Igniculus-in-Arden, 02. September 2014

Die folgende Nacht verbringen die Reisenden an unterschiedlichen Orten: Knut draußen vor der Stadt, in Baumgestalt in die Erde gewurzelt, Father Geoffrey bekommt von seinem Priesterkollegen Unterkunft geboten, Cedric in der Taverne, wo er sich mit seinem Lautenspiel ein Abendessen und ein Nachtlager verdient hat, Ethelred oder Semper (wir wissen immer noch nicht, mit welchem Charakter Alion denn nun eigentlich unterwegs ist, weil Alion leider auch gestern wieder keine Zeit hatte) sind auch irgendwo untergekommen, und Evelyn wird von ihrem Ex-Schwiegervater für die Nacht aufgenommen.

Bei dem gemeinsamen Abendessen erfährt die junge Adlige weitere Gerüchte, unter anderem auch, dass der Sohn von Sir Trevan heiraten wird, und zwar – Skandal! – eine mittellose Nordländerin, eine Waise und nicht von Stand. Die Hochzeit soll anlässlich des großen Herbstmarktes gefeiert werden, der in nächster Zeit irgendwann stattfinden wird. Da Evelyn selbst, Father Geoffrey und Cedric bei den Ereignissen in Sir Trevans Burg und der Befreiung seines Sohnes (der lustigerweise bislang nie einen Namen erhalten hat) beteiligt waren und den jungen Mann daher kennen, versteht es sich eigentlich beinahe von selbst, dass die Igniculi dem Brautpaar ihre Aufwartung machen möchten.

Da stellt sich dann allerdings die Frage: Woher auf die Schnelle ein passendes Hochzeitsgeschenk nehmen?
Cedric hat es da leicht: Er kann dem Brautpaar einfach eine Ballade schreiben. Aber reicht das bereits als angemessenes Geschenk vom ganzen Bund?
Als die Igniculi ihn kennenlernten, war der junge Mann ja gerade aus Italien zurückgekehrt und hatte begeistert von den dortigen Umständen erzählt. Also bietet es sich doch an, etwas „Italienisches“ auszuwählen. Die örtlichen Kunsthandwerker allerdings sehen alle mehr als verständnislos drein, als Evelyn nach italienischen Waren fragt.

Hm. Darek und seine Leute in der Regio in der Nähe stammen doch von den Römern ab und haben die letzten Jahrhunderte in ziemlicher Isolation verbracht, sind also nicht sonderlich von der englischen Kultur „verdorben“. Vielleicht ist dort etwas zu finden, das passt.

Wie man in die Regio kommt, weiß, falls es von den Companions niemand tun sollte, mindestens Caleb, der Dieb, der in diesem Falle eine Wegbeschreibung liefern kann. So oder so sind die Igniculi kurze Zeit darauf in Richtung der versteckten Römer-Regio unterwegs, als die Aufmerksameren unter ihnen nach etwa einer Stunde plötzlich ein Geräusch hören. Aus dem Wald kommt eine seltsame Gestalt: Ein Mann, der aber eine borkig-braune Holzhaut hat und sich auch seltsam ruckartig bewegt. Das muss der seltsame Baummensch sein, den die Warwickenser erwähnt hatten!

Der Baummann bewegt sich zielstrebig auf die Gruppe zu, und sehr schnell wird klar, dass Evelyn Streona sein Ziel ist. Knut die Nordmanntanne und Cedric der Barde wollen sich dazwischen werfen, scheitern aber, weil der Baummensch trotz seines komisch staksenden Ganges einfach viel zu schnell ist. Die Männer müssen hilflos mit ansehen, wie der Kerl Evelyn erreicht – und dann zielsicher nach Kater Mikesch greift, der um die Beine der jungen Frau herumstreift.

Der Baummann nimmt den kleinen Kater zwischen seine Hände, dann stapft er unbeirrbar los. Auf Ansprache reagiert er nicht, und er ist zu stark, um ihn körperlich aufzuhalten. Also versucht Cedric es mit Musik. Er nimmt seine Laute vom Rücken und spielt ein derart einlullendes Ständchen, dass der Baummensch tatsächlich innehält und sich im Takt der Musik zu wiegen beginnt. Während der Barde unbeirrt weiterklampft, haben die anderen nun eine Chance, mit dem Katzenentführer zu reden. Dieser spricht zwar nicht, aber er nickt und schüttelt den Kopf und macht sonstige Gesten, so dass die Verständigung doch einigermaßen klappt, nachdem die Gruppe sich darauf eingestellt hat, nur Ja-Nein-Fragen zu stellen.

