Hühnerrunde: Das Große Rentnern

Am letzten Wochenende gab es nach längerer Zeit endlich mal wieder eine Hühnerrunde. Es war unglaublich spaßig und kurzweilig, ich bin allerdings bislang nicht selbst dazu gekommen, ein Diary dafür zu schreiben. Das macht aber gar nichts, denn Bad Horse hat eines verfasst, und sie hat mir netterweise erlaubt, es hier zu veröffentlichen. Ich wünsche viel Spaß dabei!
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Das Große Rentnern

Hach, die Hühnerrunde am Wochenende war so toll. 🙂

Unser Vorbild war Bubba Ho-Tep, und es sollte um skurrile Rentner im Altersheim und mysteriöse Vorfälle ebendort gehen.

Wir hatten also Wolfgang Wöller, den Besitzer einer Baufirma, den sein Sohn gern unmündig erklärt haben wollte (Wahlspruch: „Wo ein Wöller, da ein Weg!“), Elisabeth von Faber-Weißichnichtmehr, eine alternde Operndiva (mit ihrer Katze Chantal – die hieß schon so, bevor das ein Prollo-Name wurde), Margarate Schauinsland, eine ehemalige BND-Agentin mit vollständigem Spionage-Equipment und Mario Lugano, einen italienischen Elektriker, der früher mal Auftragskiller für die Mafia war.

Dann haben wir noch ein paar NSCs entworfen: Michael Wöller, den gierigen Sohn von Wolfgang, Dorothea von Kappelberg (oder so), eine alte Konkurrentin von Elisabeth, jetzt Bürgermeisterin von Selters (das Altersheim lag in der Sprudelgasse in Selters), Hausmeister Meyer, der immer wieder die Schlösser austauschen musste, die Margarete geknackt hat, und Diego, den mexikanischen Gärtner, der Marios Meinung nach für die Mafia arbeitete und hinter ihm her war. Außerdem noch Schwester Hildegard, unser aller Nemesis.
Außerdem hatten wir als Inspiration noch ein paar Magnete vom Nanu Nana, die wie Dia-de-los-Muertos-Totenschädel aussahen.

Wir fingen damit an, dass jede eine Szene framt, in der a) ihr Charakter vorkommt und b) etwas Seltsames passiert. Mario fing an und belauschte Diego, wie der etwas in einer merkwürdigen Sprache in sein Handy brabbelte. Elisabeths Plattenspieler machte eine kurze Pause, in der wieder diese Sprache zu hören war. Bei Margarete passierte nichts Merkwürdiges, dafür hatte sie ein Gespräch mit Elisabeth, deren persönliche Briefe sie gelesen hatte.
Bei Wolfgang ging es dann gleich in die Vollen: Er wurde von Diego hypnotisiert und tappte ferngesteuert ins Büro des Heimleiters. Da wurde er dann von Schwester Hildegard erwischt, von Hausmeister Meyer fixiert und bekam eine Transfusion, weil er seine Pillen nicht nehmen wollte.

Als nächstes trafen sich die Charaktere, unterhielten sich ein bisschen und stellten fest, dass irgendwas mit Diego nicht stimmte. Das ging dann auch gleich damit weiter: Jemand legte fest, dass Diego in seiner komischen Sprache mit Hildegard redete und die dann ebenfalls ferngesteuert loslief, eine Türe aufschloß und wieder weg ging. Ohne wieder abzuschließen – völlig untypisch für Hildegard!

Also gingen die Charaktere nachschauen, was fast schief gegangen wäre – aber Wolfgang konnte Hildegard ablenken und der Rest den Lagerraum durchsuchen (Entscheidungskarte: „Ja, aber ihr müsst ein Opfer bringen“). Dort fanden sie in den Kartons mit den Erwachsenenwindeln ein komisches Pulver. Mario probierte das dann und meinte, es wäre weder Kokain noch Heroin. Was der alles wusste! Nebenher hatte er noch ein paar kurze Aussetzer, in denen er irgendetwas in der seltsamen Sprache sagte.

Nach einer kurzen Diskussion über die Inkontinenzpauschale („Also ich brauch die eigentlich gar nicht.“ „Ich auch nicht!“) ging es erst mal zum Abendessen. Dabei sah Mario Diego und hatte eine kurze Vision von einem Totenschädel mit Blümchen drauf. Komisch, entsann sich Elisabeth, so ein Ding hatte doch Göksen, die Enkelin von Frau Yildiz, auf ihrer Schultasche gehabt.

Mario meinte dann, man könnte ja vielleicht in diesem Internet danach suchen. Damit kannte sich keiner aus, aber Frau Yildiz (ein spontaner NSC) hatte ja mal den Computerkurs für Senioren besucht. Geplant, getan, wo ein Wöller, da ein Weg, also schlichen die Senioren nachts zu Frau Yildiz, die gerade eine Quizshow anschaute („Donau!“). Sie war zwar etwas senil, aber egal, sie wurde in den Rollstuhl gepackt und in den Gemeinschaftsraum gefahren.
Das ging leider schief (Entscheidungskarte „Nein, und es wird noch viel schlimmer“) – Diego und Hildegard erwischten Mario, Wolfgang und Elisabeth mit Frau Yildiz und brachten sie zurück auf die Zimmer. Margarete war gerade auf dem Klo gewesen (die Spielerin auch), daher konnte sie beobachten, wie Diego die Schlafmedizin mit dem komischen weißen Pulver versetzte.

