[RPG-Blog-O-Quest] Januar 2018: „Jahresrückblick 2017“

RPG-Blog-O-Quest

Nachdem Greifenklaue (zusammen mit Würfelheld einer der beiden Gründer der RPG-Blog-O-Quest, bei der den deutschsprachigen Rollenspielbloggern jeden Monat fünf Fragen zu unterschiedlichen Themen gestellt werden) im Dezember wissen wollte, wie es in der deutschen Rollenspielszene mit dem Ausblick auf 2018 aussieht, widmen sich seine Fragen im Januar dem Rückblick auf das letzte Jahr. Die Fragen sind dabei teilweise identisch zu denen, die auch 2016 gestellt wurden – mal sehen, ob ich bei deren Antworten trotzdem ein bisschen Varianz hineinbringen kann.

Die Fragen:

1. Meine erste Spielrunde 2018 war/wird ______________________________.
2. Das beste/einprägsamste Erlebnis 2017 in Deiner Rollenspielrunde war ____________________________.
3. Welches Rollenspielprodukt hat Dich im vergangenen Jahr am meisten erfreut?
4. Welchen SC hast Du 2017 am meisten gespielt, welches System war das und an was werden sich die Mitspieler erinnern?
5. Gab es 2017 auch eine RPG-Runde oder -Produkt, welches sich als absolute Zeitverschwendung entpuppte? Warum?

Bonusfrage: Welchem Random-Blog-Encounter wirst Du zuerst erledigen?

1. Meine erste Spielrunde 2018 war eine Session unserer regelmäßigen Dienstagsrunde gleich am 02. Januar. Weil derjenige Mitspieler, der dienstags gerade 13th Age für uns leitet, nicht konnte, spielten wir die Alternative, nämlich Blades in the Dark. Darin führten wir ein Abenteuer weiter, das wir bereits vor ein, zwei Sitzungen begonnen haben – konkret ging es um einen Heist auf einer Zugreise zwischen Duskwall und Whitehollow, bei der wir einem Barkeeper die Schlüssel zum Gepäckwagen abluchsen und uns in dem Gepäckwagen mit den Aufpassern herumschlagen mussten, die zur Bewachung unserer Beute abgestellt waren.

2. Das beste/einprägsamste Erlebnis 2017 in Deiner Rollenspielrunde ist gar nicht so einfach auszudeuten, denn nennenswert sind da meines Erachtens ein paar Sachen. Wie anderenorts schon erwähnt, war eines davon mit Sicherheit das ganz, ganz große Kino unserer Dread Heist-Runde auf der DZ-Con, das wir in einigermaßen passender Kleidung als halbes LIRP spielten und das ich als extrem stimmungsvoll empfand. Auch das auf derselben Con gespielte echte LIRP, Paris Rêvant, bei dessen Plot meinem Charakter unerwartet eine Hauptrolle zukam, machte sehr viel Spaß, ebenso die Auseinandersetzung meines Supernatural-Charakters mit seinem Bruder bei einem Abenteuer Anfang des Jahres. Und wo wir schon bei LIRPs sind: Beim Zeppelin-LIRP konnte mein Charakter hochdramatisch in Ohnmacht fallen, das war auch sehr cool.

3. Welches Rollenspielprodukt hat Dich im vergangenen Jahr am meisten erfreut?
Da muss ich nicht lange nachdenken. Das war der Itras By-Zusatzband „The Menagerie„, der im Herbst herauskam. Bei der Menagerie handelt es sich um eine Sammlung von ganz unterschiedlichen Bausteinen, die das Spielen in und mit Itras By erleichtern und bereichern sollen. Ob es jetzt neue Karten sind, neue Orte und Charaktere oder ein Mechanismus, um Träume darzustellen – mit den Beiträgen von 40 unterschiedlichen Autoren wird das norwegische Indie-RPG Itras By nochmals um eine ganze Ecke bunter.

