[RPG-Blog-O-Quest] Juni 2019: „Crossover“

Die RPG-Blog-O-Quest, eine Blogaktion, die im Oktober 2015 von Greifenklaue und Würfelheld ins Leben gerufen wurde, findet inzwischen zum 45. Mal statt. Anfangs nur von den beiden Gründern selbst, dann regelmäßig auch von anderen Bloggern aus der Szene, werden dem deutschsprachigen Rollenspielvolk im Zuge der Queste jeden Monat fünf Fragen zu ganz unterschiedlichen RPG-Themen gestellt und dann auf Blogs, Vlogs und in Podcasts etc. beantwortet. Diesen Monat kommt die Queste von Seanchui und widmet sich dem Thema Crossover im Rollenspiel.

DIE FRAGEN

1. Setting Top, System Flop – oder aber umgekehrt. Habt Ihr schon Rollenspiel-Settings mit anderen Regeln bespielt? Wie sehen Eure Kombinationen aus?
2. Manches Rollenspiel hat gute Regeln. Gibt es Regel-Mechanismen, die Euch so gut gefallen haben, dass Ihr sie in andere Systeme übertragen habt? Welche waren das, und wie hat es funktioniert?
3. Nutzt ihr Abenteuer oder Zusatzmaterialien „fremder“ Systeme für Eure Kampagnen? Falls ja – warum?
4. Raumschiffe über Aventurien, Lichtschwerter bei Star Trek, Vampire im alten London: Wie abgedreht dürfen Eure Crossovers ausfallen? Und was geht gar nicht?
5. Wer gerne „CTHULHU“ spielt, kommt kaum umhin, regelmäßig auf die Vorzüge einer vermischten Kampagne aus „CTHULHU Gaslicht“-Abenteuern und rein kriminalistischen „Private Eye“-Fällen hingewiesen zu werden. Die beiden Systeme ergänzen sich offensichtlich sehr gut, die Mischung aus Mythos und Detektivfall passt. Welche guten Rollenspielkombinationen kennt ihr?

Bonusfrage: Wer Abenteuer konvertiert, kommt oft nicht um eine gehörige Portion Arbeit herum. Kennt Ihr gute Konvertierungshilfen, die Ihr mit uns teilen möchtet?

TIMBERS ANTWORTEN

1. Setting Top, System Flop – oder aber umgekehrt. Habt Ihr schon Rollenspiel-Settings mit anderen Regeln bespielt? Wie sehen Eure Kombinationen aus?
Wir haben eine Weile das Shadowrun-Setting mit einem Fate Core-Hack bespielt, genauer gesagt mit dem ausgezeichneten ShadowCore von Azzurayelos, und zwar beim Entwickler des Hacks selbst. Momentan hat Azzurayelos allerdings leider nur wenig Zeit, so dass wir schon länger keine Session mehr spielen konnten, aber ich hoffe, das ändert sich irgendwann auch mal wieder.

In einer anderen Runde spielen wir Coriolis momentan noch mit den Original-Regeln, aber wir haben nach ein paar Spielabenden festgestellt, dass die für uns ein bisschen haken. Da nur 6en Erfolge geben, schaffen wir unsere Proben nur extrem selten, und selbst die in die Engine eingearbeiteten häufigen Re-Rolls machen das nicht wirklich besser, bzw. sie befeuern einen Kreislauf, bei dem der Spielleiter durch die Re-Rolls Gummipunkte bekommt, mit der er das Spiel würzen und den Charakteren das Leben schwerer machen kann – was aber die Erfolgschancen noch weiter senkt, also noch mehr Re-Rolls erfordert, was dem SL mehr Gummipunkte gibt, um den Charakteren das Leben noch schwerer zu machen… You get the drift. Wir wollen noch ein paar Sitzungen mit den Regeln spielen, um zu sehen, ob sich das Ganze für uns irgendwie einpendelt oder wir uns damit anfreunden lernen, aber falls nicht, dann wollen wir gegebenenfalls auf Tribe 8 bzw. das Silhouette System umsteigen, mit dem wir vor einigen Jahren schon mal einen Fewshot in einem Cyberpunk-Setting gespielt haben.

2. Manches Rollenspiel hat gute Regeln. Gibt es Regel-Mechanismen, die Euch so gut gefallen haben, dass Ihr sie in andere Systeme übertragen habt? Welche waren das, und wie hat es funktioniert?
Die Entscheidungskarten aus Itras By verwende ich inzwischen generell für regelleichte Drama-Runden, und die Zufallskarten, mit denen mal mehr, mal weniger schräge Elemente in eine Szene eingebracht werden, lassen sich immer dann gewinnbringend anwenden, wenn es die Charaktere in anderen Settings in Traum- oder Fantasiewelten verschlägt.
Ansonsten fällt mir gerade nichts ein, auch wenn mir der Gedanke nicht aus dem Hinterkopf will, dass da eigentlich noch was wäre. Aber da ich jetzt fast den ganzen Monat darüber nachgegrübelt habe und es mir nicht eingefallen ist, war da wohl doch nichts.

