Igniculus-in-Arden, 06. Januar 2015

Am nächsten Tag schifft sich die Truppe, wie besprochen, auf Kapitän Torkells Drachenboot Richtung Dänemark ein.
Dabei sind die Nichtmagi sich gar nicht sicher, ob Semper Secundus überhaupt am Schiff auftaucht; der Tremere bleibt nämlich konsequent unsichtbar. (Das war der augenzwinkernde Umgang der Gruppe mit der Tatsache, dass Secundus‘ Spieler an dem Abend nicht dabei sein konnte.)
Knut dem Baum gefällt es wie schon beim letzten Mal wenig, keinen festen Boden unter den Wurzeln zu haben, aber Cedric, der das erste Mal auf dem offenen Meer unterwegs ist, verträgt die Schiffsreise überhaupt nicht. Der Barde verbringt die Überfahrt entweder zusammengekrümmt in einer Ecke oder über der Reling hängend und würde am liebsten sterben.
Um so dankbarer ist er, als die Reise endlich vorüber ist, und zwar in Ribe, der bedeutendsten Handelsstadt des Nordens.

Kapitän Torkell warnt die Gruppe, lange könne er nicht in der Stadt vor Anker liegen bleiben, da der Herbst bereits bedenklich voranschreite und die zu erwartenden Stürme nur immer stärker würden. Einige Tage kann er schon noch riskieren, aber spätestens in drei Tagen muss er sich auf den Rückweg machen. Die Igniculi danken dem Mann und versprechen, ihm am nächsten oder übernächsten Tag bescheid zu geben, ob sie mit ihm zurückreisen wollen oder sich einen anderen Weg zurück suchen müssen, weil sich ein längerer Aufenthalt in Ribe als notwendig herausstellt.

Dann sucht die Gruppe sich ein halbwegs anständiges Gasthaus, sprich nicht gleich die erste Kaschemme am Hafen. Die Verhandlungen um die Zimmer werden Knut als Muttersprachler überlassen, aber da der magische Baum zwar die Landessprache perfekt beherrscht, menschliches Verhalten und die Eigenheiten der Menschen aber häufig aber noch immer ein Buch mit sieben Siegeln für ihn sind, gestaltet sich das Gespräch mit dem Wirt als … interessant. Schließlich jedoch sind 3 Betten in einem Viererzimmer für die Männer reserviert (Knut will zwar im Freien übernachten, aber da ist ja noch der noch immer unsichtbare Semper Secundus, der ebenfalls irgendwo schlafen muss, und es anderenfalls spannend gewesen wäre, ein viertes Bett zu bestellen, das Zimmer aber nur zu dritt in Anspruch nehmen zu wollen.

Cedric legt sich erst einmal hin, ist aber gegen Abend langsam wieder fit genug, um sich zu den anderen in die Gaststube zu gesellen. Als die Gruppe überlegt, wie man denn nun am besten Werbung für das Turnier betreiben soll, wo fast niemand aus der Gruppe so recht die Landessprache beherrscht, kommt der Barde auf die Idee, eine Ballade zu dem Thema zu verfassen. Auf Norse unterhalten kann er sich zwar nicht, aber einen in der Fremdsprache festgeschriebenen Liedertext wird er sich schon merken können.

Bei der Übersetzung des Balladentextes soll Knut helfen, aber das geht gründlich schief, denn wieder steht das lückenhafte Menschenverständnis des Baumes im Weg. Father Geoffrey, der auch ein wenig Norse beherrscht, hört sich die Bemühungen seiner beiden Gefährten eine Weile an, ehe er helfend einspringt. Richtig in Fahrt kommt das Projekt aber erst, als der einheimische Barde, der an diesem Abend in der Taverne aufspielt, auf die Liederschreiberei aufmerksam wird und in einer Spielpause zu der Gruppe an den Tisch kommt.
Nach einigem Zögern und Sträuben – immerhin ist der Mann ein guter Christ, der sich strikt weigert, bei der Verbreitung der alten Mythen und Märchen von nordischen Göttern zu helfen – bekommt Cedric den Fremden unter Hinweis darauf, dass es sich lediglich um Feen handele, schließlich doch überzeugt.

Gemeinsam schreiben die beiden Barden also ihre Werbeballade, die Cedric in der Norse-Version ab dem nächsten Tag unter das Volk bringen will. Da er aber alleine nicht im gesamten Nordland die Werbetrommel rühren kann, möchte er natürlich auch andere Helfer finden, die das Lied ebenso verbreiten wie er. Der Däne erklärt sich, gegen Bezahlung natürlich besonders gerne, bereit, der erste Multiplikator für das Lied zu werden. Außerdem berichtet er, einige Tagesreisen entfernt gebe es die „Halle der Barden“, wo man zu jeder Jahreszeit Mitglieder der singenden Zunft antreffen könne. Das klingt wie das ideale Ziel, also plant die Gruppe den baldigen Aufbruch.

Damit hat sich allerdings natürlich auch die Frage geklärt, ob man mit Kapitän Torkell gleich wieder zurückreisen wolle, denn selbst im besten Falle reicht die verfügbare Zeit nicht, um bis zur Abfahrt des Drachenschiffes zur „Halle der Barden“ hin und wieder zurück zu kommen. Ob sich noch ein anderes Schiff finden wird oder sie den langwierigen Landweg einschlagen müssen, können die Igniculi jetzt noch nicht absehen, aber wenigstens Cedric ist mehr als dankbar für den Aufschub und die Tatsache, so bald erstmal nicht wieder auf ein Schiff zu müssen.

In der Nacht gibt es übrigens noch ein bisschen Spaß mit dem noch immer unsichtbaren Secundus. Der hat nämlich eines der Betten im Zimmer belegt, aber der vierte Gast, der irgendwann mitten in der Nacht betrunken nach oben getorkelt kommt, sucht sich natürlich genau dieses Bett aus. Glücklicherweise ist er so betrunken, dass er gar nicht merkt, dass etwas nicht stimmt, aber er ist auch so schwer, dass der unsichtbare Tremere ihn nicht auf Anhieb aus dem Bett geworfen bekommt. Da der Betrunkene auf ihm liegt und ihm die Hände einklemmt, ist es auch mit dem Zaubern nicht weit her. Es dauert eine Weile und erfordert einige Anstrengung, bis Semper sich schließlich doch befreit hat.

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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