[RPG-Blog-O-Quest] Juni 2016: „Science Fiction“

RPG-Blog-O-Quest

Nachdem im letzten Monat Greifenklaue an der Reihe war, kommt das Thema der RPG-Blog-O-Quest im Juni wieder von Würfelheld, da die beiden Blogger sich ja damit abwechseln, der deutschsprachigen Rollenspielerszene jeden Monat fünf Fragen zu RPG-Themen stellen. Die Überschrift der Juni-Quaste lautet „Science Fiction“.

Dann wollen wir doch mal sehen, ob die Timberine etwas zu diesem spannenden Thema beitragen kann.

Hier die Fragen für den Juni:

1. Wie bist du zur Science Fiction gekommen?
2. Was macht für dich den Reiz dieses Genres aus?
3. Welche SF Rollenspiele hast du schon gespielt und was war das besondere an ihnen?
4. Welcher SF Hintergrund, ob Rollenspiel, PC-/Konsolengame oder Roman ist dein absoluter Favorit und warum?
5. Welcher SF Hintergrund sollte unbedingt in einem Rollenspiel umgesetzt werden und warum?

 

1. Wie bist du zur Science Fiction gekommen?
Was mein allererster Kontakt mit der Science Fiction war, weiß ich schon gar nicht mehr so recht. Meine Schule hatte eine sehr gut ausgestattete Bibliothek, in der es spannenderweise auch etliches an Genre-Literatur für Kinder gab, so zum Beispiel einige der Mars-Romane von Edgar Rice Burroughs. Ich weiß noch, dass ich die mit Begeisterung verschlungen habe, aber in welcher Klasse das genau war, ob schon in der fünften oder sechsten, kann ich jetzt gar nicht mehr sagen. In der sechsten Klasse jedenfalls lernte ich meine auch heute noch beste Freundin kennen, und die kannte Raumschiff Enterprise und Kampfstern Galactica, und ich war sehr schnell sehr begeistert von beidem. Und da ihre Eltern einen Videorecorder hatten, schauten wir sowohl Enterprise Classic als auch die beiden ersten aus der Serie zusammengeschnittenen TV-Movies relativ häufig. Zu Star Wars kam ich erst mit Die Rückkehr der Jedi-Ritter so richtig, auch wenn ich von A New Hope irgendwann vorher mal das Buch zum Film ausgeliehen bekam und mit Begeisterung verschlang. Wobei mein allererster Kontakt mit Star Wars eine Fanfiction war, die ich so in der sechsten oder siebten Klasse herum gelesen haben muss (als es den Begriff „Fanfiction“ so eigentlich noch gar nicht gab). Unsere Nachbarstochter und gute Freundin war 2 Klassen über mir, und einer ihrer Klassenkameraden hatte ein Star Trek/Star Wars-Crossover geschrieben (ein paar andere Franchises waren auch noch mit drin, glaube ich, aber ich weiß nicht mehr genau, welche). Jedenfalls traf die Crew der Enterprise in dieser Geschichte (ein richtig langer Roman von bestimmt 150-200 ausgedruckten und gebundenen Din-A-4 Seiten) auf Leia, Luke und Han – und noch ein paar andere SciFi-Ikonen, meine ich eben, aber davon weiß ich nicht mehr viel. Ich weiß auch nicht mehr viel von der Handlung, nur noch, dass ich sie unheimlich spannend und mitreißend und toll und voller Charaktertiefe fand. Wie gesagt, ich war in der sechsten oder siebten Klasse. Keine Ahnung, wie ich das Werk heute einschätzen würde.
Und in der achten Klasse, auf dem Weg zurück aus der Skifreizeit, lieh ein Klassenkamerad mir für die lange Rückfahrt im Bus Die Sterbenden Sonnen von C.H. Cherryh. Das war meine erste „ernsthafte“ SciFi, und ab dem Moment gab es kein Zurück mehr. Dreier-Sammelbände von Heinlein, Clarke und Asimov vom Grabbeltisch folgten, und auch sonst alles an Science Fiction, was ich nur erwischen konnte. Und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