3. Nutzt ihr Abenteuer oder Zusatzmaterialien „fremder“ Systeme für Eure Kampagnen? Falls ja – warum?
Manche Fertigabenteuer sind entweder so allgemein gehalten, dass man sie auch in anderen Systemen verwenden kann, oder sie lassen sich mit vergleichsweise wenig Aufwand entsprechend anpassen. So haben wir die Hellfrost-Kampagne unserer Nachwuchsrunde mit dem Abenteuer „Die Rache des Frosthexers“ begonnen, das eigentlich für Midgard geschrieben wurde. Das war überhaupt kein Problem, das auf das Hellfrost-Setting und die Savage Worlds-Regeln zu portieren. Also: Wenn es passt, ja, gerne – warum nicht, das beißt sich doch nicht?

4. Raumschiffe über Aventurien, Lichtschwerter bei Star Trek, Vampire im alten London: Wie abgedreht dürfen Eure Crossovers ausfallen? Und was geht gar nicht?
Normalerweise habe ich nichts gegen leicht abgedrehte Kombinationen – Vampire im alten London zum Beispiel klingt mir völlig normal – aber allzu schräg sollte es dann doch nicht werden, wenn das Setting nicht von sich aus so schräg angelegt ist – TORG liebe ich zum Beispiel, und das ist ja abgedrehte Schrägheit pur. Aber bei meinem Deadlands Classic gab es, als ich in unserer langjährigen Kampagne die ‚Heart of Darkness‘-Trilogie geleitet habe, zum Beispiel weder Aliens noch ein Tor in die Zeit von Deadlands: Hell on Earth, durch das die Charaktere am Ende hätten gehen können, wenn sie das gewollt hätten. Wobei ich mit einem Kumpel auf einem Tanelorn-Treffen schon mal einen Deadlands-Doppelslot geleitet habe, der unter dem Motto „Zwei Gruppen. Zwei Zeiten. Ein Problem“ lief. Ich leitete Deadlands Classic, er leitete Hell on Earth, wobei die beiden Gruppen unabhängig voneinander spielten und nur zum großen Endkampf zusammenkamen. Dabei konnten die Classic-Cowboys und die Hell-on-Earth-Charaktere einander schemenhaft sehen, aber nicht richtig miteinander interagieren, und als der Bösewicht besiegt war, kehrten alle wieder in ihre Zeiten zurück. Oder gaben wir ihnen die Möglichkeit, durch den Schleier zu gehen und in der jeweils anderen Zeit zu landen? Ich glaube, wenn ein Charakter das gewollt hätte, hätten wir es ihn machen lassen. Aber das war vom Spielgefühl her ganz anders als die in der „Heart of Darkness“-Trilogie vorgesehenen Aliens und deren Zeitportal. In dem Doppelslot hätte es mich irgendwie nicht so gestört.

5. Wer gerne „CTHULHU“ spielt, kommt kaum umhin, regelmäßig auf die Vorzüge einer vermischten Kampagne aus „CTHULHU Gaslicht“-Abenteuern und rein kriminalistischen „Private Eye“-Fällen hingewiesen zu werden. Die beiden Systeme ergänzen sich offensichtlich sehr gut, die Mischung aus Mythos und Detektivfall passt. Welche guten Rollenspielkombinationen kennt ihr?
Ich habe in der vorigen Frage ja schon über Deadlands geschrieben: Western und Übernatürliches, sprich ‚Weird West‘ passt in meinen Augen prima zusammen, aber genauso gut kann man dort auch ’normale‘ Westernabenteuer um raffgierige Rinderbarone oder korrupte Sheriffs und dergleichen spielen, bzw. manche Abenteuer mehr übernatürliche Elemente enthalten lassen als andere. Ebenso mag ich es in unserer Supernatural-Kampagne mit Fate, dass manche Abenteuer mehr auf die hartgesottenen Jäger des Spielerpools abgestimmt sind, andere hingegen wiederum eher auf die unerfahreneren ‚Jungjäger‘ der Gruppe; ebenso, wie manche Abenteuer eher düster daherkommen und andere vergleichsweise locker-leicht. Ansonsten, falls die Frage sich auf Kombinationen nicht nur von Themen, sondern tatsächlich von Spielregeln bezogen hat: Da fällt mir spontan gerade nichts ein.

Bonusfrage: Wer Abenteuer konvertiert, kommt oft nicht um eine gehörige Portion Arbeit herum. Kennt Ihr gute Konvertierungshilfen, die Ihr mit uns teilen möchtet?
Hm. Dazu spiele und leite ich zu regelleichte Systeme und konvertiere, wenn ich konvertiere, zu sehr nach Gefühl, als dass ich auf offizielle Konvertierungshilfen zurückgreifen würde. Deswegen muss ich in dieser Beziehung passen, sorry.

 

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest

  • An jedem Monatsersten stellt entweder Greifenklaue, Würfelheld oder ein von ihnen beauftragter Blog dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte zu einem frei gewählten RPG-Thema. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

Eine Auflistung aller RPG-Blog-O-Quests, an denen ich bisher teilgenommen habe, findet sich hier.

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Eingeordnet unter Rollenspiel-Sonstiges, RPG-Blog-O-Quest

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