[Karneval der Rollenspielblogs] Oktober 2019: Rollenspielläden anderswo

Diesen Monat richte ich selbst den Karneval der Rollenspielblogs aus, deswegen möchte ich jetzt, zum Ende des Monats, zumindest selbst auch einen kleinen Beitrag zum Thema „Reisen“ liefern.

Dabei könnte ich jetzt über denkwürdige Dinge schreiben, die meine Charaktere auf Reisen erlebt haben, oder darüber philosophieren, wie man Reisen im Rollenspiel interessant gestaltet oder vielleicht ein paar Plothooks ausarbeiten. Aber stattdessen möchte ich die Sache doch etwas persönlich halten und darüber berichten, was für unterschiedlichen Rollenspielläden ich auf meinen Reisen bisher so begegnet bin.

Eine meiner großen Freuden, wenn ich irgendwo bin – meist allerdings auf privaten Reisen; bei Dolmetschaufträgen habe ich nur selten die Zeit dafür -, ist es nämlich, mich in der Stadt meines Aufenthalts die dortigen Rollenspielläden zu besuchen, um zu sehen, ob und inwieweit sie sich von den hiesigen unterscheiden. Und wenn ich dann auch noch ein Andenken – idealerweise ein Rollenspiel aus dem besuchten Land – finde, dann um so besser!

Norwegen

In Norwegen kenne ich zwei Rollenspielläden: das Avalon in Oslo, aus dem wir uns unser Orkworld mitgebracht haben, und das Outland in Trondheim, das bei unserem Besuch 2011 noch an seinem alten Ort in der Haupt-Einkaufsstraße der Stadt zu finden war, inzwischen aber in ein Einkaufszentrum umgezogen ist, wie ich kürzlich erfahren habe. Das Outland war eigentlich recht gut bestückt, hatte aber nur sehr wenige norwegische Rollenspiele im Angebot (beispielsweise lediglich einen Quellenband zu ‚Draug‚, dem „ersten echt norwegischen Rollenspiel“, und ohne Grundregelwerk brachte der nicht sonderlich viel, sonst hätte ich ihn – und das Grundregelwerk, das mir schon länger in der Nase steckt – vermutlich geleistet).

Mein Leib- und Magen-Rollenspiel Itras By, das ich in besagtem Urlaub 2011 überall vergeblich suchte, fand ich ein Jahr später schließlich in einer ganz normalen Buchhandlung, und zwar in einer Filiale der Kette Ark. Das begeisterte mich schon, dass ein normaler Buchladen nicht nur ein Rollenspiel verkaufte, sondern auch noch eines mit einer derartig begrenzten Auflage. Aber hey, Draug wird ebenfalls bei Ark vertrieben, wie ich gerade festgestellt habe. Das ist doch mal eine Maßnahme für demnächst.

Dänemark

Vielleicht gibt es in Kopenhagen noch weitere Rollenspielläden, aber wir kennen nur einen: Das (oder den?) Fantask, laut deren eigener Aussäge der älteste Spieleladen der Welt – als wir vor einigen Jahren dort waren, feierte Fantask gerade sein 40-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass brachten sie mit ihrem Logo und an ihr Laden-Design angelehnte Würfel heraus, und je ein Set dieser Würfel* mussten Knörzbot und ich uns natürlich gönnen. Außerdem kaufte ich mir das dänische RPG „Fusion„, das in einem etwas noir angehauchten Kopenhagen mit leichten übernatürlichen Elementen angesiedelt ist. Gespielt habe ich es noch nicht, aber ich mochte das Setting, und es war ein schönes Souvenir.

Großbritannien

In London besuchten wir das Orc’s Nest, einen Rollenspielladen, der anscheinend auch schon eine recht lange Tradition hat und sich selbst als den einzigen Spieleladen direkt in London bezeichnet. Es ist ca. 15 Jahre her, dass wir dort waren, und damals fanden wir den Laden zwar recht nett, aber nichts Außergewöhnliches, oder zumindest fanden wir dort nichts an Rollenspielen, Würfeln oder Zinnfiguren, das uns genug gereizt hätte, um es mitzunehmen. Aber wir leisteten uns zwei Tassen mit dem Logo des Ladens, und seit ca. 15 Jahren fehlen unsere Orc’s Nest-Tassen bei kaum einer Rollenspielrunde.

