Igniculus-in-Arden, 20. Januar 2015

Nach geglückter Befreiung und zurück in der Halle der Skalden kümmert sich einer der Geretteten um den verletzten Semper Secundus. Dieser wird soweit stabilisiert, dass ihm nicht unmittelbar der Tod droht und die Heilung beginnen kann, doch der Magus ist natürlich noch immer schwer mitgenommen.

Was das eigentliche Anliegen betrifft, so sind die Skalden sofort bereit, die Ballade vom Feenturnier hier im Norden zu verbreiten, dankbar für die Rettung, wie sie den Igniculi sind. Dass die Skalden erst einmal für einige Zeit auf Reisen sein werden, bedeutet für den Troll natürlich auch, dass er zumindest für mehrere Monate seine Ruhe haben wird – und anschließend werden die Einheimischen das von Cedric gegebene Versprechen schon allein deswegen einhalten, weil sie jetzt ja wissen, wozu ihr reizbarer Nachbar fähig ist.

Der Barde lädt seine nordischen Kollegen übrigens auch dazu ein, nicht nur die Kunde von dem Turnier zu verbreiten, sondern selbst auch im Sommer nach Schottland zu kommen und selbst als Besucher daran teilzunehmen. Zusagen können die Dänen das zwar noch nicht mit Sicherheit, aber interessiert klingen sie allemal, vor allem, als die Gruppe ihnen versichert, dass diese Veranstaltung wirklich und wahrhaftig stattfinden wird und nicht nur als Thema für ein Lied dient.

Am nächsten Tag reist die Gruppe wieder ab, zunächst zurück nach Ribe. Aus mehreren Gründen beschließt man, auf dem Landweg nach Hause zurückzukehren: Die dänischen Skalden werden die Botschaft vom Turnier zwar in Skandinavien verbreiten, aber nicht weiter im Süden, und dort könnte man ja vielleicht auch noch ein wenig Werbung gebrauchen. Und da das mit der Übersetzung der Ballade ins Norse ja ganz gut geklappt hat, bietet es sich doch an, mit der Unterstützung örtlicher Barden ähnliche Übersetzungen auch in anderen Sprachen anzufertigen und die Verbreitung des Liedes auf diese Weise noch weiter zu fördern. Außerdem tut eine gemächliche Überlandreise dem verletzten Semper sicherlich besser denn eine stürmische Überfahrt auf See – ganz zu schweigen von Knuts und Cedrics Meinung zum Thema Schiffsreise.

In Ribe erwerben die Consortes also einen Eselskarren, auf dem ihr hermetischer Gefährte ein so bequemes Lager erhält wie möglich. Für Reittiere für den Rest der Truppe reicht die Barschaft leider nicht ganz, wenn man bedenkt, dass nun eine etwa zweimonatige Reise vor den Igniculi liegt und sie auf der Strecke ja noch die unterschiedlichsten Ausgaben werden bestreiten müssen.
Zu Fuß macht man sich also auf den Weg nach Süden. Der Winter beginnt, Schneetreiben setzt ein, und Dänemark wird zum Heiligen Römischen Reich. Glücklicherweise ist hier noch in weiten Teilen das Norse gängige Umgangssprache; überdies ähnelt das hier gesprochene Friesisch stark dem Altenglischen.

Nach einigen Tagen hat die Gruppe bereits eine gewisse Reiseroutine entwickelt, als diese eines Nachmittags durch eine Entdeckung unterbrochen wird. Im Schnee liegt eine reglose Gestalt neben einem Pferdefuhrwerk. Auf dem Wagen finden sich unterschiedliche Waren, die durchwühlt und wohl zum Teil auch dezimiert worden sind; anscheinend gehört das Gefährt einem fahrenden Händler, der Opfer von Räubern wurde. Diese These wird noch dadurch gestützt, dass ein paar Meter weg im Schnee etwas aufblitzt: Ein oder zwei Schmuckstücke, die von den Räubern bei ihrem Diebstahl verloren wurden? Der Überfallene ist noch am Leben, aber nicht bei Bewusstsein. Father Geoffreys Heilfähigkeiten reichen aus, um festzustellen, dass der Mann an Unterkühlung leidet und schleunigst ins Warme gebracht werden sollte.

Der Händler wird auf seinen Wagen gebettet und das Pferd am Zügel geführt, ähnlich wie der Eselskarren der Igniculi auch bereits. Nach einer Weile langt die Gruppe an einem einsamen Landgasthaus an und beschließt, nicht in den nächsten Ort weiterzureisen, sondern hier zu übernachten und den beiden Verwundeten die dringend benötigte Wärme zu verschaffen.
Evelyn geht vor, während die Männer die beiden Verletzten nach drinnen tragen. Glücklicherweise bemerkt die junge Adelige dabei, dass eine Treppenstufe morsch ist und nachzugeben droht, wovor sie auch ihre Gefährten warnt.

