Igniculus-in-Arden: 03. Februar 2021

Sobald die Sodales nach ihrem Gespräch mit dem fremden Flambeau wieder unter sich sind, überlegen sie, was sie tun sollen. Was können sie überhaupt Sinnvolles tun, so abgeschnitten, wie sie hier in der Vergangenheit sind?

Eine Idee wäre es, vielleicht am nächsten Tag noch einmal in das andere Dorf zu reisen und dort mit der Hexe zu sprechen. Man könnte sie zum Beispiel fragen, ob an der Theorie mit der damaligen verflossenen Liebe des Barons etwas dran sei und falls ja, was damals genau geschehen ist. Aber das wäre möglicherweise vom Timing her schwierig – die Sodales müssten nach dem Trupp aufbrechen, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, aber vor ihnen ankommen. Und selbst wenn sie vorher ankämen, wäre vermutlich nicht viel Zeit, bevor die Reiter ankommen und anfangen, das Dorf dem Erdboden gleichzumachen. Außerdem hat Guri noch eine andere Sorge: Bisher, so scheint es, hat der Baron sein Hauptziel nicht erreicht – vielleicht, weil er zwar das Dorf niedermachen konnte, aber die außerhalb des Dorfes lebende Hexe nicht finden konnte. Was, wenn Sodales gesehen werden und den Baron dann zu der Hexe leiten, die er bisher von sich aus nicht finden konnte, und somit alles nur noch schlimmer machen?

Evelyn hat allerdings noch eine andere Idee. Wie wäre es, den Kreislauf des sich ewig wiederholenden Tages zu durchbrechen, indem das Falltor der Burg versperrt wird? Dann könnten die Reiter nicht aufbrechen und das andere Dorf nicht niederbrennen, und vielleicht würde das ja eine Veränderung auslösen. Diese Idee gefällt auch der Principa, und so überlegen die drei Sodales gemeinsam, wie sich das am Besten und Unauffälligsten anstellen ließe. Dass Gudrids Magie zum Einsatz kommen muss, wird sehr schnell klar, aber den ersten Gedanken, nämlich das Holz des Falltors im Boden festwurzeln zu lassen, verwerfen die Gefährten sehr schnell, weil hier sofort auffallen würde, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Besser also, Guri verengt die Öffnung im Torhaus, in die das Fallgitter hochgezogen wird, dann kann das Tor nämlich nicht mehr geöffnet werden. Kurz überlegt die Huldra, ob sie ihren Formelspruch „Supple Iron, Rigid Rope“ entsprechend anpassen kann, aber am Ende ist ein unabhängig davon improvisierter Muto Terram-Spruch sogar einfacher für sie.

In der Nacht sorgt Evelyn zunächst für eine Ablenkung, indem sie im Stall die Seile einiger dort angebundener Pferde derart ansägt, dass es so aussieht, als hätten die Tiere selbst die Seile angefressen, und es keines großen Aufwands bedarf, damit sie sich ‚von selbst‘ losreißen. Nach Sonnenaufgang geht Guri hinaus auf den  Hof, wobei sie zwar bemerkt wird, aber nicht groß auffällt, während sie in Richtung des Burgtors schlendert. Evelyn schleicht sich ebenfalls hinaus und schnappt sich ein Huhn, das sie dann in den Pferdestall wirft, weil sie hofft, dass sich die Pferde dadurch erschrecken und losreißen. Leider jedoch klappt das nicht so recht, weil das Huhn gar nicht so panisch herumflattert, wie Evelyn sich das gedacht hatte, sondern anfängt, seelenruhig im Stroh herumzuscharren und etwas aufzupicken, was die Pferde natürlich herzlich wenig stört.

Derweil ist Gudrid am Tor angekommen und wirkt erfolgreich ihren Zauber, mit dem sich die Öffnung oben in der Tordecke verzerrt. Die Magie der Merinita ist zwar sehr auffällig, weil immer Blumen zu sprießen beginnen, wenn sie zaubert, aber das scheint in dem Moment glücklicherweise niemand zu bemerken. Schnell kehren die beiden Igniculae zurück ihr Zimmer und tun so, als sei nichts gewesen. Ein wenig später bekommen sie bescheid, dass das Frühstück mmt derweil ans Tor, wirkt erfolgreich den Spruch und macht sich, indes die Blumen anfangen zu sprießen, auf und davon. Zurück ins Zimmer, so tun, als sei nichts gewesen, Bescheid, dass es Frühstück gibt, Reiter machen sich bereit, um gegen Mittag aufzubrechen.

