Projekt ABC: E wie …

Seit Anfang des Jahres läuft die Neuauflage des 2009 erstmals von dem Blog „Kerkis Farbkleckse“ ausgerufene „Projekt ABC„, diesmal in der Neuauflage von dem Buchblogger Wortman ausgerichtet. Die Aufgabe bei der Blogaktion ist es, jede Woche irgendein passendes Foto zum gerade fälligen Buchstaben des Alphabets zu posten. In diesem Zusammenhang habe ich mir vorgenommen, zum jeweiligen Buchstaben passende Rollenspiele aus unserer Sammlung vorzustellen.

In dieser fünften Woche des Projektes geht es heute um:


E wie…

Everway: Während die meisten Pen & Paper-Rollenspiele als Resolutionsmechanismus irgendeine Form von Würfeln verwenden, gibt es auch einige, die würfellos funktionieren. „Everway“ ist eines davon. Herausgebracht 1995, war es mit seinen stark an das klassische Tarot angelehnten Karten und seinem hübschen, minimalistischen Design seiner Zeit vermutlich etwas zu weit voraus, denn es verkaufte sich nicht sonderlich gut und wird schon seit Jahren nicht mehr aufgelegt. Das Setting des Spiels ist eine Art Multiversum, bei dem die Charaktere die Fähigkeit haben, zwischen verschiedenen Welten oder „Sphären“ hin- und herzuwandern. Manche dieser Welten entsprechen den Vorbildern der klassischen Fantasy, andere entfernen sich deutlich von diesen Standards. Generell bleibt die Stimmung aber der Fantasy verhaftet – explizite Science Fiction-Welten gibt es im Regelwerk nicht. Die Stadt „Everway“, die dem Spiel seinen Namen gibt, dient als interdimensionaler Knotenpunkt und Handelszentrum.

Edge of the Empire: In meinem ersten Beitrag zum Projekt ABC habe ich ja bereits „Age of Rebellion“ erwähnt, eines von den drei ’neuen‘ im Star Wars-Universum angesiedelten Rollenspielen. „Edge of the Empire“ wurde als erstes dieser drei Systeme veröffentlicht und soll das Spielen von Abenteuern im (halb-) kriminellen bzw. von der Rebellion unabhängigen Milieu abbilden, bei dem die Spielgruppe z.B. aus Schmugglern, Schrottsammlern oder dergleichen besteht.

Earthdawn: Dieser Rollenspielklassiker aus den frühen 1990ern ist eigentlich in einem relativ klassischen Fantasy-Setting angesiedelt, wandelt die typischen Fantasy-Elemente aber auf eigene Weise ab. So gibt es neben den üblichen Fantasy-Völkern wie Zwergen und Elfen auch andere, eher ungewöhnliche spielbare Vertreter, so zum Beispiel Obsidianer (Steinleute) oder Windlinge (kleine, geflügelte Gestalten von ca. 30 cm Körpergröße). Und auch wenn man es ihm so beim Spiel in keinster Weise anmerkt, heißt es irgendwo, dass das Setting unsere eigene Welt vor vielen tausend Jahren darstellen soll, als in dieser noch Magie existierte. In der Spielwelt hat das hohe Magieniveau dazu geführt, dass die Welt von dämonenartigen Kreaturen von Außerhalb überrannt wurde, weswegen die Völker sich in unterirdische, versiegelte Städte zurückzogen. Erst nach mehreren hundert Jahren wurden die Tore geöffnet, und die intelligenten Wesen kehrten in eine stark veränderte Welt zurück. Die Spielercharaktere erforschen jetzt diese neue Welt und bekämpfen die letzten verbliebenen Dämonen.

Empire Galactique: Ich weiß gar nicht mehr, wo ich dieses französische Rollenspiel her habe. Ich glaube, ich habe es irgendwann während des Studiums gekauft, vielleicht in einem modernen Antiquariat in meinerm Universitätstadt kaff -städtchen. Jedenfalls wurde es 1984 herausgegeben und ist eines der frühesten Rollenspiele aus Frankreich, nachdem der Trend Anfang der 1980er aus den USA in den Rest der Welt schwappte. Gespielt habe ich es tatsächlich nie, aber rein vom Lesen her ist es ein relativ klassisches Science Fiction-Setting mit einfachen Regeln.

