Igniculus-in-Arden, 10. Februar 2015

Nun, wo die Igniculi wieder wach sind, fallen ihnen die Ähnlichkeiten der realen Gegebenheiten zu ihrem Traum auf. Der „Drache“ in der Küche ist natürlich die griesgrämige Köchin, und auch die anderen Traumgestalten haben reale Gegenstücke. Dabei bemerkt Cedric, dass der Ohrring, den er neben dem überfallenen Händler im Schnee gefunden hat, einen Schmuckstein in Form einer Kröte aufweist. Und der vermeintliche Anführer der drei Räuber trägt einen Umhang aus Wolfspelz…

Hm. Im Traum trug der Hinkende mit dem traurigen Wolf eine Gürteltasche, in der der Krötenbruder zu finden war. Vielleicht hat der echte Mann ja in seiner Gürteltasche den zweiten Krötenohrring, womit man beweisen könnte, dass die drei Männer wirklich für den Raubüberfall verantwortlich waren. Evelyn versucht sich also im Taschendiebstahl, wird aber von dem Kerl ertappt, als sie gerade dessen Gürteltasche aufgenestelt hat.

Es kommt zu gegenseitigem Anstarren und Drohgehabe zwischen den beiden Gruppen, die Animositäten arten aber dann doch nicht in offene Gewalt aus. Nach einigen finsteren Blicken und heftigen Worten setzten sich alle wieder an ihre Plätze – bis auf Knut. Der menschliche Baum baut sich vor einem der drei Kerle auf und starrt diesen an, offen und regungslos. Eine Weile hält der Bandit das aus, aber irgendwann wird es ihm zu viel. Er steht auf und geht nach draußen, als wolle er sich erleichtern, und Knut folgt ihm auf dem Fuße.

Von drinnen ist nichts zu hören, aber der Mann hat Knut draußen direkt hinter der Tür aufgelauert, um ihn zusammenzuschlagen oder Schlimmeres. Im darauffolgenden Kampf jedoch wird der menschliche Baum völlig problemlos mit dem Banditen fertig, kommt dann wieder in das Gasthaus und setzt sich völlig ungerührt an seinen Platz. Als die beiden verbleibenden Männer bemerken, dass ihr Kumpan nicht wieder zurückkommt, eilen sie nach draußen, wo sie ihren dritten Mann reglos (bewusstlos oder gar tot) vorfinden. Daraufhin machen sie sich ziemlich schnell aus dem Staub, Nacht oder nicht. Ihren gefallenen Kameraden nehmen sie mit.

Die Gruppe überlegt noch, ob man den Kerlen folgen und ihnen endgültig das Handwerk legen sollte, entschließt sich aber dagegen. Die haben hoffentlich einen Denkzettel erlitten, der sie das nächste Mal dreimal überlegen lässt, ob sie wieder jemanden überfallen, und Jon der Händler erklärt, er habe dank der Hilfe der Igniculi genug von seinen Waren behalten, dass er problemlos über den Winter kommen und sein Geschäft fortführen könne. Die Banditen jetzt zu verfolgen, wäre ein zu großer Umweg, und außerdem ist ja längst nicht gesagt, ob man in dem Schneetreiben ihre Spur überhaupt wiederfinden könnte.

Am nächsten Tag macht die Gruppe sich also wieder auf den Weg. Die Reise nach Paris vergeht relativ ereignislos, wenn auch Cedric, solange er noch mit Norse und Englisch durchkommt, die Ballade vom Turnier weiter verbreitet. Irgendwann jedoch ist man in Frankreich angelangt, und hier ist der Barde dann wieder auf die Hilfe der Einheimischen angewiesen. In Paris soll es eine Musikakademie geben, erfährt die Gruppe, was allen als der passende Ort erscheint, um Übersetzungshilfe zum einen und Multiplikatoren für die Verbreitung der Nachricht zum anderen zu erhalten.

Bis die Igniculi in Paris ankommen, ist der Winter auch hierher vorgedrungen. Es ist bitter kalt, und man sieht nur wenige Menschen in den Straßen. Da die Gruppe keine Ahnung hat, wo die angesprochene Musikakademie zu finden ist, fragt man in einer kleinen Kirche den örtlichen Priester. Dieser kann der Gruppe auch tatsächlich den Weg weisen und bietet den Reisenden an, sich in der Kirche aufzuwärmen und gegebenenfalls auch zu übernachten, falls sie kein Gasthaus finden sollten.

Die Musikakademie ist leicht gefunden: Es handelt sich um ein großes, durchaus stattliches Steingebäude an einem größeren Platz. Hier fegt der Wind, so scheint es, nochmals kälter über die Köpfe hinweg als anderswo in der Stadt, und das Wasser in dem Brunnen in der Platzmitte ist gefroren. Die Kälte scheint sogar tatsächlich direkt von der Akademie auszugehen: Deren Eingangsportal ist regelrecht in den Angeln festgefroren. Dank Knuts Stärke gelingt es, die Tür aufzubrechen, aber dann geht die Gruppe überaus vorsichtig vor – dass es im Inneren des Gebäudes so kalt ist, dass der Boden und die Treppengeländer und die Fenster und alles mit Eiskristallen überzogen sind, das ist den Igniculi ganz und gar nicht geheuer. Und verstärkt wird der unheimliche Eindruck noch durch einen hellen, sirrenden Ton, der unablässig das ganze Haus durchzieht.

