sie rief an und fragte, ob sie vorbeikommen könne, was mich verwunderte, das hat sie nämlich noch nie getan, aber natürlich sagte ich ja. Schon am Telefon hatte sie bedrückt geklungen, und als sie dann hier war, erfuhr ich auch, warum. Es ging um Sienna. Ich befürchtete schon das Schlimmste, aber Sienna selbst geht es gut. Nur sei sie jetzt Halbwaise, brummte Dee und etwas von „verdammt, war die schnell“, oder sowas in der Art.

Da habe ich sie einfach in den Arm genommen, und dann haben wir auf dem Sofa gesessen und geredet. Und nein, es ist nichts weiter passiert, und irgendwan hat sie sich dann bedankt und ist gegangen. Aber sie ist auch nicht unwillkürlich vor mir zurückgezuckt, wie sie seit der Sache mit dem cabrón bisher immer vor jeder Berührung zurückgezuckt ist. Und sie im Arm zu halten war einfach wunderschön. Und ich hätte das gar nicht durch irgendwas Weitergehendes wieder kaputtmachen wollen. Also nicht nur, weil ich wusste, dass es wieder alles kaputtgemacht hätte, sondern einfach, weil der Moment viel zu schön war, um irgendwas weiter machen zu wollen. Ach Mist, ich bekomme es nicht gescheit formuliert. Und sowas will Schriftsteller sein. Pftt.

Und wehe, es lacht jemand!

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