20 Kommentare

Eingeordnet unter Pen & Paper, Projekte, Rollenspiel-Sonstiges

20 Antworten zu “Projekt ABC: E wie …

  1. do

    Und wieder hast du mehrere E-Titel gefunden. Toll.
    Herzlich, do

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  2. Fein das du so viel E-Titel findest.
    Finde ich toll.
    Liebe Grüsse,Elke

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  3. Du hast wohl für jeden Buchstaben was, oder? :)

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    • Ich hoffe es. Wie letztens schon mal erwähnt, könnte es bei ein, zwei Buchstaben ein bisschen eng werden, aber da gehe ich mal in mich bzw. befrage den Co-Inhaber unserer Sammlung (der für den größten Teil davon gesorgt hat, wenn ich ehrlich bin; ich selbst habe nicht mal die Hälfte aller Regelwerke in unseren Regalen gekauft), ob ihm nicht etwas zu dazu einfällt. Aber darüber werde ich wirklich ernsthaft nachdenken, wenn es soweit ist, glaube ich. :)

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  4. Everway liest sich ja ganz spannend! Und da ich noch nie Rollenspiele gespielt habe, hätte ich auch nicht gedacht, dass das sogar was mit würfeln zu tun hat?!
    Liebe Grüße
    Nicole

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    • Ja, bei fast allen Rollenspielen wird gewürfelt, und alle haben sie irgendwelche (mehr oder weniger komplexe) Regeln, um den Rahmen des Spiels festzustecken.
      Denn in der Geschichte kommt man immer mal wieder an einen Punkt, wo etwas, das ein Charakter tun möchte, klappen oder schiefgehen kann.
      Shawna das Cowgirl kann super reiten, richtig gut lassowerfen und einigermaßen gut schießen, hat aber keine besonders manierlichen Umgangsformen. Esther die Dolmetscherin kann einigermaßen gut reiten und ist vergleichsweise zivilisiert, kann aber überhaupt nicht schießen oder lassowerfen.
      Wenn im Spiel also Shawna das Cowgirl einfach nur einen Saloon betritt oder durch die Gegend reitet, dann wird darauf nicht gewürfelt, sondern das passiert einfach. Aber wenn sie einen fliehenden Verbrecher mit dem Lasso einfangen oder auf ihn schießen will, dann wäre es langweilig zu sagen, das klappt einfach, also kommen an dieser Stelle die Würfel (oder Karten oder ein sonstiger Resolutionsmechanismus) ins Spiel. Jedes System hat da seine eigenen Regeln, aber den meisten Spielen ist eines gemein: Je besser der Charakter etwas kann, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Wurf klappt. Aus dem, was bei dem Wurf herauskommt, ergibt sich der Verlauf der weiteren Geschichte: Shawna ist es gelungen, den Bösewicht mit dem Lasso einzufangen? Okay, dann wird als nächstes der Bösewicht vermutlich versuchen, sich aus dem Lasso zu befreien und ebenfalls würfeln, ob ihm das gelingt. Macht er sich los, dann kommt es vielleicht zum Faustkampf, bevor er flüchten kann. Hat das Lasso gar nicht erst getroffen, und der Verbrecher ist davongeritten, können die Spielercharaktere z.B. versuchen, seine Spuren bis zu seinem Versteck zu verfolgen. Schafft er es nicht, sich zu befreien, dann können die Spielercharaktere ihn ins Gefängnis schaffen, aber dann kommen vielleicht seine Bandenmitglieder und wollen ihn heraushauen. Und so entwickelt sich die Geschichte in einer Mischung aus dem, was die Spieler erzählen und besprechen, und dem, was gewürfelt wird, eben weiter.

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  5. Kenn ich leider alles nicht…aber E ist E.

    Liebe Grüsse Anett

    P.S. Die Wachteleier schmecken etwas feiner. Kann man schlecht erklären.

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  6. Pat

    Ich habe schon viel über Rollenspiele gehört, aber leider noch nie gemacht. Man muss ja auch dran bleiben und regelmäßig spielen. Ist ja nicht so wie bei einem Brettspiel, wo man spielt und das Spiel ist dann zu Ende.
    Vielleicht komme ich irgendwann mal dazu.
    Auf jeden Fall sehr interessante Einblicke in diese Welt und der Rollenspiele.
    LG Pat

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    • Freut mich, dass du das Thema interessant findest!
      (Und falls du wirklich mal hineinschnuppern wollen solltest: Man kann das Hobby auch in sogenannten Einzelsitzungen (oder „One-Shots“) betreiben – die gehen nur über einen Spielabend, und man muss sich zeitlich nicht länger binden als das. Das regelmäßige Spiel nennt sich „Kampagne“ und als Spielform sehr beliebt, ist aber nicht die einzige Form, wie man RPGs spielen kann.)

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