Folgendes kommt heraus, wenn auch nicht unbedingt in dieser Reihenfolge: Der Baum ist im Auftrag eines anderen unterwegs. Anders als Knut war er früher ein normaler Baum, der aber plötzlich ein Bewusstsein entwickelt hat – anscheinend wurde er mit einem Zauber zum Leben erweckt. Sein Auftraggeber hat ihn beauftragt, den Kater zu ihm zu bringen. Wirklich ganz explizit den Kater? Nein, sondern das Lebewesen, das den Ring trägt. Dabei fällt Evelyn nun auf, dass Mikesch ein Seidenband trägt, an dem ein hölzerner Ring befestigt ist – und das ist definitiv nichts, das sie ihrem Kater angezogen hat.

Weil Knuts Eichhörnchen bei der Erwähnung dieses Rings schuldbewusst blicken, werden nun die possierlichen Gesellen näher befragt. (habe ich diese Eichhörnchen überhaupt schon erwähnt? Knut der Baum hat drei „Faerie Friends“, Feeneichhörnchen, die ständig um ihn herumspringen und, wenn er sich in Baumform befindet, in seinen Ästen turnen, und wenn er ein Mensch ist, auf seinen Schultern sitzen. Die Eichhörnchen, von der Gruppe liebevoll ‚die Faeriemunks‘ genannt, haben schon für jede Menge Schabernack gesorgt, aber bislang war das – bis auf die Gelegenheit, wo sie den ganzen Ärger mit der Herrin/Hüterin losgetreten haben, weil sie Gudrids Worte falsch weitergaben – eigentlich eher Fluff.) Die Eichhörnchen geben jedenfalls zu, dass sie diejenigen waren, die Mikesch das Seidenband und den Ring umgehängt haben, weil sie das „hübsch“ fanden. Geklaut haben sie beides in Esmeraldas Wohnwagen, als Knut sie dort hineinschickte, nachdem er mit Cedric über das Heiraten und die Liebe gesprochen hatte. Weil Knut ja wusste, dass Menschen heiraten, um sich ein Reich zu sichern und er sich nicht vorstellen konnte, was wohl Esmeraldas Reich sei, außer ihrem Wohnwagen, hatte Knut die Faeriemunks beauftragt, sich dort drin einmal umzusehen.

Jetzt jedenfalls ist der Baummensch fest überzeugt, in Mikesch das Ziel seines Auftrags gefunden zu haben, weil der Kater ja den Ring trägt, und ist durch nichts davon abzubringen. Wie der Baum den Ring überhaupt habe finden können? Der Ring sei ein Teil von ihm, gibt er zu verstehen, indem er auf seinen Oberarm zeigt, wo ein ringförmiges Stück aus der Borke geschnitten wurde. Wie weit er denn jetzt zu seinem Auftraggeber zurückzugehen habe? Mehrere Tage, wenn nicht Wochen. Und nein, er ist nicht bereit, seine Beute herauszurücken, als die Gruppe ihm anbietet, ihn zu begleiten und den Kater für ihn zu tragen. Begleiten wollen sie ihn aber dennoch, erklären die Igniculi, denn Evelyn ist nicht bereit, ihren Kater im Stich zu lassen, selbst wenn sie dadurch die Hochzeit verpassen sollten.

Cedric hört also auf zu spielen, und die Gruppe macht sich in Begleitung des Baumes auf den Weg. Ohne Evelyn, allerdings, denn diese will zurück nach Warwick, um mit Esmeralda zu reden. Wobei nein, von ‚wollen‘ kann eigentlich keine Rede sein, da sie ihren Kater nicht im Stich lassen möchte, aber die anderen überreden sie mit dem Argument, dass Cedric, obgleich wortgewandt, in Bezug auf Esmeralda der Falsche wäre, und weder Knut noch Geoffrey noch Ethelred (oder Semper, je nachdem) sind wirklich geeignet dazu. Und überdies kann Evelyn sich in Warwick ja ein Pferd nehmen und die vorausgewanderte Gruppe schnell wieder einholen. Also nimmt die junge Adlige ihren Freunden das Versprechen ab, Mikesch keinesfalls etwas zustoßen zu lassen, und eilt zurück Richtung Warwick.

