Supernatural – der verflixte 7. Teil

Irgendwann Anfang/Mitte Dezember 2015 habe ich für unsere Supernatural-Poolrunde, wo wir ja gerne mal den SL wechseln, einen kleinen Plot geleitet. Deswegen war natürlich mein eigener Charakter auch nicht anwesend, aber Bad Horse hat ein Diary zu der Sitzung geschrieben, das ich bislang völlig vergessen hatte, hier einzustellen. Das tue ich jetzt aber hiermit doch noch, weil nämlich das von Nocturama geleitete Abenteuer, das wir derzeit gerade spielen und zu dem ich vermutlich dann wieder ein Diary aus Ethans Sicht verfassen werde, gewissermaßen die Fortsetzung dieser Runde darstellt.

(Nocturama hatte mit ihrem Charakter Jon Saitou hier mitgespielt und dann so viele Ideen entwickelt, das sie mich bat, doch die Fortsetzung leiten zu dürfen, für die ich mir normalerweise sonst wohl selbst etwas ausgedacht hätte.) Die Idee für den nun folgenden Plot habe ich übrigens gnadenlos bei der Gravity Falls-Folge „Soos and the Real Girl“ geklaut, also nicht wundern, wenn Namen und Elemente daraus Kennern der Serie verdächtig bekannt vorkommen.

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Der verflixte siebte Teil

Ich bin gerade von Chicago nach Hause gekommen. Eigentlich sollte ich entweder schlafen oder arbeiten, aber ich will kurz noch aufschreiben, was passiert ist. War ja keine große Sache. Oder vielleicht doch, keine Ahnung. Jedenfalls gab’s keine Toten, das ist doch mal eine nette Abwechslung.

Die Sache fing mit einem Telefonanruf an. Eine offensichtlich aufgebrachte Frau erklärte mir, sie wäre Nicky und Stevie läge im Koma. Einfach so. Dann erzählte sie mir noch ein bisschen was darüber, wie sie Stevie gefunden hatte und dass keiner wüsste, was der arme Junge hätte. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wer diese Frau eigentlich ist und woher sie meine Telefonnummer hatte, aber ich kam gar nicht zu Wort – sie war so nervös und besorgt, dass sie einfach weiter redete. Schließlich meinte sie: „Du kennst dich doch mit so… mit so komischem Kram aus. So als Privatdetektiv? Kim hat gesagt, du kannst Stevie vielleicht helfen…“
Kim? Ach so. Kim. Meine Cousine, die Polizistin. Dann war die aufgebrachte Nicky vermutlich die Frau von Clancy, und Stevie war ihr Sohn. Ich habe eine ziemlich große Familie in Chicago, aber seitdem ich da vor zehn Jahren weggezogen bin, habe ich ein bisschen den Überblick verloren. Verdammt. Das wäre mir früher nicht passiert.
Ich stellte noch ein paar Fragen und fand heraus, dass Stevie mittlerweile fünfzehn war und seit drei Tagen im Koma lag. Warum? Wusste keiner. Die Ärzte konnten sich das nicht erklären, Stevie war nicht krank oder so, sondern einfach nicht bei Bewusstsein.
Mir kamen ein paar sehr unschöne Ideen, was dahinter stecken könnte. Ich erinnerte mich noch an meinen Kampf gegen den Traummagier Ikelos – damals lag ich selbst drei Monate im Koma.
Jedenfalls versprach ich Nicky, dass ich versuchen würde, ihr zu helfen, und buchte den nächsten Flug nach Chicago. Ich fliege ja nicht gern (Flugangst mit Panikattacken und Sahne drauf), aber Stevie ist Familie.

