Miami Files – Proven Guilty 8

Aaah! Antoine, dieser verantwortungslose Fae, hat Jugend Poker beigebracht! Ich meine, wenn ich es recht betrachte, ist das keine so große Katastrophe, aber Jugend ist ein Kind, verdammt noch mal! Und dem würde ich ebenso wenig jetzt schon ein Glücksspiel beibringen wie Alejandra! Sie spielten zwar nicht um Geld oder sonst eine Wertsache, sondern nur um Kieselsteine, aber trotzdem. Seufz.

In Sachen Verfahrensplanung und einer möglichen Verteidigung für Antoine haben wir uns vorhin zwar lange und eingehend unterhalten, aber mit keinem echten Ergebnis. Oder zumindest mit keinen großartig neuen Erkenntnissen. Wir werden wohl tatsächlich einfach sehen müssen, wie es läuft. Von Colin als Verteidiger erwarten wir uns, wie schon das eine oder andere Mal erwähnt, nicht sonderlich viel. Andererseits werden wir uns, wenn das Verfahren einmal begonnen hat, schwerlich in den Beweisvortrag einmischen können. Und Roberto und Edward als Richter könnten natürlich theoretisch völlig willkürlich und nach Nasenfaktor urteilen, aber ein derart deutliches Missachten der vorgelegten Punkte hätte auch wieder ganz eigene Konsequenzen, die keiner von uns eingehen möchte.

Dass die Schwächung der Insel tatsächlich besteht und nicht einfach nur erfunden wurde, ist natürlich ein weiterer extrem ungünstiger Faktor. Denn das wiederum heißt, dass…

Da ruft wer.
Es sind Schiffe in Sicht!

Nur ein paar schnelle Worte, während ich hier am Strand stehe und das Spektakel beobachte. Denn ein Spektakel ist es. Um die ganzen Teilnehmer herzubringen, brauchte es mehr als den Fliegenden Holländer. Der hatte noch weitere Schiffe im Schlepptau, und es kam wirklich jeder. Pan. Seine Ritter. Seine Satyre. Überhaupt fast sein ganzer Hofstaat, hatte ich den Eindruck. Lady Fire in einem eigenen kleinen Boot, das anscheinend entweder aus einem feuerfesten Material bestehen oder sonst irgendwie daran gehindert werden musste, in ihrer Gegenwart in Flammen aufzugehen. Sergeant Book. Eine ganze Schar von Wyldfae. Catalina Snow, auf ihre kühle Weise amüsiert, inmitten des Trubels. Jetzt sind sie gerade dabei, die Schiffe zu entladen und ein Lager einzurichten.

Dass wir so viele Leute hergerufen haben, kommt mir inzwischen vor wie Han-Solo-Klasse, Kategorie II. Mindestens.

Oh Mann. Mir fallen die Augen zu. Aber ich bin noch viel zu aufgekratzt. War das eine Feier. Eine echte Pansfeier. Da drüben sind auch noch diverse Unverwüstliche am Tanzen, aber ich habe genug.

Die Vorbereitungen hatten Pans Leute ja schon den ganzen Nachmittag lang betrieben, Vorräte von den Schiffen geschleppt und was nicht alles. Mit Einbruch der Dunkelheit rief dann eine Flöte zum Tanz, unwiderstehlich, und das rauschende Fest begann.

Vorher allerdings gab es eine… unschöne Konfrontation mit Lady Fire. Natürlich mit Lady Fire. Wann lerne ich es endlich?!

Wir sahen, wie Pan etwas zu Colin sagte, der daraufhin zu Lady Fire stapfte und dieser augenscheinlich Pans Worte weitergab. Lady Fire explodierte förmlich, schrie etwas, stürmte davon – und zündete einen Baum an. Marie wollte ihr nach, aber die Sommerfae schien so aufgebracht, und ich hatte ja irgendwie immer noch die Hoffnung, doch noch vermitteln zu können. Diesen verdammten Streit endlich irgendwie aus der Welt räumen. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was ich mir dabei dachte. Im Nachhinein wirkt es so unglaublich dämlich. Aber ich hatte das Gefühl, ich muss selbst mit ihr reden.

Ich ging ihr also hinterher und sprach sie ganz vorsichtig an.

Während er hinüberging, wuchs er, und so stand er in seiner wahren Gestalt, die des Satyrs, vor der Lady und herrschte diese an: „Jetzt reicht es. Das ist das zweite Mal, dass du das Gastrecht verletzt hast. Im Namen deiner Schuld bei mir: Verschwinde!
Bei diesen Worten schrie Lady Fire auf, wurde zu einem Kometen und schoss davon.

