[RPG-Blog-O-Quest] Oktober 2015: „Rollenspielanfang“

RPG-Blog-O-Quest

Es gibt eine neue Blogaktion: die von Greifenklaue und Würfelheld ins Leben gerufene „RPG-Blog-O-Quest„.
Jeden Monat stellen die beiden 5 Fragen, die sich speziell an Rollenspieler richten und sich auch speziell auf das Rollenspiel beziehen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Nur war die Timberine wieder mal zu verpeilt und hat heute erst mitbekommen, dass es diese Aktion überhaupt gibt.

Aber natürlich beteilige ich mich gern an dieser edlen Queste, auch wenn ich etwas spät ins Boot komme.

Hier sind sie also, die Fragen und meine Antworten zur RPG-Blog-O-Quest des Oktober 2015:

1. Wie kamst Du zum Rollenspiel?
2. Wie alt warst Du beim Erstkontakt?
3. Mein Lieblingssystem ist ________ , weil _________
4. Mein Lieblingscharakter ist ________ , weil _________
5. Ich bin ________ Rollenspieler, denn _________

1. Wie kamst Du zum Rollenspiel?
Das war Mitte, Ende der 1980er, in der 10. oder 11. Klasse herum. In der 8. Klasse, auf der langen Busfahrt nach Österreich zum Skikurs, hatte ein Klassenkamerad mir meinen ersten SciFi-Roman ausgeliehen, während meine erste bewusste Erinnerung an „echte“ Fantasy der in der 5. Klasse aus der Schulbibliothek ausgeliehene „kleine Hobbit“ (damals noch auf Deutsch) ist. In selbiger Schulbibliothek standen auch Edgar Rice Burroughs‘ Marsromane und andere Juwelen, die ich natürlich alle verschlang, ebenso die gesamte Fantasy-Sektion der Stadtteilbibliothek.
Ein anderer Klassenkamerad brachte mich dann – das dürfte auch so in der 8. oder 9. Klasse gewesen sein – auf die Abenteuer-Spielbücher von Steve Jackson und Ian Livingstone, von denen ich etliche begeistert durchspielte.

Am schwarzen Brett der Schule hatte ich auch schon einen Aushang gesehen, wo es um eine Rollenspielgruppe ging, glaube ich, aber das hatte ich da noch so überhaupt nicht auf mich bezogen. Ein dritter Klassenkamerad war es dann, der irgendwann zu mir sagte: „Du liest doch gerne SciFi und Fantasy, und du magst die Abenteuer-Spielbücher. Ich bin sicher, dir würde auch Rollenspiel gefallen.“

Was er darüber erzählte, klang toll, also machte ich in seiner Gruppe mit. Dort stieg ich untypischerweise weder mit DSA noch mit Dungeons & Dragons ein, sondern zunächst mit Warhammer Fantasy RPG und später mit Chill – und wenn wir partout nicht in die richtige, ernsthafte Stimmung für Chill kommen wollten, was das eine oder andere Mal passierte, wurde eine Runde Paranoia eingeschoben.

Mit dem Abitur und Studienbeginn endete meine Zeit in dieser Runde, und ich hatte ca. 5 Jahre lang Pen&Paper-Pause – dafür aber stieg ich ins begeistert ins LARP ein, auf das mich ein Kommilitone und guter Freund brachte.

2. Wie alt warst Du beim Erstkontakt?
Wie in Frage 1 schon angedeutet, dürfte ich da so 15 oder 16 gewesen sein.
Außer natürlich, man zählt die Abenteuer-Spielbücher schon als Rollenspiele, dann wäre die Antwort 13 oder 14.

3. Meine Lieblingssysteme sind Deadlands Classic und Fate, weil für mich Deadlands Classic perfekt zum Western-Setting passt und ich die Mechaniken mit Würfeln und Karten und Chips – auch wenn sie bei Tageslicht betrachtet etwas unhandlich werden können – sehr schätze (Deadlands Classic war mit ca. 10 Jahren auch meine längste Kampagne bisher). Fate, weil ich dessen narrativen Ansatz mit seinen Aspekten richtig klasse finde, das System aber mit genug Crunch unterlegt ist, dass es nicht ganz beliebig wirkt.

