Tanelorn-Wintertreffen 2016: Kurzbericht

Es ist inzwischen schon wieder zwei Monate her seit dem Treffen, und es zeichnet sich schon wieder ab, dass ich für die Runden vom Tanelorn-Wintertreffen 2016 keine echten Diaries hinbekommen werde (außer der Itras By-Runde vielleicht, mal sehen). Daher folgt hier wenigstens einer der inzwischen schon beinahe traditionellen Kurzberichte.

Donnerstag Abend: diesmal kein LIRP

Ursprünglich hatte es am Donnerstag Abend ein LIRP zum Thema „Klassentreffen“ geben sollen. Aber dann kamen den SLs Dinge dazwischen, und so fiel das LIRP aus. Das war zwar einerseits schade, aber andererseits war es auch mal ganz entspannend, nur mit Leuten zu reden und sich einen gemütlichen Abend zu machen.

Freitag Mittag: Itras By

Es hat beinahe schon Tradition, dass ich, wenn ich auf einem Tanelorn-Treffen Itras By leite, das am Freitag Mittag tue. Diesmal hatte ich ein Szenario vorbereitet, das im Filmmilieu der Stadt spielte. Mitspieler waren Asri, Gorai, Madis, Patti und Sashael.
Es soll ein Romeo und Julia-Verschnitt gedreht werden, mit dem schönen Titel „Blaue Rosen“. Die Sensation daran: Es wird ein Farbfilm!
Patti war die schöne Diva und Hauptdarstellerin, Asri der bislang unbedeutende Nebendarsteller, Madis der Kamerajunge, Sashael der Noir-artige Filmproduzent und Gorai eine alte Freundin des Nebendarstellers, die eines Abends bei ihm auftaucht, weil sie vor ihrem plötzlich und unverhofft bösartigen Verlobten geflohen ist.

Es gibt Tote, man verdächtigt den Nebendarsteller, aber im Lauf der Geschichte stellt sich heraus, dass es an den seltsamen Farbpigmenten der Chemiefabrik von Gorais Verlobtem liegt, dass a) dieser so anders geworden ist und b) der Filmcharakter des Nebendarstellers nachts zum Leben erwacht und Rivalen ausschaltet.

Ein Happy End – mehrere Happy Ends sogar, wenn man es genau nimmt – gab es am Ende trotzdem; alle von den Spielern während der Session eingeworfenen Elemente passten super in die Geschichte, das Flair war sehr schön noiresk, und alles in allem hat die Runde wieder mal richtig viel Spaß gemacht. Wenn – falls! – ich dazu kommen sollte, gibt es davon vielleicht doch auch noch mal ein richtiges Diary, aber das kann ich nicht versprechen.

Nachtrag: Ich habe dann doch ein richtiges Diary zu der Runde verfasst, zu finden hier.

Freitag Abend: Traveller Doppelslot

Der Freitag Abend war auch sehr fein. Da gab es eine Doppelrunde Traveller: zwei Gruppen mit zwei Spielleitern im selben Raum, die dann zum großen Finale zusammenkamen.

Der Clou an der Geschichte: Die eine Gruppe gab die etablierte zivile Besatzung einer Raumstation, während die andere Gruppe die Troubleshooter darstellte, die eigens für eine auf der Station abgehaltene Konferenz das Sicherheitsteam stellte.
Was wir Troubleshooter nicht wussten, war, dass die Stationsbesatzung hier seit Jahren eine lukrative Drogenküche am Laufen hatte, die auf gar keinen Fall ans Tageslicht kommen sollte.
Es war sehr amüsant, wie die beiden Gruppen jeweils ihre eigenen Ziele verfolgten – und es uns am Ende gemeinsam gelang, die Terroristen dingfest zu machen, die im Verlauf der Konferenz die Station in die Luft jagen wollten. Dabei flog die Drogengeschichte der Stationsbesatzung knapp nicht auf, wir Troubleshooter hatten die Konferenz gerettet: alle zufrieden.

