[RPG-Blog-O-Quest] März 2019: „wie nerdig sind wir eigentlich noch?“

Ein neuer Monat heißt: eine neue Aufgabe bei der RPG-Blog-O-Quest. Diese Blogaktion wurde wurde im Oktober 2015 von Greifenklaue und Würfelheld mit der Absicht ins Leben gerufen, der deutschsprachigen Rollenspielblogszene jeden Monat fünf Fragen zu ganz unterschiedlichen RPG-Themen zu stellen. Während zu Beginn die Fragen ausschließlich von den Gründervätern kamen, wurden spätere Questen zunehmend auch von anderen Bloggern ausgerichtet. Diesen März widmet Ackerknecht sich der Frage „Wie nerdig sind wir eigentlich noch?“

DIE FRAGEN

Vorab-Bonusfrage: Wie alt seid ihr? (Auf die Zehnerstelle gerundet reicht vollkommen aus.)
Frage 1: Ich betrachte mich selbst (nicht) als Nerd, denn ___________________.
Frage 2: Auf einer Skala von „1“ bis „Sheldon Cooper“, wie nerdig ist das Hobby Rollenspiel?
Frage 3a: Neben dem Rollenspiel betreibe ich noch folgende definitiv nerdige Hobbys:
Frage 3b: Neben dem Rollenspiel betreibe ich noch folgende definitiv nicht-nerdige Hobbys:
Frage 3c: Bei folgenden Hobbys von mir bin ich nicht sicher, wie nerdig sie sind:
Frage 4: Grob über den Daumen gepeilt beträgt der Anteil meines Bekannten- und Freundeskreises, den ich über Rollenspiel und andere nerdige Hobbys kennengelernt habe ___%.
Frage 5: Wenn ich meinen Arbeitskollegen von meinem Hobby Rollenspiel erzähle, dann machen sie so ein Gesicht: _______________________________

TIMBERS ANTWORTEN

Vorab-Bonusfrage: Wie alt bist du? (Auf die Zehnerstelle gerundet reicht vollkommen aus.)
Ich bin ein altes Huhn und habe eine 4 an der Zehnerstelle. Siebziger Spätlese, sozusagen. Ein paar Jahre sind es noch bis zur großen Fünf-Null, aber nicht mehr so viele.

1. Ich betrachte mich selbst nicht als prototypischen Nerd, aber doch schon zu einem nicht ganz unbeträchtlichen Grad, denn ich habe definitiv einige nerdige Verhaltensweisen an mir. So tragen meine Autos nicht nur Genre-bezogene Namen, sondern die sind auch noch auf ihre jeweiligen Nummernschilder abgestimmt. Okay, meinem ersten Auto gab ich einfach den Namen „Twister“ (von einer Unterart der Viper-Kampfjäger aus der alten Serie Kampfstern Galactica), ohne in irgendeiner Form auf dessen Nummernschild zu achten (das sich mit dem denkbar kurzen F-H auch nicht dafür geeignet hätte), aber mein zweites Auto, mit dem Nummernschild MA-RU, hieß natürlich „Kobayashi“; MA-RA war ein Peugeot 206 und wurde daher „Jade Lynx“ getauft; MA-EL hatte eine Blaumetallic-Lackierung, weswegen der Name „Taelon“ sich aufdrängte; und MA-IA 3791 heißt natürlich „Gandalf“ – je nach Putzzustand wahlweise mit dem Beinamen „der Weiße“ oder „der Graue“. Und ja: Wenn ich Leuten den Namen meines Autos und den Zusammenhang mit dem Nummernschild erkläre, tue ich das meistens mit dem Zusatz: „Ich bin ein schlimmer, schlimmer Nerd.“
Ansonsten lese ich zum überwiegenden Teil Genre-Literatur, kenne ich mich in der Pop- und Comic-Kultur vergleichsweise gut aus, habe seit vielen Jahren ein Abonnement für eine britische Genre-Zeitschrift, und ich tendiere dazu, bei der Vorbereitung von oder dem Diary-Schreiben zu Rollenspielen, die in der Gegenwart angesiedelt sind, Google sei Dank gerne mal ziemlich genaue Recherchen zu betreiben (ob der Tankverschluss eines bestimmten Autos einen Tankdeckel hat, zum Beispiel *hust*). Ach ja, und ich mache für mein Leben gern blöde Wortspiele mit übersetzten bzw. nicht übersetzten bzw. wortwörtlich übersetzten Begriffen. So habe ich z.B. den Begriff „beweislesen“ statt „korrekturlesen“ in meinen Wortschatz aufgenommen, weil es auf Englisch „proofreading“ heißt, ich unterstütze die Schöpfung des Wortes „zeitspielig“ analog zu „kostspielig“, und bestimmte Schauspieler heißen bei mir zum Beispiel nur noch „Jeff Brücken“, „Tom Kreuzfahrt“, „Kevin Schinkenspeck“, „Gerhard Kammerdiener“ bzw. „Blütenorlando“ oder „Holzelias“.
Andererseits kleide ich mich aber mit Ausnahme einiger Nerd-T-Shirts, die ich gerne zu RPG-bezogenen Gelegenheiten anziehe, nicht weiter nerdig, lese auch andere Lektüre über das reine Genre-Futter hinaus, schaue auch sehr gerne non-Genre-Filme und -Serien und führe durchaus häufig Unterhaltungen ohne eine einzige Nerd-Anspielung.

