Miami Files – Changes 1

18. Oktober

Cicerón Linares hat uns kontaktiert und um ein Treffen gebeten. Natürlich gehen wir hin, wir haben keinen Grund abzulehnen oder eine Falle zu vermuten – wir haben mit dem Mann und seiner Gang ja bisher keinen Zwist.

Später. Okay, das war … interessant. Linares hatte einen Vorschlag. Einen Vorschlag von ziemlich gewaltiger Reichweite, um genau zu sein. Er erzählte uns von einem Ritual, von dem er gelesen habe, das so genannte ‚Sanctuary-Ritual‘. Hierbei wird ein bestimmter Ort zu einem Zufluchtsort gemacht, ‚geheiligt‘ oder zumindest gestärkt, indem man den ‚Genius Loci‘, den Geist dieses Ortes, zum Leben erweckt, ihm mehr oder weniger körperliche Gestalt verleiht und eine Bindung mit ihm eingeht. Und Linares schlug vor, eben dieses Ritual durchzuführen, um sich mit dem Genius Loci von Miami zu verbünden.

Im ersten Moment dachte ich, er ist nichts als ein bocachancia. Ich meine, größer und ambitionierter geht es wohl nicht? Den Genius Loci des Staates Florida vielleicht? Der Vereinigten Staaten gar gleich? Welche Dimensionen muss ein Ritual wohl annehmen, wenn man damit den Geist Miamis beschwören will?

Aber der Gangster meinte es völlig ernst. Das könne kein einzelner Praktizierer durchziehen, egal wie stark dieser in der Magie sein möge, sondern das sei ein Fall für eine gemeinsame Anstrengung. Zwölf Personen idealerweise. An wen er dabei gedacht habe? Uns fünf, sich selbst und noch ein, zwei andere Santo Shango, Ximena O’Toole, und ansonsten würde uns vielleicht ja auch noch jemand einfallen.

Hmmm. Kein uninteressanter Gedanke, aber eindeutig auch keiner, auf den wir sofort eine Antwort hatten.
Denn neben der Größe des Rituals kommen ja auch noch ein paar andere Punkte dazu, die sehr genau überlegt werden müssen. Nicht zuletzt dieser: Linares hat ja vor ein paar Jahren schon Edward Leedskalnin vom Coral Castle vertrieben, um nicht zu sagen, den alten Geist vernichtet, da will er sich jetzt auch noch den Geist von Miami untertan machen?
Gut, er wäre nicht alleine, da wären noch elf andere mit von der Partie, und ‚untertan‘ ist auch nicht das richtige Wort für einen Genius Loci, der mit Sicherheit so mächtig ist wie der unserer Stadt. Aber dennoch dürfen wir diese Entscheidung nicht auf die leichte Schulter nehmen.

31. Oktober

Das wird heute abend wieder mal ein Halloween der Gegensätze. Erst Jandra und Monica zum Trick ’n Treating begleiten, danach kurz auf der Party der Raiths Präsenz zeigen und dann für den Rest der Nacht Día de los Muertos-Dienst schieben und um Mitternacht Geister zurückschicken. Aber erst muss ich den Mädchen noch ein bisschen mit ihren Kostümen helfen. Nachher oder morgen mehr.

1. November

Gestern wurde es, wie fast schon erwartet, doch nichts mehr. Und heute wäre ich fast auch nicht dazu gekommen, weil ich völlig erledigt war und mich nachmittags ein bisschen hingelegt habe. Die gestrige Nacht war nämlich extrem anstrengend, noch anstrengender als in den letzten Jahren. Irgendwie werden es gefühlt jedes Jahr mehr Geister, die am Ende des Tages nicht zurückkehren wollen. Wir mussten uns aufteilen, um unseren Teil der Aufgabe wenigstens einigermaßen bewältigen zu können. Edward bekam es unter anderem mit dem Geist eines Serienmörders zu tun, der von einem Jungen zum Día de los Muertos gerufen wurde, weil der ihn bewunderte. Alex hatte auch etliche ‚Kunden‘, darunter den Geist eines mordenden Elektrikers, der in einem Museum neue tödliche Fallen aufstellen wollte und von Alex ins Nevernever geschickt wurde. Totilas wurde mit einer verstorbenen, rachsüchtigen Mafia-Ehefrau konfrontiert, die ihre Familie ins Jenseits befördern wollte, während Roberto im Laufe der Nacht den Geist eines alten, viel zu jung an einer Überdosis verstorbenen Bekannten aus einem Club vertreiben musste, wo der die Stimmung zu einer tremenda pachanga aufheizte. Ich selbst hatte auch einiges zu tun, darunter mit einer alten, freundlichen Großmutter, die nach dem Día de los Muertos nicht heimkehren wollte, weil ihre alleinerziehende Tochter und ihre beiden Enkel sie brauchten. Sie zu überzeugen, doch wieder zurückzugehen, war zum Glück nicht körperlich gefährlich, aber trotzdem ganz schön anstrengend.