Pan wiederum zuckte die Schultern und klatschte in die Hände. Es war Zeit für die Feier!
Und wie oben schon gesagt: Es wurde ein rauschendes Fest. Aber schrieb ich oben „unwiderstehlich“? Für mich und die meisten war es das zwar, aber so ganz alle ließen sich dann doch nicht mitreißen. Hurricane und Catalina Snow waren als Vertreter des Winters von Natur aus immun gegen das Sommertreiben, und Alex zog los, um den Brunnen zu bewachen, sobald sich die ersten Anzeichen für eine Feier bemerkbar machten.

Und Totilas? Dessen Dämon wurde von Pan ruhiggestellt, und zwar mit einem einzigen Fingeschippen. „Du hältst dich heute abend mal zurück, ist das klar?“, sagte der Herzog des Sommerhofs in befehlendem Tonfall, und ab dem Moment war der Dämon mucksmäuschenstill und völlig zahm. Woraufhin Totilas zwar mitfeierte, ich aber dennoch bemerkte, wie er immer wieder zu Colin hinübersah und diesen im Auge behielt.

Edward hingegen legte sich mit Pan an, und das konnte nicht gutgehen. Der Satyrherrscher brachte nämlich Jugend das Weintrinken bei. Das brachte mich noch mehr auf die Palme als Antoines Pokerlektionen am Morgen, und auch Edward schien das ganz und gar nicht gut zu finden, also schritten wir ein. Auf meinen Protest jedoch wurde Pan sarkastisch. „Ach, du bist jetzt also Experte für Feenkinder? Fein! Ich werde sie dir alle schicken!“ Da ich mir lebhaft vorstellen konnte, dass der Sommerherzog diese Drohung tatsächlich ernst machen würde, lenkte ich seufzend ein. Feige, ich weiß. Aber ich wollte wirklich nicht riskieren, dass eine Armee von kleinen Feen vor meiner Tür steht, wenn ich nachhause komme. Auch wenn Jandra das vermutlich spaßig fände.

Jedenfalls, Edward. Der riskierte auch nach Pans angesäuerter Reaktion weiter eine große Klappe, konnte den Mund einfach nicht halten. Woraufhin Pan wieder den Befehlston annahm, den er auch schon Lady Fire gegenüber an den Tag gelegt hatte. „Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass du dich mir widersetzt – langsam reicht es!“
Mit seinen Hörnern gab er Edward daraufhin einen Kopfstoß, der diesen im wahrsten Sinne des Wortes panisch davonrennen ließ. Ich versuchte, ihm zu folgen, aber es gelang mir nicht, Edward einzuholen – und beruhigen hätte ich ihn in dem Moment sowieso garantiert auch nicht können. Unser Lykanthropenfreund stürzte sich ins Wasser und kraulte, völlig außer sich, auf die andere Insel zu.

Ab dem Moment gab es keine größeren Störungen mehr, sondern es wurde gefeiert. Ich selbst ließ mich zwar mitreißen, achtete aber darauf, unser Versprechen nicht zu brechen – und es wurden ja ohnehin die mitgebrachten Vorräte ausgeschenkt. Es gab auch keine weiteren Nymphen-Episoden. Nicht, dass Saltanda, die ebenfalls hier ist, es nicht kichernd angeboten hätte. Aber auch wenn es jetzt zu spät ist – diesen Fehler werde ich nicht nochmal begehen, herzlichen Dank.

Im Verlauf des Abends konnte ich dann nochmal ganz kurz mit Pan sprechen: Ich fragte ihn, ob ich wissen dürfe, was Colin zu ihr gesagt habe, dass Lady Fire so ausgerastet sei. Und was es mit der von Pan erwähnten zweiten Verletzung des Gastrechts auf sich habe.

Klar, erklärte der Sommerherzog: Er habe Colin geschickt, um Lady Fire daran zu erinnern, dass sie in seiner Schuld stehe. Die erste Verletzung des Gastrechts sei damals in seinem Palast geschehen, als Lady Fire uns aus dem Verlies befreit habe. Diese Verletzung habe er ihr damals ungestraft durchgehen lassen, weswegen sie in seiner Schuld stehe.

Mierda y colera! Nach allem, was ich gelernt habe, gibt es nichts, was Feen so sehr hassen, wie in jemandes Schuld zu stehen… und natürlich macht Lady Fire uns – mich! – dafür verantwortlich, dass diese Schuld jetzt auf ihr lastet. Oh, padre en el cielo, steh mir bei.

Die Feuer des Festes machen es hell genug, dass ich das alles schreiben konnte, aber über dem Meer ist es stockfinster. Stockfinster bis auf die Sterne am Himmel – und bis auf die andere Insel, die lichterloh brennt. Oh ciélo, jetzt wissen wir, wohin Lady Fire geschossen ist.

Guten Morgen. Oder Mittag. Oder was auch immer. Ich fühle mich etwas zeitlos. Edward ist gerade zurückgekommen. Die Vaca des Nueves und die Militärgaleone hatten sich gestern abend noch von der brennenden Insel zurückgezogen und dabei Edward eingesammelt. Dessen Panik ist inzwischen abgeklungen, so dass er seine Richterfunktion nachher wird ausüben können.

