[RPG-Blog-O-Quest] Oktober 2016: „im Zeichen des Kürbis“

RPG-Blog-O-Quest

Wow. Ein Jahr läuft die RPG-Blog-O-Quest jetzt schon, und ich habe es tatsächlich jeden Monat geschafft, meinen Senf zu den jeweiligen Fragen abzugeben, auch wenn die letzten paar Male eher spät dran war. Aber immerhin. Diesmal stammen sie wieder von Würfelheld, der ja sich ja immer mit Greifenklaue abwechselt, wenn es darum geht, der deutschsprachigen Rollenspielerszene jeden Monat fünf Fragen zu RPG-Themen zu stellen. Passend zu Halloween lautet das Thema diesmal „Im Zeichen des Kürbis – Vampire, Werwölfe und Zombies“ .

Hier sind die Fragen und meine Antworten zur RPG-Blog-O-Quest des Oktober 2016:

1. Zockt Deine Spielrunde zu Halloween und wenn ja, gibt es dann ein spezielle Rituale?
2. Welches ist Dein Lieblings-Horror-Abenteuer (und warum)?
3. Welche Untoten kommen deiner Meinung nach zu schlecht weg und warum?
4. Welches ist das schlimmste Phantastik-Werk zu diesem Thema?
5. Welches Rollenspiel bildet, deiner Meinung nach, den Halloween-Horror am besten ab?
Bonusfrage:
6. Welches kostlose  Download/Online-Abenteuer würdest Du zu Halloween empfehlen? (Link nicht vergessen)

1. Zockt Deine Spielrunde zu Halloween und wenn ja, gibt es dann ein spezielle Rituale?
Ein fester Termin ist es (noch) nicht, aber in den letzten Jahren haben wir mit der Hühnerrunde zu Halloween gespielt, ja, und auch dieses Jahr haben wir es wieder vor.

2013 gab es nach vorigem längerem Brainstorming spielleiterlosen Western-Horror in einer verschneiten Blockhütte, wo keiner der Charaktere so richtig nett war (eigentlich waren sie alle ziemliche Arschlöcher, wenn ich mir das so überlege, und alle hatten sie irgendeine mehr oder weniger große Schuld auf sich geladen), wo zwischen mehreren Charakteren irgendeine unschöne Verknüpfung von früher bestand, wo ein fieser Dämon immer mal für eine Szene unterschiedliche Leute übernahm (durch verdecktes Kartenziehen wurde ermittelt, bei wem der Dämon diese Runde gerade war), und wo am Ende alle tot waren. Hmmm. Bis auf den Dämon gar nicht so anders als „The Hateful Eight“, fällt mir da auf. Allerdings waren wir nur zu sechst, nicht zu acht. 🙂

2014 spielten wir „The Final Girl“, ein spielleiterloses Indie-RPG, das Slasher-Filme nachstellt, wo man sich die Charaktere mehr oder weniger teilt, und wo am Ende nur ein einziger Charakter übrig bleibt. Davon spielten wir, weil das Spiel relativ schnell geht und wir nach dem ersten Szenario noch Lust hatten, gleich zwei Runden: die erste – klassisch auf einer Arktisstation – war eher zum Kennenlernen der Regeln und nichts herausragend Besonderes, aber die zweite Runde dann, die wir in einer australischen Kleinstadt ansiedelten, wurde richtig, richtig cool.

2015 war uns nach einem Abenteuer im Setting der TV-Serie „Supernatural“, dies allerdings nicht spielleiterlos, sondern von Bad Horse mit Turbo-Fate geleitet. Dieses Abenteuer war als One-Shot angelegt, entsprechend ging es auch mit dem Tod bzw. Verschwinden dreier Charaktere aus, aber im Nachhinein hatten wir so viel Spaß an der Session, dass sie zum Auslöser für die Wiederbelebung der alten, auf der Drachenzwinge gespielten und 2012 irgendwann eingeschlafenen Supernatural-Runde führte. Bei dieser alten Runde war ich nicht dabei gewesen, aber als die übrigen SPN-Hühner mich fragten, ob ich nicht mit meinem Halloween-Charakter einsteigen wollte, hatte ich riesige Lust darauf, und der Rest, ist wie man so schön sagt (und an den bisher knapp 30 Supernatural-Diaries dieses Blogs deutlich sehen kann) Geschichte.