Alles in allem waren es dieses Jahr nicht nur deutlich mehr Geister, die am Ende des Tags der Toten nicht freiwillig zurückkehren wollten, sondern auch das Ritual, das früher den Orunmila oblag und das jetzt die Santo Shango immer im Coral Castle durchführen, war diesmal deutlich schwieriger. Cicerón Linares beispielsweise hatte sich magisch derart überanstrengt, dass er aus den Augen geblutet hatte und eine Augenbinde trug, als wir uns heute nachmittag trafen. Schon seit einigen Jahren werde es immer schwerer, gab Linares zu – das liege wohl daran, dass die Grenzen hier in Miami so dünn sind und immer dünner werden.

Umso mehr Grund, uns ernsthaft mit Ciceróns Idee von letztens auseinanderzusetzen. Der Genius Loci von Miami würde uns sicherlich helfen, mit solchen Umständen wie letzte Nacht fertigzuwerden – aber wollen wir eine solche Bindung wirklich eingehen?
Nach einigen Überlegungen kamen wir zu dem Schluss: Wir wollen. Oder wir wollen es zumindest versuchen. Denn erstens könnte uns eine solche Aktion hoffentlich wirklich dabei helfen, Miami zu beschützen, und außerdem würde Linares, wenn wir es nicht machen, sich vermutlich fünf andere Helfer suchen. Dann lieber wir, damit können wir auch ein Auge auf ihn halten.

2. November

Ximena O’Toole wäre grundsätzlich mit im Boot. Als weitere Namen hat sie ihre Kollegen Angel Ortega und den Isländer Bjarki vorgeschlagen. Damit wären wir zu elft – noch ein Platz zu besetzen. Mal überlegen. Byron wäre zwar von seinen Grundprofil her geeignet, aber Byron hat selbst gesagt, dass er nur solange hier in der Gegend bleiben will, bis das Problem, das hier seine Wurzeln hat, gelöst ist; um sich derart fest an die Stadt zu binden, wie wir das vorhaben, ist er wohl eher kein Kandidat.

3. November

Ximena hatte einen Vorschlag für Nummer zwölf: Dee. Sie sei ein Spezialist für Wards, und das Gesetz sei in der Gruppe mit einem Polizisten gegenüber drei Santo Shango bislang noch etwas unterrepräsentiert – und den Frauenanteil in der Gruppe zu erhöhen, sei ja sicherlich auch nicht verkehrt. Da hatte sie natürlich recht, auch wenn ich merkte, wie mir bei der Erwähnung von Dees Namen für einen Moment die Gesichtszüge einfroren. Ich weiß nicht mal genau, warum, wenn ich ehrlich bin – vielleicht doch irgendwie der Gedanke, über diese Ritualgemeinschaft, oder wie man es nennen will, so eng mit ihr verbunden zu sein, auch wenn das bei näherer Betrachtung eigentlich Quatsch ist. Mein Gesichtsausdruck blieb den anderen jedenfalls nicht verborgen, und sie fragten, ob ich ein Problem mit Dee hätte, aber nein, kein Problem. Nur ein kurzer Schluckauf.

Abends. Alex hat seine Schwester gleich heute noch angesprochen, und die ist dabei, will aber verständlicherweise keine Verbrechen in der Vorbereitung der Aktion oder bei der Aktion selbst. Na das sollten wir ja hoffentlich hinbekommen.

Über einen passenden Ort und einen passenden Zeitpunkt haben wir uns heute auch schon mal die Köpfe zerbrochen. Wir schossen uns auf das Calle Ocho Festival nächsten März ein, und als Ort kamen wir auf den Domino Park, der ja eine Art Herz der Calle Ocho darstellt.

5. November

Heute hatte ich ein Treffen mit dem Bürgermeister, um bei einem zwanglosen Kaffee einmal vorzufühlen, wie es wegen einer Sperrung des Domino Parks während des Calle Ocho Festivals aussieht. (Und ja, ich bin mir bewusst, wie das klingt – einfach mal den Bürgermeister zu einem Kaffee einladen. Aber das ist tatsächlich einer der Vorteile, wenn besagter Bürgermeister bekennender Fan deiner Bücher ist.)
Als Begründung gab ich natürlich nicht an, dass wir ein Ritual zur Beschwörung des Genius Loci von Miami durchführen wollen, sondern ich sprach von einem Feuerwerk zu Ehren des Anlasses. Der Bürgermeister war ziemlich angetan von der Idee und sagte zu – jetzt muss ich demnächst nur noch die offizielle Veranstaltungsanfrage an das entsprechende Büro der Stadt richten.

10. November

Nur kurz – ich bin auf dem Sprung. Wir haben gleich das erste Treffen / Kriegsrat / die konstituierende Sitzung unserer Genius Loci-Gruppe, und vorher will ich noch ein paar Sachen erledigen. Ich bin ja wirklich mal gespannt, wie das wird.

