Supernatural – Hexenjagd in Dana Point

Dana Point, Kalifornien. Ein ganzer Kontinent von Burlington entfernt. Aber Bones Gate hat hier ein Haus. Wieder mal. Zum Glück ist dieses hier tatsächlich harm- und geisterlos und als Wohnheim geeignet – oder wofür auch immer die Verbindung das Haus haben will, einen ganzen Kontinent von der Universität entfernt. Ethan fragt nicht. Ethan fliegt hin, als er den Auftrag erhält, und bringt das Haus in Schuss. Auch wenn das vorher eine längere, mühsame Erklärung für Artie bedeutet, warum er für paar Tage weg muss und nicht bei dem Jungen bleiben kann, bis sie nach Arkansas fahren.

In Dana Point ist irgendeine Messe oder sowas. Jedenfalls gibt es nur in einem Hotel noch Zimmer, die einigermaßen erschwinglich sind. Bones Gate zahlt zwar, aber auch Bones Gate zahlt nicht unendlich.

Am vierten Morgen, die Arbeiten an dem Haus sind beinahe beendet, trifft Ethan im Restaurant des Hotels auf ein bekanntes Gesicht. Drei bekannte Gesichter, um genau zu sein. Er zieht sich am Frühstücksbüffet gerade einen Kaffee aus der Maschine, da tritt eine junge, dunkelhaarige Frau neben ihn. Sam Blackwood, von der Sache mit dem roten Haus. Und da hinten, an einem Zweiertisch am Fenster, sitzt Bart Blackwood, ebenfalls vom roten Haus, zusammen mit diesem FBI-Agenten aus dem Diner. Diesem FBI-Agenten, vor dem Irene und er sich mit Bianca abgesetzt haben. Oh oh. Ethan sieht weg, hofft, dass er nicht bemerkt worden ist. Weiß aber, dass sich das auf Dauer garantiert nicht wird vermeiden lassen. Drecksmist. Das kann doch kein Zufall sein.

Sam nickt ihm zu, er nickt zurück, und sie setzen sich gemeinsam an einen Tisch. Sie scheint zu denken, er sei wegen der Arbeit hier. Ist er auch, aber nicht die Art von Arbeit, die sie meint. Sam nickt und erzählt, eine Freundin habe sie um Hilfe gebeten. Eine Esoterikerin, die meinte, hier stimme etwas nicht, hier trieben Hexen ihr Unwesen.
Bei der Erwähnung des Wortes „Hexen“ frieren Ethans Züge kurz ein. Dann bietet er ohne zu zögern seine Unterstützung an. Dass Bart Blackwood auch gerade hier ist, verwundert beide. Zufall? Und dieser Typ, mit dem er am Tisch sitzt? Ethan umreißt knapp, unter welchen Umständen er Agent Saitou begegnet ist. Dass sie bei dem Shootout im Diner immerhin auf derselben Seite waren. Sam mag solche Zufälle ebensowenig wie Ethan. Gut für sie.

Sie sitzen noch bei den Resten von Speck und Rührei, als Bart Blackwood beim Hinausgehen an ihrem Tisch anhält. Der Ältere kennt Agent Saitou von einem früheren Fall, sagt er, und berichtet, dass vor ein paar Tagen an einer High School in einer Klasse sämtliche Handys explodiert sind. Der Agent hat wohl den Auftrag, das zu untersuchen; Bart selbst ist eigentlich wegen eines Buches hier, sagt er, hat aber Saitou versprochen, ihm bei der Sache zu helfen. Bittet jetzt auch die beiden am Tisch um ihre Zusammenarbeit. Sam und Ethan sehen einander skeptisch an, stimmen dann aber zu. Sie wollten sich ohnehin in einer halben Stunde in der Lobby treffen. Dann jetzt halt zu viert.

Als Ethan in die Lobby kommt, stehen die anderen alle schon da. Und dabei war er pünktlich. Der FBI-Mann sieht aus wie aus dem Ei gepellt in seinem Anzug. Sam wirkt unbehaglich. Und Bart so, als könne ihn kaum etwas aus der Ruhe bringen. Da keiner das Wort ergreift, Ethan selbst am allerwenigsten, macht der Agent den Anfang mit dem Vorstellen, ausgesucht höflich. Sam hält ihm ein „Sam reicht schon“ entgegen, aber Ethan – er weiß selbst nicht, warum, und bereut es im nächsten Moment schon wieder – stellt sich mit vollem Namen vor.

In einer ruhigen Ecke halten sie Kriegsrat. Agent Saitou macht wieder den Anfang, berichtet ausführlich von den explodierenden Handys, dem Verdacht auf Al Quaida, NSA, was nicht noch alles dergleichen. Alle zur ungefähr gleichen Zeit, kurz vor Schulschluss. Keine Computer, keine Tablets, auch nicht solche mit SIM-Karte, nur Handys. Die anderen spekulieren über Möglichkeiten – Technikfluch, Einschränkungen der Redefreiheit, jemand namens „Giffany“, wer auch immer das sein mag –, während Ethan schweigend zuhört.

Bart erzählt von dem Buch, wegen dem er hier sei. Offensichtlich ein Buch mit Zaubersprüchen. Flüchen, wenn man ganz genau sein will. „Sternenkonstellationen am Freitag“ heißt es, und er selbst ist schon im Besitz von zwei weiteren Bänden der Reihe. Der Bürgermeister von Dana Point hat das Freitags-Buch erstanden, und Bart hätte es gern selbst. Zur Sicherheit, wie er sagt. Agent Saitou ist da aber skeptisch. Solange nichts Illegales im Spiel ist und der Mann das Buch rechtmäßig erworben hat, ist da wohl nichts zu machen. Bartholomew will jedenfalls recherchieren, ob das Buch nicht für einen Fluch verwendet worden sein könnte. Saitou nickt, was Ethan einigermaßen erstaunt. Dass der Mann überhaupt an Flüche und dergleichen glaubt. Im Diner sah das noch ganz anders aus.

Während die beiden Männer zur High School wollen, um sich dort einmal umzuhören, fahren Sam und Ethan zu der Pension, in der Sams Freundin wohnt. Die hat einen ganz ähnlichen Namen, erfährt Ethan. Oder zumindest einen ganz ähnlichen Künstlernamen. Sie nennt sich nämlich Amantha Garlick und ist ein Medium. Feng Shui und Kristalle und Kräuter und solche Dinge.
Die Pension spiegelt genau das wider. Traumfänger und Kristalle über der Tür, verwunschener Garten. Alle Pflanzen gesund, da steckt ein Gärtner – oder eine Gärtnerin – viel Liebe rein.

Ist eine Gärtnerin, stellt sich heraus. Freundliche alte Dame, die sich als Melinda Mason vorstellt und dem „jungen Paar“ – ha – umgehend ein Zimmer anbietet. Bei der Erwähnung von Miss Garlick allerdings verdüstert sich das Gesicht der Wirtin. Die arme Miss Garlick sei tot, erklärt sie bedrückt. Einfach vor ein paar Tagen umgefallen. Hirnschlag. Mitten während des Bücherkreises. So tragisch. Jede Hilfe kam zu spät, nicht mal der Amethyst auf der Brust habe geholfen.

Ethan, der sich die Erzählung mit neutralem Gesichtsausdruck anhört, ist nicht einmal sonderlich verwundert. Wie sagte Sam vorhin noch gleich? Solche Zufälle mag sie nicht. Wie recht sie hat. Jetzt macht seine Begleiterin ein bestürztes Gesicht, sieht angemessen geschockt aus und bittet darum, das Zimmer ihrer Freundin sehen zu dürfen. Sie darf. Der Raum ist allerliebst eingerichtet, hält sich aufs Haar an die Prinzipien des Feng Shui – wie Sam ihm mitteilt; selbst kann Ethan sowas nicht einschätzen – und riecht vage nach Räucherwerk. Außerdem ist er frei von persönlichen Gegenständen: Was nicht bei der Polizei gelandet ist, hat vermutlich die Wirtin weggeräumt, um das Zimmer wieder an den Gast bringen zu können.

Sam nimmt das Angebot an. Erklärt mit einem Lächeln, dass sie erstmal zwei oder drei Nächte oder so bleiben wolle, dann werde sie weitersehen. Aber kaum sind sie allein, weil Mrs Mason gegangen ist, um das Gästebuch und Tee zu bringen, lässt die andere Jägerin das Lächeln fallen. „Die erzählt nicht alles.“
„Nicht trinken“, erwidert Ethan. Ihm ist an der alten Dame zwar nicht direkt etwas aufgefallen, aber die Vorsichtsmaßnahme ist nie verkehrt, und umso mehr, wenn die Wirtin etwas verschweigt. „Sowieso nicht!“, schießt Sam zurück. Kommt es ihm nur so vor, oder klingt ihre Stimme ein wenig defensiv, ein wenig nach „ich kann schon auf mich aufpassen, vielen Dank“?

Als Mrs Mason wiederkommt, füllt Sam ihre Zeile des Fremdenbuchs langsam und sorgfältig aus, und Ethan sieht, wie ihre Augen dabei forschend über die anderen Einträge schweifen. An dem nach Kräutern und Blüten duftenden Tee nippen beide tatsächlich nur, machen ein nichtssagendes Kompliment über den Geschmack und erfahren die Zutaten, ehe die alte Dame sie wieder allein lässt.