4. Welchen SC hast Du 2017 am meisten gespielt, welches System war das und an was werden sich die Mitspieler erinnern?
Meine Rollenspielstatistik 2017 beweist es: Wie letztes Jahr auch schon, war das wieder Ethan Gale, mein Volljäger aus unserer Supernatural-Runde, allerdings anders als im Vorjahr mit nur einer einzigen Spielsitzung Vorsprung vor der Nummer Zwei. Das System ist immer noch Fate Core, aber seit Dezember nicht mehr der etwas veränderte Hack, den wir 2 Jahre lang benutzt hatten. Stattdessen sind wir jetzt auf ‚echtes‘ Fate Core umgestiegen. Eine erinnerungswürdige Szene, die mir selbst in den Kopf kommt, fand gerade in unserer allerletzten Session des Jahres statt, wo mein eigentlich meist für seine beherrschte Ruhe bekannter Charakter wegen seines Dilemmas einen Fatepunkt dafür kassierte, dass er etwas unvorsichtig reagierte und das magische Äquivalent von Geldscheinsicherungstinte an die Finger bekam. Daraufhin warf ihm sein potentieller Love Interest im Beisein der anderen Charaktere zu deren Überraschung vor, er dürfe „nicht immer so durchdrehen, nur weil es um eine Hexe geht“. Immer, wohlgemerkt. Ksss.
Außerdem ist der Charakter 2017 streitbarer geworden, kämpferischer, nicht mehr ganz so stoisch. Grundsätzlich regt er sich nur auf (bzw. lässt sich anmerken, dass ihn etwas aufregt) wenn ihm die Sache das wert ist, und meist waren sie es ihm bisher nicht. Aber 2017 sind ein paar Sachen passiert, über denen er nicht so einfach drüberstehen konnte, und diesen Ärger auszuspielen und den Charakter zur Abwechslung mal richtig wütend werden zu lassen, machte sehr viel Spaß.
Das mit dem ’streitbarer‘ und ‚zum ersten Mal richtig wütend geworden‘ war übrigens auch die Aussage meiner Mitspieler, als ich sie dahingehend fragte; dieser Eindruck liegt also nicht nur bei mir allein.

Aber damit ich nicht immer über denselben Charakter schreibe, sondern auch mal ein bisschen Abwechslung in die Antwort auf die Frage kommt: Auf Platz 2 meiner 2017 gespielten Charaktere, die nur eine Session hinter Ethan liegt, befindet sich Kiki Muddlefidget, meine gnomische Chaosmagierin aus unserer 13th Age-Runde. Als ich meine Mitspieler fragte, an was sie sich bei dem Charakter aus 2017 am besten erinnern könnten, lag Kikis Reaktion auf die Magierstadt Horizon ganz vorne. Wie gesagt, der Charakter ist Chaosmagierin, und ich definiere sie als liebenswerte Chaotin, die aus der Magierakademie geflogen ist, weil sie mit der ganzen klar durchstrukturierten hermetischen Magie nichts anfangen konnte und sie viel zu langweilig fand. Dementsprechend ist sie auch auf den Arschmage [sic!] und seine ganze Bande überhaupt nicht gut zu sprechen. Als es die Gruppe also letztens nach Horizon, die fliegende Stadt der Hermetiker, verschlug, war Kiki entsprechend aufgekekst und ließ kein gutes Haar an dem Aufenthalt.

5. Gab es 2017 auch eine RPG-Runde oder -Produkt, welches sich als absolute Zeitverschwendung entpuppte? Warum?
So richtig, richtig grottig fand ich 2017 dankenswerterweise keine einzige Runde. Aber wenn ich mir die Sessions so anschaue, die ich in meiner Statistik mit ‚geht so‘ bewertet habe, dann von den wenigen Vertretern der Gattung diejenige, die mir davon am wenigsten zugesagt hat, vermutlich unser Indie-Experiment auf der DZ-Con gewesen sein, bei dem wir ‚King is Dead‘ und ‚Dulse‘ ausprobierten. Gerade ‚Dulse‘ kam mir vor wie ein abgespecktes Fiasko, das einige ganz gute Ideen verschenkt und dessen Epilog-Mechanik mit Karten nicht an die von Fiasko mit seinen Würfeln herankommt.

Bonusfrage: Welchem Random-Blog-Encounter wirst Du zuerst erledigen?
Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Die Idee dahinter finde ich zwar extrem cool, und ich möchte eigentlich auch gerne den einen oder anderen davon übernehmen, aber gerade habe ich keine Zeit dafür. Das überlege ich im Februar oder so dann nochmal. Oder besser, wahrscheinlich würfele ich dann einfach wirklich.

2 Tage später: Ach komm, jetzt habe ich doch gleich schon mal gewürfelt. Würfeltool im Google Hangout ftw! Heraus kam eine 61, also:

Random Blog Encounter #61: Rollenspiel oder gespielte Rollen (im Englischen kommts besser rüber 😉)? Sind Emotionen und zu sehr „im Charakter sein“ peinlich oder großartig?

Ich glaube, wer gelegentlich diesen Blog liest (oder auch nur diesen Post bis hierher gelesen hat), der wird schon wissen, wie ich darauf antworten werde. Emotionen zulassen und aus Charaktersicht spielen, sich in den Charakter hineinversetzen und mit ihm triumphieren und mit ihm leiden, ihn wütend oder traurig oder froh sein lassen: einfach großartig.

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest:

  • An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolge, entweder Greifenklaue oder Würfelheld dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

Eine Auflistung aller RPG-Blog-O-Quests, an denen ich bisher teilgenommen habe, findet sich hier.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Rollenspiel-Sonstiges, RPG-Blog-O-Quest

3 Antworten zu “[RPG-Blog-O-Quest] Januar 2018: „Jahresrückblick 2017“

  1. Ein schöner Rückblick auf das Jahr 2017 :)
    Besonders über deine nachgeholte Bonusfrage musste ich schmunzeln ;D

    Gefällt 1 Person

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