Das war richtig gut und konstruktiv, Römer und Patrioten. Dora hatte ihr ‚Hinterzimmer‘ für uns reserviert, einen Raum für geschlossene Gesellschaften, den es seit dem Umbau des Dora’s nach dem Brand gibt. Da sich noch nicht alle untereinander kannten, machten wir erst einmal eine kleine Vorstellungsrunde – auch, um einander noch einmal zu vergegenwärtigen, was unsere Fähigkeiten und Spezialisierungen im übernatürlichen Bereich sind. Ciceron Linares und Robertos Exfreundin Febe sind ’normale‘ [i]Santeros[/i] des Shango, während Ilyana Elder eine Priesterin des Shango und über die Familientradition der Elders auch in ägyptischer Magie bewandert ist. Ein Werkrokodil ist sie allerdings nicht.
Ximena O’Toole ist hermetische Magierin mit der Spezialisierung auf Feuer und Illusionen, Dee versteht sich vor allem auf Wards. Angel ist ebenfalls auf Wards spezialisiert und außerdem [i]Santero[/i]. Ximenas Kompagnon, der Isländer Bjarki, ist tatsächlich ein Sohn von Loki und kann nach Belieben die Gestalt wandeln.

Nachdem wir uns alle vorgestellt hatten, ging es an die Planung. Nicht nur wird das Ritual richtig groß, es wird auch richtig schwierig; wir waren uns also alle einig, dass wir externe Einflüsse so weit wie möglich vermeiden sollten – nur zum Wie müssen wir noch ein paar Gedanken anstellen. Der bei weitem längste Teil der Sitzung befasste sich mit den Komponenten, die wir verwenden könnten – auch die müssen angemessen gewichtig für ein Ritual dieser Größe sein. Am Ende standen wir mit folgenden Ideen da:
Das Hören will ich übernehmen und eine Ode an Miami schreiben. Das wäre nur der Text, nicht die Melodie, also brauchen wir noch eine Melodie dazu und jemanden, der oder die das Lied an dem Abend auftritt. Spontan dachte ich an Gloria Estefan, aber ob die sich für so etwas begeistern lässt? Vor allem, ob sie dazu bereit ist, einen Song für einen fremden Text zu schreiben? Zumindest versuch will ich, sie für die Sache zu gewinnen.
Für das Sehen wollen Angel und Ximena eine magische Drohne besorgen bzw. herstellen, mit der ein Bild auf den Platz an der Calle Ocho projiziert werden kann.
Zum Riechen will Edward 12 Phiolen mit den Düften Miamis besorgen: alles vom Duft des Meeres über Damenparfum und Sonnencreme bis hin zum Geruch von Abgasen.
Roberto will sich des Fühlens annehmen und aus stadteigenen Materialien eine Miniatur der Stadt bauen.
Für das Schmecken gibt es die Florida Rainbow Snake und den Florida Fairy Shrimp, die sich für unsere Zwecke geradezu aufdrängen, weil sie selten und schwer zu bekommen sind. Ilyana und Bjarki wollen welche besorgen.
Für die Seele will Totilas Gegenstände beschaffen, die für die Bewohner Miamis die Stadt verkörpern. Ich bin gespannt, was er finden wird.
Und für den Bereich Geist will Alex einen Schlüssel zur Stadt entweder besorgen oder selbst herstellen, und zwar aus einer der Metallplatten, aus denen auch die offiziellen Schlüssel zur Stadt bestehen, die zu feierlichen Anlässen an ganz besondere Ehrenbürger ausgegeben werden.

Dann ist da noch das Feuerwerk, das ich beim Bürgermeister als mundane Begründung für unsere Anfrage wegen der Sperrung des Platzes angegeben habe und das natürlich neben dem Ritual ebenfalls stattfinden muss, sonst fällt es auf. Das wollen Ximena und ich übernehmen, und vielleicht holen wir auch den Rat von Christine Wick ein – immerhin stehen sie und ich inzwischen nicht mehr auf Kriegsfuß.
Und wenn all diese Magie durch die Stadt fließt, dann müssen wir darauf achten, dass sie das in geordneten Bahnen tut und möglichst nicht an empfindlichen Orten wie Krankenhäusern oder der Verkehrsleitwarte, wo Leben an den Systemen hängt, die Technik zum Versagen bringt. Deswegen sollte während des Rituals die Magie durch festgelegte Kanäle geleitet wird, wo sie vielleicht nicht nur nicht schädlich, sondern besonders wirksam und/oder hilfreich ist. Um diesen Teil der Operation wollen Dee und Cicerón sich kümmern.