Umgehend machen sie sich an die Untersuchung des Zimmers. Vielleicht ist der Polizei ja doch etwas entgangen. Und tatsächlich. Im Schreibtisch klemmt eine Schublade. Erst als Ethan das Fach unter Einsatz von etwas Fingerspitzengefühl und Kraft befreit hat, kommt der Grund für die Blockade zum Vorschein: eine Zeitung ist nach hinten in den Spalt zwischen Lade und Tisch gerutscht und hat sich dort verkantet. Es ist ein Sensationsblatt, das papierene Gegenstück zu dem Forum, in dem er gelegentlich liest und noch viel seltener selbst einen Beitrag postet. Der nach oben gefaltete Artikel handelt von einer Froschplage im örtlichen Radiosender, bei dem bis auf eine Ausnahme die Leute, die die Tiere berührt haben, hässliche Warzen an den Händen davongetragen haben. Und natürlich spekuliert die Gazette über Chemtrails oder den Einfluss der Echsenmenschen als Grund. Ha. Ethan reicht die Zeitung wortlos an seine Begleiterin weiter, denn am Rand des Artikels befindet sich eine handschriftliche Notiz. Da stehen die Namen verschiedener Kräuter sowie die Worte „Fluch?“ und „Sam!“

Das Revolverblatt stecken sie ein. Ehe sie gehen, sprechen sie dann noch einmal – oder besser, spricht Sam dann noch einmal; Ethan hält sich wie so oft schweigend im Hintergrund – mit der Wirtin. Die erklärt, dass Miss Garlick in der Stadt gewesen sei, um Wale zu beobachten, vor dem tragischen Unglück habe sie das Zimmer eine Woche lang gemietet. Falls Sam mit der Polizei sprechen wolle, solle sie sich doch an ihren Enkel Cedric wenden. So ein lieber Junge, der Cedric.

Zurück im Hotel, tauschen die vier Jäger Informationen aus. Jons FBI-Ausweis hat ihm und Bart an der High School einige Türen geöffnet. Bei ihren Befragungen kam folgendes heraus: Das Handy einer einzigen Schülerin aus der Klasse ist nicht kaputtgegangen. Carrie Waters, Typ Grufti, Typ Mobbingopfer. Ihr zufolge habe vermutlich? vielleicht? der Metallaufkleber auf ihrem Handy das Gerät vor dem Explodieren bewahrt. An dieser Darstellung zweifelt Agent Saitou allerdings, wie er durchklingen lässt, weil das Mädchen dabei nicht so ganz überzeugend klang.
Carries größte Feindin, und das Mädchen, von dem sie gemobbt wird, ist Krystle Hill, die Tochter des Bürgermeisters. Ausgerechnet. Befreundet ist sie dagegen mit einem Jungen namens Juan Garcia, der Krystle und ihre Clique genauso wenig mag wie Carrie, wie Jon und Bart bei der Befragung des Jugendlichen herausgefunden haben. Juan jobbt beim Radio, wo er die eine oder andere Schülersendung moderiert und für seine sarkastischen, kritischen Beiträge bekannt ist. Die Froschplage, von der Sam und Ethan schon wissen, hat er ebenfalls mitbekommen. Er glaubt allerdings fest an einen rational erklärbaren Grund, hat keine Geduld für okkulte Spinnereien. Krystle Hill, deren Mutter anscheinend vor einer Weile gestorben ist, hält der Junge Jons und Barts Aussage zufolge für eine miese kleine Zicke, ihre Schwester sei viel netter.

Weil die Froschplage nun schon erwähnt wurde, reicht Ethan die Zeitung herum, während Sam vom Tod ihrer Freundin erzählt. Dass das Medium so passend gestorben sein soll, kommt allen verdächtig vor, ebenso wie die Tatsache, dass die Ausnahme, die in dem Artikel erwähnt wird, niemand anders ist als Juan Garcia.

Hm. Die beiden typischen Außenseiter, die beiden typischen Mobbingopfer. Beide nicht von den Vorfällen – den Flüchen – betroffen. Seltsam.
Sam findet, die beiden Jugendlichen hätten sich vielleicht irgendwie vor dem Fluch geschützt, ohne selbst zu wissen, wie, einfach versehentlich.
Bart Blackwood, immer der Gelehrte, erklärt, dass der Fluch von der Hexe vielleicht falsch interpretiert worden sein könnte. Dass die direkten Ziele des Fluchs vielleicht nur die Überträger waren. Ethan zuckt zusammen, als er das hört. „Überträger“. Was für ein Wort. Aber ja. Das passt. Überträger. Eines Virus. Einer Seuche. Des Todes. Dennoch fällt ihm noch ein anderer möglicher Grund ein, warum Carrie und Juan verschont worden sein könnten. „Verdacht auf sie lenken?“, schlägt er vor.

So oder so, Krystle Hill verdient nähere Beachtung. Die konnten Jon und Bart in der Schule nicht befragen, weil sie nach dem Schock noch nicht wieder am Unterricht teilnimmt, sondern in therapeutischer Behandlung ist. Und sie ist die Tochter des Bürgermeisters. Eben jenes Bürgermeisters, der das Buch ersteigert hat, das Bart so dringend hatte erwerben wollen. Wie er auch schon andere, ähnliche Bücher dieser Art erstanden hat, wie Bartholomew weiß, nur bisher kein so gefährliches. Oder vielleicht hat es gar nicht der Vater gekauft, sondern das Töchterchen mit Papas Kreditkarte?

Mit seinen FBI-Ressourcen kommt der Agent an die im Internet gespeicherten Daten des Mädchens. Die Kleine scheint tatsächlich eine ziemliche Zicke zu sein. Für die meisten anderen Menschen hat Krystle nur Verachtung übrig. Vor allem für Julianna – die Schwester – und für Serena Dos Ojos, die demokratische Kandidatin, die bei der nächsten Bürgermeisterwahl, die bald stattfinden soll, gegen ihren Vater antreten wird. Weitere Opfer von Krystles Feindschaft sind die Sportlehrerin, Nadine Fuentes, Carrie Waters, die ihr in der Mall ein Kleid weggeschnappt hat, Juan Garcia wegen seiner spitzen Kommentare, und das Starbucks im Stadtzentrum ist ein absoluter Loser-Verein. Einen Freund hat sie aber. Jeremy Mason heißt er – erstaunlich viele Masons in dieser Stadt –, und in ihren Daten beschwert Krystle sich über seine Ungeduld. Anscheinend will er nicht wie seine Freundin warten, bis sie mit der High School fertig sind, ehe sie miteinander schlafen. Ethan runzelt die Stirn, als er das hört. Wenn sie ihm wichtig genug ist, dann wird der Typ auch mit Warten zurechtkommen. Wenn nicht… zeigt das, was für ein Kerl er ist. Teenager-Hormone und Teenager-Ungeduld hin oder her.

Nach der Besprechung zieht Agent Saitou alleine los, weil er als FBI-Mann am besten mit den örtlichen Gesetzesvertretern sprechen kann. Als er zurückkommt, hat er Neuigkeiten. Auf der Polizei hat Jon sich nach weiteren Fällen wie dem mit den Handys und den Fröschen erkundigt. Und tatsächlich, in einem Starbucks gab es vor einer Weile ein Vorkommnis. Alle Gäste, und auch die Angestellten, mit einer Ausnahme, haben an einem bestimmten Tag eine Lebensmittelvergiftung erlitten. Infolgedessen ist das Café derzeit geschlossen.
Und die interessanteste Nachricht: Amantha Garlick, die mit echtem Namen Amy Hoover hieß, ist an einem Aneurysma gestorben. Da sie erst Anfang 30 war, ist das anscheinend selten, aber nicht unmöglich.

Nicht nur die interessanteste Nachricht. Auch die bestürzendste. Bei dem Wort ‚Aneurysma‘, und vor allem bei Agent Saitous knapper Beschreibung von Blut aus Nase und Mundwinkel, erstarrt Ethan. Es ist ihm völlig klar, dass die anderen das bemerken, bemerken müssen, aber er kann es nicht verhindern.
Was los ist, wollen sie wissen. Natürlich wollen sie das.
„Schon mal gesehen“, presst Ethan mit Mühe hervor. „Fluch.“
„Vielleicht hat Amantha etwas Gefährliches herausgefunden und musste deswegen sterben“, mutmaßen Sam und der Agent.
„Und genau aus diesem Grund ist es so wichtig, dass ich das Buch in Verwahrung habe und niemand anderes“, erklärt Bartholomew.
Wie hoch die Auflage dieser „Sternenkonstellationen“-Bücher sind, will irgendwer wissen. Agent Saitou? Samantha? Ethan hört nicht richtig hin, bekommt auch Barts Antwort, dass die Bücher handgeschrieben seien und deswegen nur eine winzige Auflage haben könnten, nur am Rande mit. Ähnlich abgelenkt ist er bei Sams nächstem Vorschlag. Irgendwas von wegen mit Krystle reden, dafür sorgen, dass sie das Buch aufgibt.

„Ethan.“
Er blinzelt. Sieht auf. Die anderen schauen ihn an – offensichtlich war das gerade nicht das erste Mal, dass sein Name in den letzten Sekunden gefallen ist.
„Hmm?“
„Sie haben sowas schon einmal gesehen, sagten Sie?“
Er knirscht mit den Zähnen, nickt dann.
„Wie wurde der Fluch in dem Fall übermittelt?“ Bart. Natürlich Bart. Der Gelehrte. Klar, dass der bohren muss. Aber Ethan ist ja auch selbst schuld. Warum hat er nicht die Klappe gehalten?
„Worte.“
„Und an das eigentliche Opfer?“ Verdammt, reicht es dem Kerl nicht bald? Wer sagt dem überhaupt, dass es ein Opfer gab neben dem Fluchempfänger? Woher weiß der das? Ethans Wangenknochen treten schon hervor, so fest beißt er die Zähne aufeinander.
„Kontakt.“
„Und wie haben Sie das Problem damals letztendlich gelöst?“ Das ist nicht mehr Blackwood, sondern Agent Saitou. Ganz der Geheimagent.
Genug. Es ist genug. Ethan bringt die beiden kleinen Worte nicht nicht über die Lippen. Aber sein Schweigen spricht dafür umso lauter für ihn. Gar nicht.