Bauern wollen was anliefern, also Fluchen, weil das Tor nicht aufgeht; jemand schaut sich das Tor an, überprüfen den Mechanismus, finden keinen Fehler, Baron wird informiert. Baron kommt nach draußen geeilt, um sich das Desaster anzusehen, kann es aber auch nicht ändern, tut also das, was sich anbietet, er schickt nach Morus. Morus kommt an und versucht herauszufinden, was mit dem Tor los ist. Intellego Herbam – stellt fest, dass dem Holz nichts fehlt. Während bei Guri Blumen gesprossen sind, bricht bei ihm der Erdboden auf, und aus der Mauer brechen einige Splitter. Nicht genug, um sie zu zerstören, aber bemerkbar. Intellego Herbam hat den Magus erkennen lassen, dass dem Holz nichts fehlt, also versucht er es als nächstes mit Intellego Terram und macht sich kurz darauf in Begleitung eines der Männer des Barons auf in den Raum über dem Tor, wo sich der Mechanismus befindet. Evelyn schlägt vor, dass Guri ihm seine „Hilfe“ anbieten und ihn eventuell sogar in den Plan der Igniculi einweihen soll. Aber die Hilfe lehnt er ab, und Guri hat den ganz starken Eindruck, dass der Magus eine eigene Agenda hat und die rücksichtslos verfolgen wird, auch über Leichen gehen würde, wenn er auch nur den geringsten Eindruck hat, dass etwas dieser Agenda zuwider läuft. 

Dummerweise sehen die drei nicht, wie sie den Magus aufhalten können, das heißt, er wird das Tor wieder zum Funktionieren bekommen, und es wird den Baron nicht am Aufbrechen hindern, weil das klemmende Tor schon morgens ganz früh entdeckt wurde. Aber während Morus mit dem Tor beschäftigt ist, geht Evelyn sein Zimmer durchsuchen. Gudrid legt sich währenddessen auf die Lauer, um den Magus im Notfall abzufangen und aufzuhalten, und auch Knut macht sich bereit, im Stall die Pferde aufzuscheuchen und auf diese Weise für Ablenkung zu sorgen. 

Da Evelyn sich zum einen gut in solchen Dingen auskennt und sich zum anderen sehr gut in den fremden Flambeau hineinversetzen kann, kommt sie auf all seine Verstecke. Dabei findet sie viele Aufzeichnungen auf Latein, aber es sind zu viele Seiten, um sie sich alle zu merken oder sie alle lesen zu können. Aber – einerseits überraschend, andererseits vielleicht auch wieder gerade nicht – gut versteckt findet Evelyn auch eine Mantelspange im Hauszeichen der Diedne. (Das Flambeau-Hauszeichen, das die Igniculi offen getragen bei Morus gesehen hatten, hat der Magus als Kettenanhänger umhängen.) Persönliche Briefe oder Unterlagen findet Everlyn nicht. Die Kleidung im Raum ist ausnahmslos Reisekleidung, die schon bessere Zeiten gesehen hat und auch schon kräftig geflickt worden ist. Teilweise wurde sie sogar nicht nur gestopft, sondern mit anderem Stoff ausgebessert und neu darübergefärbt.

Während Evelyn drinnen noch sucht, wird draußen irgendwann mit sehr viel Schwung das Fallgitter krachend nach oben gezogen, und jemand schreit auf: „Ah, Vorsicht, nicht!!“. Dieses Maß an Gewalt war so also nicht geplant, aber dennoch kommt Morus einen Moment später sichtlich zufrieden mit sich wieder herunter und sagt ungehalten zu dem Mann, der ihm gefolgt war und der jetzt etwas unglücklich aussieht: „Was wollt Ihr denn, das Tor ist doch offen!“