Nach eingehender Untersuchung des verdächtig menschenleeren Hauses betritt die Gruppe den großen Saal der Akademie, von wo das hohe Summen zu kommen scheint. In dem Raum sind zahlreiche Eisskulpturen zu sehen, außerdem ein Stuhlkreis, von dessen Stühlen nur einer besetzt ist. Hier sitzt eine junge, hübsche Frau, die ein Weinglas in der Hand hält und immer wieder mit der Fingerspitze über dessen Rand streicht. Das Wasser in dem Glas – interessanterweise nicht gefroren – ist rötlich gefärbt, weil ihr Finger bereits ganz blutig ist. Offensichtlich ist sie schon eine ganze Weile bei ihrem Tun. Sie sieht auch nicht auf, als die Tür sich öffnet und die Igniculi den Saal betreten, sondern starrt immer weiter auf das Glas in ihrer Hand.

Semper Secundus untersucht die Frau daraufhin mit „Intellego Vim“, stellt mangels eines Fehlschlags nichts fest und interpretiert dieses Fehlen einer magischen Ausstrahlung dahingehend, dass es sich bei der Dame wohl um eine Fee oder ein infernales Wesen handeln muss. Dass es auch einfach eine unmagische Normalsterbliche sein könnte, auf diese Idee kommt der Tremere in dem Moment nicht. Er will also schon auf sie zustürmen und sie daran hindern, mit dem Weinglas weiter diesen Ton zu erzeugen, aber Knut hat inzwischen einen überragenden Wahrnehmungswurf hingelegt und festgestellt, dass dieser Ton den gesamten Raum in winzige Schwingungen versetzt. Das wiederum gibt Grund zu der Annahme, dass es nur das Spiel auf dem Weinglas sein könnte, das weiteres Einfrieren verhindert.

Cedric geht also auf die junge Frau zu, baut sich vor ihr auf und redet beruhigend auf sie ein. Dass sie gekommen seien, um zu helfen, und ob der Ton nicht unterbrochen werden dürfe? Als das Mädchen energisch nickt und in seinen von Verzweiflung erfüllten Augen etwas wie neue Hoffnung aufkeimt, konzentriert sich der Barde und findet auf seiner Laute tatsächlich genau den Ton, den auch das Weinglas erzeugt. Als er dann von der jungen Frau übernommen hat, hört sie auf zu spielen und sackt in ihrem Stuhl zusammen, woraufhin die anderen sie erst einmal hinaustragen. Mit einer Decke um die Schultern wird das durchgefrorene Mädchen dann erst einmal vorsichtig aufgewärmt.

Bei der Übergabe des Tons von Weinglas auf Laute kam es unglücklicherweise zu einem kleinen Aussetzer bzw. Hakler, während dessen sich an einer Skulptur ein Riss im Eis gebildet hat. Bei näherer Untersuchung der Skulpturen stellt sich nun auch heraus, dass es sich dabei um eingefrorene Menschen handelt, höchstvermutlich die anderen Angehörigen der Musikakademie. Auch diese werden aus dem vereisten Saal herausgetragen und dann im nicht ganz so kalten Vorraum von Semper Secundus mithilfe von Ignem-Magie sehr langsam und sehr vorsichtig wieder aufgetaut.

Während sie draußen vor dem Gebäude langsam wieder zu Kräften kommt, erzählt die Gerettete, die sich als Marie vorgestellt hat, was hier geschehen ist: Die Lehrer und Schüler hätten sich gerade zum gemeinsamen Musizieren im großen Saal versammelt, als eine dunkelhaarige Fremde den Raum betreten habe. Sie habe erklärt, es werde in einiger Zeit eine Gruppe von Reisenden zur Akademie kommen und um Mithilfe bei der Verbreitung eines bestimmten Liedes bitten. Das müsse verhindert werden. Deswegen habe sie einige seltsame Handbewegungen gemacht, und urplötzlich sei es von den Wänden her bitterkalt geworden, die Fenster eingefroren und ihre Kollegen nacheinander zu Eissäulen erstarrt. Ehe die tödliche Kälte sie habe erreichen können, habe die Fremde ihr, Marie, das halb gefüllte Weinglas in die Hand gedrückt und gesagt, wenn sie ihre Freunde retten wolle, dann müsse sie spielen, bis die Reisenden einträfen. Die würden ihr helfen, so etwas machten die nämlich. Und so sei es dann ja auch gekommen, schluchzt Marie dankbar.

Von den eingefrorenen Musikern können durch Semper Secundus‘ vorsichtige Aufwärmaktion tatsächlich beinahe alle gerettet werden: Lediglich der Leiter der Akademie war wohl bereits zu alt, um den Schock des Einfrierens überstehen zu können. Das zweite Opfer ist der Mann, in dessen Eispanzer sich durch den Hakler bei der Tonübergabe ein Riss gebildet hatte – dieser ging nämlich leider direkt durch dessen Herz, und so kommt auch für ihn jede Hilfe zu spät.

Gemeinsam mit Marie bringen die Igniculi die geretteten Musiker zu der Kirche, wo sie zuvor mit dem freundlichen Priester gesprochen hatten, und bitten hier um Unterkunft für die Nacht.

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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