Igniculus-in-Arden, 03. März 2015

Da Marie noch immer unter Schock steht, kümmert Cedric sich um sie, führt sie zum Essen in eines der Gasthäuser der Stadt aus – und verbringt dann auch dort die Nacht mit ihr. Die junge Frau äußert den Wunsch, sich den Reisenden anschließen zu dürfen, da es an der Musikakademie mit dem Tod ihres Mentors nichts mehr für sie gebe. Daraufhin erklärt Cedric, diese Entscheidung liege nicht allein bei ihm, sondern müsse von der ganzen Gruppe gemeinsam gefällt werden, doch er könne sich eigentlich nicht vorstellen, dass jemand etwas dagegen einzuwenden habe.

Die übrigen Gefährten haben indessen mit den aufgetauten Musikern gesprochen und festgestellt, dass diese nach ihrem traumatischen Erlebnis zu viel Angst haben, dass die geheimnisvolle Fremde wiederkommen und sich an ihnen rächen könnte, wenn sie das Lied verbreiten, wie die Igniculi es gerne hätten, da hilft auch kein Bitten und kein gutes Zureden.

Bei weiterem Nachdenken über die Vorgänge in der Musikakademie kommt der Gedanke auf, dass es hier in Paris doch eigentlich einen Magierbund geben müsste. Nicht in Paris selbst, weiß Semper Secundus, aber in der näheren Umgebung ist ein Bund zu finden. Dagegen, dass Marie mitkommt, haben die übrigen Igniculi auch nichts einzuwenden, auch wenn man beschließt, der jungen Frau nicht vollständig zu vertrauen, sondern sie im Auge zu behalten, und so macht die Gruppe sich am nächsten Tag auf den Weg zu dem französischen Bund.

Der Bund liegt in einer hübschen Parklandschaft, von einem Kreis aus Bäumen umgeben. Am Tor werden die Igniculi von zwei Wachen empfangen, die anbieten, die Reisenden zum Princeps zu bringen. Auch wenn es noch keine Einladung im magischen Sinne ist, von den Wachen hineingebeten zu werden, nimmt die Gruppe das Angebot gerne an, mit Ausnahme von Knut, der ja als magisches Lebewesen die Aegis nur mit einer „echten“ Einladung betreten kann – und auch mit Ausnahme von Marie, die etwas murmelt von wegen, es wäre nicht gut, wenn sie mitkäme, und ebenfalls draußen bleibt. Nanu? Ist sie etwa doch auch ein übernatürliches Wesen? Sollte das vage Misstrauen der Gruppe etwa begründet sein?

Ohne sich Marie gegenüber etwas anmerken zu lassen, betreten die übrigen Igniculi den fremden Bund und stellen sich dem Magus vor, der sie höflich empfängt. Sie erzählen von den Vorfällen in Paris und von der Geretteten, die sich jetzt durch ihr Nichtbetreten der Aegis doch ein wenig verdächtig gemacht hat. Der französische Magus bietet an, die junge Frau einmal auf magischem Wege unter die Lupe zu nehmen. Aber bitte nicht so, dass es schmerze, wirft Cedric schnell ein, vielleicht habe sie ja einen harmlosen Grund, den Bund nicht betreten zu wollen. Keine Sorge, erwidert der Princeps, wenn sie nicht gerade eine infernale Aura habe, werde Marie von der Untersuchung gar nichts bemerken.

Mit einem schnellen Spruch macht er sich unsichtbar – was Semper Secundus gewaltig fuchst und den Tremere beinahe dazu veranlasst, selbst auch seinen Markenzeichen-Zauber anzuwenden. Gerade noch rechtzeitig denkt er jedoch daran, dass es überaus unhöflich ist, innerhalb eines fremden Bundes zu zaubern, ohne dazu eingeladen worden zu sein; ganz abgesehen davon, dass es ja alles andere als sicher ist, ob er überhaupt gegen die fremde Aegis anzaubern könnte und sein Spruch überhaupt gelingen würde.

Mit dem unsichtbaren französischen Magus im Schlepptau kehrt die Gruppe also zum Tor zurück, vor dem draußen Knut und Marie geduldig warten. Dann aber muss der hiesige Princeps wohl seine Untersuchung auf Marie gewirkt haben, denn plötzlich zischt diese wütend, ihre Gesichtszüge verändern sich, und sie sieht genau auf den Franzosen, der jetzt seine Unsichtbarkeit aufgibt und der jungen Frau auf den Kopf zusagt, eine Dämonin zu sein. Die vermeintlich Gerettete zischt erneut, sieht einen nach dem anderen der Gruppe durchdringend an und droht: „Das werde ich euch nicht vergessen!“ Dann verschwindet sie – und zwar wortwörtlich.