Alex war auch da, um zu sagen, dass es am Brunnen die Nacht über ruhig geblieben ist. Allerdings hat er auch erzählt, dass der Wasserstrahl aus dem Brunnen weniger geworden ist. Die Anwesenheit der vielen Leute schwächt die Insel also weiter. Mierda.
Alex hat sich hier etwas ausgeruht, ehe er wieder losgezogen ist. Während der Verhandlung will er nämlich auch wieder Wache am Brunnen schieben – sicher ist sicher. Aber es geht gleich los – später mehr!

Kurze Notizen, während ich hier sitze und der Verhandlung zuhöre; ich hoffe, ich komme später zum Ausformulieren, falls nötig.

Der erste Anklagepunkt, um den es gerade geht, betrifft Antoine und die Störung des Festfriedens durch die Drogen.
Antoine als Beschuldigter ist an Sir Anders gefesselt worden, der darüber ebenso unglücklich aussieht wie Antoine selbst.
Colin verteidigt eigentlich gar nicht so schlecht: Er bringt ziemlich gute Argumente für eine Intrige seitens des Red Court, basierend auf unserer Rückverfolgung der Substanz zu dieser Kneipe.
Antoine war gerade im Zeugenstand und hat erklärt, er habe nichts mit dem Red Court zu schaffen, habe er noch nie gehabt.
Jetzt hat Colin ruft diverse Zeugen aufgerufen, die Antoines Nicht-Verwicklung mit dem Red Court bestätigen.

Erstes Urteil: Antoine ist der Störung des Festfriedens für nicht schuldig befunden worden!

Jetzt ist der zweite Anklagepunkt an der Reihe: gegen Sergeant Book wegen Verletzung seiner Aufsichtspflicht über die Insel.

Hurricane hat soeben als Ankläger dargelegt, dass die Lage eindeutig festliege.
Colin hat daraufhin dagegengehalten, dass den Richter exakt dasselbe Vorgehen an den Tag gelegt hätten, dass diese also nicht unvoreingenommen seien und dass folglich ein Verfahrensfehler vorliege.
Autsch. Aber wo er recht hat…
Und eigentlich ist das gar keine so schlechte Strategie.

Jetzt ruft Colin einen Zeugen nach dem anderen auf, die er alle befragt, ob sie eine Schwächung der Insel festgestellt hätten. Alle antworten sie mit „Nein“. „Dann kann es ja so schlimm nicht sein“, wiederholt Colin, „wenn sogar die Richter es für verantwortbar hielten, das ganze Gericht hierher zu beordern und eine eventuelle Schwächung der Insel in Kauf zu nehmen.“

Verdammt, wo ist Jugend? Ich kann den Kleinen nirgendwo sehen… Sollte der nicht hier sein? Immerhin geht es um ihn!

Heh. Jetzt hat man mich auch in den Zeugenstand gerufen; mein suchendes Umsehen und murmelndes Fragen nach Jugend ist anscheinend nicht unbemerkt geblieben.
Colin fragte mich ebenfalls, ob mir eine Schwächung der Insel aufgefallen sein – was ich glücklicherweise wahrheitsgemäß mit „nein“ beantworten konnte… immerhin waren es Edward und Alex, die mit ihren Experimenten die Schwächung festgestellt haben, nicht ich. Außerdem gelang es mir, Jugend ebenso ins Spiel zu bringen wie die Tatsache, dass der Avatar der Insel nicht hier ist.
Alles sah sich um, aber der Kleine war nirgends zu entdecken, und niemand schien es zu wissen. Also wurde die Verhandlung vertagt, bis Jugend gefunden ist, damit dieser wichtige Zeuge auch befragt werden kann.

Wenn ich mich so umsehe, ist bis auf Sir Anders, der immer noch an Antoine gefesselt ist – wobei sie den jetzt nach dessen Freispruch gerade losmachen – nur Sir Kieran bei der Verhandlung. Wo sind denn Pans andere Ritter alle? Das scheint irgendwie auch niemand zu wissen.
Waren die gestern abend eigentlich bei der Feier? Ich glaube fast nicht, wenn ich mir das so überlege… Wie jetzt… Sommer richtet ein Fest aus, und die Ritter des Sommers nehmen nicht teil?

Ich habe Sir Kieran eben darauf angesprochen, aber er meinte, das Fest sei nicht für die Ritter gedacht gewesen, und sie hätten kein Interesse daran gehabt. Pan kam auch dazu und schickte Sir Kieran los, die anderen Ritter einzusammeln, die sollten auch an der Verhandlung teilnehmen. Sir Kieran salutierte und zog los. Totilas ist ihm in einiger Entfernung unauffällig nach – gut so!

So, in der Nähe des Verhandlungsplatzes ist Jugend schon mal nicht. Dann muss ich jetzt wohl oder übel den Rest der Insel abs

Was ist das? Hornklänge!

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