2. Auf einer Skala von „1“ bis „Sheldon Cooper“, wie nerdig ist das Hobby Rollenspiel?
Puh, schwer zu sagen. Ich bin ziemlich tief im Hobby Rollenspiel drin und bewege mich in einem relativ großen Freundes- und Bekanntenkreis aus Rollenspielern ganz unterschiedlicher, teils mehr, teils weniger nerdiger Typen mit den unterschiedlichsten Berufen und Hintergründen, deswegen weiß ich nicht, ob und inwieweit das Thema in der großen Allgemeinheit angekommen ist. Aber ich denke, diese bunte Mischung spiegelt sich nicht nur in meinem eigenen Bekanntenkreis, sondern auch in der Rollenspieler-Szene als Ganzem wider, deswegen denke ich, nicht mehr so sehr, wie es in der Vergangenheit war. Denn die Rollenspieler, die seit der Frühzeit des Hobbys Rollenspiel dabei sind, sind heute mindestens in den 40ern und dürften in der überwiegenden Mehrzahl ganz normale, „unnerdige“ Jobs haben. Allein deswegen kommt das Hobby langsam in der breiteren Gesellschaft an. Und es ist schon auffällig, dass das Hobby z.B. durch Erwähnung in TV-Serien wie eben „The Big Bang Theory“ oder auch „Stranger Things“ ein bisschen salonfähiger geworden zu sein scheint. Aber eine konkrete Zahl möchte ich dafür trotzdem nicht nennen, glaube ich. Es ist aber noch nicht völlig normal geworden – vielen Leuten sagt der Begriff „Rollenspiel“ weiterhin gar nichts.

3a. Neben dem Rollenspiel betreibe ich noch folgende definitiv nerdige Hobbys:
Hm. Ich spiele World of Warcraft. Ich schreibe RPG-Diaries. Ich male Zinnfiguren an. Ich lese Genre-Literatur und sehe gerne Genre-Filme und TV-Serien.

3b. Neben dem Rollenspiel betreibe ich noch folgende definitiv nicht-nerdige Hobbys:
Ich sammele Briefmarken, sehe gerne non-Genre-Filme und -Serien, genau wie ich auch non-Genre-Literatur zwar weniger häufig als Genre-Kost, aber durchaus auch lese, und ich gehe gerne bergwandern. Sonst noch was? Bin ich so hobbyarm? Ach ja, ich fotografiere noch sehr gerne, aber aber nicht sonderlich ambitioniert. Und ich reise gern.
Nachtrag: Ach so, klar, noch was: Ich sehe gerne Sport im TV, vor allem Fußball, Basketball, Biathlon und Langlauf.

3c. Bei folgenden Hobbys von mir bin ich nicht sicher, wie nerdig sie sind:
Naja, ich betreibe diesen Blog. Zählt das? Außerdem macht es mir gelegentlich durchaus Spaß, mich in meiner Freizeit mit Exel-Tabellen zu beschäftigen und neue Formeln und Darstellungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten für Diagramme kennenzulernen. Ich finde es toll, wenn ich Excel-Daten z.B. eben mit Formeln, Pivot-Tabellen und in Grafiken so gebändigt bekomme, dass sie am Ende genau das ausspucken, was ich gerne haben möchte.

