Igniculus-in-Arden, 27. Januar 2015

In Mäusegestalt eilen die Igniculi also zur Burg. Ein unterirdischer Gang (sprich Mauseloch) führt aus dem Wald unter der Mauer hindurch. In dem Gang trifft die Gruppe auf eine Kröte, die einen ziemlich deprimierten Eindruck macht und fragt, ob die Mäuse ihren Bruder gesehen hätten.
Die Gefährten erklären, sie müssten erst einmal ganz dringend den König finden und warnen, aber wenn sie dem Krötenbruder begegnen sollten, würden sie ihm bescheid geben – oder sich eben hinterher auf die Suche machen.

Im Burghof angekommen, sieht das Grüppchen sich um. Der gesuchte Bärenkäfig ist hier zwar nicht auf Anhieb zu entdecken, aber dafür einige andere Seltsamkeiten: Da ist ein Mann in einer eleganten Livree, der gerade durch den Hof auf das große Tor zugeht. Allerdings hinkt der Mann etwas – nicht, weil er am Bein verletzt zu sein scheint, sondern weil er zwei linke Schuhe trägt und das seinen Gang einfach etwas ungleichmäßig macht. Dem Mann folgt auf Schritt und Tritt ein Wolf, langsam, mit hängendem Kopf und gesenktem Schwanz. Während der livrierte Diener das Burgtor öffnet und einige dort bereits wartende Reisende begrüßt, sprechen die Mäuse diesen kurz an, was den los sei, und der Wolf erklärt betrübt, er sei an den Mann gebunden. Den Bären habe er nicht gesehen, aber vielleicht wisse der Hund etwas. Wo der Hund sei? In der Bibliothek wohl. Aber der sei mit Vorsicht zu genießen.

Der Mann trägt einen Gürtel mit einer verlockend-interessanten Gürteltasche, und Evelyn ist zu neugierig, als dass sie das auf sich beruhen lassen könnte. Sie klettert also am Hosenbein des Mannes hoch und lugt in die Tasche. Dort befindet sich, zur Evelyns großer Überraschung, eine Kröte – der gesuchte Bruder!
Evelyn hilft dem Kröterich aus der Tasche hinaus, aber dieser hat Angst vor der großen Höhe. Also verknotet Cedric unten am Boden die Schnürsenkel des Mannes, damit dieser sich bücken muss, um die verwirrten Bändel wieder zu lösen, was es der Kröte wiederum leichter macht, aus der Tasche zu springen.

So gerettet, wird auch der Kröterich natürlich nach dem Bären befragt. Vom dem weiß er ebenfalls nichts, und vom Hund will er erst gar nichts wissen. „In die Bibliothek? Zum Hund?! Seid ihr wahnsinnig!?“ zetert er, als er gefragt wird, ob er den Mäusen den Weg in die Bibliothek zeigen könne, und macht sich davon.

Wahnsinnig oder nicht, finden wollen die Igniculi-Mäuse den Hund aber jedenfalls, und so machen sie sich auf den Weg in die Bibliothek.

Der Weg dorthin ist ziemlich lang und verwinkelt, und unterwegs findet die Gruppe in einem Schrank eine weibliche Gestalt ohne Gesicht. Hat der Homunculus sich also schon sein Opfer gesucht und ein neues Gesicht angenommen!
Leider können die Gefährten dagegen fürs Erste nichts tun – oder andersherum: Das Beste, was sie dagegen tun können, ist mit dem Plan fortzufahren und die Bibliothek zu finden, was dann nach einigen weiteren Wegschlenkern auch gelingt.
Dummerweise ist der Hund tatsächlich sehr groß und sehr knurrig und sehr missgelaunt. Er öffnet ein Auge und meint, gegen die Bezahlung eines Knochens würde er vielleicht etwas sagen.

Also Knochen beschaffen, vermutlich am ehesten in der Küche. Dort allerdings regiert der Drache – und zwar wortwörtlich. Die Köchin stellt sich als aufrecht gehende Drachin heraus, die mit ihrem Feueratem den Ofen anheizt und auch sonst ziemlich ungemütlich wirkt. Die Gefährten, oder besser Evelyn, die den eigentlichen Knochendiebstahl ausführen will, stehen vor der Wahl: einen kleinen Knochen, den Evelyn in Mausgestalt leicht tragen kann, oder einen großen Knochen, der für den Hund mit Sicherheit befriedigender wäre, aber die Beweglichkeit der Maus stark einschränken würde?

