Supernatural – Viriconium

An Halloween hatten wir unsere jüngste Hühnerrunde. Normalerweise veranstalten wir ja meist spielleiterlosen Indie-Scheiß TM, aber diesmal hatte Bad Horse eine Idee für einen Plot im Setting der TV-Serie Supernatural, den sie für uns leiten wollte. Als System verwendeten wir Turbo-Fate, weil da die Charaktere einfach so schön schnell und einfach zu bauen sind. Als gemeinsamen Hintergrund für die Charaktere hatten wir uns überlegt, dass sie alle irgendwie über eine Jäger-Studentenverbindung miteinander verbunden sein sollten.

Wie bei den Hühnerrunden üblich, erstellten wir die Charaktere und das zugehörige Beziehungsgeflecht bereits im Vorhinein. Caralywhynn musste dann leider kurzfristig absagen, aber es blieben noch 5 Spielerinnen übrig:

Emily McMillen: ca. 18 oder 19 Jahre alt und im ersten Semester neu an der Uni; Gothic Girl, kommt aus einer alten Jägerfamilie, liebt die Jagd und gerät gern in Schwierigkeiten. Ist verknallt in Jack.
Eunice Browning: Medizinstudentin, Freundin von Emily, ebenfalls im ersten Semester. Hat von der Jagdgeschichte noch nicht so viel Ahnung, ist aber mit großem Ernst und Eifer bei der Sache. Ist ebenfalls verknallt in Jack.
Felicity Heckler: Jägerin und Dozentin für Alte Sprachen, bei der Eunice und Emily im Kurs sind. War während ihrer Studienzeit ebenfalls in der Studentenverbindung. Wurde von Ethan nach der zweiten gemeinsamen Nacht ohne Erklärung (nur mit dem klassischen „es liegt nicht an dir, es liegt an mir“) stehen gelassen.
Jack Brewster: Stammt aus einer alten Jägerfamilie, will aber nichts davon wissen und glaubt auch nicht an das Übernatürliche. Studiert Finanzwissenschaften im ersten Semester und will im Bankwesen Karriere machen.
Ethan Gale: Jäger und Handwerker/Hausmeister in der Studentenverbindung. Steht unter dem Fluch, dass jede Frau, mit der er mehr als zweimal schläft, stirbt.

Zu Beginn des Abenteuers erhalten Ethan und Felicity vom Dekan des Colleges, der ebenfalls ein alter Jäger ist und auch der Studentenverbindung vorsteht, den Auftrag, ein altes Haus auf dem Land zu untersuchen, das der Verbindung kürzlich vererbt wurde. Das Haus wäre ideal, um Jungjäger unter sicheren Bedingungen ausbilden zu können, aber dazu muss man erst einmal herausfinden, ob das Gebäude überhaupt sicher ist. Derzeit steht es nämlich verfallen, aber bis vor einigen Jahren lebte dort ein Kult, die „Brüder von Viriconium“, die dann alle unter seltsamen Umständen ums Leben kamen. Nicht, dass dort Geister oder ähnliches hausen! Die beiden sollen drei junge Studenten mitnehmen, Jägernachwuchs, damit die schon mal in einer eher ungefährlichen Mission ein wenig Übung bekommen.
(Wenn wir hier bereits etwas mehr nachgeforscht hätten, hätten wir herausbekommen, dass die Welt „Viriconium“ in einer ziemlich schrägen Romanserie behandelt wird. Dann wären wir vielleicht etwas vorbereiteter auf das gewesen, was dann kam.)

Das Haus liegt abseits eines winzigen Städtchens, das hauptsächlich von evangelikalen Christen bewohnt wird. So ist auch der Betreiber des örtlichen Motels ein strenggläubiger Christ, der Jack Brewster ein Zimmer zuweist, das sich so weit wie möglich von dem der Studentinnen entfernt befindet, und auch Ethan und Felicity bekommen nur ein gemeinsames Zimmer, weil Felicity auf seine Frage, ob sie verheiratet seien, schnell entschlossen mit „ja“ antwortet.