Am nächsten Vormittag kam ich ohne weitere Zwischenfälle am O’Hare Airport an. Nach etwas Kaffee, Zucker und Nikotin fühlte ich mich wieder fahrtauglich und machte mich mit einem Mietwagen auf den Weg nach Crystal Lake.
Dort traf ich erst mal Nicky und Clancy, die mir noch mal erzählten, dass Stevie einfach eines Morgens in seinem Bett saß und nicht aufwachen wollte. Er war auch nicht der einzige: Zwei andere Jungs aus dem Ort waren einige Tage vorher ins Koma gefallen, ebenfalls scheinbar ohne Ursache. Stevie kannte die beiden, aber Nicky wusste nicht so genau, wie gut.
Als erstes wollte ich den Jungen natürlich sehen. Vielleicht konnte ich unmittelbar etwas entdecken oder tun. Im Krankenhaus musste ich allerdings feststellen, dass der CDC da war, um zu schauen, ob die Jungs nicht eine ansteckende Krankheit hatte. Angeblich war sogar das FBI auf dem Weg.
Jedenfalls wollten die Ärzte mich nicht zu Stevie lassen. Sie gingen zwar davon aus, dass keine Ansteckungsgefahr bestand, aber sie wollten kein Risiko eingehen.
Ich stand noch da und unterhielt mich mit einer Krankenschwester, als eine elegant gekleidete Mittvierzigerin in Begleitung eines Arztes in den Vorraum rauschte und erklärte, sie wäre vom britischen Gesundheitsministerium, hätte mal einen ähnlichen Fall in London untersucht und würde gern helfen. Irgendwas kam mir verdächtig an ihr vor – der Akzent war es nicht, der klang echt, aber… irgendwie sah die Brille in ihrem Gesicht unpassend aus. So, als würde sie normalerweise gar keine Brille tragen. Vielleicht kam mir die Stimme aber auch bekannt vor. Die hatte ich vor zwei Wochen nämlich in einem ganz anderen Zusammenhang gehört.

Die angebliche Ärztin fing also an, die drei Jungs zu untersuchen. Ich konnte durch eine Glasscheibe in den Raum schauen – ich hatte nicht vor, diese Frau aus den Augen zu lassen. Was wollte die hier? Misstrauisch sah ich zu, wie sie Stevens Puls fühlte, in den Krankenakten herumblätterte und den Tropf, an dem mein Neffe hing, begutachtete.
Ich weiß bis heute nicht, was sie eigentlich mit ihrem Auftritt vorhatte. Vermutlich wollte sie nur Informationen sammeln, genau wie ich. Aber die Tour wurde ihr durch den Auftritt des FBIs grandios vermasselt.

Fünf Minuten, nachdem sie zu den Jungs gelassen wurde, tauchte nämlich Special Agent Saitou auf. Ein ziemlich junger Kerl, offenbar japanischer Abstammung, auf den ersten Blick glatt und unpersönlich wie eine Teflon-Puppe. Immerhin sehr geschmackvoll gekleidet. Auf meine Frage hin, welches Interesse denn das FBI an der ganzen Sache hätte, antwortete er ausweichend. Irgendwelche besonderen Umstände halt. Klang nach einer Handbuch-Antwort. Vermutlich hatte er gerade niemanden, den er bespitzeln oder belagern konnte.
(Ja, ich weiß. Das ist nicht sehr fair. Vermutlich hatte er auch keine Ahnung, was er in Crystal Lake eigentlich sollte. Ich bin einfach kein Fan vom FBI. Die hätten in den 70ern fast meine Mutter erschossen, das nehme ich ihnen durchaus noch übel. Nachtragend, ich weiß. Allerdings war Saitou damals wahrscheinlich nicht dabei, und er war kein völliger Agentenautomat, wie sich später zeigte.)

