[RPG-Blog-O-Quest] Januar 2016: „Rückblick“

RPG-Blog-O-Quest

Greifenklaues und Würfelhelds monatliche Blogaktion „RPG-Blog-O-Quest„, in der sie der deutschen Bloggerszene Fragen zu Rollenspielthemen stellen, geht mittlerweile in die vierte Runde.

Während das Thema im Dezember „Ausblick auf 2016“ lautete, beschäftigt sich der Januar nun mit einem Rückblick auf 2015.

Dann wollen wir doch mal schauen, wie Timbers Rollenspieljahr 2015 so war.

 

Hier erst mal die fünf Fragen, falls noch jemand mitmachen möchte:

1. Eine Runde, die mir von 2015 im Gedächnis bleiben wird, war ______ , weil ______.

2. 2015 habe ich ______ für mich entdeckt, weil ______.

3. Welches war das Buch / der Film / der Comic, wo Du im letzten Jahr am meisten fürs Rollenspiel rausgezogen hast?

4. Welches war Dein meistgespieltes Rollenspiel des Jahres 2015?

5. Ist Dir 2015 ein SC verstorben … oder alternativ: Welches war das dramatischste Nahtodereignis (im Rollenspiel) im letzten Jahr?

Bonusfrage: Ich würde mir wünschen, dass sich eine der nächsten Blog-O-Quest um _____ drehen würde, weil ______. (Zum Jahresauftakt doch eine gute Gelegenheit zu fragen, worauf ihr Bock habt!)

 

Und hier sind meine Antworten auf die Fragen:

1. Eine Runde, die mir von 2015 im Gedächnis bleiben wird, war die vorletzte Sitzung in unserer Dresden Files Kampagne, weil da ein eigentlich kleiner Nebenjob am Ende in einer monumentalen Konfrontation zwischen drei Spieler-Charakteren endete, wo diese (mein eigener darunter) sich so richtig heftig in die Haare bekamen. Anfang 2015 war es in der in derselben Kampagne geschehen, dass mein Charakter von einem eifersüchtigen NSC geistig bezaubert wurde und deswegen seine Freunde nicht mehr leiden konnte. Diese Session, wie er sich mit seinen Kumpels überwarf und wie die dann versuchten, den Zauber per Ritual von ihm runterzureinigen, war auch ziemlich denkwürdig.

Auch an einige der Runden von den Tanelorn-Treffen werde ich mich mit ziemlicher Sicherheit noch eine Weile erinnern, sei es das spannend-spaßige Star Wars-Abenteuer vom Sommertreffen oder die beiden episch-tragischen Dramen, die wir mit Polaris (im Februar) und mit Monsterhearts (im September) in exakt derselben Gruppenzusammensetzung spielten.

Und als drittes sei die Supernatural-Sitzung erwähnt, die wir erst vor einigen Wochen spielten, die uns aber vermutlich allen noch ziemlich lange im Gedächtnis bleiben wird. Da verschlug es unsere Charaktere in ein Spukhaus, wo sie mit Dingen konfrontiert wurden, die sie sich aus ihrer Vergangenheit vorzuwerfen hatten. Das war auch hochdramatisch und eine perfekte Mischung aus Grusel, Action und Charakterspiel.

2. 2015 habe ich das Spielen über TeamSpeak für mich entdeckt, weil ich das bislang überhaupt nicht kannte – und ehrlicherweise sagen muss, dass ich demgegenüber lange ziemlich skeptisch eingestellt war. Während ich weiterhin der Ansicht bin, dass Online-Spielen über TeamSpeak an das „echte“ Spielerlebnis am Tisch nicht ganz rankommt, macht es doch erstaunlich viel Spaß und ermöglicht überraschend viel Tiefgang, weil die Stimmen der Mitspieler eben doch erstaunlich viel über die Charaktere transportieren, auch ohne dass man die Gesichter und Gesten der Spieler sehen kann. Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass man die Gesichter der Mitspieler nicht sieht, weil man sich so ganz auf seine eigene Vorstellung von den Charakteren konzentrieren kann.

Deswegen bin ich auch weiterhin skeptisch, was das Spielen per Videokonferenz angeht: Da hätte man dann die Spielergesichter zwar wieder im Blick, aber eben nicht in echt, sondern in ruckelnder Webcam-Qualität – und ob ich mich damit anfreunden kann, bezweifle ich massiv. Aber wer weiß. Man soll ja bekanntlich nie nie sagen, also werde ich das, wenn sich die Gelegenheit ergeben sollte, doch wohl zumindest einmal ausprobieren.

3. Welches war das Buch / der Film, wo Du im letzten Jahr am meisten fürs Rollenspiel rausgezogen hast?
Puh. Für unsere Supernatural-Runde mit wechselndem Spielleiter habe ich ein, zwei Plots aus der Zeichentrick-Serie „Gravity Falls“ gezogen. Und wenn ich Fvlminata leite, tue ich das anhand von Inspiration aus den Marcus Didius Falco-Romanen von Lindsey Davis – aber 2015 hatten wir gar keinen Fvlminata-Einschub, das kommt erst demnächst wieder, also zählen diese Bücher gar nicht. Eine Kurzgeschichte von Avram Davidson war der Plothook für ein Itras By-Abenteuer, das ich geleitet habe, das war aber auch schon 2014, zählt also genausowenig. Und sonst? Hmmm. Mehr fällt mir gerade nicht ein. Da muss ich eventuell noch einen Nachtrag liefern, falls mir doch noch wieder was in den Sinn kommt.