Ethan ist dem FBI-Mann zutiefst dankbar, als dieser das Thema zumindest halbwegs wechselt und fragt, ob nur Frauen diese Art von Magie überhaupt beherrschen, oder ob es auch männliche Hexen geben kann. Das geht, erklärt Bart Blackwood, kommt aber eher selten vor, weil dieses Wissen doch meistens in der weiblichen Linie weitergegeben werde.

Anschließend sitzt Ethan mit sorgfältig kontrolliertem Gesichtsausdruck schweigend dabei, während die anderen diskutieren, dass es in letzter Zeit noch einen zweiten Fall von Aneurysma gegeben hat: Krystle Hills Mutter, vor drei Monaten etwa. Auch die erste Frau des Bürgermeisters ist verstorben, an Krebs allerdings, und schon vor 17 Jahren. Das muss für das Kind, die von Krystle so verachtete Julianna, auch ein ziemliches Trauma gewesen sein, die Mutter in so jungen Jahren zu verlieren.

Agent Saitou hat die Idee, dass Sam sich doch vielleicht mit dem Mädchen unterhalten und vielleicht sogar ein bisschen anfreunden könnte. Immerhin ist Sam ungefähr im selben Alter wie Julianna. Zu finden sein dürfte die ältere Schwester leicht: Sie jobbt als Kellnerin in einem Restaurant am Strand, das vor allem Walbeobachter als Kunden hat.

Ethan hingegen beschließt, sich diesen Jeremy mal ansehen zu gehen. Krystle hat irgendwas davon erwähnt, dass der Junge Football spielt, also stehen die Chancen nicht so schlecht, dass er noch in der Schule ist.
Tatsächlich treibt Jeremy sich auf dem Football-Feld der High School herum. Der Junge sieht aus wie der typische Quarterback, Marke All-American Jock. Er bemüht sich sichtlich, ein Mädchen zu beeindrucken, das auf der Tribüne sitzt. Blond, hübsch, gestylt. Reich. Und ja, sie lässt sich beeindrucken. Sieht Jeremy ganz vernarrt zu.

Ethan hatte eigentlich den Jungen nur beobachten wollen, gar nicht groß mit ihm reden, aber als der sein Training beendet, geht er doch zu dem Teenager hin.
Hätte er das mal besser gelassen.

Von der ersten Sekunde an ist Jeremy auf Krawall gebürstet. Ethan hat kaum den Mund aufgemacht, die sorgfältig vorüberlegte Frage gestellt, ob der Junge Jeremy Mason sei, der Freund von Krystle Hill, da blafft der Footballspieler ihn an. Ob er etwa ein Privatschnüffler sei, den Krystle ihm auf den Hals gehetzt habe.
„Nein“, erwidert Ethan knapp, kann sich dann aber doch die Spitze und den Seitenblick auf die blonde Prinzessin nicht verkneifen. „Sollte sie?“

Ein Fehler, denn nun tobt der Junge los. „Diese eifersüchtige Irre ist ja krank im Kopf!“ Und dann, beflügelt von der Anwesenheit des blonden Prinzesschens, geht er tatsächlich körperlich auf Ethan los. Der weicht dem Tritt locker aus, ohne sich jedoch zu wehren oder eine drohende Geste zu machen – aber dann trifft ihn die direkt hinterhergeschobene Faust des Halbwüchsigen mit voller Wucht mitten ins Gesicht.

Jetzt reicht es. Ethan packt den Burschen am Kragen und schüttelt ihn. Er könnte den Typen jetzt nach Strich und Faden verprügeln, aber dafür ist er nicht hier. Und seine Art ist es auch nicht. Er funkelt den Jungen also lediglich an und zischt: „Lass das.“
Jeremy tritt nicht mehr um sich, scheint ziemlich eingeschüchtert, wenn auch nicht vollkommen. Prinzesschen zetert von der Tribüne.
„Will doch nur reden“, brummt Ethan. „Über Krystle.“
„Was soll mit Krystle sein?“ fragt der Junge, einen patzigen Ton in der Stimme.
„Läuft OK?“
„Was? Klar läuft es OK. Läuft ganz prima!“
„Mmhmm.“ Zweifelnder Tonfall. Ethan nickt mit dem Kinn zum Prinzesschen hin. „Und sie?“
„Was? Sie spinnen, ja, Mann, da läuft gar nix! Sie ist ’ne gute Freundin, weiter nichts, okay? Und überhaupt, das geht Sie gar nichts an, ich gehe zur Polizei und erstatte Anzeige wegen Angriff auf einen Minderjährigen!“

Ethan verzichtet auf die Bemerkung, dass der Junge ihn angegriffen hat und lässt Jeremys Kragen mit einem letzten angewiderten Rucken los. Das Mädchen kommt hergerannt, und die beiden machen den Abgang. Jeremys stolzierender Gang deutet von seinem Triumph, es diesem Erwachsenen so richtig gezeigt zu haben.
Super. Das ist ja ganz spitzenmäßig gelaufen. Aber was hat er auch erwartet. Schuster, Leisten, und so.

Bis Ethan beim Whale Watching Restaurant ankommt, wo er Sam treffen will, hat sein Auge ein astreines Veilchen entwickelt. Na toll.
Prompt lacht Sam ihn aus, als er sich im Restaurant zu ihr an den Tisch setzt. „Hast du dich etwa mit einem Teenager geprügelt?“
„Nein“, brummt Ethan. „Eben nicht.“
In knappen Worten schildert er seine Begegnung mit Jeremy. Dessen überdeutlicher Flirt mit dem anderen Mädchen, seine Paranoia, seine Beleidigungen gegenüber seiner Freundin – und wie er sofort grundlos ausgeflippt ist.

Die beiden Jäger sprechen nicht übermäßig laut, aber doch laut genug, dass der Grund für ihre Anwesenheit hier, ein Mädchen mit dunkelrotem Haar von vielleicht neunzehn oder zwanzig, dem Gespräch problemlos folgen kann, während sie gerade den Tisch nebenan abräumt. Julianna Hill hat dabei ein leises, amüsiertes Lächeln auf dem Gesicht, scheint aber selbst nicht groß emotional involviert, nicht mal, als sie hört, dass deren Freund ihre Schwester als „eifersüchtige Irre“ bezeichnet hat.

Als Julianna an ihren Tisch kommt, um ihre Bestellung aufzunehmen, spricht Sam das Mädchen kurzerhand auf den Handy-Vorfall in der Schule an. Ja, davon hat Julianna schon gehört, und auch, dass ein unglaublich gutaussehender FBI-Mann in der Stadt sein soll.
Sam hat dieses Smalltalk-Ding echt gut drauf. Ganz beiläufig fragt sie, ob Julianna noch zuhause wohnt, weil sie – also Sam – so Dinge über ihre Schwester gehört habe. Dass Krystle komische Sachen machen würde. Und erstaunlicherweise antwortet Julianna offen und rückhaltlos, will gar nicht wissen, warum Sam das überhaupt fragt. Ja, Krystle habe in letzter Zeit mit lauter so bescheuertem Zeug angefangen, Eso-Magazine und sowas. Sie wisse es aber nicht genau, weil das Verhältnis zwischen den beiden Mädchen nicht so das allerbeste sei. Trotzdem sei es seltsam, weil Krystle eigentlich niemand sei, der sonderlich gut oder schnell lerne – und eigentlich benutze sie normalerweise ihren Kopf zu nichts anderem, als Makeup draufzuschmieren. Aber vielleicht wolle sie ja ihrem Dad imponieren, der lese dieses Zeug nämlich auch und sammele alte Bücher.

Krystles Dad. Guter Punkt. Der ist ja auch Juliannas Dad. „Versteht ihr euch?“ wirft Ethan von der Seite ein, aber auch das hätte er wohl besser lassen sollen, denn auf die Frage macht die junge Kellnerin ein sorgfältiges Pokergesicht. „Ist halt mein Dad“, erwidert sie, und dann verabschiedet sie sich sehr schnell mit der Bemerkung, dass sie weiterarbeiten müsse. Sam steckt ihr noch schnell einen Zettel mit einer eMail-Adresse drauf zu, „falls was ist“, den Julianna etwas verwirrt beäugt, aber in die Tasche steckt, ehe sie sich verzieht.

Ethan zuckt entschuldigend mit den Schultern, aber Sam winkt ab. „Das sagt uns auch was.“
In leisem Ton erzählt die andere Jägerin Ethan dann noch, dass sie nochmal in der Pension war, um ihre Sachen hinzubringen, ehe sie ins Restaurant kam. Dort habe sie Mrs Mason nach dem Bücherzirkel gefragt, in dem Amy war. Man liest historische Romantikschmöker, Gartenbücher und Esoterisches. Alles nicht sonderlich hexenartig, aber das würden sie auch kaum zugeben, wenn dem so wäre. Jedenfalls hat Mrs Mason Sam dazu eingeladen, sich dem Lesekreis doch anzuschließen, sie sähe da „Potential“ in ihr. Was auch immer das heißen mag. Sams Einwand, sie wisse doch gar nicht, wie lange sie überhaupt in der Stadt sein werde, habe die Wirtin jedenfalls gepflegt überhört.