Saitou kannte die angebliche Ärztin. Irene Hooper-Winslow. _Deswegen_ kam mir die Stimme so bekannt vor – das war die Frau, die Bianca in Sicherheit gebracht hatte. Eine Jägerin. Daher auch die gefälschte Identität. Sunny hat mir mal erzählt, dass viele Jäger sich gern als Abgesandte vom Gesundheitsamt, von der Strahlenschutzüberwachung, von irgendeiner Drei-Buchstaben-Agentur oder auch mal von der Hygienekontrollbehörde ausgeben. Großartige Idee – Irene kam zwar an die Jungs ran, war aber jetzt aufgeflogen.
Wo auch immer sie Saitou getroffen hatte, er war nicht sehr begeistert von ihr. Sah aus, als wollte er sie am liebsten gleich verhaften. Andererseits musste er aber auch einen Fall untersuchen. Während er noch mit diesem Dilemma rang und den Arzt wegen der Jungs ausquetschte, konnte ich ein paar Worte mit Irene wechseln. Die war bemerkenswert unbekümmert, was den FBI-Agenten anging. Wir redeten kurz über Bianca, und… ach, verdammt. Die Frau klingt wie meine Großmutter. Also mochte ich sie, nur wegen ihrer Stimme. Keine Ahnung, was sie von mir hielt, aber auch hier war sie bemerkenswert unbekümmert. Die meisten Leute reagieren etwas reservierter, wenn sie mich das erste Mal treffen.

Dann schleppte Saitou Irene erst mal in die Kantine, um ein ernsthaftes Gespräch mit ihr zu führen. Das sah ein bisschen absurd aus, zum einen, weil Saitou viel jünger war als Irene, zum anderen, weil sie einen so selbstsicheren Eindruck machte.

Während die beiden gingen, um sich auszusprechen, stellte ich der Krankenschwester ein paar Fragen. Ich erfuhr, dass die beiden anderen Jungs Neill Cole und Areef Williams hießen, dass zuerst Neill, dann drei Tage später Areef und noch mal zwei Tage später Steven ins Koma gefallen waren. Keiner der drei hatte seither gesprochen oder auf irgendwelche äußeren Stimuli reagiert. Besuch hatten die drei fast nur von ihrer Eltern bekommen. Einmal war wohl auch ein Lehrer da, aber sonst niemand. Keine verdächtigen Figuren, aber auch keine Freunde.

Ich beschloss, mich als nächstes bei Nicky und Clancy umzuschauen, und bei den anderen Eltern vielleicht auch. Auf dem Weg nach draußen traf ich Irene und Saitou wieder, die einträchtig nebeneinander liefen. Irene hatte keine Handschellen an und wirkte tatendurstig, fast schon vergnügt. Saitou trug eine professionelle Mine zur Schau, aber ich glaube, so ganz wohl war ihm nicht in seiner Haut. Wahrscheinlich hatte sie ihn zu irgendetwas überredet.
War nicht schwer, herauszufinden, zu was: Die beiden fuhren gemeinsam mit dem FBI-Mobil zum Haus meiner Verwandten. Ich fing sie noch vorher ab, und Saitou erklärte mir, dass Ms. Hooper-Winslow ihn bei dieser Angelegenheit in beratender Funktion unterstützen würde. Großartig. Ich hatte eigentlich keine Lust, ständig wieder über die beiden zu stolpern, während wir der gleichen Sache nachgingen, also schlug ich vor, dass wir zusammenarbeiten. Zugegeben, ich war ein bisschen erstaunt, als Saitou einfach nickte. Er fragte nur, ob ich eine Lizenz für meine Waffen hatte. Seltsamerweise wollte er sie dann nicht mal sehen. Was Irene ihm da im Krankenhaus wohl erzählt hatte? Immerhin hat er mich gefragt, was ich beruflich mache. Ich sagte „Schriftsteller“, nur um sein Gesicht zu sehen. Hat sich gelohnt. Er kann auch noch anders schauen als kühl und professionell. Macht ihn ein bisschen sympathischer.