Im Gespräch mit Esmeralda erfährt Evelyn, dass die junge Zigeunerin den Holzring vor einigen Monaten in Wales erhalten hat, als die Schausteller in einem bestimmten Dorf auftraten. Dort machte ihr ein wunderlicher, etwas beängstigender Mann Komplimente und schien ihr den Hof machen zu wollen. Als sie ablehnte, kam er am nächsten Tag vor der Abreise der Truppe wieder und schenkte Esmeralda den Ring mit den Worten, sie solle den tragen, damit sie etwas habe, um sich an ihn zu erinnern, und weil er so gut zu ihr passen würde. Die junge Frau war zu höflich, um abzulehnen, hat den Ring aber nie getragen, sondern in ihrem Wagen aufbewahrt. Ihn weggeworfen hat sie allerdings auch nie.

Jedenfalls wissen die Igniculi also nun genauer, was sie bislang nur vermutet hatten: dass da tatsächlich ein zauberfähiger Mensch hinter Esmeralda her ist. Evelyn hat die Gruppe schnell wieder eingeholt, und der Rest der Reise nach Wales, in das besagte Dorf, vergeht ereignislos. Der Baum-bezaubernde Magier wohnt in einer Kate ein Stück vom Dorf entfernt, und dort in der Nähe sieht man auch einen dünnen Rauchfaden aufsteigen.

Cedric beeinflusst den Baum wieder mit seinem Lautenspiel, weil die Gruppe erst einmal auskundschaften gehen möchte, was es mit dem Rauchfaden auf sich hat. Dieser kommt von einem kleinen Lagerfeuer, wo drei Männer sitzen: offensichtlich Nordmänner, davon zwei in Kriegerrüstung und einer in den Gewändern eines wohlhabenden Händlers. Die Krieger springen zwar wachsam auf, aber die Igniculi machen deutlich, dass sie keinen Ärger wollen, und tatsächlich beschwichtigt der Händler seine Leibwächter.

Nach durchaus höflicher gegenseitiger Vorstellung („Nennt mich Harold“, sagt der Händler, auch wenn das definitiv kein Nordmann-Name ist), wird Harold befragt, was er hier tue. Man müsse seine Feinde kennen, ehe man gegen sie vorgehe, erwidert der Nordmann. Was denn die Gruppe hier tue, ist seine Gegenfrage. Relativ offen erklärt man dem Mann, dass man eigentlich nur den Kater der Gefährtin befreien wolle, den dieser Baummensch entführt habe. „Und sobald ihr die Katze habt, geht ihr?“, hakt der Nordmann nach. „Wir haben keinen Grund, länger zu bleiben“, bestätigt Father Geoffrey. „Ihr wollt also auch meine Kreise nicht stören?“ „Wir wollen nur den Kater.“ „Nun gut“, erwidert Harold, „das haben wir gleich.“

Er geht zu dem von Cedric noch immer bezauberten Baummenschen, zeichnet drei Runen in einem Dreieck auf dessen Handrücken, woraufhin die Pranken des wandelnden Baumes sich öffnen und Mikesch fauchend herausgehüpft kommt. Ich weiß gar nicht, ob ic einer der Companions diese Runen erkannt hat, aber ooc geht den Spielern ihre Bedeutung natürlich sofort auf. Dieser ‚Harold‘ ist niemand anders als der Aschenkerl höchstpersönlich! Die Charaktere haben keinen Grund, ihr Versprechen nicht einzuhalten, sondern verabschieden sich von dem Nordmann.

„Vielleicht sieht man sich ja einmal wieder“, fällt die höflich-nichtssagende Floskel. Und der unbedarft-harmlose Knut kann nicht an sich halten. „Ja, vielleicht kommt Ihr ja einmal zu Besuch; wir leben im Wald von Arden!“ (Was aus Charakter-Sicht durchaus Sinn ergibt; Knut hat ja keine Ahnung, dass er dem großen Erzfeind der Igniculi gegenübersteht)
Das wiederum lässt ‚Harolds‘ Brauen in die Höhe schießen. „Oh, ich glaube sicher, dass wir uns wiedersehen werden“, gibt er noch von sich, ehe die Companions, nicht wissend, mit wem sie es da gerade zu tun hatten, den Rückzug antreten. Dass Askeladd jetzt wohl den walisischen Magier ausschalten wird, dass können die Igniculi sich zwar denken, aber da er Esmeralda entführen und bezaubern wollte, haben sie nicht so wirklich viel Mitleid mit dem Mann.

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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