Nachdem sie sich wieder mit den anderen getroffen haben, erklärt Sam, es wäre doch interessant herauszufinden, ob Krystle oder ihr Vater Mitglieder in diesem Buchclub sind. Außerdem kommt die Vermutung auf, dass auf den explodierten Handys vielleicht irgendwas gewesen sein könnte, was nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte. Aber im Cloudspeicher kann Agent Saitou nur den letzten Stand von ca. 2 bis 3 Stunden vor dem Crash ausfindig machen. Und alle Daten, die sich nicht in der Cloud befinden, sind ohnehin verloren. Das war also nur mäßig erfolgreich. Naja. Nicht zu ändern.

Eines steht fest: Das Buch von den Sternenkonstellationen hat bei den Hills nichts verloren.
Bart Blackwood hat auch in der Zwischenzeit nochmal genauer seine Bücher überprüft. Er besitzt ja schon zwei aus der Reihe. Das Buch vom Dienstag widmet sich Flüchen, die direkt gegen Personen gerichtet sind, Krankheiten und solche Dinge. Der Donnerstag hingegen beschäftigt sich mit Flüchen gegen Tiere, die jemandem gehören: Reitpferde, Vieh, sowas. Vermutlich gibt es auch ein Buch, das Flüche gegen Gegenstände enthält, und vielleicht auch eines gegen Gebäude.
Ethan knirscht schon wieder mit den Zähnen, als der Gelehrte das berichtet. Wenn es nach ihm geht, gehören solche Bücher verbrannt. Allesamt. Wer weiß, vielleicht war es genau ein solches Buch, aus dem–

Nein. Den Gedanken schneidet er ganz schnell ab, ehe er ihn zuende denken kann. Das hilft jetzt nicht weiter. Aber so gar nicht.

Sam allerdings scheint in Bezug auf solche Werke ganz ähnlich zu denken wie Ethan.
„Was machst du eigentlich, wenn du so Bücher bekommst?“ fragt sie ihren Cousin.
„Aufbewahren“, ist dessen Antwort. „Ich habe eigens für diese Zwecke einen Tresor in meinem Wagen.“
„Du zerstörst die nicht?“ Der Zweifel in Sams Stimme ist nicht zu überhören.
„Das wäre vermutlich eher unklug“, erwidert Blackwood gelassen. „Dann könnte man in Situationen wie dieser, in der wir uns gerade befinden, nicht länger darauf zurückgreifen.“
„Aber was, wenn dir was passiert?“ bohrt Sam weiter.
„Dann würde sich die Familie der Objekte annehmen. Die haben Orte, wo man genau so etwas sicher unterbringen kann.“
„Klar haben sie das“, murmelt Sam in einer Mischung aus Resignation und unbesänftigtem Misstrauen, aber sie fragt nicht weiter.

„Wie sind Sie überhaupt auf das Buch aufmerksam geworden, Mr Blackwood?“ will der Agent wissen.
Es gebe da diese Auktionsplattform im Internet, erklärt der Gelehrte. So ähnlich wie eBay, aber eben für… Spezialgegenstände. Nur unter Eingeweihten bekannt.
„MagieBay“, entfährt es Ethan. Er blinzelt verlegen, während die anderen erstaunt zu lachen beginnen.
„Du solltest öfter Witze machen“, lächelt Sam ihm zu, was seiner Verlegenheit allerdings keinen Abbruch tut.
„Jetzt schüchter den armen Mann doch nicht ein“, kommt prompt von Bart.

Es ist Ethan nur recht, dass die Gruppe beinahe umgehend das Thema wechselt. Denn einen Aspekt haben sie bislang noch kaum bis gar nicht ausgelotet. Die Tatsache nämlich, dass Richard Hill der Bürgermeister hier im Ort ist und einen Wahlkampf zu führen hat. Kurze Recherche ergibt, dass die demokratische Kandidatin, Serena Dos Ojos, derzeit in den Umfragen vorne liegt und es nach momentanem Stand so aussieht, als würde sie Hill gehörig das Wasser abgraben. Das liegt vor allem daran, dass die Republikaner sich derzeit dank der spinnerten Reden eines gewissen in die Politik gegangenen Immobilien-Tycoons ziemlich unmöglich machen. Aber vielleicht auch ein bisschen an einem Zeitungsartikel, der vor kurzem veröffentlicht wurde sind und in dem Ms Dos Ojos gehörig gegen den Esoterik-Trip des Bürgermeisters wettert und Hill ganz direkt mit Donald Trump vergleicht.

Der allerdings hat sich gewehrt. Denn auch die Demokratin hat Dreck am Stecken, oder zumindest Dinge in ihrer Vergangenheit, die sich in einem schmutzigen Wahlkampf wunderbar ausschlachten lassen. Offenbar hatte Ms Dos Ojos einen etwas verschrobenen Großvater, der Augen sammelte. Fotos von Augen, Gemälde von Augen, eingelegte Augen im Glas. Und es gibt einen dem FBI bekannten Serientäter, der im ganzen Land unterwegs ist und toten Kindern die Augen herausschneidet. Und außerdem gab es auch mal einen ungeklärten Mord in einem Ort namens Bright Eyes.
Eigentlich gibt es keinerlei Verbindung zwischen dem alten Señor Dos Ojos und dem Kindermörder oder dem Bright Eyes-Typen, aber der Zeitungsartikel – natürlich, es ist ein Wahlkampfartikel – lässt es zwischen den Zeilen dennoch so aussehen. Sehr fair. Aber gut, die Demokratin hat ja mit ihrem Artikel über den Eso-Spinner Hill ja auch Schmutz gewaschen.

So oder so sollte man den Bürgermeister nochmal unter die Lupe nehmen, beschließen die Jäger. Außerdem steht ja auch noch das Gespräch mit Töchterchen Krystle aus. Agent Saitou und Bart Blackwood vereinbaren also für den Nachmittag einen Termin mit Mr Hill in dessen Büro, bei dem auch Krystle anwesend sein soll. Und Sam und Ethan wollen indessen die Gelegenheit nutzen, sich im Haus des Bürgermeisters einmal unauffällig umzusehen. Sich als von Hill beauftragte Handwerker auszugeben, sollte kein Problem darstellen; das nötige Zubehör kann Ethan aus dem Bones Gate-Haus holen.

Angetan mit weißen Overalls und je einem Werkzeugkasten in der Hand, stehen die beiden Jäger kurze Zeit später vor der Villa der Hills. Eine Haushälterin in grauer Uniform öffnet, und Sam lässt wieder ihre Überzeugungskunst spielen, während Ethan danebensteht, sie machen lässt und wie ein Handwerker aussieht.
Sam erzählt etwas vom geplanten und vom Bürgermeister beauftragten Umbau der Bibliothek. Die Haushälterin ist zwar etwas verwundert, weil sie von einem Umbau nichts weiß, lässt die beiden aber ein und führt sie zur Bibliothek. Die abgeschlossen ist. Natürlich ist sie abgeschlossen. Die Haushälterin hat keinen, aber natürlich müssen die ordentlich beauftragten Handwerker selbst einen haben, sonst könnten sie ihre ordentlich beauftragten Arbeiten nicht durchführen.
Zum Glück geht sie sich dann wieder ihren Aufgaben widmen, sodass Sam das Schloss zur Bibliothekstür knacken kann. Das tut sie sogar ausgesprochen geschickt und ohne auch nur den geringsten Kratzer zu hinterlassen. „Tadaa!“
Ethan klopft ihr anerkennend auf die Schulter.

Die Bibliothek ist innen ebenso edel eingerichtet, wie Ethan das anhand dessen, was er in der Halle von der Residenz des Bürgermeisters sehen konnte, schon vermutet hat. Viel warmes, teures Holz, auf Hochglanz poliert. Ein vornehmer Lesetisch mit bequemem Ledersessel dahinter. Regale. Und Vitrinen, weiter hinten im Raum. Viele Vitrinen. Richard Hill ist leidenschaftlicher Sammler, ganz offensichtlich. Jede Menge Erstausgaben, und in den Vitrinen – verschlossen allesamt – alt aussehende, ledergebundene Folianten. Die meisten Bücher leider ohne Beschriftung auf dem Rücken. Zeitschriften, lauter Esoteriktitel, und alle sichtlich gelesen. Und Hill scheint selbst Bücher zu restaurieren, denn es findet sich auch ein Tisch mit den nötigen Materialien, sowie ein weiterer mit Dingen, die man zum Archivieren braucht. Sam fotografiert alles, so detailliert wie möglich. Für Bart, sagt sie. Guter Plan.

Das Sternenkonstellationenbuch, dessen Aussehen Blackwood ihnen beschrieben hat, finden sie nicht. Aber dafür ein handgeschriebenes Tagebuch auf einem der Tische, das Sam einsteckt.
Und keine Sekunde zu früh, denn da kommt die Haushälterin hereingestürmt, sichtlich aufgebracht. Sie habe mit dem Büro des Bürgermeisters telefoniert, und dort wisse man nichts von einem Bibliotheksumbau. Was das zu bedeuten habe? Die beiden „Handwerker“ sollen jedenfalls die Bibliothek sofort verlassen und in der Einangshalle warten. Der Bürgermeister sei schon auf dem Weg, dann werde man das klären.
Sam und Ethan nicken höflich, machen freundliche Bemerkungen von wegen, dass sich das Missverständnis sicherlich bald aufklären werde, und tun so, als wollten sie tatsächlich im Foyer warten. Doch kaum hat die Haushälterin ihnen den Rücken zugedreht, verziehen sie sich schleunigst.