Dieses Jahr wollen wir mit der Supernatural-Runde ein Halloween-Special veranstalten: „Jäger im Wilden Westen“. Die Grundprämisse soll nicht sein, dass es unsere Neuzeitjäger in den Westen verschlägt, sondern dass wir alle einen Vorfahren unseres eigentlichen Charakters spielen, der eben im Wilden Westen lebt. Als kleines Framing Device findet sich im Archiv einer der alten Jägerfamilien eine Fotografie ausgräbt, auf der die Vorfahren als Gruppe abgebildet sind, was auffällt, weil sie ihren heutigen Nachkommen verblüffend ähnlich sehen. Ähnlich wie schon das Special „Jäger im Anzug„, wo wir zu siebt waren und daher spielleiterlos spielten, wird das Western-Szenario wohl auch ohne Spielleiter ablaufen. Wir werden zu sechst sein, da bietet es sich vielleicht ebenfalls wieder an, nur den Anfang und das Ende gemeinsam zu machen und uns dann wieder aufzuteilen. Aber das werden wir sehen. Ich freue mich jedenfalls schon.

Spezielle Rituale gibt es, wenn ich so über die letzten drei Jahre zurückdenke, eigentlich nicht. Wir haben, weil Hühnerrunde, immer gemeinsam gekocht und das Haus ein bisschen halloweensig dekoriert. Aber das war eigentlich eher der Hühnerrunde geschuldet denn dem Anlass. Ansonsten: hmmm. Nicht, dass ich wüsste. Verkleidet haben wir uns jedenfalls nicht.

Welches ist Dein Lieblings-Horror-Abenteuer (und warum)?
Hm. Hmmm. Vorgefertigtes Horror-Abenteuer soll das vermutlich heißen. Unsere Supernatural-Dinger sind ja zum allergrößten Teil selbst ausgedacht, und auch bei Deadlands haben wir nie so wirklich viel auf Vorgefertigtes zurückgegriffen.
Ich glaube, um der Nostalgie willen nenne ich eines, von dem ich gar nicht mehr weiß, wie es heißt. Zumindest glaube ich, dass es ein vorgefertigtes Abenteuer war. Es war jedenfalls eines der beiden Abenteuer, mit dem ich Ende der 1980er ins Rollenspiel eingestiegen bin. (Das andere war eines für Warhammer 1st Edition, dessen Namen ich auch nicht mehr kenne, aber das tut hier auch nichts zur Sache). Dieses jedenfalls war für Chill, und es ging darum, dass die Charaktere sich auf einem Ozeandampfer befinden und auf der Überfahrt zwischen England und Amerika seltsame Dinge passierten. Ich spielte einen vorgefertigten Charakter, eine Journalistin oder Fotografin meine ich, aber an deren Namen kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Nur noch an die hübsche Schwarzweiß-Zeichnung auf dem Charakterbogen. Vielleicht kennt ja jemand das Abenteuer und weiß, wie es heißt? Ich fand es jedenfalls damals extrem gruselig und sehr stimmungsvoll.
Vielleicht weiß ja jemand zufällig, wie das besagte Abenteuer heißt, und mag es mir in den Kommentaren mitteilen?

Ansonsten, wenn auch nicht-vorgefertigte Abenteuer zählen, waren einige unserer Supernatural-Abenteuer ganz, ganz großes Horrorkino, allen voran das Weihnachtstrauma. Das war so grandios, dass ich selbst nach diesem Abenteuer das absolute Bedürfnis hatte, ein Diary zu verfassen (und das, obwohl ich mir vorher kein weiteres regelmäßiges Diary hatte aufhalsen wollen, aber da musste ich einfach eines schreiben), und auch die die beiden anderen Spieler schrieben jeweils eines. Das finde ich sehr cool, denn so sieht man die Ereignisse aus dem Blickwinkel aller drei beteiligten Charaktere.

3. Welche Untoten kommen deiner Meinung nach zu schlecht weg und warum?
Puh. Ich mag ja Werwölfe. (Große Überraschung.) Ich glaube, mein Faible für sie rührt von Poul Andersons Operation Chaos, das ich als Teenager las und seither heiß und innig liebe, einfach weil die beschriebene Parallelwelt so wunderbar schräg ist und so toll skurrile Ideen darin vorkommen – und natürlich, weil die ich-erzählende Hauptperson, selbst eben ein Werwolf, so sympathisch ist. Dazu der Charakter Wolf aus Stephen Kings und Peter Straubs „The Talisman“, und natürlich irgendwann dann die Tatsache, dass mein Deadlands-Hauptcharakter in ihrem zweiten oder dritten Abenteuer selbst zum Werwolf wurde und ich sie dann ca. 10 Jahre lang als solchen spielte. Aber kommen Werwölfe in Literatur und Medien üblicherweise zu schlecht weg? Eigentlich nicht, oder zumindest fällt mir nicht so richtig ein, wo. Und eigentlich sind ja Werwölfe auch gar keine Untoten. Am Thema vorbei, Frau Timber, setzen, sechs! Aber stattdessen fällt mir auch echt kein anderer ein gerade. Mööp.

