Igniculus-in-Arden, 26. Mai 2015

Der Mönch muss also weg, verursacht er den Feen mit seiner Ausstrahlung des Wahren Glaubens doch Kopfschmerzen und körperliches Unwohlsein. Außerdem wird er versuchen, Leute zu bekehren, und genau das wäre ja vermutlich nicht gerade im Sinne des Turnierzwecks.

Die Gruppe überlegt also, welchen Ansatz sie fahren soll. Friedlich reden? Constantia argumentiert vehement dagegen, das sei ein verstockter und verbohrter Fanatiker, mit dem könne man nicht reden. Aber brennen würde er bestimmt gut.

Daran erinnert, dass er ebenso eingeladen sei wie jeder andere Gast hier auch und dass man den Mann deswegen nicht einfach so unprovoziert angreifen könne, knurrt die Maga, dann müsse man ihn eben provozieren. Ihn dazu bringen, irgendwas zu tun, das man so auslegen kann, als habe er das Gastrecht verletzt. Dann marschiert sie los, um genau das zu tun.

Königin Mab hatte der vermeintlichen Morgana beim Besuch der Igniculi übrigens einen Leibwächter an die Seite gestellt: einen gerüsteten und behelmten Feenritter, dessen Gesicht durch das heruntergeklappte Visier nicht zu sehen ist. (Es ist aber nicht der Ritter, der Morgana so hasst.) Der Fae weicht Constantia nicht von der Seite, hat aber noch kein Wort gesprochen.

Mit diesem Schatten hinter sich marschiert die Flambeau also zu dem Lager des Mönchs, wo der Frater gerade vor einem kleinen, tragbaren Altar kniet und ins Gebet vertieft ist. Sie ist noch nicht ganz dort angekommen, als hinter ihr plötzlich ein dumpfer Schlag ertönt – ihr Leibwächter ist wie ein Baum umgekippt, ohne auch nur den Versuch zu machen, sich abzufangen.

Aha, wird den Igniculi sofort klar, da ist dem Fae offensichtlich die heilige Aura nicht bekommen, die das Lager des Wandermönchs augenscheinlich umgibt. Cedric, der der temperamentvollen Maga vorsichtshalber gefolgt war, um einschreiten zu können, falls die Situation eskalieren sollte, ruft nach Knut, und gemeinsam zerren die beiden Männer den Feenritter aus der geweihten Zone heraus. Sofort richtet der Leibwächter sich auf und steht wieder parat, als sei nichts geschehen.

Constantia hat sich indessen dem Frater zugewendet, der sich besorgt nach dem Ritter erkundigt. Und überhaupt ist der Mönch für die Flambeau nicht zu fassen, lässt sich von ihr nicht provozieren, sondern bleibt bei der theologischen Diskussion gelassen und höflich. Irgendwann gibt die Maga auf und kehrt frustriert und unverrichteter Dinge zu ihren Sodales zurück.

Cedric ist der nächste, der es versucht: Immerhin ist er von den mitgereisten Igniculi der einzige gläubige Christ. Tatsächlich gelingt es dem Barden, ein erfolgreiches Gespräch mit dem Mönch zu führen. Dem Mann ist klar, dass die Leute hier keine Menschen sind, aber er weiß auch, dass sie nichts Teuflisches oder Dämonisches an sich haben, das kann er spüren. Die Information, dass es sich dabei um Feen handelt, überrascht ihn daher nicht wirklich. Er hat bislang auch noch nicht gewusst, dass die Feen von seiner reinen Gegenwart Kopfschmerzen bekommen (eine Information, die er aber durchaus interessiert zur Kenntnis nimmt), und er erklärt sich bereit, den Turnierplatz zu verlassen. Er wolle sich stattdessen im Dorf niederlassen, um die Menschen dort zu beschützen, da diese große Angst hätten und seinen Schutz bräuchten.

Cedric stimmt dem Frater zu und erklärt, dass er ihm gerne dabei helfen werde, die Dorfbewohner zu beschützen, wenn es nötig werden sollte. Zufrieden erstattet er anschließend bei den anderen Bericht – nur um festzustellen, dass die übrigen Igniculi gar nicht so begeistert von seinen Verhandlungsergebnissen sind. Denn immerhin gehe es ja auch darum, den Glauben der Menschen an die alten Sagengestalten neu zu stärken – und das gehe wohl kaum, wenn der Mönch jetzt im Dorf anfängt, christliche Messen abzuhalten und dergleichen.