Die Stimmung in dem Zimmer ist entsprechend angespannt, bis Felicity Ethan am Ende doch zum Reden bekommt und er ihr von dem Fluch erzählt. Sie meint etwas von wegen, das hätte er ihr doch schon vorher erzählen können, statt einfach zu verschwinden, woraufhin er brummt, dass er gedacht hätte, sie würde ihm nicht glauben (immerhin wussten sie da nichts von der Jägertätigkeit des jeweils anderen).

Am nächsten Tag fahren die beiden Jäger und ihre jungen Schützlinge zu dem Haus. Hier stellt sich heraus, dass Jack zwar aus einer alten, angesehenen Jägerfamilie kommen mag, selbst aber überhaupt nicht an das Übernatürliche glaubt und der Meinung ist, die Exkursion gehöre zu seinem Immobilienfinanzkurs.

Das Haus selbst ist aber natürlich überhaupt nicht so harmlos, wie gedacht. Es stellt sich heraus, dass hier zwei Realitätsebenen einander überlappen: Einmal die Erde des 21. Jahrhunderts und einmal eine seltsame, steampunkartige Fantasywelt namens „Viriconium“. Drinnen begegnet die Gruppe einem mechanischen Vogel, der sich als zwar ängstlich, aber hilfsbereit herausstellt und die Forscher eindringlich vor einem Jetait Chemosit oder sowas warnt. Dass es sich dabei um einen unerbittlichen Roboter mit überaus gefährlichen Schwertern als Händen handelt, erfahren die Jäger nur allzu bald, als nämlich der besagte Chemosit auftaucht und sie angreift. Zunächst kann die Gruppe den Automaten zurückschlagen, und dieser verschwindet in einem Gang.

Es folgt eine unglückliche Verkettung von Ereignissen. Erst hält Emily Jack eine flammende Anfeuerungsrede, in der sie den jungen Studenten zum Kämpfen auffordert, woraufhin der sie beeindrucken möchte; dann will er alleine in die Dunkelheit vorpreschen – genau in den Gang, in dem auch der Chemosit verschwunden ist. Dies bringt Felicity dazu, ihre Schrotflinte abzufeuern, um Jack zum Anhalten zu bringen, was den Studenten aber nur noch mehr verschreckt, so dass er noch schneller in den Gang rennt. In dem Raum am Ende des Ganges trifft er auf den Roboter und wird von diesem durch einen gezielten Schwertstreich, der seinen Schädel öffnet und sein Gehirn freilegt, tödlich verwundet. Jack stirbt, ohne seinen Unglauben bezüglich des Übernatürlichen aufgegeben zu haben.

In dem Raum befinden sich ziemlich gruselige Glastanks, in denen menschliche Gehirne schwimmen, denen neue Körper in unterschiedlichen Entwicklungsstadien wachsen. Der Chemosit beginnt, auch Jacks Gehirn zu einem leeren Tank dieser Art zu bringen. Angewidert besiegen die Jäger nun gemeinsam den Roboter und zerstören das Schaltpult in der Mitte des Raumes. Dies führt dazu, dass die überlappenden Welten sich wieder zu trennen beginnen. Ganz am Anfang hatte die Gruppe einen vermeintlichen Geist gesehen, die Gestalt eines jungen Mädchens nämlich. Diese Gestalt taucht nun wieder auf und hält Eunice die Hand hin. Eunice schnappt erst nach Emilys Hand und ergreift dann die des fremden Mädchens – und dies führt dazu, dass die beiden Studentinnen nun ganz in die Realität von Viriconium gezogen werden und aus der Erdenrealität verschwinden.

Ethan und Felicity schaffen es gerade noch aus dem Haus, ehe die Realitäten sich ganz voneinander trennen, sind also in ihrer eigenen Welt geblieben. Und während die beiden durch die gemeinsamen Erlebnisse in dem Haus einander potentiell wieder etwas näher gekommen sind, ist die Tatsache, dass von den drei ihnen anvertrauten Schützlingen einer starb und zwei verschwunden sind, nicht gerade hilfreich für Ethans ohnehin eher pessimistische Lebenseinstellung.  Vor allem nicht, da Felicity sich in der Folge doch wieder zurückzieht und Ethan erneut allein zurückbleibt.

3 Kommentare

Eingeordnet unter FATE, Hühnerrunde, Pen & Paper, Supernatural

3 Antworten zu “Supernatural – Viriconium

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