2. Was macht für dich den Reiz dieses Genres aus?
Ich mag die Vielfalt in diesem Genre. Klar, das geht bei Fantasy auch, aber in der Science Fiction hat man oft das spekulative Weiterdenken unserer eigenen Welt und Technik. Vor allem bei Settings, die erkennbar in einer Zukunft unserer eigenen Erde spielen finde ich es spannend zu sehen, wie die Autoren unsere Gegenwart weitergeschrieben haben. Und bei Settings in der weit entfernten Zukunft die Vorstellungskraft der Autoren, die in die Geschichten hineinfließt. Andreas Eschbachs Roman Die Haarteppichknüpfer beispielsweise hat mich weggeblasen in seiner Epik.

3. Welche SF Rollenspiele hast du schon gespielt und was war das Besondere an ihnen?
Hmmm. Star Wars, in allen Varianten (D6, D20 bzw. Saga – beides nicht so meins – und Edge of the Empire). Traveller. Das pulpige Slipstream für Savage Worlds. Firefly (mit Cortex, Cortex Plus und Turbo-Fate). Shadowrun. Cyberworld. Deadlands Hell on Earth. Judge Dredd mit D20. Den oben erwähnten Roman Die Haarteppichknüpfer habe ich mal für eine Mikrokampagne aus drei oder vier Sessions adaptiert. Für Blue Planet haben wir mal Charaktere gebaut, kamen dann aber doch nie zum Spielen. Ach, und Babylon 5 mit D20 hätte ich jetzt beinahe vergessen, aber das war so ein traumatisches Erlebnis, das habe ich verdrängt. 😛

Was das Besondere an ihnen war? Noch ein hmmm. An Star Wars liebe ich die Vielfalt des Universums und dass es so schön cinematisch ist. Und die Würfelmechanik der neuen Regeln von Fantasy Flight Games gefällt mir sehr, weil sie so ein erzählerisches Element hineinbringt, aber trotzdem der Crunch nicht zu kurz kommt. Auch das neue CortexPlus für Firefly bildet das Setting ziemlich gut ab. Über die D20-Sachen kann ich nicht viel sagen; ich mag D20 nicht sonderlich. Da ist mir zu viel Zufallselement dabei. Shadowrun fand ich ich super, trotz der großen Würfelpools, aber ich mag Cyberpunk-Settings ohnehin sehr (auch wenn sie mir ohne das Magieelement von Shadworun eigentlich sogar lieber sind). Slipstream war herrlich altmodisch, und zu Traveller kann ich nicht viel sagen, weil ich es nur einen One-Shot lang gespielt habe und den Charakter gebaut bekam. Aber es wirkte eigentlich soweit ganz gut spielbar.

4. Welcher SF Hintergrund, ob Rollenspiel, PC-/Konsolengame oder Roman, ist dein absoluter Favorit und warum?
Mein absoluter Favorit? Puuuuh. Ich bin derzeit ein großer Freund von der Reihe The Expanse von S.A. Corey, weil das Setting einfach stimmig ist und die Stories sehr spannend dazu. Die Honor Harrington-Reihe von David Weber mag ich auch sehr, aber die ist inzwischen schon fast etwas zu ausgewalzt für meinen Geschmack. Die unterschiedlichen Welten von Peter F. Hamilton (Pandora’s Star, Great North Road etc.) mag ich auch, ebenso wie die Welt von Hyperion von Dan Simmons und das Cyperpunk-/Transhuman-Setting von Richard Morgans Reihe um Takeshi Kovacs. Aber ich glaube tatsächlich, momentan ist der Hintergrund von The Expanse ganz oben auf meiner Liste.

Okay, das waren jetzt alles nur Bücher-Settings. Hm. Aber Mass Effect habe ich nicht gespielt (nur zugesehen), und ansonsten fällt mir an PC-Spielen oder Filmen gerade nichts weiter ein. Muss jetzt reichen.