Auf verschiedene Arten und Weisen schafften es die Charaktere, das Zeug entweder nicht zu nehmen oder rechtzeitig wieder los zu werden. Nur an die arme Frau Yildiz hatte erst mal keiner gedacht. Margarete ging noch mal nachsehen, und da stand Frau Yildiz plötzlich kerzengerade im Bett auf und griff sie an. Mit einem Judo-Griff warf die Ex-Spionin sie erst mal um und floh aus dem Zimmer, zu Mario. Der freute sich: Endlich konnte er mal seine elektrische Türgriff-Falle einsetzen!

Frau Yildiz verfolgte Margarete tatsächlich und schwebte mit schiefem Genick durch den Flur. Von der Türgriff-Falle wurde dann nicht nur sie, sondern auch das elektrische System des Altersheims gegrillt. Im Licht der Taschenlampe sah Wolfgang aus dem Nachbarzimmer noch, wie Yildiz‘ Füße ins andere Zimmer gezogen wurden.

Jetzt standen die Rentner natürlich mit der Leiche blöd da. Wolfgang hatte etwas Probleme, weil er ja auch Gefühle hatte (vor allem für Schwester Hildegard), die dann ausdiskutiert werden mussten, während die Leiche unter dem Bett lag. Margarete und Mario hingegen hatte da keine Probleme damit und kamen sich etwas näher.
Leicht erschöpft von der ganzen Aufregung wollten die Rentner erst mal schlafen gehen. Die Leiche war ja gefesselt und mit Glöckchen geschmückt.

Dann tauchte Diego wieder auf und schaute bei Wolfgang und Mario ins Zimmer. Mario ließ es sich nicht nehmen, irgendwas in der seltsamen Sprache zu sagen, was Diego in der gleichen Sprache und mit einer herrischen Geste entgegnete. Während Mario unsicher auf ihn zutappte, schlug Wolfgang dem Mexikaner die Taschenlampe ins Genick. Die Entscheidungskarte erklärte, er bräuchte Hilfe, also griff Mario ein, und gemeinsam rangen die beiden Rentner Diego zu Bogen.

Als nächstes wurden die Frauen geholt, und man erinnerte sich, dass Frau Yildiz ja einen Rollstuhl gehabt hatte. Also gut, Leiche rein, Gärtner drauf, und dann erst mal raus – die Leiche könnte man vielleicht im Gärtnerprojekt vergraben (oder in die Luft sprengen), und Diego wollten sie im Gartenhäuschen befragen (als Drohung wurde ein Klistier eingepackt).

Draußen kam es zum Gerangel um den Rollstuhl, den Mario zwar erorberte, aber sofort wieder die Kontrolle darüber verlor. Elisabeth steckte noch ihren Gehstock zwischen die Räder, wurde aber mit umgerissen (die Entscheidungskarte war gegen uns!). Diego kam frei und belebte Frau Yildiz‘ Leiche, wurde im folgenden Gerangel aber von Mario erschossen. Daraufhin sprach er plötzlich mit der Stimme der Bürgermeisterin zu Elisabeth, sie gehöre jetzt ihr und solle gefälligst kommen. Da Elisabeth ja auch von dem Diego-Schlaftrunk getrunken hatte, musste sie um Kontrolle ringen und verlor sie (Entscheidungskarte wollte nicht). Also tappten Diego, die Yildiz-Leiche und Elisabeth ferngesteuert los.

Na gut, sagte Wolfgang, kein Problem, folgen wir denen einfach, dann sehen wir schon, was hier los ist. Gesagt, getan, Wöller, Weg – die Rentner kamen zum Rathausplatz, wo Dorothea, die Bürgermeisterin, in einem seltsamen Gewand mit einem Opferdolch herumstand. Um sie herum saßen noch ein paar Leute mit geblümten Totenschädelmasken, die gerade ein paar Menschenknochen zu weißem Pulver zerrieben.

Dorothea verkündete unter lautem Muhaha ihren Triumph über Elisabeth und enthüllte, dass sie sich mit einem alten aztekischen Ritual verjüngen wollte. Aber nach ein bisschen Handgemenge mit dem untoten Diego im Statuenpark vor dem Rathaus gelang es Elisabeth schließlich, Dorothea einen schweren Eisenspieß (Accesoire einer Statue) in den Leib zu stoßen. Als ihr Blut auf den Altar floß, gab es eine mächtige energetische Entladung, Blitze zuckten herum und trafen die Maskenleute und unsere Rentner.

Zwei Wochen später:
Mario, Margarete, Wolfgang und Elisabeth sind Anfang 20 und überlegen, was sie jetzt mit sich anfangen sollen. Margarete hat mal ein paar Folgen „Leverage“ gesehen, Mario und Elisabeth erinnern sich ans „A-Team“ – und Wolfgang will seinem Sohn Michael, dem alten Gierlappen eins auswischen. Mario sagt: „Ich habe da einen Plan…“

Abblende, Runde aus. 🙂

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