11. November

Mehrere Treffen heute. Zuerst mit Byron, weil wir den fragen wollten, wie es mit dem Abschotten vor unliebsamen magischen Einflüssen während des Rituals aussieht. Also nur wir fünf, versteht sich, nicht die ganze Genius Loci-Gruppe. Denn wir wollen ja die Verkörperung von Miami ins Leben rufen; da haben weder Feenmagie, noch Santería-Orishas, noch Zorn- oder Hungerdämonen etwas zu suchen.
Byron hörte sich unser Anliegen an und befand dann, bei Roberto, Alex und mir sei relativ leicht, uns kurzfristig von unseren übernatürlichen Störelementen zu lösen. Allerdings waren wir uns alle einig, dass wir das bei unseren jeweiligen Sponsoren vorher ankündigen bzw. einen sehr guten Grund bzw. eine sehr gute Ausrede dafür finden müssen, denn gerade bei Feen käme das vermutlich überhaupt nicht gut an, es unangekündigt zu machen, und dann auch noch, um eine potentiell konkurrierende Macht zu beschwören.
Totilas und Edward werden es schwerer haben, ihren jeweiligen Dämon zu unterdrücken – aber andererseits müssen die auch nicht auf Diplomatie achten oder irgendwem gegenüber Rechenschaft ablegen.

Grundsätzlich gibt es vier Arten und Weisen, wie wir unsere jeweiligen Einflüsse vorübergehend ausschalten können: mit Zen-Meditation, mit einer Queste im Nevernever, durch Magie oder mittels Psychopharmaka. Edward hat zusätzlich noch die Möglichkeit, dass er mit James Vanguard sprechen kann, der ja den Wolf kontrolliert und ihn schlafen schicken kann, aber das ist eben nur etwas für Edward. Psychopharmaka hätten den Vorteil, dass unsere jeweiligen Schutzpatrone nichts davon merken, aber sie müssen in genau der richtigen Dosis angewandt werden, damit wir trotz der Drogen handlungsfähig bleiben, und ungesund sind sie in so gut wie jeder Dosierung. Magie hingegen würde von unseren Patronen vermutlich sofort bemerkt, und Magie könnte auch dem großen Hauptritual in die Quere kommen, weswegen Byron sich klar für Psychopharmaka aussprach.

Für mich kommen wohl auch tatsächlich am ehesten Psychopharmaka in Frage, weil Pan, als der notorische Partygänger, der er ist, Drogen am ehesten verstehen und verzeihen wird. Für mich würde auch eine mildere Variante von Chemie ausreichen, ebenso wie für Alex und für Roberto, weil wir nicht so eng mit unseren Auftraggebern verbunden sind wie Totilas und Edward mit ihren Dämonen. Für Alex und Roberto käme eventuell auch ein magischer Trank in Frage, der denselben Effekt hat wie ein chemischer Wirkstoff, wobei ein magischer Effekt nur eben Sperrfeuer für das eigentliche Ritual bedeuten könnte, also will das wohl bedacht sein. Bei Totilas muss wohl am besten sein Dämon kurzfristig exorziert werden – die Frage ist, wer das machen könnte. Natürlich dachten wir zuerst an Roberto, aber der ist kein echter Priester, das wird wohl leider nicht klappen.
Byron machte den Vorschlag, vorher ein gemeinsames Reinigungsritual durchzuführen, damit wir uns aufeinander einstimmen und eventuelle Brüche rechtzeitig aufdecken können. Allerdings nicht in seine Schwitzhütte, sondern – die Idee hatte Alex – in ein Spa: Spa-Besuche sind einfach so typisch für Miami.

Nach dem Gespräch mit Byron suchten wir Christine auf. Mit der hatten wir nach dem Tod „meiner“ Lady Fire bis auf das Begraben des Kriegsbeils zwischen uns wenig Kontakt, aber am Rande bekamen wir doch mit, dass sie nach den Ereignissen auf der Insel der Jugend erst einmal eine Weile Urlaub machte und sich dann mit der neuen Lady Fire arrangierte. Apropos die neue Lady Fire: Marie Parsen hat sich mit ihrer neuen Identität und Aufgabe auch soweit arrangiert, glaube ich – zumindest schickt sie Edward über ihre kleinen Feuergeister häufig diese Novelty-Postkarten aus hauchdünnem Stein von den unterschiedlichsten Orten.
Bei Christine im Laden warteten wir, bis die Feuerkünstlerin ihre Kunden – ziemlich nervige Touristen, aber sie bringen immerhin Geld – bedient hatte und wir alleine im Geschäft waren, dann trugen wir unser Anliegen vor und engagierten Christine schließlich für das Feuerwerk. Sie soll ein normales, mundanes Feuerwerk vorbereiten, es aber, wenn der Moment gekommen ist, auf magische Weise zünden. Den genauen Tag müssen wir noch mit ihr abstimmen, aber das Calle Ocho Festival ist ja schon gesetzt.

12. November

Als wir uns heute trafen, erzählte Alex, dass er letzte Nacht im Schlaf Besuch von Eleggua hatte. Sein Patron bestätigte Alex, dass die zunehmende Anzahl und Aggressivität der Geister am Día de los Muertos ein Symptom für die schwächer werdende Grenze zwischen den Welten ist und dass die Barriere in spätestens zwei bis drei Jahren vollständig brechen wird. Möglichkeiten, die Wunde zu heilen, gebe es, aber das sei sehr schwer. Eleggua beschrieb es wie eine Kugel unter Wasser, auf die ständig steigender Druck ausgeübt wird, bis sie irgendwann bricht. Eine Möglichkeit zu verhindern, dass die Kugel bricht, ist es, ein Loch hineinzubohren. Dann fließt zwar etwas Wasser hinein, aber insgesamt wird der Druck reduziert.

