[RPG-Blog-O-Quest] November 2019: „Kinder“

Die RPG-Blog-O-Quest wurde vor drei Jahren von Greifenklaue und Würfelheld als Blogaktion ins Leben gerufen, bei der unterschiedliche Ausrichter der deutschsprachigen Rollenspielblogszene jeden Monat fünf Fragen zu ganz unterschiedlichen RPG-Themen stellen. Diesen Monat wird die Quest von Ackerknecht ausgerichtet und befasst sich mit dem Thema „Kinder“.

DIE FRAGEN

Die Bonusfrage diesmal vorweg: Habt Ihr Kinder?
Frage 1: Wenn es in Eurer Spielrunde Eltern (auch Euch selber) gibt, wie wirkt sich das auf Euer Hobby aus?
Frage 2: Hat einer Eurer Spielercharaktere Kinder? Wie geht Ihr damit um?
Frage 3a: Habt Ihr schon einmal ein Kind als SC geführt? Wenn ja, wie unterschied sich Eure Darstellung von der eines erwachsenen Charakters?
Frage 3b: Die analoge Frage für Spielleiterinnen und Spielleiter: Geht Ihr mit kindlichen SC (und NSC) anders um als mit erwachsenen Charakteren?
Frage 4: Das ideale Alter, um mit dem Rollenspiel anzufangen, ist __, mindestens aber __ Jahre, weil _______.
Frage 5: Das beste Rollenspielsystem für Kinder ist __________, denn es ist ___________.

TIMBERS ANTWORTEN

Die Bonusfrage diesmal vorweg: Habt Ihr Kinder?
Nein, keine Kinder.

1. Wenn es in Eurer Spielrunde Eltern (auch Euch selber) gibt, wie wirkt sich das auf Euer Hobby aus?
Ja, es gibt einige Eltern in unseren Spielrunden. Die erste und vordringlichste Auswirkung ist es, dass die Terminfindung mit Kindern gefühlt etwas schwieriger wird (wobei auch kinderlose Mitspieler extrem vollgepackte Terminkalender haben können, so ist es ja nicht) und dass Paare, bei denen beide Eltern spielen, einen Weg finden müssen, um die Spiel- und Kinderbetreuungszeit gerecht aufzuteilen, dass also beide Seiten die Hälfte der Zeit zum Spielen kommen. Außerdem kann es häufiger vorkommen, dass Eltern mitten während des Spiels unterbrechen müssen, weil ihr Kind ihre Aufmerksamkeit und Zuwendung erfordert (ein weinendes Baby zum Beispiel). Auch die Spielzeiten können sich verschieben, z.B. der Spielbeginn auf etwas später am Abend gelegt werden, wenn das Kind ins Bett gebracht worden ist. Außerdem werden sich die Spielrunden wohl vermutlich an den Wohnort der Eltern verlagern, damit die Eltern nicht ihre Kinder zum Spielen anderswohin mitnehmen müssen. Hier bietet sich dann natürlich das Online-Spielen an, weil das bedeutet, dass die Eltern zuhause bleiben können und weniger Stress haben, weil vielleicht die Wohnung unaufgeräumt ist oder die Kinder im Hintergrund herumtoben.

2. Hat einer Eurer Spielercharaktere Kinder? Wie geht Ihr damit um?
Es hatten schon einige One Shot-Charaktere von mir Kinder, aber bei meinen Charakteren aus längeren Kampagnen ist es derzeit nur einer, und zwar mein Schriftsteller aus unserer Dresden Files-Runde, der eine Tochter im Alter von 7 Jahren hat. Oder besser, er hat eine Ziehtochter: das leibliche Kind seines Bruders, für das er die Vaterrolle übernahm, als sein Bruder am Ende unseres zweiten Abenteuers zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Die Kleine ist ein fester Teil der Spielwelt sowie der Überlegungen und Entscheidungen meines Charakters und kommt häufig aktiv als NSC im Spiel vor oder findet zumindest Erwähnung.