4. Grob über den Daumen gepeilt beträgt der Anteil meines Bekannten- und Freundeskreises, den ich über Rollenspiel und andere nerdige Hobbys kennengelernt habe, ca. 75 66%, würde ich schätzen. Freunde und Bekannte von außerhalb des Hobbys sind es tatsächlich gar nicht so viele. Ich müsste mal eine Liste machen, aber von meinen Freundinnen aus Kindertagen stehe ich gar nicht mehr mit so vielen in regelmäßigem Kontakt. Okay, warte, da sind noch all meine Bekannten aus dem Gemeinde-Umfeld. Dann sind es vielleicht doch keine 75%. Aber einen ziemlich großen Teil meines RL-Freundes- und Bekanntenkreises kenne ich aus zwei RPG-Foren, nämlich dem inzwischen leider nicht mehr existierenden Travar (später Myrias) sowie dem Tanelorn (das ehemalige GroFaFo), und sogar meinen Herzallerliebsten habe ich vor mehr als 20 Jahren über einen Aushang in unserem örtlichen Rollenspielladen kennengelernt.
Nimmt man also die reinen Bekannten raus und behält nur die Leute bei, die ich als Freunde bezeichne, dann sind wir eher bei 80-90%, glaube ich.

5. Wenn ich meinen Arbeitskollegen von meinem Hobby Rollenspiel erzähle, dann machen sie so ein Gesicht:
Im Falle einiger Kollegen ein durchaus interessiertes, im Falle einiger anderer ein höflich-neutrales, im Falle wieder ein paar anderer ein etwas gelangweiltes. In den letzteren beiden Fällen erwähne ich das Hobby nur einmal und lasse es dann sein, wenn ich feststelle, dass es die Leute nicht interessiert; im Falle der ersteren erzähle ich auch mal ein bisschen mehr und auch durchaus regelmäßig. Ein Geheimnis daraus mache ich aber in keinem der Fälle.

27.03., Nachtrag
Anekdote 1: Meine eine Kollegin, der ich schon ziemlich viel vom Hobby erzählt habe und die zwar gerne Fantasy und SciFi liest, selbst aber nicht spielt, war gerade am Wochenende auf der Leipziger Buchmesse. Dort besuchte sie eine Lesung von Markus Heitz, und als sie mir gestern von ihrem Besuch erzählte, tat sie das ungefähr mit folgenden Worten: „Das war lustig. Markus Heitz begann seine Lesung mit einer Geschichte, die damit zusammenhing, dass er ja aus einem Pen&Paper-Hintergrund kommt* – da musste ich gleich an dich denken.“
Anekdote 2: Eine andere Kollegin, die auch weiß, dass ich P&P als Hobby betreibe und der ich gelegentlich schon ein bisschen was davon erzählt habe, heute beim Mittagessen, als ich kurz etwas abwesend ins Nichts starrte:
„Meine Katze kann das ja auch sehr gut. Da steht man fünf Minuten daneben, und die Katze ist irgendwo ganz weit weg mit ihrem Blick. Manche Leute behaupten ja, wenn Katzen sowas machen, sehen sie Geister.“
Ich: „Hihi ja, da gibt es sogar ein Rollenspiel, dass das zum Thema hat. ‚Die geheime Welt der Katzen‘ heißt das; das spiele ich demnächst – da können Katzen um das Übernatürliche und müssen ihre Menschen davor beschützen.“
Sie: „Ach echt, ist ja lustig. Sind das dann normale Katzen oder haben die so Superkräfte à la Thundercats?“
Ich: „Das sind schon normale Katzen, aber sie können halt Magie: Geister sehen und Schutzzauber wirken und solche Dinge.“
Sie: „Klingt interessant, musst du dann mal erzählen, wie es war!“

 

*die Geschichte selbst hat sie dann auch noch erzählt, aber die würde hier zu weit führen, auch wenn sie für mich als Rollenspielerin tatsächlich sehr amüsant und nachvollziehbar war. :D

 

 

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest

  • An jedem Monatsersten stellt entweder Greifenklaue, Würfelheld oder ein von ihnen beauftragter Blog dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte zu einem frei gewählten RPG-Thema. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

Eine Auflistung aller RPG-Blog-O-Quests, an denen ich bisher teilgenommen habe, findet sich hier.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Rollenspiel-Sonstiges, RPG-Blog-O-Quest

2 Antworten zu “[RPG-Blog-O-Quest] März 2019: „wie nerdig sind wir eigentlich noch?“

  1. Seanchui

    Also, als Controller sage ich: Die Beschäftigung mit Excel hat definitiv etwas nerdiges :-)

    Gefällt 1 Person

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