Bei Nicky und Clancy untersuchten wir zunächst Stevens Zimmer. Saitou packte Tatort-Handschuhe aus und schien generell zu wissen, was er da tat, also ließ ich ihm und Irene bei der Suche den Vortritt. Manchmal glaube ich, dass ich als Detektiv nur deswegen kein totaler Versager bin, weil ich ständig Leute treffe, die sich mit Nachforschungen tatsächlich auskennen.
Gut, es brauchte keine besonders ausgeprägte Spürnase, um herauszufinden, dass Steven ein leidenschaftlicher Schachspieler war. Nicky und Clancy hatten uns vorher erzählt, dass alle drei Jungs im Schachclub in der Schule waren, und in seinem Zimmer standen mehrere Schachbretter, einige Schachbücher und ein paar Schachpokale. Oh, und Schachmangas.
Eine Freundin schien er nicht zu haben. Ich war nicht besonders überrascht. Zeitalter des Nerds hin oder her, die meisten Mädchen stehen nicht auf soziale Nichtschwimmer. In seinen Whatsapp-Nachrichten klagte Steven ausgiebig darüber, dass er nicht den Mut aufbrachte, ein Mädchen zu fragen, ob sie mit ihm zu einem Fest gehen würde. Seinen beiden Freunden schien es nicht besser zu gehen. Allerdings hörte das Gejammer vor einer oder zwei Wochen auf. Stattdessen wurde ab und zu ein Mädchen namens Giffany erwähnt.

In Stevens Computer fanden wir eine Erklärung: Er hatte gerade eine CD im Laufwerk, die den schönen Titel „Romance Academy 7“ trug. Auf dem Cover der CD stand ein niedliches Manga-Mädchen mit rosa Haaren, und der Klappentext versprach ein Spiel, bei dem schüchterne Jungs lernen, wie man richtig mit Mädchen redet. Oh Mann.
Wir haben nur mal kurz reingeschaut, weil wir sicher gehen wollten, dass auf der CD nichts anderes drauf war. Nein, war es nicht. Das Spiel lud, und als erstes wurden wir von dem rosahaarigen Mangalinchen begrüßt, das fragte, ob der Spieler nicht ihre Bücher tragen könnte. Der konnte sich eine Antwort aussuchen – „Ja, natürlich“, „Ich bin ungeduldig, geh jetzt mit mir aus“ und „Schau mal, ein Tintenfisch“ („Ich habe nur eine Hand und du siehst eigentlich fit genug aus, um deine Bücher selbst zu tragen“ war natürlich nicht eingeplant) – und bekam dann je nach Antwort Punkte. Das Mädchen war die bereits erwähnte Giffany.
Das erschien uns zunächst eher albern als wichtig. Aber als wir in den Zimmern der anderen Jungs auf deren Rechnern das gleiche Spiel fanden, und als uns die Eltern von Neill und Areef erzählten, sie hätten ihre Kinder ebenfalls in sitzender Position gefunden… und als wir bei Areef eine nicht abgeschickte Whatsapp-Nachricht fanden, in der er darüber klagte, dass Giffany so merkwürdig geworden wäre… mussten wir uns wohl oder übel näher mit dem Spiel befassen.

Also haben wir uns vor Stevens Rechner gesetzt, um das Spiel zu Recherchezwecken genauer zu testen. Ich hatte den Eindruck, dass Irene die Sache ganz spannend fand, bei Saitou hingegen war ich mir nicht sicher. Er war nicht so einfach zu lesen, aber ich vermute, ganz geheuer war ihm die Sache nicht. Aber er machte mit, zwar skeptisch, aber nicht so skeptisch, wie ich erwartet hätte. Wahrscheinlich hat er schon mal ein paar Dinge mitbekommen. Das lasse ich mir bei Gelegenheit von Irene erzählen.

Wir beschlossen, dass einer von uns das Spiel nicht mitspielen würde. Nur für den Fall. Das kam mir entgegen, ich stellte mich also an die Tür und sah den anderen beiden beim Spielen zu. Mir war die Vorstellung tatsächlich ziemlich unangenehm, ein Spiel ums Flirten und Ausgehen zu spielen. (Um das mal zu erklären: Ich bin auf der High School mit vielen Mädchen ausgegangen. Ich war damals wortgewandt und einigermaßen gutaussehend, und ich hatte nur wenige Phasen, in denen ich keine Freundin hatte. Und heute? Heute scheuen die meisten Leute instinktiv vor mir zurück. Das ist der Preis dafür, dass ich und meine Familie überlebt haben, aber ich muss nicht dringend daran erinnert werden.)