Dennoch ist Frater Benedictus erst einmal aus dem Weg und das Problem für’s erste gelöst – und außerdem werden außer den Dorfbewohnern ja auch noch andere Gäste erwartet, von denen die Kunde weitergetragen werden kann.

Das Erlebnis mit Constantias Leibwächter hat die Igniculi auch dazu gebracht, sich zu fragen, was sich hinter dem stets heruntergeklappten Visier des Ritters. Der Verdacht, dass es sich nicht einfach um einen Fae handelt, war schon vorher aufgekommen, wobei die Vermutung bei einem Golem oder ähnlichem lag. Jetzt befiehlt die Flambeau ihrem Schatten einfach, den Helm abzusetzen. Wortlos befolgt der Leibwächter die Anordnung… und zum Vorschein kommt einer der Skelettritter, wir die Gruppe ihnen letztes Jahr in Morganas Turm außerhalb des Dorfes bereits einmal begegnet war.

Der Ritter kann nicht sprechen, aber mit Nicken, Kopfschütteln und Handbewegungen kann er sich einigermaßen verständlich machen. So bekommt die Gruppe heraus, dass der Leibwächter bislang als einziger aus Morganas Turm herausgekommen ist, dass Morgana (er deutet dabei auf Constantia) ihm bzw. ihnen befohlen habe, sie zu bewachen, aber wie lange das her sei, darauf bekommen die Gefährten keine Antwort.

Mit Herne sprechen die Igniculi auch noch. Der Herr des Waldes freut sich sichtlich, Gudrid zu sehen (die Principa ist da wie immer etwas reservierter), und er beantwortet die Fragen der Sodales bereitwillig. Es ist richtig, dass Tora nicht mehr sein Champion ist. Sie sei krank gewesen, erklärt der Jäger, oder zumindest habe sie das behauptet. Die Rolle als Champion habe sie wenige Tage vor dem Aufbruch zum Turnier verloren, als einer von Hernes Wölfen den Jäger beleidigt habe. So habe Tora den Wolf zum Duell gefordert, aber da sie zu dem Zeitpunkt krank gewesen sei, habe sie das Duell verloren. Sie sei verletzt worden, habe aber überlebt und habe Hernes Hof dann in Schande verlassen.

Oder zumindest sieht es so auf den ersten Blick aus. Bei näherem Hinsehen – und das scheint auch Herne durchaus klar zu sein – war die vermeintliche „Beleidigung“ nur ein Vorwand, ein Spruch, der eigentlich völlig harmlos gemeint war und den man eigentlich auch als harmlosen Spruch hätte verstehen können und müssen – außer man wollte ihn eben als Vorwand nutzen. Hernes neuer Champion ist ein Schwächling – zwar einer von seinen Wölfen, aber im Vergleich zu Anführern wie Vúk oder Gauwron eindeutig einer aus den hinteren Rängen des Rudels.
Das lässt die Igniculi befürchten, dass Toras Abgang genau geplant gewesen ist und irgendetwas passieren soll, um Herne zu schaden, und vor dem ihn sein neuer Champion nicht angemessen beschützen kann.

——–

Vor dem Ende der Runde schiebt der SL noch einen cinematischen Schwenk für die Spieler ein, von dem die Charaktere natürlich erst einmal nichts wissen.

Utgard, das Land der Riesen. Im Schneegestöber patrouillieren zwei Riesen um eine Hütte herum; offensichtlich bewachen sie etwas darin. Ein Stück entfernt erscheint ein junger Mann, kein Riese, aber recht mollig. Auf irgendeine seltsame Art und Weise teilt er sich in zwei sehr dünne Personen. Eine der beiden Gestalten lenkt die beiden Riesen ab, während die andere Gestalt derweil in die Hütte schleicht, dort aus einem großen, schwarzen Stein, der dort liegt und offensichtlich das ist, was dort bewacht wurde, ein Stück herausschlägt. Dann flieht er, ohne dass die beiden Wächter ihn bemerkt haben. Diese jagen nämlich inzwischen dem anderen Mann hinterher, holen ihn ein und töten ihn. Dies scheint seine andere Hälfte zwar körperlich zu spüren, denn der Flüchtende zuckt im selben Moment zusammen, wie sein „Bruder“ stirbt, doch das hält ihn nicht auf. Er holt einen kleinen Würfel aus der Tasche, klappt ihn weiter und weiter auf, bis ein mannsgroßer Rahmen entstanden ist. Durch diesen Rahmen steigt der Mann und verschwindet. Dann zieht er mit einer Hand den Rahmen zu sich ins Nichts hinein, bis das Portal, und der Rahmen, verschwunden sind und nichts mehr darauf hindeutet, dass sie je da waren…

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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