Evelyn entscheidet sich für die gefährlichere Option und schnappt sich einen großen Knochen, den sie langsam wegzuschleppen beginnt, während Cedric die Köchin ablenkt, als diese auf den Diebstahl aufmerksam zu werden droht. Das bringt dem Barden zwar eine schmerzhafte Verletzung mit dem Besen ein, mit dem die Köchin drohend nach der Maus fegt, aber indessen kann Evelyn den Knochen unbemerkt in Sicherheit bringen.

Apropos Verletzung: Semper Secundus stellt zu seiner großen Freude fest, dass seine eigenen Verwundungen in Mausgestalt nicht mehr vorhanden sind. Er kann also nach Herzenslust herumlaufen und uneingeschränkt zaubern.

Auf dem Weg mit dem Knochen zurück in die Bibliothek müssen die Gefährten einer Dienstmagd ausweichen, die ihnen mit Wäsche beladen in einem der Gänge entgegen kommt. Nicht dass das arme Ding beim Anblick von gleich fünf Mäusen einen hysterischen Anfall erleidet.

An ihrem Ziel angekommen, zeigt sich der Hund immer noch brummelig, aber immerhin durch den Knochen zumindest ein klein wenig besänftigt – nur wirklich wissen tut er auch nichts. Dass die Mäuse (genauer gesagt: Evelyn) sich aber jetzt durch die Bücherregale wühlen, dagegen hat er, gemächlich kauend, nichts einzuwenden.

Wirkliche Neuigkeiten bringt die Büchersuche trotz – oder wegen? – der hilfsbereiten Kommentare durch einen neunmalklugen Bücherwurm nicht ein, aber immerhin findet die Consortia eine Schrift, in der etwas mehr über Homunculi geschrieben steht und wie man gegen sie vorgehen kann.

Irgendjemand – gleich die erste Kröte im Tunnel? Der Wolf? – hatte auch erzählt, dass der König ein großes Fest veranstalte und dieses heute abend stattfinden solle. Bestimmt ist das der Zeitpunkt, zu dem der Homunculus zuschlagen will. Und trug die arme gesichtslose Gestalt im Schrank nicht die Kleider einer Bediensteten? Bestimmt will der Homunculus auf diese Weise in die Nähe des Monarchen gelangen!

So schnell sie können, eilen die Mäuse also zum großen Saal, wo sie tatsächlich eine Dienstmagd mit einem Weinkrug sehen, die sich gerade auf den Weg zum Podest macht, auf dem der König und sein Gefolge ihre Plätze haben. Und natürlich trägt die Dienstmagd genau die Kleider der Gesichtslosen aus dem Schrank, und natürlich ist es genau diejenige Dienstmagd, der die Mäuse zuvor im Korridor ausgewichen waren.

Ehe der Homunculus das Podest erreichen kann, greifen die Mäuse die Gestalt an, und dank des neu erworbenen Wissens um dessen Schwachstellen können sie diesen sogar so verwunden, dass er davonläuft. Die Gefährten verfolgen die Attentäterin durch die Gänge bis in den Kohlenkeller, wo sich von einem Kohlehaufen gähnend und wütend eine Gestalt erhebt. Hier hatte der Bär also gelegen und geschlafen, und als die Igniculi ihm schnell berichten, dass er gebraucht wird, ist er sofort Feuer und Flamme. Gemeinsam gelingt es dem Bären und den Mäusen, den Homunculus zur Strecke zu bringen…

„… und so haben die Mäuse das Königreich gerettet.“

Blinzelnd öffnen die Igniculi die Augen. Sie sind im Gasthaus, und der alte Geschichtenerzähler hat soeben seine Erzählung beendet.
Semper Secundus liegt wieder auf seinem Lager am Feuer, verletzt wie zuvor. Cedrics in Mausgestalt davongetragene Wunde hingegen ist völlig verschwunden. Die Gefährten müssen im warmen Gastraum eingeschlafen sein, und das soeben Erlebte war offensichtlich ein von der Stimme des alten Mannes hervorgerufener Traum – aber einer, den alle gemeinsam geträumt haben? Seltsam…

Kurze Zeit darauf verabschiedet sich der Geschichtenerzähler mit den Worten, es werde Zeit, seine müden Knochen nach Hause zu schaffen. Besorgt um sein Wohlergehen, fragen die Igniculi noch nach, ob er wirklich jetzt noch hinaus in die Kälte möchte, aber der Alte bestätigt dies. Auf den Stufen hinaus aus dem Gasthaus dreht er sich noch einmal um. „Und grüßt mir Ethelred.“
Er zwinkert, ehe er das Gasthaus verlässt, und seine wahre Identität unter der Maske des Greises ist unverkennbar: Loki!

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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