Die Gaststube selbst ist, wohl wegen des Wetters, bereits recht gut gefüllt. Besonders ins Auge springt unter anderem eine hochgewachsene Frau in Lederkleidung, neben der eine mächtige Axt an der Wand lehnt, außerdem ein alter Mann, der sich in einer Ecke als Geschichtenerzähler betätigt.

Der Wirt erkennt den bewusstlosen Fremden als Jon den Händler, der gelegentlich hier vorbeikommt. Zimmer hat er keine zu vermieten, aber er schlägt der Gruppe vor, wie die anderen Besucher auch in der Gaststube zu nächtigen. Dieses Angebot nehmen die Igniculi gerne an, da das Tageslicht schnell schwindet und sie heute wohl keine bessere Unterkunft mehr finden würden.

Etwas später öffnet sich die Tür erneut, und drei Männer betreten das Gasthaus. Sie wirken kampferprobt und rauh, und nach einem Blick auf die beiden Verletzten am Kamin greift einer von ihnen mit einer unauffälligen Handbewegung ans Ohr. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei den Männern um genau die Räuber handelt, von denen Jon aufgelauert wurde, und dass der Mann gerade einen Ohrring abgenommen hat – ein Schmuckstück, das aus dem Überfall stammt und dass er nun lieber verschwinden lässt, damit der Händler es nicht bei ihm bemerkt, vielleicht?

Die Gruppe behält die drei Neuankömmlinge ein wenig misstrauisch im Auge; die Fremden scheinen aber nicht auf Ärger aus zu sein, sondern sich einfach nur in Ruhe aufwärmen zu wollen. Als Evelyn die Bedienstete nach ihnen fragt, kennt sie die Männer nicht, Stammgäste scheinen sie also auch nicht zu sein.

Man richtet sich also bei etwas zu essen und zu trinken für den Abend ein. Der alte Erzähler in der Ecke beginnt eine neue Geschichte, in der es um einen König geht, dessen Reich von einem bösen Redcap (ein Fae, wohlgemerkt, kein Magus ex Mercere) heimgesucht und bedroht wird. Irgendwann weiß der König sich keinen anderen Rat mehr, als einen mächtigen Zauberer um Rat zu fragen. Der Zauberer kommt also an den Königshof, mit einem großen Eisbären im Gefolge. Diesen lässt er auf den bösen Redcap los, und das Tier macht dem Fae so sehr zu schaffen, dass dieser flieht. Dabei erklärt der Zauberer noch, das sei eine Maus gewesen, und wenn der Redcap jemals wiederkäme, dann würde er keine Maus mehr mitbringen, sondern eine Katze oder ein noch größeres Tier. Anschließend verlässt der Zauberer den Königshof wieder, lässt den Bären aber als Wache auf der Burg zurück.

Eigentlich wollte die Gruppe ja ein wachsames Auge auf die drei vermeintlichen Räuber halten, aber in der warmen, gemütlichen Wirtsstube und nach dem langen, beschwerlichen Tagesmarsch Über schlafen die Gefährten allesamt ein. Und finden sich in einem Wald wieder, am Rand einer immensen Lichtung, wo auf einem riesigen Feuer ein ebenso riesiger Kessel steht, davor eine hünenhafte Gestalt, die offensichtlich gerade einen Zauber auf den Kessel wirkt.

Sehr schnell wird den Igniculi klar, dass sie nicht etwa einem Riesen zusehen, sondern dass sie selbst sich im Körper von Mäusen befinden. Und der vermeintliche „Riese“ ist natürlich niemand anderes als der Redcap aus der Geschichte, der offensichtlich zurückgekommen ist, um Rache am König zu nehmen.

Während die Mäuse noch zuschauen und versuchen, ihre neue Situation zu erfassen, klettert eine Gestalt aus dem Kessel und torkelt durch den Wald davon. Diese Gestalt hat menschliche Form, aber kein Gesicht, was die Vermutung nahelegt, dass es sich dabei um einen Homunculus handelt, ein beschworenes Wesen, das die Gestalt einer anderen Person annehmen kann, indem es dieser anderen Gestalt das Gesicht stiehlt.

Offensichtlich will der Redcap diesen Homunculus für seine Rache am König nutzen. Das wollen die Gefährten unbedingt verhindern, also machen sie sich, so schnell ihre Mäusebeine sie tragen, auf in Richtung Schloss, dem Homunculus hinterher.

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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