Die anderen waren indessen auch nicht untätig. Bei dem Termin mit dem Bürgermeister hat Hill offensichtlich seine politischen Muskeln spielen lassen und nur aus „Nettigkeit“ mit dem FBI geredet, obgleich er es ja gar nicht müsste. Die Herablassung hat Agent Saitou gekontert, indem er dem Mann noch extra Honig um den Bart geschmiert hat. Töchterchen Krystle hingegen war von dem feschen FBI-Mann schwer angetan und hat offen mit ihm gesprochen. Dass ihr Telefon in Flammen aufging, scheint ein echter Schock für sie gewesen zu sein, aber von Hexen hat sie schon mal etwas gehört.
Bei der Bemerkung allerdings sei ihr der Vater über den Mund gefahren, erzählt Jon. So etwas wie Hexen gebe es nicht. Und dann hätte er die Besucher ziemlich schnell aus seinem Büro hinauskomplimentiert. Dennoch konnte Jon dem Mädchen seine Visitenkarte übergeben und dem Bürgermeister noch das Eingeständnis entlocken, dass seine Familie ihm viel bedeute.

Immerhin ist es Bartholomew während des Schlagabtauschs zwischen Agent Saitou und Richard Hill gelungen, unauffällig die Runen und Glyphen vom Schreibtisch des Bürgermeisters abzuzeichnen. Jetzt untersucht der Gelehrte die Zeichen genauer. Sie sind ziemlich gut gemacht, berichtet er, und sollen wohl dazu dienen, das Amt des Bürgermeisters zu sichern. Der Mann weiß also anscheinend durchaus, was er tut.

Hills Tagebuch ist ebenfalls ziemlich interessant. Die Einträge beginnen kurz nach dem Tod von Krystles Mutter. Hill schreibt wütend, er wolle unbedingt die Hexe oder Hexen erwischen, die ihr das angetan haben. Was Ethan eigentlich nur allzu gut nachempfinden kann, aber irgendwie klingt es… falsch. Als würde der Mann nicht trauern, sondern wäre vor allem verstimmt darüber, dass jemand ihm, Richard Hill, gegenüber diese Beleididung wagt.
Krystle hingegen scheint wohl durchaus getrauert zu haben, ist aus dem Tagebuch weiter zu entnehmen. Aber damit sie damit aufhört, weil das sowieso nichts bringt, und damit sie diese nicht länger mit Drogen unterdrückt, hat der Vater anscheinend beschlossen, ihr wahre Macht zu zeigen, und sie in sein Tun, sprich die Zauberei, eingeweiht. Die nächsten Einträge berichten von ihren ersten Lernfortschritten, aber dann äußert der Vater sich zunehmend enttäuscht darüber, dass sie keinerlei Ambitionen hat, nur einzelnen Leuten für ihre persönlichen kleinlichen Ziele schaden will und dazu noch bei allen Zaubern kläglich versagt.

Weiterhin schreibt Hill von einem mächtigen, gefährlichen Buch, das er nur allzu gerne in die Hände bekommen würde. Das „Buch des Feuers“, eines der fünf großen Bücher der Hexenkunst, von denen es jeweils nur genau ein Exemplar gibt. Der Bürgermeister erwähnt Italien und eine gewisse Signora Fiora, in deren Besitz sich das Buch befinden soll. Er hat sogar ein Foto von der Hexe aufgetan, auf dem die mit ihrem Lehrling zu sehen ist, einem kleinen Mädchen von vielleicht zehn Jahren.

Bart Blackwood weicht sämtliches Blut aus dem Gesicht, als er das Bild zu sehen bekommt. Das kann er nicht verleugnen, und das will er auch gar nicht. Auf die Fragen der anderen erzählt der Gelehrte mit rauer Stimme, dass er dieses Buch vor Jahren für ein paar Wochen in seinem Besitz gehabt hatte, bis eine Unbekannte seine Buchhandlung niederbrannte. Näheres dazu sagt er nicht, aber es ist zu vermuten, dass die Brandstifterin eben genau jene Frau von dem Foto war.
Am liebsten würde er das Tagebuch behalten, um weitere Nachforschungen anzustellen. Agent Saitou allerdings bittet um eine Kopie des Fotos, da er mit seinen FBI-Möglichkeiten vielleicht mehr herausfinden kann.

Dann wendet sich das Gespräch wieder dem Bürgermeister zu. Dass der Magie beherrscht, ist inzwischen klar. Aber ob er Amy Hoover getötet hat, daran bestehen doch eher Zweifel. Immerhin schreibt er vor allem davon, seine Macht sichern zu wollen. Außerdem erwähnt er ein Ritual, das ihm gewisse Informationen über seine demokratische Konkurrentin verschafft hat, was letztendlich zu dem Artikel gegen sie führte.
Ob die Demokratin eine Hexe ist? Aber warum sollte sie dann die Frau ihres politischen Widersachers töten wollen und nicht den selbst?
Wer könnte der Frau des Bürgermeisters denn etwas Böses gewollt haben? Denn eigentlich, so scheint es, war die allseits beliebt. Vielleicht sollten sie doch nochmal versuchen, mit Richard Hill zu reden.
Sam macht den Vorschlag, man könnte Hill kontaktieren, ihm sein Tagebuch zurückzugeben und dem Bürgermeister anbieten, gemeinsam herauszufinden, wer Amy Hoover und seine Frau umgebracht hat. Denn immerhin gab es da ja deutliche Ähnlichkeiten. Bartholomew ist erst gar nicht glücklich, das Tagebuch mit den Hinweisen auf seine Feindin wieder aufgeben zu müssen, stimmt dann aber doch zu.

Irgendjemand wirft ein, dass vielleicht die nette alte Mrs Mason eine Hexe sein könnte. Immerhin hat Sam bei ihr schon gleich am Anfang gemerkt, dass sie nicht ganz die Wahrheit gesagt hat. Die sollten sie definitiv nochmal näher in Augenschein nehmen. Aber unauffällig. Und vor allem, erst mal der Bürgermeister.

Erst sollten nur die beiden Blackwoods zu dem Treffen gehen, aber dann beschließen sie, dass Ethan besser doch mitkommt. Sicher ist sicher. Agent Saitou, der sich lieber im Hintergrund halten möchte, bleibt im Auto, hört aber über Funk alles mit. Beinahe hätte Ethan grinsen müssen, als der FBI-Mann das kleine Mikrofon anbrachte. Verkabelt wie im Film.

Der Bürgermeister zieht ein Gesicht, als habe er auf eine Zitrone gebissen, als er Sam und Ethan auf den mit Bart vereinbarten Treffpunkt am Strand zukommen sieht. Persönlich kennt er sie zwar nicht, aber seine Haushälterin wird ihm die beiden „Handwerker“ schon deutlich genug beschrieben haben.
„Verstehe“, sagt er kalt. „Sie wollen mich also erpressen.“
Sam schüttelt den Kopf und wirkt wieder ihr Wunder von Überzeugungskraft.
„Wir wollen Ihnen Ihr Tagebuch wiedergeben“, sagt sie ernsthaft. „Es tut uns leid, dass wir das auf diese Weise an uns gebracht haben. Aber es war wichtig.“
Und dann erzählt sie dem Bürgermeister davon, wie ihre Freundin sie kontaktiert hat, und dass sie auf dieselbe Weise gestorben sei wie Hills Frau. Und dass sie doch vielleicht zusammenarbeiten können.

Hill hört sich das alles an, nickt schließlich. Und erklärt, dass er bereit ist, zu helfen, wenn es denn eine konkrete Spur gebe. Wenn er wüsste, wer genau die Hexen seien, dann hätte er sich schon längst um das Problem gekümmert. Denn dieser Hexenzirkel hätte schon öfters mal Leute umgebracht, aber bisher fehle jeder Hinweis auf die Täterinnen.
Warum jemand seiner Frau habe schaden wollen, kann er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Die sei völlig lieb und harmlos gewesen und habe für niemanden eine Bedrohung bedeutet. Nie irgendwelche Ansprüche gestellt. Die einzige, mit der sie sich nicht verstanden habe, sei seine Tochter aus erster Ehe gewesen.
Hill klingt beinahe verächtlich, als er das sagt. Als habe er seine Frau nicht geliebt, sondern sie nur als hübsches, aber dummes, Stück Dekoration betrachtet. Ethan runzelt die Stirn, bleibt aber still.

Bartholomew erwähnt das Buch des Feuers, und die beiden Männer fachsimpeln eine Weile darüber. Ethan versteht zwar längst nicht alles davon, aber dass der Bürgermeister vollkommen ins Schwärmen gerät, das kann sogar er sehen. Bart rät ihm sehr ernsthaft davon ab, dem Buch nachzujagen, zum Besten seiner Tochter. Die wird es nicht in die Hände bekommen, erwidert der Bürgermeister. Aber haben will er es. Auch er klingt sehr ernsthaft, um nicht zu sagen versessen auf das Werk. Bart wiederholt seine Warnung dennoch. Weil er selbst es vor einer Weile mal kurz gehabt habe. Mehr sagt er allerdings nicht dazu. Gut so. Ethan hätte den Gelehrten vermutlich getreten, wenn der einem Fremden, und so einem arrogant-arschigen Fremden dazu, solche persönlichen Dinge anvertraut hätte.