5. Welcher SF Hintergrund sollte unbedingt in einem Rollenspiel umgesetzt werden und warum?
Für das Honorverse gibt es ja, soweit ich weiß, schon die eine oder andere Fan-Conversion, oder zumindest haben sich Leute über Portierungen auf Traveller, GURPS und Savage Worlds Gedanken gemacht, aber ein offizielles RPG in der Welt von Honor Harrington fände ich super. Da gäbe es einfach so viele Möglichkeiten. Militär-zentriert, zivile Raumfahrt, auf einem Planeten, Spionage, Krieg wären alles Facetten dieses Settings, die man erspielen könnte.

 

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest:

  • An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolge, entweder Greifenklaue oder Würfelheld dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

 

Frühere Blog-O-Quests:
Mai 2016: . . Mai-Mischung
April 2016: . . Crowdfunding
März 2016: . . Settings
Februar 2016: . . Spielsysteme
Januar 2016: . . Rückblick
Dezember 2015: . . Ausblick
November 2015: . . Fanmaterial
Oktober 2015: . . Rollenspielanfang

13 Kommentare

Eingeordnet unter Rollenspiel-Sonstiges, RPG-Blog-O-Quest

13 Antworten zu “[RPG-Blog-O-Quest] Juni 2016: „Science Fiction“

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  10. Blognekromantie! 😁
    Wow, du hast ja recht viel Science-Fiction gespielt. Magst du noch was zu Slipstream sagen?
    Deine Ausführungen zu lesen hat mir Spaß gemacht, bin auch Science-Fiction-Fan.

    Gefällt 1 Person

    • Sorry, ich war über das Wochenende unterwegs und hatte zwar deinen Kommentar gesehen, kam aber noch zu keiner Antwort.

      Also, Slipstream. Das ist ein Plot Point-Setting für Savage Worlds, das absichtlich pulpig gehalten ist und diese Pulp-Bezüge ganz ungeniert zelebriert. Der Slipstream ist eine Art Paralleluniversum, in das man kommt, wenn man durch ein schwarzes Loch (irgendeines, ganz egal welches) gezogen wird. Dort fliegt man nicht mit Raumschiffen herum, sondern mit Raketenschiffen, und es wird mit Strahlenpistolen geschossen, nicht mit Laserwaffen. Die böse Königin Anathraxa herrscht über zahllose Alienrassen wie die Vogelmenschen, Löwenmenschen oder Aridianer.

      In der Plot Point-Kampagne muss der Slipstream natürlich von Anathraxas Tyrannei befreit werden, aber es gibt auch noch zahlreiche andere Abenteueraufhänger im Buch, die mit diesem Zentralplot nicht direkt etwas zu tun haben.

      Wir haben damals gar nicht so viele Sessions damit gespielt – das war nur ein Einschub in unserer Dienstagsrunde für einige Wochen, wenn ich mich recht entsinne, und die eigentliche Kampagne um die böse Königin haben wir nur angekratzt -, aber ich habe wirklich gute Erinnerungen daran. Für pulpiges Actionabenteuer eignet sich Savage Worlds eben ganz besonders gut, und dieses ungenierte Zelebrieren von Flash Gordon-Tropen habe ich richtiggehend gefeiert.

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      • Ahh, Pulp-SF. Klingt auch ein bisschen wie Flash Gordon. Freut mich, dass ihr damit viel Spaß hattet! 🙂
        Savage Worlds hab ich auch mal gespielt, in Deadlands: Noir, das Regelsystem ist cool.
        Danke für deine Erklärung!

        Gefällt 1 Person

      • Deadlands Noir reizt mich auch sehr. Ich bin ja ohnehin so eine alte Deadlands-Nase (Classic sogar noch mehr als Reloaded, auch wenn Savage Worlds neben Fate eines meiner Leib- und Magen-Systeme ist), und Noir würde ich wirklich gerne mal testen.

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