Wobei… das mit dem Crunch und dem beliebig bitte nicht falsch verstehen: Ich spiele auch Itras By sehr gerne, und dort haben die Charaktere nur beschreibende Eigenschaften aber keinerlei „Werte“, und es wird gar nicht gewürfelt, sondern es werden nur Entscheidungskarten gezogen, um herauszufinden, ob etwas klappt, und zwar ganz unabhängig davon, wie gut ein Charakter etwas kann.

4. Mein Lieblingscharakter ist Ricardo Alcazár, den ich in unserer Dresden Files Miami-Runde spiele, weil er von all meinen Charakteren der tiefste und am besten ausgearbeitete ist. Damit meine ich nicht einmal irgendwelche Vorgeschichten und Hintergrundinformationen, wobei er die natürlich auch hat. Aber das meiste Fleisch auf die Knochen hat er tatsächlich im Laufe der Kampagne bekommen, wenn Dinge Gestalt annahmen, sich NSCs genauer herausarbeiteten und Cardo als Charakter sich in all dem veränderte.

Dass mir der Charakter so wichtig ist und dass er, glaube ich, der „lebendigste“ Charakter ist, den ich im Laufe der Jahre so gespielt habe, liegt vielleicht auch daran, dass ich für unsere Miami-Runden ein Session-Diary aus der Egoperspektive des Charakters führe – und zwar in Gestalt eines „richtigen Tagebuchs“, das Cardo als Schriftsteller immer bei sich hat und in dem er ständig herumkritzelt. Oder ist es anders herum – eben weil mir der Charakter so am Herzen liegt, habe ich das Bedürfnis, in Form eines Tagebuchs in seine Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen? Vermutlich ist es ein bisschen von beidem.

5. Ich bin mit Leib und Seele Rollenspielerin, denn es ist für mich das ideale Hobby: Man kann es nicht alleine betreiben, sondern man ist immer in Gesellschaft. Es ist macht Spaß, es ist spannend, es ist kreativ, es regt die Fantasie an, und bisweilen, wenn es richtig gut läuft, erlebt man Geschichten, die sich hinter der Handlung eines guten Spielfilms oder Romans nicht zu verstecken brauchen. In solchen Momenten wird man mitgerissen und in die Handlung involviert, wie „nur“ ein Film oder „nur“ ein Roman es zwar vielleicht auch vermögen, aber im Rollenspiel erlebt man – durch den Filter des gespielten Charakters natürlich – die mitreißende Geschichte selbst und sieht nicht nur zu.

Außerdem ist Rollenspiel immer genau das, was man daraus macht und auf was man als Gruppe gerade Lust hat: hochemotionales Drama, augenzwinkernde Action, entspannendes Monsterkloppen, bei dem man nicht groß nachdenken muss – oder auch (für andere, nicht so direkt für mich unbedingt) das Tüfteln und Feilen und Optimieren an den Werten des Charakters, einfach weil das Tüfteln und Feilen und Optimieren demjenigen so viel Spaß macht. Und ich denke schon, dass Rollenspielen durch das Verkörpern unterschiedlicher Charaktere und Typen auch die sozialen Kompetenzen des Spielers fördern kann.

Und nicht zu vergessen: Wäre ich keine Rollenspielerin, hätte ich den Mann meines Lebens nie kennengelernt. 🙂

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19 Kommentare

Eingeordnet unter Rollenspiel-Sonstiges, RPG-Blog-O-Quest

19 Antworten zu “[RPG-Blog-O-Quest] Oktober 2015: „Rollenspielanfang“

  1. wuerfelheld

    Willkommen 🙂
    Na der nächste Monat steht ja vor der Tür, da kannst DU ja ehr an Bord kommen. 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Wenn Du Western magst, schonmal Old Slayerhand ausprobiert? Wir sind immer auf Meinungen gespannt! Ansonsten danke der Teilnahme!!!

    Gefällt 1 Person

    • Old Slayerhand habe ich durchaus schon auf dem Schirm, hatte aber bisher noch keine Zeit, es mal auszuprobieren. Das wäre aber durchaus was für unsere Dienstagsrunde, wenn wir mit Ars Magica pausieren. Ich behalte das definitiv mal im Hinterkopf!

      Gefällt 1 Person

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