3a. Habt Ihr schon einmal ein Kind als SC geführt? Wenn ja, wie unterschied sich Eure Darstellung von der eines erwachsenen Charakters?
Kinder habe ich tatsächlich schon so einige als SC gespielt. Die diversen Teenager aus Runden wie Monsterhearts oder Masks zähle ich dabei nicht mit, sondern meine tatsächlich Kinder unter 13. Dauerhaft gespielt habe ich dabei vor allem Ophelia, meine Ravenclaw-Magierin aus unserer Harry Potter-Kampagne, und ansonsten waren es diverse One Shot-Charaktere, wie z.B. bei „The Dreadful Secrets of Candlewick Manor“, bei der einen oder anderen Session mit „1W6 Freunde“ oder das Abenteuer nach dem Comic „Die Bruderschaft der Krabbe“ von der letzten DZ-Con.
Hier muss ich allerdings dazusagen, dass das alles Runden waren, wo es sich bei den SCs ausschließlich um Kinder handelte – einen kindlichen Charakter in einer Runde, in der alle anderen SCs Erwachsene waren, hatte ich selbst noch nicht, soweit ich mich entsinnen kann.

Bei der Darstellung kindlicher Charaktere versuche ich immer, mich so gut ich kann in die Vorstellungswelt eines Kindes hineinzuversetzen, kindlich zu sprechen und auch die Handlungen der Charakter möglichst kindgerecht sein zu lassen, ohne ins Alberne oder Übertriebene abzudriften.  Ob mir das immer gelingt, vermag ich selbst natürlich nicht vollständig zu beantworten, aber ich möchte zumindest glauben, dass es eigentlich ganz gut funktioniert.

3b. Die analoge Frage für Spielleiterinnen und Spielleiter: Geht Ihr mit kindlichen SC (und NSC) anders um als mit erwachsenen Charakteren?
Wie ich als SL mit kindlichen Charakteren umgehe, hängt immer vom Setting ab. Von was für einer Umgebung reden wir? Bei einem Abenteuer, in dem ausschließlich Kinder auftreten (z.B. Postapokalypse, in der nur die Kinder überlebt haben, oder einem Szenario wie im Roman „Der Herr der Fliegen“) würde ich sie als SL wohl anders behandeln als in einer Spielwelt, in der Kinder z.B. als materielles Eigentum ihrer Eltern gelten, vor allem, wenn der kindliche Charakter in einer Gruppe auftritt, die ansonsten aus Erwachsenen besteht.

4. Das ideale Alter, um mit dem Rollenspiel anzufangen, ist meiner Ansicht nach 12, mindestens aber 8 Jahre, wobei das aber auch wieder auf das gewählte Spiel ankommt. Auf der DZ-Con spielt regelmäßig ein siebenjähriger Junge mit, der sogar auch schon selbst geleitet hat, und auch von anderen Eltern habe ich schon gehört, dass sie ihre Kinder ab etwa fünf Jahren mitspielen lassen. Da muss man natürlich sehr sorgfältig auswählen, was genau man spielt – aber da sind ja inzwischen einige passende auf dem Markt.

5. Das beste Rollenspielsystem für Kinder ist eines, das ihre Fantasie anregt, ohne sie zu überfordern, denn es ist nicht in meinem Sinne, hier nur ein einziges zu nennen. „1W6 Freunde“ ist zum Beispiel bestens geeignet, um kindliche Detektive zu spielen, ist also eher für etwas ältere Kinder gedacht, während „Tails of Equestria“, die bunte Welt aus My Little Pony abbildet und damit vermutlich auch gut von jüngeren Kindern gespielt werden kann. Der oben erwähnte Siebenjährige spielt eine kindgerechte Version von Dungeonslayers mit seinen Eltern, und gerade läuft ja der Kickstarter für „So nicht, Schurke“, die deutsche Übersetzung von Monte Cooks „No Thank You, Evil“, das ab 5 Jahren geeignet sein und in seiner Regelkomplexität mit dem Alter des Kindes mitwachsen soll. In unserer eigenen Nachwuchsrunde, die wir mit den Kindern zweier befreundeter Paare spielten, nutzten wir Savage Worlds, wobei wir aber ein Mindestalter von 12 Jahren ansetzten. Star Wars und Beyond the Wall können ab 10 oder 12 Jahren auch ziemlich gut funktionieren, denke ich. Und es gibt bestimmt noch andere kindertaugliche Systeme, an die ich jetzt nicht gedacht habe.

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest:

  • An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolge, entweder Greifenklaue oder Würfelheld dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

Eine Auflistung aller RPG-Blog-O-Quests, an denen ich bisher teilgenommen habe, findet sich hier.

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Eingeordnet unter Rollenspiel-Sonstiges, RPG-Blog-O-Quest

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