In Glasgow besuchte ich Mitte der 1990er einen Spieleladen, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere – es könnte das Static Games gewesen sein, das will ich aber nicht beschwören. Dort hatten sie damals eine recht schöne Auswahl an Rollenspielen und Zinnfiguren, aber ich kaufte nichts.

Belgien

Gerade dieser Tage haben wir langes Wochenende in Brüssel verbracht. Hier hätte es einen Rollenspielladen ca. 11 km außerhalb des Stadtzentrums gegeben, was uns aber etwas zu weit weg war, um eigens dafür dort hinaus zu fahren, also besuchten wir stattdessen den einen Laden, den wir in der Innenstadt fanden: das Games World. Hier gab es zwar ein paar Rollenspielbücher, aber ausschließlich für D&D 5, was wir nicht größer spielen, während der Rest des Ladens für Brettspiele und Computerspiele ausgelegt war. Also haben wir nichts gekauft, sondern sind ziemlich unverrichteter Dinge wieder gegangen.

Israel

Auch wenn mein Besuch dort nun auch schon wieder über 15 Jahre her ist: In Tel Aviv war es ganz ähnlich wie in Brüssel. Im dortigen Spieleaden Freak gab es fast nur Material für D&D, dazu Würfel und Fandom-Merchandise-Artikel, so dass ich mir dort auch nichts kaufte. Ein original israelisches Rollenspiel hätte ich toll gefunden, aber ich weiß gar nicht, ob so etwas überhaupt existiert. Muss ich mich mal schlau machen…

USA

Trotz eigener als auch Schwieger-Familie in den USA kenne ich lustigerweise nur wenige Rollenspielläden in den Staaten. In New York, wo meine eigene Familie herkommt, muss es dutzende geben, aber da habe ich irgendwie bisher kaum Zeit gehabt, mal einen aufzusuchen, und in Portland, Oregon, in dessen Nähe meine Schwiegereltern leben, gibt es, obwohl Portland angeblich so eine hippe Szenestadt ist, meines Wissens nach keinen Rollenspielladen. Aber dafür haben viele normale Bücherläden eine Abteilung oder wenigstens ein Regal mit RPG-Regelwerken. So haben wir bei Barnes & Noble in einem kleinen Einkaufszentrum außerhalb Portlands eine ganze Regalreihe mit Rollenspielkrams gesehen. Natürlich viel D&D, aber lustigerweise auch so Sachen wie Tails of Equestria und Call of Cthulhu. Gekauft haben wir dort allerdings nichts, auch wenn mir ein hübsches Würfelset echt in der Nase steckte. Aber ich habe mich am Riemen gerissen und beschlossen, dass ich für’s Erste genug Würfel hatte.

Österreich

Eine Sondererwähnung verdient der Hobby-Modellbauladen in Wien, dessen Namen ich vergessen habe, aber den ich während eines mehrtägigen Dolmetschauftrags in der Stadt besuchte und wo ich eine Packung Modellbau-Schnee für meine Zinnfiguren erstand. Der Auftrag ist schon einige Jahre her, aber so der Modellbau-Schnee ist so ergiebig (und Zinnfiguren-Bases sind ja auch klein, und ich will ja auch nicht jede meiner Figuren im Schnee stehen lassen), dass ich immer noch über drei Viertel der Packung übrig habe. Ich schätze, die wird noch für den Rest meiner Figurenmalkarriere reichen.

* Zu dem Set gehört natürlich auch ein W4. Den habe ich nur auf die Schnelle gerade nicht gefunden. Eventuell mache ich das Foto nächste Woche inklusive W4 nochmal neu.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Karneval der Rollenspiel-Blogs, Rollenspiel-Sonstiges

3 Antworten zu “[Karneval der Rollenspielblogs] Oktober 2019: Rollenspielläden anderswo

  1. BobMorane

    Eine Orcs Nest Tasse habe ich auch. Ich habe da in den 90ern auch ein paar Miniaturen gekauft, die es in Deutschland nicht gab.
    Mein Go_To Laden in London, wenn auch kein reiner Rollenspielladen ist Forbidden Planet, da verlaufe ich mich schon mal gerne.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: [Karneval der Rollenspielblogs] Oktober 2019: „Reisen“ – Abschlussbeitrag | Timber's Diaries

Kommentar hinterlassen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.