Samstag Mittag: Fall of Magic

Am Samstag Mittag gab es wieder mal SL-losen Indiescheiß (TM). Jiba hatte beim Kickstarter von Fall of Magic mitgemacht und wollte das Spiel gerne einmal ausprobieren. Da waren Patti, Vash und ich doch sehr gerne dabei.

Es wurde eine sehr tolle Runde, wenn auch vermutlich eher wegen der Spieler und trotz statt aufgrund der Regeln. Die lassen einen nämlich ziemlich im Stich, und die – zugegebenermaßen wunderhübsch auf Leinenstoff gedruckte – Karte ist Railroading pur, aber wir haben etwas richtig Cooles daraus gemacht, fand ich. Auch und vor allem das Ende war sehr stimmig, selbst wenn wir erst mal eine Weile auf der Meta-Ebene drüber nachdenken mussten, wie genau wir das anstellen wollten.

Vielleicht lag es daran, dass in unserer Runde der „Magier“ keine Person war, die uns begleitete, sondern ein Gefäß mit magischem Wasser aus einem Brunnen, aber unsere Geschichte endete tatsächlich damit, dass wir die Magie nicht zurückholten. Wir standen am Ende unserer Reise vor dem Ort, an dem die Magie geboren worden war, wo wir sie wieder zum Leben erwecken konnten, aber ohne ein Wort zu sagen, sahen wir einander nur an und drehten uns um, machten uns wieder auf den Weg in eine Welt, in der die Magie ein für alle Mal fort bleiben würde. Denn unsere Reise war eine des Lernens und der Entwicklung gewesen – alle Charaktere waren mit der Magie im Herzen aufgebrochen, aber wir alle hatten gelernt, dass wir auch – oder gerade? – ohne Magie Freundschaft und Gemeinschaft und unsere Menschlichkeit gefunden hatten und die Magie gar nicht brauchten.

Die schrägen Steampunk-Elemente, die durch unseren Automaton-Charakter und die Marionetten in der Unterwelt dazu kamen, machten aber vielleicht auch nochmal einen großen Reiz der Geschichte aus.

Samstag Abend: Firefly – You Can’t Take My Dice From Me

Vor zwei oder drei Jahren hatten wir bei Azzu schon einmal eine Runde Firefly gespielt, damals kurzfristig mit Fate Accelerated, da die angekündigte neue Cortex Plus-Version von Firefly damals doch nicht rechtzeitig vor dem Treffen herauskam, wir die Runde aber gerne spielen wollten.

In einer leicht veränderten Besetzung, ohne Blechpirat und Nordmännchen, dafür aber mit Ralf als neuem Captain, zog die alte Crew aus Selganor, Deagol und Timber jetzt tatsächlich mit den Cortex Plus-Regeln durch das Verse.
Die Reise führte auf den Heimatplaneten meines Charakters, der chinesischen Schiffsärztin, wo deren Bekanntschaft mit den Einheimischen die Plotlösung teilweise vielleicht ein wenig einfacher gestaltete als von Azzu ursprünglich geplant, aber weniger spannend wurde es dadurch nicht. Denn der Konflikt war dadurch persönlich geworden: das waren Lins Familie und alte Freunde, die hier in Gefahr waren!

Das Szenario fühlte sich wunderbar nach dem Firefly-Setting an, und die Firefly-Version von Cortex Plus funktioniert besser als vorher vermutet. Ich kannte nämlich bisher von Cortex Plus nur Marvel Heroic Roleplaying, und das spielte sich ziemlich anstrengend mit den riesigen Würfelpools und dem ewigen Rumdefinieren, warum man jetzt doch den besten Würfel für eine Aktion nehmen kann statt einem, der nicht ganz so gut wäre. Deswegen war ich im Vorfeld etwas skeptisch, wollte das System aber doch gerne einmal ausprobieren, um den Vergleich zu haben, und wie gesagt: Die Firefly-Ausprägung gefällt mir deutlich besser als die von Marvel.

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Eingeordnet unter Pen & Paper, Rollenspiel-Sonstiges, Tanelorn-Treffen

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