Die Gruppe ist nicht sonderlich überrascht davon, dass Marie nicht das ist, als was sie sich ausgegeben hat… aber dass es sich bei ihr um ein infernales Wesen handeln soll, das erstaunt die Igniculi doch sehr. Sie hätten eigentlich damit gerechnet, dass die junge Frau sich, wenn, dann als Fee herausstellen würde. Barde Cedric hingegen hat nun Stoff zum Grübeln, denn mit einer Dämonin hat er sich mit Sicherheit nicht einlassen wollen.

Als Marie fort ist und Knut die offizielle Einladung in den Bund erhalten hat, berichten die Reisenden in genauerem Detail von ihren Erlebnissen in Paris, und die ansässigen Magi versprechen, sich der Sache anzunehmen. Dennoch reist man am nächsten Tag gemeinsam zurück in die Stadt, um den Franzosen den Tatort zu zeigen und ihnen den hilfreichen Pastor und die Überlebenden aus der Musikakademie vorzustellen. Umso größer ist ihr Schrecken, als sie an der kleinen Kirche ankommen und feststellen müssen, dass Marie bereits hier gewesen und ihren Rachegefühlen Ausdruck verliehen haben muss: Sowohl der Priester als auch die Musiker wurden grausam ermordet. Und infernal oder nicht – Marie scheint keine Probleme damit gehabt zu haben, eine Kirche zu betreten, das hatte sie ja bereits direkt nach ihrer „Rettung“ schon nicht…

Schockiert und ernüchtert verlässt die Gruppe Paris so schnell wie möglich, um nicht selbst auch noch in Verdacht zu geraten. Von einer weiteren großen Musikakademie wie in Paris wissen die Reisenden zwar nichts, sie planen aber, unterwegs wenigstens noch in den kleinen Städten und Dörfern ihre Ballade zu verbreiten und die Kunde von dem Turnier unter die Leute zu bringen. Dummerweise nur ist ihre Gegnerin den Igniculi einen – oder eher mehrere – Schritte voraus: Wohin sie auch kommen, hat auch die Nachricht von den grausamen Toden in Paris bereits ihren Weg gefunden. Und, schlimmer: Es geht das Gerücht um, eine Gruppe von Fremden würde einem ein bestimmtes Lied beibringen wollen, oder im Notfall auch einfach nur in Hörweite singen. Und wer dieses Lied höre, sei dem Tod geweiht, ganz sicher, und es gebe kein Entrinnen.

Gegen diese feste Überzeugung der ländlichen Bevölkerung ist nichts zu machen, helfen weder Überzeugungskraft noch gute Worte. Nach einigen Tagen wird den Reisenden klar, dass die gesamte Strecke so „vermint“ zu sein scheint – aber wie ist es abseits des direkten Weges? Um dies auszuprobieren, ändern die Igniculi ihre Route und nehmen einen Umweg von mehreren Wochen in Kauf. Und tatsächlich: Anfangs sind die Gerüchte auch noch auf der Alternativroute zu hören, doch je weiter die Gruppe sich vom direkten Weg entfernt, desto weniger stark ist der Aberglauben verbreitet, bis irgendwann gar nichts mehr davon zu finden ist und die Reisenden wieder problemlos ihr Lied unter das Volk bringen können.

In England allerdings, und vor allem in London, hat Marie bereits ganze Arbeit geleistet: Hier gibt es wieder keine Möglichkeit für die Gruppe, gegen die von der Dämonin gesäte Furcht anzukommen. Den Igniculi bleibt nichts weiter übrig, als sich ohne weitere Verbreitung der Ballade und nach einem kurzen Abstecher in den Londoner Bund zurück nach Hause zu begeben.

Bis die Gruppe ihren Heimatbund erreicht hat, ist der Winter schon beinahe vorüber, und der Frühling steht kurz bevor. Die in Igniculus-in-Arden zurückgebliebenen Magi haben indessen studiert, geforscht und Vis gesammelt und einen Briefkontakt mit dem Bund im Norden, Porta Caledonia, begonnen. Denn es steht ja noch immer der Plan im Raum, möglichst einige Spruchrollen mit den Magi aus dem Norden auszutauschen.

Auch der Frühling vergeht mit allgemeinen Vorbereitungen auf das Turnier vergleichsweise ereignislos. Die Nachricht darüber, dass jetzt auch infernale Kräfte ein Interesse an dem Turnier gezeigt haben und es augenscheinlich verhindern wollen – oder zumindest verhindern wollen, dass es ein Erfolg wird, sprich dass viele menschliche Besucher dem Spektakel beiwohnen – ist für die übrigen Gefährten natürlich ebenso beunruhigend wie für die Reisenden, die Marie direkt begegnet sind, und es wird viel über die möglichen Gründe und Auswirkungen und Konsequenzen diskutiert… nur eine Lösung können die Sodales mit ihrem derzeitigen Wissensstand noch nicht so wirklich ersinnen, und es bleibt bei Spekulationen.

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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