Es gefiel uns zwar allen nicht so recht, aber vielleicht ist so ein Loch in der Barriere wirklich eine Möglichkeit. Also fingen wir an zu überlegen, wie sich das umsetzen ließe und was das bedeuten würde. Wir könnten in unser Ritual gewissermaßen eine Art Ventil einbauen. Miami trägt immerhin den Beinamen „Magic City“. Wenn wir während des Rituals ein Loch in die Barriere machen und kontrolliert eine gewisse Menge Magie aus dem Nevernever in diese Welt lassen, dann würde das weniger Ärger durch Geister und den anderen unerwünschten Druck bedeuten, und für alles andere außer der hereingelassenen Magie wäre die Barriere wieder fest. Das könnte dann zwar zur Folge haben, dass in Miami mehr Menschen als bisher über Magie verfügen, aber das ist ein nachgelagertes Problem und vermutlich das deutlich kleinere Übel im Vergleich zu einer unkontrollierbaren Schwemme böser Geister, die dann eben nicht mehr nur am Día de los Muertos in die Stadt kämen.
Die nächste Frage war, was genau „Magie“ in diesem Fall bedeutet, was also genau wir beim Ritual in die Welt lassen wollen. Nur die klassische hermetische Magie, waren wir uns sehr schnell einig. Keine Feenmagie, keine dämonischen Einflüsse, und auch nichts, was das Koyanthropen-Gen in ‚Jandra aktivieren könnte. Okay, auch nicht in Yolanda und mir, aber wir beide haben dank unserer Jobs als Pans Ritter und Titanias Richterin einen gewissen Schutz dagegen.

Wie das genau aussehen soll und wie wir das Loch in unser Ritual einarbeiten, das müssen wir die Tage mit den anderen besprechen. Aber erst einmal hat Edward für heute nachmittag einen Termin mit James Vanguard ausgemacht, um mit dem über die Unterdrückung seines Zorndämons während des Rituals zu reden.

13. November

Heute Treffen mit dem Rest der Ritualgruppe. Auf dem Weg dorthin erzählte Edward uns, wie die Begegnung mit Vanguard gestern gelaufen ist: Der Lykanthrop habe sich erst gesträubt, Marke: „Warum sollte ich?“, aber als Edward ihn daran erinnerte, dass sein, Edwards, Ritual ihm dabei geholfen habe, das Biest zu kontrollieren, erklärte Vanguard sich dazu bereit, Edward bei der Sache zu unterstützen, wenn auch nur gegen einen Blanko-Gefallen. Blankoschecks sind zwar eigentlich ein Rezept für jede Menge Katastrophen, aber die Gefahr schien Edward in dem Moment akzeptabel, sagte er.

Den anderen sagte Edward nur, dass er in bezug auf die Unterdrückung seines Zorndämons schon eine Vereinbarung getroffen habe, ging aber nicht näher ins Detail. Damit war Edward ‚versorgt‘, und für die kurzzeitige Exorzierung von Totilas‘ Dämon kann Ilyana Elder sorgen.

Als nächstes brachten wir die Frage nach dem Magie-Ventil auf. Wie nicht anders zu erwarten, fand Ximena die Idee, mehr Magie nach Miami zu holen, bedingungslos super. Dee hingegen war etwas skeptisch, aber nicht ganz so sehr, wie sie es vielleicht gewesen wäre, wenn der Vorschlag nicht von ihrem Bruder gekommen wäre. Am Ende wurde der Vorschlag angenommen – wenn unsere magisch begabten Gruppenmitglieder sich an die Detailplanung für das Ritual machen, dann werden sie die Sache mit dem Ventil in ihre Planung mit einbeziehen.

Im Zuge der Diskussion über das ‚Loch‘ und seine Auswirkungen kam dann die Idee auf, eine Organisation zu gründen. Also keine offizielle, versteht sich, aber eine Anlaufstelle für Leute, die sich nach dem Ritual plötzlich mit magischen Fähigkeiten wiederfinden. Das wäre ein klassischer Fall für Alex, der die Practitioner der Stadt in einer solchen Gruppe sammeln könnte.

Während des Gesprächs hatte Edward den richtig brillanten Einfall, Miamis wahren Namen herauszufinden und ihn im Ritual zu nutzen. Wir alle waren Feuer und Flamme für die Idee, aber wie sollten wir das anstellen? Nach noch etwas mehr Brainstorming richtete Roberto eine Bitte um Inspiration an seine Orisha, woraufhin ihm Julia Tuttle einfiel, die Stadtgründerin. Alex gelang es, ihren Geist zu beschwören und von Mrs. Tuttle tatsächlich den Namen Miamis zu hören, wie sie ihn ausgesprochen hatte – wenn das nicht der wahre Name unserer Stadt ist, was dann?

Ach ja. Und ich habe angefangen, an der Ode für Miami zu schreiben.

