[RPG-Blog-O-Quest] Juli 2018: „Lustlosigkeit“

Nachdem im letzten Monat mit Seanchui Goes Rlyehs Aufruf, ein Abenteuer zu gestalten, die RPG-Blog-O-Quest ein wenig anders ablief als sonst, kehrt die Quest im Juli wieder zum üblichen Format zurück. Seit ihrer Gründung im Oktober 2015 durch Greifenklaue und Würfelheld geht es meist darum, dass der deutschsprachigen Rollenspielblogszene jeden Monat fünf Fragen zu ganz unterschiedlichen RPG-Themen gestellt werden – in der ersten Zeit ausschließlich von den Erfindern selbst, dann zunehmend auch von anderen Ausrichtern. Jetzt im Juli stellt nach wieder einmal einer der Gründerväter die Fragen, und zwar widmet Würfelheld sich dem Thema Lustlosigkeit. Spannend dabei finde ich, dass sich ein paar der Fragen ziemlich gut mit dem diesmonatigen Karneval der Rollenspielblogs einhergehen, der wieder einmal von mir selbst ausgerichtet wird und dem Thema „Stimmung“ gewidmet ist.

DIE FRAGEN

  1. Jeder geht bestimmt mal durch ein Tal der Lustlosigkeit. Was tut ihr dagegen?
  2. Wie motiviert Du Dich am Ball zu bleiben – sowohl beim Rollenspiel als auch beim Bloggen?
  3. Schlechte Laune, ob von einem selbst oder eines Mitspielers, können die Spielrunde runterziehen. Was tust Du aktiv dagegen?
  4. Was sind für Dich absolute Stimmungskiller?
  5. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ heißt es. Gab es Situationen, wo das Lachen schwer fiel?

TIMBERS ANTWORTEN

1. Jeder geht bestimmt mal durch ein Tal der Lustlosigkeit. Was tut ihr dagegen?
Meistens einfach Augen zu und durch. Ich habe keine Runden, die so schrecklich sind, dass ich komplett aussteigen möchte. Unsere wöchentliche Dienstagsrunde ist so ein Kandidat, wo ich nach langem, stressigen Arbeitstag manchmal denke: „Puh, das wäre mir jetzt gar nicht so unrecht, wenn es ausfiele.“ Aber da wir bei uns spielen und es daher für alle ausfällt, wenn ich absage, halte ich mich mit aktiven Eigenabsagen sehr zurück und ziehe die Cancel-Karte nur, wenn ich wirklich keine Zeit habe, nicht, wenn es an Lust mangelt. Sobald die Leute dann bei uns sind, kommt die Lust meistens auch recht schnell wieder. Und wenn sie es mal nicht tat, gab es auch schon Abende, wo wir dann doch einfach nur gequatscht haben.

2. Wie motiviert Du Dich am Ball zu bleiben – sowohl beim Rollenspiel als auch beim Bloggen?
Beim Bloggen ist die Frage relativ einfach. Da dieser Blog in seiner Kernkompetenz aus Rundentagebüchern besteht und ich einfach gerne Diaries – ob jetzt sachliche Kurzzusammenfassungen oder subjektive Geschichten aus Charaktersicht – schreibe, muss ich mich in dieser Beziehung nicht groß motivieren. Diese Beiträge veröffnetliche ich ich einfach immer dann, wenn ich wieder ein Diary fertiggestellt habe. Da ist dann höchstens die Zeit ein Problem, weil ich ich gerade bei den Kampagnen-Diaries leider zum Teil um mehrere Abenteuer hinterherhinke.
Auch bei den anderen Themen dieses Blogs – Quest, Karneval, und dergleichen – spielt eher die Zeit als die Motivation eine Rolle. Wobei. Letztes Jahr im Sommer kamen einige Questbeiträge teilweise deutlich im Nachfolgemonat. Um die trotz Zeitmangel am Ende doch noch zu schreiben habe ich mich damit motiviert, dass ich keine Quest auslassen wollte.

Beim Rollenspielen betreibe ich für meine Haupt-Kampagnen recht gerne Barbiespiel. Oder ich unterhalte mich mit meinen Mitspielern über die jeweilige Runde. Einen grundsätzlichen Motivationsmangel, also dass ich kurz davor war, das Hobby als solches einzuschränken oder gar aufzugeben, hatte ich tatsächlich noch nie.

