[Karneval der Rollenspielblogs] Juli 2018: „Stimmung“ – Eröffnungsbeitrag

Im Juli 2018 habe ich wieder einmal die Ehre und das Vergnügen, den Karneval der Rollenspielblogs auszurichten. Die Fragestellung, die ich der deutschen Rollenspielbloggerszene diesmal zur Diskussion stellen möchte, kann man auf den ersten Blick vielleicht mehr unter spielleiterischen Gesichtspunkten beleuchten, aber ich hoffe, es gibt auch aus Spielersicht Dinge darüber zu sagen. Das Thema, für das ich zum Nachdenken anregen möchte, lautet:

Stimmung

Wie die letzten beiden Male auch schon, teile ich meinen Eröffnungsbeitrag in unterschiedliche Kapitel zu unterschiedlichen Aspekten, unter denen man sich dem Thema nähern kann, und werfe ein paar Fragen in den Raum. Aber das heißt natürlich nicht, dass ihr euch sklavisch an diese Fragen halten müsst (auch wenn ihr das wie immer natürlich dürft, wenn ihr mögt). Ich freue mich über jeden Beitrag, der sich dem Thema „Stimmung im Rollenspiel“ in irgendeiner Form widmet.

Auf der Charakterebene

Fangen wir wieder auf der untersten Ebene an und beleuchten das Thema in bezug auf die Charaktere gesehen.
Wie transportiert man – als Spieler ebenso wie als Spielleiter – die Stimmung, sprich Laune oder Gemütsverfassung, in der sich der dargestellte Charakter gerade befindet? Vor allem durch Beschreibungen und die Verwendung passender Adjektive oder auch durch die Modulation der eigenen Stimme?
Eine ähnliche Frage, aber mit leicht anderer Stoßrichtung: Wie kann man als Spielleiter bei der Darstellung ganz unterschiedlicher NSC, die ja durchaus öfter mal in kurzer Folge hintereinander auftreten können, die geeignete Stimmung erzeugen?

Was kann man tun, um sich als Spieler in Stimmung für den eigenen Charakter zu versetzen? Sich die Ereignisse der letzten Session nochmal vor Augen führen? Den Theme Song des Charakters hören, falls er sowas hat? Sich in dessen Charakterbild vertiefen? Sich ausmalen, wie der Charakter in für die kommende Session vielleicht zu erwartenden Szenen verhalten könnte? Und, vielleicht sogar die viel wichtigere Frage: Braucht man solche Vorbereitungen überhaupt? Ist es nicht ebenso gut – oder sogar besser? – man spielt einfach los, und die richtige Stimmung für den Charakter kommt von ganz alleine? Macht ihr sowas? Findet ihr es grundsätzlich okay, aber nichts für euch, oder lehnt ihr es rundheraus ab?

Auf der Abenteuerebene

Die Abenteuerebene ist vielleicht diejenige, die noch am meisten auf den Spielleiter fokussiert. Als SL möchte man, dass die Spieler für das Abenteuer in eine gewisse Stimmung versetzt werden. Aber ob es jetzt Hardcore-Survival-Horror ist oder leichtherzige Komödie: Wie erzeugt man diese Stimmung? Durch die Verwendung von Hintergrundmusik? Bilder? Handouts? Atmosphärische Beschreibungen? Aber was genau macht eine Beschreibung eigentlich ‚atmosphärisch‘?

Aber auch als Spieler ist Stimmung auf der Abenteuerebene natürlich relevant – der SL ist ja nicht alleine für die Stimmungsmache (pardon the pun) im Abenteuer verantwortlich. Also was kann man als Spieler tun, um zur richtigen Stimmung beizutragen – oder sind es sogar die Spieler, in deren Händen die Stimmung sogar noch eher liegt als beim Spielleiter?

Welche Tips zum Erzeugen von „Stimmung“ wollt ihr der Szene gerne mitgeben?

Und dann gibt es da ja noch den Begriff „Stimmungsspieler“. Was ist das überhaupt? Was macht den Stimmungsspieler aus, wie grenzt er sich von anderen Spielertypen ab, und welche unterschiedlichen Auslegungen kann man für das Konzept ansetzen?

Auf der Metaebene

Es kann immer mal vorkommen, dass sich die „richtige“ Stimmung für die Sitzung partout nicht einstellen will. Dass eigentlich beklemmender Grusel geplant war, aber die Gruppe aus dem Frotzeln und Albernsein nicht herauskommt. Dass man kindgerecht bunt spielen wollte, aber die Stimmung dann trotzdem eher in Noir umschlägt. Was tun in solchen Fällen? Wie kann man erreichen, dass die erhoffte Stimmung doch noch kommt? Einfach durchhalten und hoffen? Darüber reden? Eventuell für den Abend sogar kurzfristig auf ein anderes System wechseln, das der gerade vorherrschenden Stimmung eher entspricht? Oder verwendet ihr bestimmte Einführungsrituale, um euch in die passende Stimmung zu bringen, wie es beispielsweise Polaris mit dem Entzünden einer Kerze und dem gemeinsamen Aufsagen eines Satzes in seinen Regeln verankert hat? Oder, wenn es kein vom System vorgegebenes Ritual ist, habt ihr ein eigenes?

In der echten Welt

Jede Rollenspielgruppe besteht aus Menschen, und im zwischenmenschlichen Miteinander entsteht natürlich ebenfalls eine Stimmung unter den Gruppenmitgliedern. Wie kann man eine harmonische Stimmung in der Gruppe fördern? Was tun, wenn es doch einmal zu Spannungen oder gar Auseinandersetzungen kommt? Habt ihr Tips, um eine gute Stimmung in der Gruppe zu erhalten – und wie sieht die ideale Stimmung in der Gruppe überhaupt aus?

Die Regeln

Wie eingangs schon erwähnt, sind all diese Punkte natürlich nur Ideen und Vorschläge, sollen Denkanstöße sein. Ich habe diese zwar in Fragenform in den Raum gestellt, aber auf keinen Fall müsst ihr diese Fragen der Reihe nach beantworten wie bei einer Studie. Wie immer ist der Sinn des RSP-Karnevals auch diesmal, dass ihr euch von dem Thema inspirieren und eurer Kreativität freien Lauf lasst. Und falls ihr die Fragen eben doch alle der Reihe nach beantworten wollen solltet, ist das selbstverständlich auch völlig in Ordnung.

Beteiligt euch am RSP-Karneval in einem Medium eurer Wahl (Blog, Vlog, Forumspost oder einfach in den Kommentaren unten) und lasst es mich in den Kommentaren oder im RSP-Blogs-Forum wissen, damit ich eure Beiträge in mein Abschlussposting aufnehmen kann.
Das Logo für den Karneval gibt es, jeweils transparent, in klein und in groß.

5 Kommentare

Eingeordnet unter Karneval der Rollenspiel-Blogs, Rollenspiel-Sonstiges

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