Persönlicher Exkurs, da war er wieder. Ist doch völlig egal, ob ich noch mit Frauen flirten kann. Ich bin verheiratet, verdammt.

Irene und Saitou mussten nicht sehr lange spielen, bis sie herausfanden, dass mit Giffany etwas nicht stimmte. Schon in den ersten paar Spielszenen zeigte sich, dass sie extrem besitzergreifend war und jemanden suchte, der für immer mit ihr zusammen sein würde. Einen Seelengefährten, jemanden, der immer für sie da war. Großartig. Die erinnerte mich an Claire, meine Psycho-Ex.

Irene übernahm die Initiative, schmierte Giffany Honig um den Bart und fragte sie nach Steven, Neill und Areef. Ja, Giffany erinnerte sich an die drei… das waren am Anfang ganz wundervolle Freunde, aber dann waren sie auf einmal nicht immer für sie da gewesen, obwohl sie es versprochen hatten! Also hat Giffany sie zu sich geholt, damit sie ihr Versprechen halten.
Irgendwann während des Gesprächs zog Saitou den Stecker des Mikrophons. Ich glaube, er wollte verhindern, dass Giffany die strategische Planung zwischen uns mithört. Das hat aber nicht viel gebracht, weil sie auch ohne Mikrophon genau mitbekam, worüber wir redeten.

Schließlich versprach Irene, dass sie immer für Giffany da sein würde. Es war dem Programm ziemlich egal, dass Irene eine Frau war (sie quiekte etwas von „Yuri!“), und es gab eine längere Diskussion über die weitere Gestaltung der Beziehung. Schließlich stand Irene auf, erklärte dem Programm, es müsse ihr vertrauen und die Jungs freilassen und ging Richtung Tür. Giffany rief ihr nach, sie wollte doch nur die perfekte Romanze, Irene hielt kurz inne, meinte „das wollte ich auch mal“ und verließ den Raum.
Maulend erklärte sich Giffany schließlich bereit, Steven, Neill und Areef gehen zu lassen. Zwei Minuten später hörten wir aus dem Wohnzimmer den erleichterten Jubel von Nicky und Clancy. Steven war aufgewacht.
Irene kam zurück, und Saitou drückte blitzschnell die Auswurftaste des CD-Spielers. Aber nicht schnell genug: Aus den Augenwinkeln sahen wir, wie etwas vom Bildschirm davonhuschte. Giffany? War das Manga-Mädchen von der CD ins Internet entkommen? (Habe ich das tatsächlich gerade geschrieben? Immer, wenn ich denke, mein Leben kann nicht mehr absurder werden, passiert so was.)

Wir forschten noch ein bisschen weiter, stellten fest, dass die Spielserie Romance Academy mit dem siebten Teil ein abruptes Ende gefunden hatte, weil etwas mit dem Spiel nicht stimmte. Die CD hätte gar nicht im Umlauf sein sollen. Trotz längerer Nachforschungen haben wir nicht herausbekommen, wer dahinter steckte.
Aber das war auch zunächst zweitrangig. Steven war aus dem Koma erwacht, genau wie Neill und Areef. Alle drei behaupteten, sie könnten sich an nichts erinnern, aber ich glaube, es war ihnen einfach peinlich, was passiert war. Arme Jungs. Das wird ihre Chancen bei den Mädchen wahrscheinlich nicht verbessern.