26. Dezember

Ich hatte ja fast Angst, dass an Weihnachten irgendwas passieren würde. Aber alles blieb ruhig, und die Feiertage waren einfach schön und harmonisch. Und gebrannt hat auch nichts. Puh.

1. Januar

Ein gutes neues Jahr allerseits, Römer und Patrioten. Ich bin etwas erledigt, aber nur, weil die Silvesterfeier lang und ausgelassen war, nicht weil irgendwas passiert wäre. Aber zum Glück ist heute ja nicht viel zu tun. Etwas aufräumen und ansonsten in Ruhe faulenzen.

Ich habe auch ein bisschen nach aus Miami stammenden bzw. in Miami ansässigen Musikern und Musikerinnen recherchiert. Darunter fallen einige bekannte Namen wie z.B. Jon Secada, Jason Derulo oder Iggy Pop (das wär’s noch. Ein zur Musik Iggy Pops manifestierter Genius Loci von Miami), aber ich hatte ja irgendwie für die Ode an Miami von Anfang an eine Sängerin im Kopf, und so bin ich auf Rita Mercado gestoßen, eine kubanisch-stämmige Singer-Songwriterin. Ich muss die Tage mal versuchen, ihren Agenten oder ihre Agentin zu erreichen. Sheila kann da bestimmt Kontakte knüpfen.

Die Ritualvorbereitungen kommen übrigens auch ganz gut voran. Unsere Magieexperten Edward, Ximena, Cicéron und Febe sitzen noch an der Theorie, aber sie sind immerhin schon am Feilen und nicht mehr nur an der Grobplanung.

6. Januar

Sheila hat uns ein Treffen mit Ms. Mercados Agenten vermittelt. Sie hat ihm bei dem Gespräch noch nichts weiter davon gesagt, um was es geht; das machen wir dann vor Ort. Von Angesicht zu Angesicht lässt sich unser Anliegen besser vermitteln als über eine Drittpartei am Telefon.

10. Januar

Tío. Que tremendo arroz con mango. Wir können froh sein, dass wir es lebend da rausgeschafft haben. Ganz ohne Blessuren ging es trotzdem nicht ab. Aber von vorne.

Wir hatten heute den Termin im Büro von Mr. Jimanez, dem Agenten von Ms. Mercado. Er war nicht begeistert von der Idee, dass seine Mandantin eine Melodie ohne Text komponieren und das Lied dann singen solle – sie sei Singer-Songwriterin, und der Text sei nun mal Teil des Songwritings. Ich versuchte, ihn zu überzeugen, dass das Ganze trotzdem eine gute Gelegenheit für seine Mandantin sei, und war so auf das Gespräch konzentriert, dass ich überhaupt nicht merkte, wie Alex sich zu Edward beugte und ihm warnend etwas zuflüsterte – das haben die Jungs mir später erzählt. Ich bekam erst das plötzliche laute ‚Pock‘ mit, als kleine Statue gegen die Glaswand flog, die Mr. Jimanez‘ Büro vom Großraum-Layout der übrigen Agentur abtrennte, und als ich erschrocken aufsah, bemerkte ich neben den Rissen im Glas, dass jemand vor der Tür zum Büro stand. Jimanez stand auf und öffnete mit fragendem Blick die Tür. „Sebastián?“

Dieser Sebastián hatte ein Messer in der Hand und ging ohne ein Wort auf Jimanez los. Aber zum Glück war Edward ihm gefolgt und konnte den Angriff abfangen, auch wenn er dabei selbst einen Messerstich in die Hand abbekam und bei dem Gerangel draußen im Großraumbüro landete. Mit seiner übernatürlichen Kraft und Geschwindigkeit zog Totilas den Agenten zurück in sein Büro und warf die Tür wieder zu. Jetzt sah ich auch, dass draußen etwa zwölf Personen standen, die reglos durch die Glaswand starrten. „Besessene!“ rief Alex uns zu, „Geister!“
Und Edward stand noch draußen und war drauf und dran, von den Besessenen angegriffen zu werden. Ich rannte zur Tür und riss sie nochmal auf, damit Edward wieder hereinkommen konnte, während Totilas den panischen Jimanez beruhigte.

Wieder flog etwas – ein Drehstuhl diesmal – gegen die gläserne Trennwand. Die Scheibe zerbarst in tausend Scherben, und einer der Besessenen kam in das Büro gestiegen. Den schrie ich an, er solle sich gefälligst gegen die Besessenheit wehren, und tatsächlich hielt der Mann verwirrt inne.

Alex hatte indessen schnell entschlossen den Feueralarm aktiviert, und jetzt öffnete er das Fenster nach draußen. Warum, wurde uns im nächsten Moment klar, als wir den Fensterputzwagen sahen, der draußen an der Fassade baumelte und den Alex hektisch heranwinkte – der allerdings aber auch erstmal zu uns hinkommen musste. Währenddessen versuchten die Geister, zu uns hereinzukommen – ein Teil von ihnen behinderte sich dabei gegenseitig, aber sechs Besessenen gelang es, das Büro zu betreten. Drei davon zog Totilas auf sich, Edward bekam es mit zwei Gegnern zu tun, und einer davon blieb an mir hängen. Und von draußen drängten schon die restlichen Geister nach.