Ehe sie gehen, erklärt Hill noch, er werde Krystles Stümpereien jetzt unterbinden. Das FBI sei ja schon in der Stadt wegen ihres elenden Versagens. Auf seine ältere Tochter angesprochen, reagiert er gleichgültig. Von der erwartet er nichts, die geht bald aufs College. Nein, seine Jüngere ist die, auf der sein Augenmerk liegt. Was für ein fürsorglicher Vater. Brrrr.

Gut. Der Bürgermeister hat Amy Hoover also nicht auf dem Gewissen. Bleibt immer noch dieser Lesezirkel. Zu dem hat Sam ja eine Einladung. Ethan stellt allerdings fest, dass ihm der Gedanke daran nicht sonderlich gut gefällt, die kurzhaarige Jägerin da alleine reingehen zu lassen. Langsam gehen ihnen die Verdächtigen aus, und wenn es wirklich der Lesezirkel ist, dann ist das für Sam ein verdammt hohes Risiko.
Um so erleichterter ist Ethan, als Bart seiner Cousine ein Schutzamulett bastelt, das ihr gegen Flüche beistehen soll. Immerhin etwas. Und Sam wird das Kabel tragen. So können die Männer wenigstens mithören und eingreifen, falls es nötig werden sollte.

Der Literaturklub beginnt harmlos genug. Man unterhält sich über Bücher, auch über esoterische Bücher – und aus den Fragen der alten Dame, die über das Kabel kommen, wird deutlich, dass Mrs Mason Sam irgendwie zu prüfen scheint. Ob sie weiß, wovon sie redet. Ob sie das falsche Esogeschwätz von den echten Dingen unterscheiden kann. Sie kann.

Später gelingt es Sam dann wie geplant, Julianna beiseite zu nehmen und sich mit der jungen Frau zu unterhalten. Erst ist es nur Geplänkel, Belanglosigkeiten, wo Sam herkommt und wie lange sie in der Stadt bleiben will, dann schlägt die Jägerin vor, doch ein wenig an die frische Luft zu gehen. Draußen lenkt Sam das Gespräch vorsichtig auf Juliannas Familie – und wieder ist Ethan beeindruckt davon, wie vorsichtig und unauffällig sie das tut. Aber es gibt ihm auch einen kleinen Stich, denn aus Sams Stimme klingt, zumindest für Ethans Ohren, beinahe so etwas wie Sehnsucht und Resignation. Und Ethan glaubt nicht, dass Sam all das nur vortäuscht, um einen besseren Draht zu Julianna zu finden. Nein, da klingt auch eine ganze Menge echte Sam heraus, denkt er, und das tut ihm leid.

Jedenfalls lädt die Tochter des Bürgermeisters Sam irgendwann ein, bei Gelegenheit den Kräutergarten mit ihr zu besuchen. Dort scheint sie sich gern aufzuhalten, denn sie spricht mit ziemlicher Begeisterung über die Gärtnerei, erwähnt Zauber, die sie mit bestimmten Kräutern gewirkt hat. Kleine, harmlose Dinge. Aber das mit den Fröschen und den explodierenden Handys oder der Magenverstimmung in dem Starbucks war Julianna nicht. Wer es war, weiß sie allerdings auch nicht, sagt sie.
Ein leises „Echt nicht?“ von Sam, dann eine längere Pause, in der Julianna nachzudenken scheint. Schließlich spricht sie weiter, zögerlich. Wachsam.
„Krystle hat in letzter Zeit Interesse gezeigt. Aber die hat soviel Talent wie eine rohe Kartoffel. Ich werde mal mit ihr reden.“
Aus Juliannas Ton wird deutlich, dass die beiden Schwestern sich tatsächlich nicht sonderlich grün sind. Und als Sam dann vorsichtig nach Krystles Mutter fragt, friert die Stimme der jungen Frau gänzlich ein. Aus ihren stockenden Worten schält sich das Bild eines ziemlichen Biests. Einer kaltherzigen Frau, die nach außen hin freundlich tat, aber zuhause die Dienstmädchen verprügelte. Und die versuchte, ihre Stieftochter zu vergiften.
Wem Julianna das erzählt habe, fragt Sam, unendlich sanft. Was sie getan habe.
Niemand habe ihr geglaubt, antwortet Julianna mit zitternder Stimme. Und es sei immer schlimmer geworden. Irgendwann habe sie es nicht mehr ausgehalten. Da hätten sie dann ein Ritual gemacht. Und dann sei es zu spät gewesen.
„Wer, wir?“ Sams Stimme ist ein mitfühlendes Flüstern.
Eine Pause über das Kabel. Vielleicht muss Julianna überlegen, oder vielleicht hat sie auch zu jemandem hingenickt, ohne einen Namen zu nennen. Dann spricht sie weiter, tonlos.
„Vielleicht kommst du besser nicht in den Zirkel. Ich weiß, sie hat es dir angeboten, aber… überleg es dir nochmal. Vielleicht ist das nicht so gut für einen.“
Wieder eine Pause, vermutlich weil Sam nach den richtigen Worten sucht. Dann fragt sie vorsichtig nach Miss Garlick.
Das Schweigen, das nun folgt, dauert so lange, dass Ethan schon denkt, jetzt habe Sam ihre Gesprächspartnerin verloren. Aber schließlich antwortet Julianna doch, sehr leise und sehr, sehr kleinlaut.
„Wir dachten, sie sei das gewesen… das mit den Fröschen und so…“
Sams Stimme dringt so plötzlich und so heftig aus dem Lautsprecher, dass Ethan schon befürchtet, sie hat damit die anderen Mitglieder des Hexenzirkels alarmiert, ob die beiden jungen Frauen nun draußen vor der Tür stehen oder nicht. „Und dafür habt ihr sie umgebracht?!?“
Stille. Dann leises, hoffnungsloses Schluchzen.
„Es ist zu spät“, weint Julianna. „Es ist zu spät, für mich, für sie, für alle…“
„Wer ist alles in diesem Zirkel?“ will Sam wissen. Sie hat ihre Stimme wieder unter Kontrolle, klingt sanft und mitfühlend. Ethan bewundert sie dafür. Er könnte jetzt irgendwas zerreißen. Irgendwen. Aber er hängt an diesem Lautsprecher und ist nur froh, dass Julianna selbst anscheinend keine Gefahr darzustellen scheint.
„Melinda Mason…“, kommt die leise Antwort, noch immer unsicher und von Tränen erstickt. „Agatha Cardwell… und ich.“
„Nichts da.“ Sams Stimme, energisch und bestimmend. „Du nicht. Für dich ist es noch nicht zu spät. Du gehst da jetzt gar nicht mehr rein. Ich sage denen, du fühlst dich nicht gut. Und du haust jetzt ab. Verschwindest aus dieser Stadt. Du willst doch sowieso aufs College, oder? Also.“
Ein letztes Schniefen, vermutlich ein Nicken, dann Schritte.

Und dann taucht Sam am Auto auf. „Habt ihr alles mitbekommen?“
Ethan nickt. Beißt die Zähne aufeinander. Wechselt einen Blick mit Bartholomew. In den Augen des Buchhändlers glaubt er, dasselbe lesen zu können, was er selbst gerade fühlt: den übermächtigen Wunsch, in das Haus zu stürmen und Gewalt anzuwenden. Aber die Frage, ob die beiden Männer diesen Wunsch, diese Fantasievorstellung, vielleicht in die Tat umgesetzt hätten, wenn Agent Saitou nicht anwesend gewesen wäre, stellt sich nicht. Denn Agent Saitou ist anwesend, und Agent Saitou mahnt zur Besonnenheit. Keine Überreaktionen. Immerhin handelt es sich um Hexen, und wer weiß, wozu die fähig sind, wenn sie sich bedroht fühlen. Siehe Ms Garlick. Da wäre es besser, wenn Sam nochmal in das Haus ginge, Juliannas Abwesenheit erkläre, wie geplant, und Interesse für den Kräutergarten zeige.

Und außerdem sollte jemand Miss Hill in Sicherheit bringen, setzt der FBI-Mann hinzu. Wo er recht hat. Bart erklärt sich bereit dazu, steigt aus und läuft der jungen Frau hinterher, die noch nicht so sonderlich weit gekommen sein kann.
Sam kehrt indessen zu dem Hexenzirkel zurück. Ethan hält den Atem an, ballt unwillkürlich die Fäuste. Aber alles geht gut. Sam hat ihre Stimme perfekt unter Kontrolle, entschuldigt Julianna und lenkt das Gespräch dann geschickt auf den Kräutergarten. Den würde sie sich gerne einmal ansehen, sagt sie, aber sie weiß leider gar nicht, wie lange sie noch in der Stadt sein wird. Ach, das macht gar nichts, erwidert Melinda Mason freundlich, morgen ist ja Vollmond, da wollten sie ohnehin dem Garten wieder einen Besuch abstatten. Gut gut, dann ist das abgemacht, lächelt Sam und pflegt noch ein paar Minuten Smalltalk, ehe sie sich auch verabschiedet.
Wieder am Auto, lässt sie sich schwer in den Sitz fallen. „Jetzt brauch ich ’n Drink.“
Ethan kann es ihr nicht verübeln. „Ich komm mit.“

Zu Ethans Überraschung schließt auch Agent Saitou sich ihnen an. Aber während Ethan mit ein paar Shots die Anspannung abzuschütteln versucht und Sam sich regelrecht betrinkt, bleibt der FBI-Mann bei Wasser. Gemeinsam grübeln sie darüber nach, wie man den Hexen am besten beikommen kann. Man könnte ihren Garten zerstören. Aber den würden sie nur wieder aufbauen, damit wäre bestenfalls etwas Zeit gewonnen. Aber wenn es Hexen sind, dann haben sie doch bestimmt Vertrautentiere, die man einfangen oder umbringen könnte, um ihnen die Magie abzugraben. Ja, fällt Sam ein, beim Buchclub hat sie zwei Tiere gesehen: eine Katze und einen Hund mit leuchtend grünen Augen. Vertrautentiere, eindeutig!