Habe ich 2015 irgendwelche Charaktere speziell nach Vorbildern aus Romanen/Filmen/Serien gebaut? Mal sehen. Mein Dresden Files-Charakter basiert definitiv (wenn auch nur ganz, ganz vage) auf Richard Castle aus der gleichnamigen Serie, aber Dresden Files spielen wir ja schon ewig. Zählt nicht. Für meinen Supernatural-Charakter hatte ich nur ganz allgemeine Tropen im Hinterkopf, keinen klar umrissenen TV- oder Buchcharakter, und auch für meine Oneshot-Charaktere fällt mir auf Anhieb gerade nicht ein, dass ich mich für die an Buch oder Film orientiert hätte. Aber Charakterbilder suche ich mir immer gerne von irgendwelchen Schauspielern; vielleicht zählt das ja.

4. Welches war Dein meistgespieltes Rollenspiel des Jahres 2015?
Mal sehen. In unserer wöchentlichen Feierabendrunde spielen wir Ars Magica, aber das ist leider ziemlich häufig ausgefallen; von 52 Sessions ist also bei weitem nicht zu reden. Aber lass es vielleicht 20-25 Abende Ars Magica gewesen sein.

Unsere Dresden Files-Kampagne spielen wir ca. alle zwei Monate ein ganzes Wochenende lang; 2015 waren das 11 Sitzungen, weil ein Sonntag ausfiel. Wenn man überlegt, dass die Ars Magica-Abende jeweils 3 Stunden lang gehen, während die Miami Files-Sessions ca. 6-8 Stunden umfassen, hat nach Stunden wohl das Dresden Files-RPG die Nase vorn. Wenn man alle Fate-Arten mitrechnet, dann ist der Vorsprung sogar noch größer, weil dann noch ein paar Sessions Fate Core und Fate Accelerated sowie eine Runde Fate2Go dazukommen.

5. Ist Dir 2015 ein SC verstorben … oder alternativ: Welches war das dramatischste Nahtodereignis (im Rollenspiel) im letzten Jahr?
2015 hat in unseren gerne mal auf Drama und Verlust ausgelegten Hühnerrunden-Oneshots erstaunlicherweise kein einziger meiner Charaktere das Zeitliche gesegnet. In der viktorianischen Gothic-Runde „die Taufe“, wo es eben um die Taufe eines Feen-Wechselbalg-Kindes ging, war der von mir gespielte anglikanische Pastor am Ende einer der wenigen Überlebenden – paranoid und ziemlich mitgenommen von dem Erlebten, aber hey, er hatte das Kind gerettet -, und auch in unserer Supernatural-Runde zu Halloween war mein Charakter am Ende noch am Leben. Nicht, dass er sich nicht fiese Vorwürfe machte, weil er einen ihm anvertrauten Studenten hatte sterben lassen und zwei weitere Studentinnen spurlos in einer Parallelwelt verschwunden waren. Aber er war am Leben.

Dafür hat es 2015 zwei andere Oneshot-Charaktere von mir dahingerafft:

In dem Call of Cthulhu-Abenteuer „Gatsby und das Große Rennen“ sind die Charaktere in einer Zeitschleife und zwischen drei Parallelwelten gefangen. Wenn dort ein Charakter stirbt, wacht er gewissermaßen als sein Pendant aus einer der anderen Parallelwelten wieder auf. Meinem Charakter ist das passiert, was ein genialer, aber anstrengender Twist war – aber am Ende auch nicht von Dauer, denn als die Zeitschleife dann aufgelöst wurde, war auch er wieder am Leben und ohne Erinnerung daran, was die vorigen zig Umdrehungen in der Schleife alles passiert war.

Und meine Monsterhearts-Fee ertrank* im epischen Finale tragisch, weil sie einen Mitcharakter – eine Infernal, die selbst ins Wasser gegangen war – vergeblich zu retten versuchte, während der in seinem Darkest Self gefangene Mortal tatenlos daneben stand und ihr, als sie es dann erschöpft aufgab, nicht nach draußen half. Was dann übrigens wiederum dazu führte, dass der Liebste der Fee, der Werwolf, den Mortal wütend in Stücke riss und selbst in Verzweiflung und Bitterkeit in die Wälder floh. Hach ja. Drama.

*wobei wir das um der Geschichte willen nochmal ein bisschen umerzählten: Weil es das Ganze noch etwas fieser machte, kehrt die Fee mit ihrem Tod zurück ins Feenreich, hat aber keinerlei Möglichkeit mehr, jemals wieder mit der Welt der Sterblichen – also vor allem mit ihrem Liebsten – Kontakt aufnehmen zu können. Nur durch Wasserflächen kann sie gelegentlich einen Blick auf die Welt erhaschen. Und auch ihr Liebster glaubt manchmal, ihr Gesicht in einer Pfütze oder einem Tümpel zu sehen – woraufhin er mit einem verzweifelten Aufheulen die Pranke durch das Wasser zieht, damit er das Bild nicht länger sehen muss…

Bonusfrage: Ich würde mir wünschen, dass sich eine der nächsten Blog-O-Quest um einzelne/bestimmte RPG-Genres drehen würde, weil ich mir vorstellen könnte, dass es interessant wäre, mal die Meinung der anderen Quest-Teilnehmer zu den unterschiedlichen Genres zu lesen.

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