Der Fensterputzerkorb kam näher. Totilas wollte uns den Rückzug decken, was ihm aber nur mittelprächtig gelang. Mir selbst ging es aber auch nicht besser; ganz im Gegenteil: Ich hatte Jade zwar gezogen und mit einer kleinen geistigen Anstrengung wieder zum Schwert werden lassen und wollte meine Gegnerin – eine Frau in den Vierzigern im Business-Kostüm – jetzt mit dem Schwertgriff bewusstlos schlagen, aber mit einem Mal hielt ich plötzlich wieder nur den dunkelgrünen Füllfederhalter in der Hand. Keine Ahnung, was da los war, aber die unerwartete Panne brachte mich für einen Moment derart aus dem Tritt, dass meine Gegnerin mir eine Topfpflanze über den Schädel hämmern konnte. Glücklicherweise verletzte der Schlag mich nicht ernsthaft, aber für einen Moment sah ich Sterne, während Roberto Jimanez und den wieder zur Besinnung gekommenen Sebastián in die Gondel bugsierte. Bevor er selbst hinterherkletterte, tat Roberto irgendwas – ein Hilferuf an seine Orisha mit ziemlicher Sicherheit –, was das Büro, glaube ich, zum heiligen Boden werden ließ oder etwas in der Art. Denn von den jetzt hereindrängenden neuen Gegnern gerieten manche – leider nicht alle – in eine Art Besessenheits-/Unbesessenheitsschleife: Wenn sie hereinkamen, kamen sie mit einem Stutzen wieder zu sich und stolperten wieder aus dem Büro, nur um dort wieder in die Geisteraura zu geraten und so beeinflusst wieder ins Büro zu kommen, wo sie wieder sie selbst wurden… You get the drift.
Einer von ihnen allerdings ging ganz unbesessen auf mich los, um seiner noch unter Einfluss stehenden Kollegin zu Hilfe zu kommen, so dass ich mich beim Aus-dem-Fenster-Klettern mit zweier Gegner erwehren musste und gehörig in die Bredouille kam. Alex, der sich in den letzten Sekunden an der Klimaanlage zu schaffen gemacht hatte, kam mir zur Hilfe, indem er einen Schwall kalter Luft auf die beiden Besessenen lenkte, und das lenkte sie tatsächlich soweit ab, dass ich unbeschadet in den Fensterputzerkorb klettern konnte, bevor Alex mir folgte. Dummerweise gingen meine beiden Gegner dann aber direkt auf Edward los, so dass der jetzt sechs Geister um sich hatte. Er musste sich mit Gewalt losmachen und ließ sich im Vertrauen darauf, dass wir ihn auffangen würden, kurzerhand nach hinten aus dem Fenster kippen. Das gelang uns zum Glück auch tatsächlich, denn irgendwie glaube ich nicht, dass selbst ein Lykanthrop wie Edward einen Sturz aus dieser Höhe ohne richtig schwere Verletzungen oder Schlimmeres überstanden hätte.

Totilas, der bis zuletzt die Stellung und den Weg zum Fenster freigehalten hatte, konnte sich ebenfalls nur mit einigen Schwierigkeiten von seinen drei Gegnern lösen und in die Gondel steigen. Mit Jimanez, Sebastián und dem Fensterputzer waren wir zu acht in dem wackeligen Gerät, und zu allem Überfluss kamen zwei der Besessenen uns auch noch hinterher. Einer schaffte es und wollte auf Jimanez losgehen; der andere Besessene stolperte beim Herausklettern und fiel, wurde aber von Edward aufgefangen, der sich dazu gefährlich weit aus dem Korb lehnen musste. Ich packte Edward, um ihn zu stabilisieren, während Totilas die schwankende Plattform am anderen Ende ausbalancierte. Edward zog den Besessenen ebenfalls in den Korb – inzwischen waren wir zu zehnt in dem Ding, und es wurde ganz schön eng da drin –, musste ihn aber, weil der Mann ja weiterhin besessen war, aktiv unter Kontrolle halten.
Währenddessen trat Roberto Jimanez‘ Angreifer kräftig auf den Fuß, was diesen aber nicht weiter störte.
Inzwischen hatte unser Fensterputzkorb bereits ein Stück des Wegs zum Boden zurückgelegt, so dass die Besessenen oben nicht mehr an uns herankommen konnten. Aber sie fingen an, die Kabel durchzusägen, an denen der Korb befestigt war. Wir mussten uns beeilen!