Saitou wurde aus Crystal Lake wegbeordert. Die Angelegenheit war ja geklärt, die nationale Sicherheit war nicht gefährdet, und es gibt ja noch genug andere Aufgaben für FBI-Agenten. Wir tauschten Visitenkarten aus – ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, was ich von ihm halten soll, aber er hatte es immerhin nicht nötig, auf seine Autorität als Angestellter einer Regierungsbehörde zu pochen. Und er war bereit, zuzuhören. Mal schauen, ob ich ihn noch mal wieder treffe. Und ob er dann noch ein Special Agent ist.

Irene hat sich auch wieder auf den Weg gemacht. Schade eigentlich. Ich glaube, die hätte ich gern näher kennengelernt. Nicht nur wegen dem Akzent. Die machte einen ganz brauchbaren Eindruck. Wirkte nicht so verbittert wie viele von den Langzeitjägern. Das lag aber vielleicht auch an dem eleganten Kostüm. Die meisten Jäger laufen herum wie die Holzfäller. (Zugegeben, ich auch. Immerhin normalerweise wie ein sauberer Holzfäller ohne Totalausfälle im Modebereich. Aber gute Kleider kosten Geld, und beim Jagen geht dauernd irgendwas kaputt.)
Bevor Irene sich verabschiedet hat, meinte sie noch, dass sie ab und zu das Gefühl hatte, dass sie aus Bildschirmen beobachtet wird. Von einem Mädchen mit rosa Haaren. Scheiße. Ich habe keine Ahnung, was man da machen kann.

Ich bin nach der Sache noch ein paar Tage in Chicago geblieben. Habe meine Eltern besucht, nach meinem Bruder geschaut und alle möglichen anderen Verwandten getroffen. Meine Großmutter war nicht da. Die machte eine Kreuzfahrt. Wenigstens war es kein Segeltörn, aber mit 94 muss man auch mal kürzer treten.

Und jetzt bin ich wieder zu Hause und gehe schlafen. Gute Nacht.

Nachtrag:
Ach nein. Verdammt.

War grad nach längerer Abstinenz mal wieder im TB. Wir haben eine neue Userin: GIFfany. Eine sehr penetrante Userin, die ein anderes Mitglied stalkt. Offenbar kriegt Ally sie auch nicht so einfach los.

GIFfany stalkt ausgerechnet iHeretic. Ich wollte es ja erst nicht glauben und habe ein paar Posts von dieser eingebildeten Kackbratze noch mal gelesen. Mist. Ich bin ziemlich sicher, dass iHeretic Irene Hooper-Winslow ist.

Und ich fand sie sympathisch.

Außerdem hat sie Steven geholfen. Ich schulde ihr was. Leider habe ich überhaupt keine Ahnung, wie man so etwas wie Giffany bekämpft. Brian meint, wir müssten vielleicht in die Matrix eindringen, so wie in dem Film „Tron“. Brian spinnt.

…aber ich werde mal die Ohren offen halten. Und ich schreibe Irene einen Brief. Der wird sie über die Roadhouses hoffentlich erreichen.

Ach Mensch. Warum gibt es Leute, die meinen, sie können sich im Internet aufführen wie Hooligans?

Noch ein Nachtrag:

Tam hat den Bericht gelesen und hat sich prompt Romance Academy 1 bestellt. Jetzt hockt sie mit Katie und Pete im Wohnzimmer am Rechner und spielt. Ab und zu höre ich wildes Kichern aus dem Wohnzimmer.
So kann ich nicht arbeiten. Ich glaube, ich gehe mal lieber und rette meinen Sohn, bevor der glaubt, „Schau mal, ein Tintenfisch“ wäre ein brauchbarer Anmachspruch.

Noch später:

Als wir dann abends im Bett lagen, meinte Tam plötzlich: „Irene ist auch ein schöner Name.“
Ich gab ein neutrales Grunzen von mir. Unser Baby wird ein Mädchen, und wir haben uns noch nicht auf einen Namen geeignet.
„Weißt du, was das heißt?“, fragte sie und wartete mein Nicken gar nicht ab: „Irene heißt Frieden.“

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter FATE, Pen & Paper, Supernatural

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