4. Welches ist das schlimmste Phantastik-Werk zu diesem Thema?
Die Frage ist mir nicht ganz klar. Heißt das zum Thema schlecht wegkommende Umtote, zum Thema Werwölfe oder zum Thema Horror generell?
Schlecht wegkommende Untote: Schwer zu sagen. Aber ich finde die Twilight-Romane und Filme ganz schrecklich. Ich gebe zu, ich habe sie nicht gelesen, aber ich hatte das erste Buch mal in der Hand und habe es nach ungefähr einer halben Seite mit einer Grimasse wieder weggelegt. Das las sich fürchterlich schmalzig. Die Filme habe ich auch nur minutenweise angeschaut – eigentlich hatte ich mir ja mehr Landschaftsaufnahmen des Pacific Northwest erhofft, weil sie ja auf der Olympic Peninsula spielen, die ich kenne und liebe, aber so richtig viel gab es in den Ausschnitten, die ich davon gesehen habe, leider nicht – und um den Film dann komplett zu schauen, nur in der Hoffnung auf mehr Natur aus Washington State, war er mir dann doch nicht gut genug.
Werwölfe: Die „Mercy Thompson“-Reihe von Patricia Briggs geht noch einigermaßen, fand ich, aber die „Alpha and Omega“-Reihe derselben Autorin gleitet arg in kitschigen Trash ab. Aber okay, beide Reihen spielen in Washington State (was ist das eigentlich mit Urban Fantasy und dem Pacific Northwest? Nicht dass ich mich beschwere), das ist ein kleines Trostpflaster. Gelesen habe ich von der Reihe trotzdem nicht viel. Aber immerhin das erste Buch zuende. Das war mehr, als ich bei „Twilight“ geschafft habe.
Filmtechnisch gesehen die Darstellung der Werwolfsform von Remus Lupin bei Harry Potter. Was fand ich den Charakter in den Büchern toll, und was habe ich bei der schrecklichen filmischen Umsetzung gekotzt.
Horror generell: Puuh. Das ist ein so großes Feld, und so viel kenne ich ehrlich gesagt gar nicht aus dem Bereich. Aber da gibt es garantiert richtig, richtig, richtig schlechte Filme, die man nennen könnte, auch wenn mir jetzt natürlich gerade keiner einfällt.

5. Welches Rollenspiel bildet, deiner Meinung nach, den Halloween-Horror am besten ab?
Gegenfrage: Was ist „Halloween“-Horror? Ja klar, an Halloween will man sich gruseln, schaut man Horrorfilme, aber gibt es eine spezielle Art Horror, die mit Halloween verknüpft ist? Falls ja, weiß ich nicht, was gemeint ist, sorry.
Aber welches Rollenspiel bildet die Art von Horror gut ab, wie sie in den Filmen dargestellt wird, die man sich an Halloween gerne anschaut? Call of Cthulhu mal nicht. Da konnte ich mich mit der Mechanik des unausweichlichen Wahnsinnigwerdens nie anfreunden. Dann lieber Chill, das ich ja jahrelang gespielt und geleitet habe. Hat auch ein Prozentsystem, aber man wird nicht zwingend verrückt dabei.

Oder halt sonst so Indies wie eben das oben erwähnte „The Final Girl“.

Aber es ist ohnehin mehr eine Frage des Settings und der angestrebten Stimmung. Auch mit einem Universalsystem wie Fate oder mit kompletter Freeform kann man wunderbare Horrorstimmung erzeugen. Nur ein sehr regellastiges System wie D&D oder DSA würde ich, glaube ich, nicht unbedingt für Horror verwenden.

6. Welches kostlose  Download/Online-Abenteuer würdest Du zu Halloween empfehlen?
Hm. Tja. Irgendeines von den alten Chill-Sachen, wenn es die noch gäbe – und wenn sie kostenlos wären, falls es sie noch gäbe. „Isle of the Dead“ zum Beispiel. Aber ich glaube, im Chill Introductory Insert, das es auf DriveThrough RPG kostenlos zum Download gibt, ist ein kleines Einführungsabenteuerchen drin.
Ansonsten vielleicht tatsächlich das bereits oben erwähnte „The Final Girl„? Das ist zwar nicht kostenlos im wahrsten Sinne, aber „Pay What You Want“, und nichts dafür zu zahlen, ist da auch eine Option.

Hui, das wurde ja doch wieder mal ein ziemlich langer Post. Aber na, darf auch mal sein.
Ich sage schon mal: Happy Halloween, allerseits!

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest:

  • An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolge, entweder Greifenklaue oder Würfelheld dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.
Frühere Blog-O-Quests:
September 2016: . . Geld
August 2016: . . Speis und Trank
Juli 2016: . . Fantasy
Juni 2016: . . Science Fiction
Mai 2016: . . Mai-Mischung
April 2016: . . Crowdfunding
März 2016: . . Settings
Februar 2016: . . Spielsysteme
Januar 2016: . . Rückblick
Dezember 2015: . . Ausblick
November 2015: . . Fanmaterial
Oktober 2015: . . Rollenspielanfang
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5 Kommentare

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