Irgendwann nimmt der Alkoholkonsum überhand, werden Ethans und Sams Antihexenpläne wirrer und führen immer öfter ins Nichts oder im Kreis herum. Man kann doch nicht einfach die armen Tiere umbringen, befindet Sam plötzlich, schon mehr als beschwipst. Gibt es Wege, den Garten so zu salzen, dass dort nie wieder etwas wächst? Aber dann würden sie einfach einen neuen Garten anlegen… Irgendwann reicht es Agent Saitou, und er fährt die beiden Jäger kurzerhand ins Hotel. Ethan ist noch beisammen genug, dass er ein Danke gemurmelt bekommt und sich sogar die Zähne putzt, ehe er ins Bett kippt. Aber als er dann einmal liegt, schläft er sofort ein und wacht erst wieder auf, als der nächste Morgen schon ein gutes Stück vorangeschritten ist.

Jonathan Saitou, der die beiden verkaterten Jäger am Mittag mit einer zu gleichen Teilen amüsiert-verständnisvollen und ungeduldigen Miene trifft, hat Neuigkeiten. Erstens: Bart Blackwood ist nicht mehr in der Stadt. Er scheint Julianna Hill tatsächlich begleitet zu haben, um sicherzustellen, dass die junge Frau sicher wegkommt. Zweitens: Jonathan war morgens schon unterwegs und hat Nachforschungen angestellt. Und zwar hat er im Stadtarchiv Bilder gefunden. Alte Bilder. Ein Jahrhundert und mehr. Bilder, auf denen Melinda Mason und Agatha Cardwell zu sehen sind. Und haargenau so aussehen wie heute, oder wenigstens nicht wesentlich jünger. Damit ist es ganz klar. Hexen. Dabei ist das älteste Foto mit Melinda darauf deutlich früher aufgenommen worden als das entsprechende mit Agatha. Kein Wunder, dass es im Ort so viele Masons gibt…

Jonathan hat außerdem herausgefunden, dass in der Stadt im Laufe der Jahrzehnte schon des öfteren mal Leute einfach tot umgefallen sind. Nicht oft. Nicht so, dass es aufgefallen wäre. Aber oft genug, dass ein Muster sichtbar wird, wenn man nur danach sucht.

Kriegsrat. Dass irgendetwas geschehen muss, ist klar. Aber, wie Agent Saitou so wortgewandt anführt, die Hexen sind immer noch Menschen, keine Monster. Kein Schwarzer Mann. Nicht mal ein religiöser Fanatiker, der mit Waffengewalt ein Diner überfällt. Alte Damen, denen die mutmaßlichen Morde nicht nachgewiesen werden können, also gibt es keine Grundlage für eine Verhaftung.

Die beiden Frauen kaltblütig zu töten, dagegen sträubt sich sich auch in Ethan alles. Das wird er nicht tun. Saitou hat recht, es sind immer noch Menschen, und wenn Ethan auch kühl und abgebrüht sein mag, sobald er mit übernatürlichem Kroppzeug zu tun hat, ein Mörder ist er nicht. Selbst wenn es hier um Hexen geht.
Man könnte sie konfrontieren. Ihnen klar machen, dass sie als Hexen erkannt worden sind. Falls sie dann angreifen, wäre alles Weitere Selbstverteidigung. Allerdings besteht da die Gefahr, dass die beiden Damen zuhören, freundlich lächeln und nicken und dann, später, denselben Fluch auf die Jäger loslassen, der auch Mrs Hill und Ms Hoover das Leben gekostet hat.
Und außerdem hält Agent Saitou gar nichts von der Selbstverteidigungstheorie. Die Frauen so lange zu provozieren, bis sie angriffen, sei einfach nur billig.
Ethan schüttelt den Kopf. So hat er den Vorschlag nicht gemeint. Aber er hat seinen Gedanken anscheinend – wie so oft – nicht ausreichend deutlich ausgedrückt. Und auch jetzt findet er nicht die Worte, nicht die Überwindung, um das Missverständnis auszuräumen.

Warte. Hexen. Deren Magie hängt doch mit ihren Vertrautentieren zusammen. Nimmt man ihnen die Tiere, verlieren sie ihre Magie. Wenn sie noch normale Menschen sind, dann werden sie die magische Schwächung spüren, aber es wird ihnen sonst nichts weiter geschehen. Aber wenn sie tatsächlich schon so lange leben, wie die Fotos zu beweisen scheinen, dann werden sie den Verlust ihrer Magie nicht überstehen. Aber dann sind sie auch keine Menschen mehr. Und das ist ein Kompromiss, mit dem Ethan leben kann.

Agent Saitou kann es allerdings offenbar nicht. „Die Tiere zu töten, damit die Hexen daran sterben, wäre genauso Mord, als würden wir ihnen Gift verabreichen, damit sie daran sterben.“
„Wenn sie Menschen sind, sterben sie nicht“, versucht Ethan es nochmal. Aber nichts zu machen. „Es wäre Mord“, beharrt Saitou.
„Was, wenn es keine Hexen wären? Sondern Terroristen?“ Ethan zögert etwas, ehe er sich auf diese lange Rede einlässt. Aber es ist wichtig. Denn irgendwie muss zu dem Bundesagenten doch durchzukommen sein. „Terroristen, die gemordet haben, weiter morden werden, die mit Sicherheit einen Anschlag planen – aber denen nichts nachzuweisen ist?“
Jonathans Gesicht zeigt keine Regung. „Es würde keinen Unterschied machen. Ohne Beweise gibt es keine Verhaftung.“

Gah! Ethan wirft resignierend die Hände in die Luft. Wechselt einen Blick mit Sam. Diesmal war sie es, die schweigend dabeigesessen hat, Ethan hat machen lassen. Er atmet durch, nickt dem Agenten zu. „Na gut“, brummt Ethan. „Müssen wir halt Beweise finden.“
Sie einigen sich darauf, sich zu trennen. Saitou will nochmal seine FBI-Ressourcen anzapfen, während Ethan und Sam sich unauffällig bei den Nachbarn umhören wollen. Sagen sie jedenfalls. Aber als der Agent gegangen ist, sehen sie einander an.
„Es muss sein, oder?“
Ethan nickt. Es gefällt ihm gar nicht, Saitou so zu hintergehen, aber er sieht tatsächlich keinen anderen Weg.
„Rattengift?“
„Rattengift.“

In der Pension ist alles ruhig. Aber Melinda Masons rotgetigerte Katze sitzt in Amy Hoovers – jetzt Sams – Zimmer auf dem Fensterbrett und betrachtet die beiden Jäger aus selbst für eine Katze leuchtend grünen und für eine einfache Katze zu intelligenten Augen. Sam packt das Fleisch aus, in dem sie vorher sorgfältig das Rattengift versteckt hat, und legt es zwischen sich und das Tier auf den Boden. „Sieh mal, was ich hier habe, Kitty“, murmelt sie der Katze zu. Die kommt mit kerzengerade in die Luft gestreckten Schwanz zu dem Köder stolziert, beschnuppert ihn – und springt dann mit einem wütenden Fauchen geradewegs auf Sam los.
Klar. Rattengift kann man nicht riechen. Aber das hier ist ein überdurchschnittlich intelligentes, magisches Vertrautentier. Da verwundert es nicht, dass es andere Möglichkeiten hat, den Köder zu durchschauen. Zumindest Ethan ist nicht wirklich überrascht; Sam jedoch scheint kurzfristig baff, dass die Katze so gar nicht auf die Täuschung hereinfällt. Ethan hechtet dazwischen, stößt Sam beiseite – und statt der kurzhaarigen Jägerin bekommt er die Krallen des Familiars in vier hässlichen, parallelen Striemen durch seine Jacke und über den Arm gezogen.

Während Ethan mit dem Vieh ringt, zieht Sam das katanaartige Schwert vom Rücken, das Ethan schon vom Roten Haus kennt, das sie aber hier in Dana Point bislang wohlweislich in ihrem alten VW-Bus gelassen hatte. Die Frage, die ihm unwillkürlich durch den Kopf schießt, wie gut sie wohl damit umgehen kann, beantwortet Sam im nächsten Moment, als sie die Waffe hebt, sorgfältig zielt und dann das Vertrautentier geschickt damit aufspießt, ohne Ethan gleich mit abzustechen. Der Schrei, den die Katze dabei von sich gibt, klingt beinahe wie der eines Menschen. Sie zappelt einen Moment lang auf der Klinge, dann wird sie still. Und beginnt zu verrotten, unnatürlich schnell. Nach Sekunden schon liegt nur ein von Fleischfetzen bedecktes Skelett auf dem Boden, in einer Lache von … Etwas. Der Gestank ist abscheulich. Brrr. Besser nicht atmen, oder nur ganz flach.