3. Schlechte Laune, ob von einem selbst oder eines Mitspielers, können die Spielrunde runterziehen. Was tust Du aktiv dagegen?
Manchmal nicht genug, fürchte ich. Je nachdem, wie ich selbst gerade drauf bin, suche ich die Schuld für die schlechte Laune anderer gerne mal bei mir selbst. Und ich kann mich auch an die eine oder andere Runde erinnern, wo ich mich von der schlechten Laune und den daraus folgenden spitzen Bemerkungen von Mitspielern zum Zurückzicken habe anstacheln lassen, was dann für den Rest der Gruppe nicht sonderlich erfreulich war. Aber meistens versuche ich, diplomatisch/deeskalierend einzugreifen oder, je nachdem, wie die Situation ist, das Thema auch ganz konkret anzusprechen.

Wenn ich selbst diejenige mit der schlechten Laune bin, dann versuche ich, mich vor Beginn der Runde aus dieser Stimmung herauszuholen, indem ich mir positive Gedanken über die Runde mache – moistens hellt sich meine Stimmung aber glücklicherweise ganz automatisch auf, sobald die restlichen Gruppenmitglieder eintrudeln und das Spiel beginnt.

Falls es die Ereignisse im Spiel sein sollten, die die Stimmung trüben (manchmal gibt es ja Runden, wo die Story nicht nur den Charakteren, sondern auch den Spielern an die Nieren geht), hilft es mir, mich hinterher noch mit dem Rest der Gruppe darüber zu unterhalten und die Runde ein bisschen „aufzuarbeiten“.

4. Was sind für Dich absolute Stimmungskiller?
Ich mag es nicht, wenn ich selbst eigentlich ernsthaft-dramatisch spielen will, die Runde dann aber ins Lächerliche kippt. Wenn man merkt, dass die Stimmung an dem Spielabend einfach generell albern ist, okay, dann bin ich dabei, und dann kann man sich ja immer noch überlegen, ob man nicht für diesen einen Abend auf etwas Leichteres ausweicht. Aber wenn der gemeinsame Plan eigentlich war, atmosphärischen Grusel zu spielen und die Hälfte der Gruppe sich um eine entsprechende Atmosphäre bemüht, während die andere Hälfte ihre Charaktere alberne Aktionen durchführen lässt, dann ist das für mich schwer zu ertragen – vor allem, wenn es nicht mal die Spieler sind, die blöde OT-Witze reißen und man sie deswegen bitten könnte, sich doch etwas am Riemen zu reißen, sondern die Albernheit sich einzig und allein in den in-Game-Beschreibungen der Charakteraktionen bzw. der wörtlichen Rede der Charaktere äußert, und man deswegen gar keine so direkte Handhabe hat, das Thema anzusprechen. Klar, ansprechen geht trotzdem immer, aber gerade in solchen Fällen erntet man doch gelegentlich auch ein fragendes „aber warum, was ist denn daran jetzt schlimm?“

Außerdem reißt es mich immer ein bisschen aus der Stimmung, wenn NSCs oder Szenen in der Beschreibung über-klischeeisiert werden. Klar, Klischee ist prima, um sich Charaktere schnell und griffig vorstellen zu können, die verwenden wir alle – aber wenn dieses Klischee auf in meinen Augen unnötige Weise ausgewalzt wird, dann verdrehe ich schon etwas die Augen. Beispiel: Die Charaktere müssen nach, was weiß ich, Mexiko City oder Bototá oder Moskau, und kaum sind sie angekommen und stehen vor ihrem Hotel, werden sie Zeuge einer wilden Verfolgungsjagd und Schießerei mit mehreren Toten zwischen verfeindeten Banden. Nicht, weil diese Aktion irgendwas mit dem Plot zu tun hätte, sondern einfach, um der Szene „Farbe“ zu verleihen. Ja nee. Ich glaube einfach nicht, dass Verfolgungsjagden und Schießereien in Mexiko City oder Bogotá oder Moskau derart an der Tagesordnung sind.

5. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, heißt es. Gab es Situationen, wo das Lachen schwer fiel?
Die eine oder andere gab es tatsächlich, ja. Aber das bleibt in 30+ Jahren Rollenspiel wohl auch nicht aus.

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest:

  • An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolge, entweder Greifenklaue oder Würfelheld dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

Eine Auflistung aller RPG-Blog-O-Quests, an denen ich bisher teilgenommen habe, findet sich hier.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Rollenspiel-Sonstiges, RPG-Blog-O-Quest

2 Antworten zu “[RPG-Blog-O-Quest] Juli 2018: „Lustlosigkeit“

  1. wuerfelheld

    Danke für Deine ausführliche Teilnahme.

    Gefällt 1 Person

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