Projekt ABC: B wie …

Letzte Woche hat der Buchblogger Wortman das „Projekt ABC“ wiederbelebt, das 2009 erstmals von „Kerkis Farbkleckse“ ausgerufen wurde. Die Aufgabe für die teilnehmenden Blogger ist es, jede Woche ein Foto zum jeweils fälligen Buchstaben des Alphabets zu posten, ganz egal, was für eines, solange der Buchstabe stimmt. In diesem Zusammenhang habe ich mir vorgenommen, eben Fotos von passenden Rollenspielen zu posten und vielleicht auch ein bisschen was zu ihnen zu schreiben.

Bevor am Sonntag der Buchstabe wechselt, ist heute noch schnell der Beitrag für die zweite Woche an der Reihe, also:

B wie…

 

Barbarians of the Aftermath: Das Rollenspiel „Barbarians of Lemuria“ gilt angeblich als eines der besten Rollenspiele, um das Genre von „Sword und Sorcery“-Fantasy abzubilden. Es verwendet ein einfaches 2W6-Würfelsystem, und es hat eingängige und elegante Regeln zum Abbilden von Kämpfen gegen unwichtige Gegner. Das Grundspiel haben wir auch irgendwo im Schrank stehen, aber das habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, also bin ich auf dessen Ableger „Barbarians of the Aftermath“ umgeschwenkt, das dieselben Regeln verwendet, aber vielleicht sogar noch einen kleinen Tick besser ist als das Original. Denn „Barbarians of the Aftermath“ spielt nicht in einer mehr oder weniger generischen Fantasy-Umgebung, sondern ist für Postapokalypse-Settings gedacht – und es bietet einen ausgezeichneten Generator, um eine ganz eigene und auf die jeweilige Spielgruppe zugeschnittene postapokalyptische Welt zu bauen. Ich selbst habe BotA zwar noch nicht gespielt, hoffe aber, dass sich die Gelegenheit dazu irgendwann einmal ergeben wird.

Blue Planet: Science Fiction mag ich ja sehr, und dieses Rollenspiel von 1997 hat mich damals sehr angesprochen – ich habe es auch einige Jahre nach Erscheinen tatsächlich einmal in einem Oneshot gespielt. Die Regeln mit ihrem Prozentsystem und dem sehr detaillierten Kampfmechanismus wären mir heute wahrscheinlich viel zu kleinteilig – in der zweiten Edition des Spiels wurden diese auch komplett überarbeitet, aber die zweite Edition habe ich nicht gespielt, deswegen habe ich lieber die erste fotografiert -, aber damals fand ich, sie passen prima zu einem einigermaßen realistisch angehauchten SciFi-RPG. Und auch das Setting auf einem größtenteils von Wasser bedeckten Planeten hat mir damals richtig gut gefallen. Wie ich das Spiel heute finden würde, müsste ich allerdings ausprobieren, weil es einfach eben doch ziemlich lange her ist.

Blades in the Dark spielen wir gerade in unserer Dienstagsrunde. Das Setting lässt sich vielleicht am ehesten als ‚viktorianisch angehauchte Steam-Fantasy‘ beschreiben, in dem man eine Verbrecherbande – Diebe, Schmuggler, Spione oder Haudrauf-Söldner – spielt. Strenggenommen gelten die Regeln als Ableger der Apocalypse Engine, sind aber doch um einiges anders und meta-lastiger als die übrigen PbtA-Hacks, die ich sonst schon so ausprobiert habe – so anders, dass ich vor etwas über einem Jahr ich eine kurze Systemvorstellung und etwas später dann ein Update zu dem Spiel gepostet habe.

Barbaren! Das ultimative Macho-Rollenspiel“ — trotz dieses reißerischen Untertitels und trotz der klar auf das Spielen von kraftstrotzenden Lendenschurzträgern abgestimmten Spielmechaniken und suggestiven Werten wie „Männlichkeit“ (für alle ‚Standard‘-Würfe), „Aggro“ (für Kämpfe) und „Geil“ (für das Umwerben von Frauen) ist dieses RPG längst nicht so flach und zotig, wie man es rein vom Lesen des Klappentextes her vielleicht erwarten könnte. Natürlich kann man es rein bier- und brezelig und völlig überzogen spielen, wenn man Lust hat, aber man kann „Barbaren!“ auch ernster und niveauvoller angehen, wenn man möchte. Vom Setting her ist das Spiel so gedacht, dass alle Charaktere männliche Barbaren aus einem der vier im Setting verankerten Stämme sind. Die kämpferischen Amazonen sind laut Regeln eigentlich nur als NSCs gedacht, aber natürlich hindert einen niemand daran, auch eine Amazone zu spielen, wenn man denn will. Und nein, das Spiel ist auch nicht nur für Männer etwas – ich selbst habe auf einem Tanelorn-Treffen schon eine Runde mit vier Mitspielerinnen und einem Mitspieler geleitet. Da haben die Mädels jeweils einen Barbaren aus einem der vier Stämme gespielt… und der männliche Mitspieler eine Amazone aus dem sagenumwobenen fünften Stamm. Diese Runde hat viel Spaß gemacht und war sehr Setting-stimmig und alles andere als billig-herrenwitzig.
Die Regeln bilden das Setting sehr schön ab, denn beim Kämpfen und beim Werben erhält man Punkte, die man dann für das jeweils andere einsetzten kann – und wenn man die Punkte ausgibt, verwandeln sie sich in Erfahrung. So genannte „Kniffe“ bringen Abwechslung. Alles in allem ein kleines, feines und, wie ich finde, sehr stimmiges Indie-System.
Warum das Buch auf dem Bild zweimal zu sehen ist? Ganz einfach: Das ist einmal das deutsche Original und einmal die englische Übersetzung. Und da letztere von mir stammt, konnte ich es mir nicht verkneifen, sie mit auf das Foto zu nehmen.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Pen & Paper, Projekte, Rollenspiel-Sonstiges

2 Antworten zu “Projekt ABC: B wie …

  1. Barbaren klingt immer gut :)

    Gefällt 1 Person

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