Sam wischt ungeduldig das Schwert ab, dann eilen sie die Treppe hinunter. Im Erdgeschoss finden sie die Überreste von Melinda Mason, ebenso zum Skelett verrottet wie ihr Familiar. Weg hier. Beim Hinausgehen schnappt Sam sich noch das Gästebuch – immerhin steht ihr Name darin -, und dann gehen sie so ruhig und unauffällig wie möglich zu Sams Bus. Im Auto fischt Sam eine Flasche Jack Daniels von der Rückbank, nimmt einen tiefen Schluck und reicht die Flasche dann an Ethan weiter, der ebenfalls einen Schluck trinkt. „Bäh.“

Allzulange warten müssen sie nicht, denn knapp eine Viertelstunde später stürmt, sichtlich aufgebracht und vorgewarnt, Agatha Cardwell in die Pension. Ihren Hund hat sie auch dabei. Natürlich.
Ethan sieht Sam an. „Rein?“
Sie nickt. „Muss ja. Und Hexe oder nicht, sie ist eine alte Frau, und wir sind zwei junge Leute. Also rein.“
Beim Hineingehen schnappt Ethan sich noch schnell einen Spaten, den irgendwer im Vorgarten vergessen hat. Es ist kein Vergleich mit seinem Gewehr, aber das liegt zuhause in Burlington, und so ist der Spaten besser als nichts.

Als die Hexe sie zu Gesicht bekommt, kreischt sie wütend auf. Ihre Züge sind verzerrt, und ihr Körper wirkt irgendwie verformt. Und vor allem Agathas Schatten hat rein gar nichts Menschliches mehr. Auch der Hund sieht nicht mehr aus wie das kleine Schoßhündchen von zuvor, sondern er ist jetzt eine deutlich größere, geifernde Bestie. Ethan durchfährt dennoch unwillkürlich so etwas wie Erleichterung bei diesem Beweis für die Monsterhaftigkeit der Hexe.

Wutentbrannt funkelt Cardwell die beiden Jäger an. Sie hebt die Hand und deutet auf Ethan, spuckt Worte in einer fremden Sprache in seine Richtung. Böse Worte. Brennende Worte. Wenn sie fertig ist mit Ausspucken, wird ihm etwas geschehen, das weiß er, und nichts Gutes. Er kann sich denken, was. Sie darf ihren Zauber nicht beenden.
Aber der Hund fällt Ethan an, als der sich gerade auf die Hexe stürzen will. Sam übernimmt für ihn, springt gewandt über das Tier auf Cardwell zu. Ethan kann ihr nicht helfen, muss sich selbst des Hundes erwehren. Immerhin hat die Hexe ihren Zauber gegen Ethan unterbrochen – aber nun lenkt sie ihre Magie auf die andere Jägerin. Nichts auf Anhieb Tödliches, zum Glück, aber selbst Ethan wird von der Woge der Furcht gestreift, die plötzlich von der alten Frau ausgeht, und er ist nicht mal das Ziel des Spruchs. Sam hingegen ist es, und Sam wird davon so getroffen, dass sie zögert. Ihr Angriff fehl geht. Die Hexe bellt Worte, gegen Sam gerichtet. Keine direkte Auswirkung, Himmel sei Dank.

Der Hund schnappt zu, aber Ethan gelingt es, ihm seinen Spaten zwischen die Zähne zu rammen. Beiß da drauf, Mistvieh!
Sam hat sich indessen wieder gefasst, reißt die Hexe zu Boden. Kniet auf ihrer Brust, presst ihr die Luft zum Atmen ab. Und zum Zaubern.
Sofort lässt der Hund Ethan in Ruhe, springt auf die Gefahr für seine Meisterin zu. Schlägt seine Fänge in Sams Arm, drängt sie von Cardwell herunter, die sofort wieder zu einer Beschwörungsformel ansetzt. Ethan, jetzt wieder frei, setzt der Bestie nach. Prügelt den Hund mit dem Spaten von Sam weg. Die Hexe beendet ihren Zauberspruch, aber wieder scheint der Fluch Sam nichts anzuhaben. Bitte keine verzögerte Reaktion. Bitte!
Das Schwert der Jägerin saust durch die Luft. Durchtrennt sauber den Hals des Hundes. Die Bestie sinkt zusammen, beginnt zu verfallen, wenn auch nicht ganz so schnell wie Melinda Masons Katze, und Agatha Cardwell im selben Maße. Es dauert entsprechend länger, aber bald sind auch von der zweiten Hexe und ihrem Vertrautentier nur noch die Skelette übrig.

Beide Jäger atmen flach, hastig. Ethan sieht besorgt zu Sam, die mit etwas zittrigen Fingern wieder ihre Klinge säubert.
„Bist du ok? Der Fluch?“
Sam tastet nach dem Amulett von Bart, das ihr an einem Lederbändchen um den Hals hängt. Es sieht aus, als habe es im Feuer gelegen. Angesengt. Irgendwie verdorrt. Leer.
Mit einem erleichterten Lachen nimmt die junge Jägerin es ab, wiegt es nachdenklich in der Hand. „Scheint, als hätte es funktioniert…“
Puh.

Sie können hier nicht bleiben. Agatha Cardwells schreckliches Geheul, das Gebell ihres Hundes, wird nicht unbemerkt geblieben sein. So unauffällig es geht, ziehen die beiden Jäger sich zurück.
Im VW-Bus fahren sie zu dem Kräutergarten, den Sam heute abend – ha – mit dem Zirkel hätte besuchen sollen. Etliche der Gewächse dort sind völlig verdorrt, offensichtlich magische Pflanzen, die das Ableben der Hexen nicht überstanden haben. Die beiden Jäger gehen kein Risiko ein, zerstören auch von den übrigen Pflanzen schnell noch alles, was geht.
Sam schlägt vor, für eine Weile aus der Stadt zu verschwinden. Die Polizei wird sicherlich nach ihnen suchen – vor allem, da Agent Saitou genau wissen wird, was sie getan haben. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass der Agent Ärger von ihnen abhalten wird – im Gegenteil. So vehement, wie der FBI-Mann gegenargumentiert hat, ist es nicht ausgeschlossen, dass er versuchen wird, sie hinter Gitter zu bringen.
Aber Ethans Auto steht noch vor dem Hotel. Und er hat noch das Zimmer. Und er muss seine Arbeiten an dem Haus von Bones Gate beenden. Na gut, das kann er auch im Frühsommer noch, ehe die Studenten kommen, aber er sollte zumindest seine Sachen holen. Verdammt.
Okay, das Zimmer ist für eine Woche gebucht. Da wird es nicht groß auffallen, ob er es tatsächlich nutzt oder nicht. Wird schon gehen. Muss.

Sam setzt ihn an seinem Auto ab, dann verlassen sie den Ort getrennt. Sie treffen sich wieder an einem kleinen See außerhalb der Stadt. Sam hat unterwegs noch ihren Cousin informiert, dass Julianna keine direkte Gefahr mehr droht, sagt sie. Gut.
Juliannas Vater, der Bürgermeister, wird aus den Geschehnissen wohl ebenfalls seine Schlüsse ziehen. Dass sie einen praktizierenden Magier – eigentlich könnte er auch gleich ‚Hexer‘ sagen – in Dana Point zurücklassen, und zwar einen ziemlich egozentrischen und skrupellosen, der sich weiterhin im Besitz des Freitags-Buchs befindet, gefällt Ethan auch nicht sonderlich. Aber das ist jetzt ebenso wenig zu ändern wie alles andere. Seinen Wahlkampf wird der wohl auch gewinnen, so kompetent wie seine Runen zur Machtsicherung gezeichnet waren. Irgendwas wird passieren. Hoffentlich nichts weiter, als dass Serena Dos Ojos in der Wählergunst sinkt, und nicht, dass ihr körperlich etwas zustößt, aber Ethan kann es förmlich in den Knochen spüren, dass Hill sein Amt behalten wird. Verdammt.

In ein paar Tagen muss Ethan nach Dana Point zurück. Aus dem Hotel auschecken, den Mietwagen abgeben, einen ganz normalen Anschein erwecken eben. Wobei das alles nichts hilft, wenn Agent Saitou Sam und ihn auf die Fahndungslisten gesetzt hat. Dann werden sie ihn spätestens am Flughafen abfangen. Und wenn er tatsächlich verhaftet werden sollte, dann kann er nichts weiter tun, als darauf zu hoffen, dass die vermoderten Überreste der beiden Hexen so unerklärlich sind, dass die Polizei einen Mord ausschließt. Egal. Es ist, wie es ist. Über diese Brücke muss er gehen, wenn er hinkommt.

Fürs Erste campen die beiden Jäger jedenfalls an dem kleinen See. Lecken ihre Wunden, die körperlichen wie die seelischen. Aber es ist eine seltsame Zeit. Ethan ertappt sich dabei, wie er Sams Gesellschaft mehr und mehr schätzen lernt, ja sich geradezu darüber freut. Wie er eine unverkennbare Elektrizität fühlt, wann immer sich ihre Hände versehentlich berühren.
Nein. Das geht nicht. Das darf nicht sein. Ab diesem Moment achtet er strikt darauf, seine Distanz zu ihr zu wahren. Was das elektrisierende Kribbeln, wenn er sich einmal vergisst und ihr doch zu nahe kommt, nicht besser macht.

Er hätte damit rechnen müssen. Und doch versetzt es ihm einen heftigen Stich, als er am dritten Morgen aufwacht und sein Mietwagen allein auf der Wiese am See steht. Von Sams VW sind nur noch ein paar schwache Reifenspuren im Gras zu sehen. Es schmerzt ihn. Aber gleichzeitig ist er erleichtert. Es ist ohnehin an der Zeit, aufzubrechen.

Unter Ethans Scheibenwischer klemmt ein Zettel. „Melde dich.“

Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Supernatural – Hexenjagd in Dana Point

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