Jimanez‘ Gegner ging jetzt auf Roberto los und wollte nach ihm treten, aber die Verhältnisse in dem Korb waren zu beengt, als dass der Mann großen Schaden anrichten konnte. Totilas wollte ihn in den Schwitzkasten nehmen und festhalten, aber das klappte in der Enge dummerweise genausowenig. Stattdessen machte Roberto Anstalten, sich mitsamt dem Besessenen durch das Fenster zu hieven, aber dafür reichte seine Kraft nicht aus, denn er blieb samt seinem Gegner halb drinnen, halb draußen hängen. Ich war am nächsten an den beiden dran, also half ich nach und schob Roberto und den Besessenen mit einiger Kraftanstrengung zurück ins Gebäude. Während Edward seinen Gegner weiterhin unter Kontrolle zu halten versuchte, kletterten erst Jimanez und dann Alex in das Büro. Drinnen wand Robertos Gegner sich aus dessen Haltegriff und kugelte ihm dabei den Finger aus, und auch Edward bekam in dem Gerangel mit seinem Geist eine leichte Verletzung ab.
Nachdem auch Jimanez‘ Angestellter Sebastián und der Fensterputzer im Gebäude waren, kletterte ich als nächster hinein. Ich sah, wie Robertos Gegner ihm gerade in einem weiteren Angriff die Schulter auskugelte, war aber zu weit weg, um groß eingreifen zu können. Auch Totilas wurde von seinem Besessenen angegriffen, aber der Schlag schien unserem White Court-Kumpel zum Glück wenig auszumachen. Es gelang ihm, seinen Gegner auszuknocken und ihn dann mit in das Büro zu ziehen, während hinter ihm der Fensterputzkorb krachend in die Tiefe stürzte, als das letzte angesägte Kabel riss.

Aber es war keine Zeit für mehr als ein kurzes Stoßgebet des Dankes. Edward steckte in Schwierigkeiten. Ich rief die Feenmagie nach oben und beschwor eine sommerliche Fata Morgana, um die Geister zu verwirren. Das gelang auch einigermaßen, oder zumindest so gut, dass Edward seinen Gegner mit Robertos Hilfe fesseln konnte. Auch dem Besessenen, den Totilas gerade betäubt hatte, banden wir die Hände. Sicher war sicher.

Aus dem Stockwerk über uns hörten wir aber schon die restlichen Geister die Treppe herunterkommen, es war also höchste Zeit, abzuhauen. Tatsächlich schafften wir es vor den Besessenen hinunter und vor das Gebäude, einen völlig verstörten Mr. Jimanez im Schlepptau. Er murmelte die ganze Zeit: „Ich hätte Automechaniker werden sollen. Ich hätte Auomechaniker werden sollen…“, und mir war in dem Moment schon klar, dass wir uns mit ziemlicher Sicherheit eine andere Künstlerin für die Ode an Miami werden suchen müssen.

Die Besessenen folgten uns nach draußen, und für einen Moment sah es so aus, als würden sie zögern, aber dann kamen die Angestellten in völliger Verwirrung wieder zu sich.
Der ganze Tumult war natürlich nicht unentdeckt geblieben. Vor dem Bürogebäude hatte sich eine Menschentraube versammelt; es wurden Fotos gemacht und Videos aufgenommen, und jemand hatte auch schon die Polizei gerufen. Zeugen wurden befragt, und die zwölf ehemals besessenen Büroangestellten wurden allesamt verhaftet. Wir wurden auch befragt, durften aber relativ bald gehen.

Als wir wieder unter uns waren, erzählte Alex, die Geister hätten alle das Halsband von Adlene getragen. Und er habe gesehen, wie der Anführer-Geist draußen vor dem Bürogebäude tatsächlich aktiv überlegt habe, dann aber offenbar zu einem Entschluss gekommen und verschwunden sei.
Unschön, Römer und Patrioten. Von Adlene haben wir lange nichts mehr gehört. Que demonios hatten dessen Geister gerade in diesem Moment in diesem Bürogebäude zu tun? Eigentlich kann Adlene noch nicht wissen, was wir am Calle Ocho Festival vorhaben. Aber vielleicht sollten wir trotzdem bei unseren nächsten Besprechungen irgendwie für magischen Abhörschutz sorgen.

12. Januar

Edward wurde von seinen Kollegen heute noch einmal länger befragt, auch und gerade wegen seiner Rettungsaktion mit dem besessenen Angestellten an der Fensterputzgondel. Und seine Aktion hat auch die Medien erreicht: Es gab schon ein paar Anfragen wegen Interviews.
Die Besessenheit der Angestellten wurde offiziell als Massenpsychose durch Burnout deklariert. Und Jimanez wird wohl wirklich nicht länger als Künstleragent arbeiten – gerade weil es jetzt so dargestellt wird, als habe er zwölf seiner Mitarbeiter in den Burnout getrieben. Der Mann tut mir ein bisschen leid, aber ich glaube, er hat nach diesem Erlebnis von dem Job tatsächlich genug. Ich kann ihm nur wünschen, dass er bald eine andere erfüllende Aufgabe findet.

16. Januar

Edward ist von Internal Affairs kontaktiert worden, sagte er heute. Die wollen sich demnächst mit ihm unterhalten. Allerdings ist bei ihnen viel zu tun, also machten sie jetzt schon einen Termin für März. Dreimal dürft ihr raten, für wann im März. Ahahahahaha.

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