Gudrid ist klar, dass noch nicht genug Zeit vergangen ist, als dass Evelyn ihre Suche drinnen schon beendet haben kann, also versucht sie, den Magus, der jetzt in seine Gemächer zurückkehren will, aufzuhalten und in ein Gespräch über die von ihm eingesetzte Magie zu verwenden. Morus sagt knapp, er habe ein einfaches Rego Herbam verwendet, sich aber vielleicht in der Dosierung vertan. Während dieser paar Worte hält er aber nicht inne, so dass Guri versucht, ihn Er hält während des Gespräches aber nicht inne, so dass Guri versucht, ihn damit aufzuhalten, dass sie ihm eine ‚bessere‘ magische Methode vorschlägt. Ihr schnell improvisiertes magisches Gerede, bei dem sie stark aus ihrer Erfahrung als Heckenmagierin schöpft, verfängt aber bei dem fremden Magus nicht; er winkt verächtlich ab und will schnellen Schrittes weiter ins Gebäude.

Knut, der für genau einen solchen Fall auf der Lauer gelegen hatte, erkennt die Situation als das vereinbarte Zeichen, ebenfalls für Ablenkung zu sorgen. Er geht in den Stall, und seine magische Aura versetzt die Pferde in Panik, die sich nun doch von den durch Evelyn vorbereiteten Stricken losreißen und aus dem Stall stürmen, eines davon auch auf Morus zu. Der fremde Magus reagiert instinktiv und wirkt blitzschnell eine Feuerwand vor sich, und es ist ihm offenbar völlig gleichgültig, dass das Pferd in die Flammen läuft und gleich darauf lichterloh in Flammen steht, und auch dass die Burgbewohner diese offenkundige Magie bemerken und schreiend in alle Richtungen davonlaufen, kümmert ihn nicht.

Gudrid reagiert ebenfalls geistesgegenwärtig – aber nicht mit Magie, sondern genau mit dem Gegenteil. Sie möchte vermeiden, dass der Fremde einen zu großen Einblick in ihre Fähigkeiten erhält, und springt deswegen nur zur Seite, statt selbst einen Zauber einzusetzen. Morus kümmert sich aber auch gar nicht groß um sie, sondern kehrt ungerührt in die Burg zurück, ohne ihr noch einen weiteren Blick zu gönnen – aber immerhin ist inzwischen genug Zeit vergangen, dass Evelyn ihre Suche beenden und das Zimmer des Magus unbemerkt verlassen konnte. 

Die Aufregung im Burghof hat das Ausrücken des Rittertrupps nun doch verzögert, aber nicht genug, dass ein Aufbruch an diesem Tag gar nicht mehr möglich wäre. Aber es ist spät genug, dass die Reiter erst gegen Abend oder gar bereits nach Einbruch der Dunkelheit in dem anderen Dorf ankommen werden, nicht bereits am Nachmittag, wie es normalerweise an dem sich wiederholenden Tag immer der Fall ist.
Von der Reitergruppe scheint tatsächlich auch nur Baron Humphrey eine Ahnung davon zu haben, dass der Tag sich immer wiederholt. Seine Ritter waren am Vortag bei ihrer Rückkehr mitgenommen genug, dass ziemlich deutlich ist, dass das Abschlachten des Dorfes für sie etwas Neues und Einmaliges war. Dass der Baron ein Bewusstsein des wiederkehrenden Tages hat und somit auch weiß, dass er die Dorfbewohner jeden Tag aufs Neue tötet, dürfte auch für die Aura der Abstumpfung sorgen, die die Igniculi bei ihm festgestellt haben.

Wieder unter sich, tauschen die Sodales Informationen aus. Guris Eindruck von der Rücksichtslosigkeit und der Agenda, die Morus ihrer Ansicht nach verfolgt, passt ziemlich gut zu dem Diedne-Zeichen, das Evelyn gefunden hat, aber was genau hat das alles zu bedeuten? Morus ist also heimlich den Diedne loyal, soviel steht fest, aber ist er ein Diedne, der sich bei den Flambeaux eingeschlichen hat, oder war er tatsächlich von Anfang an ein Flambeau, der aber Sympathien für die Diedne entdeckt hat? Und welches Ziel verfolgt er hier in der Vergangenheit? Haben die Diedne ihn gezielt hierher geschickt, oder ist er doch eher zufällig hier gelandet und versucht nun hier, für die Diedne tätig zu werden, wenn er schon einmal hier ist?

Im Moment können sie nur spekulieren, ist den Sodales klar, aber Morus als Diedne enttarnt zu haben, ohne dass dieser weiß, dass er enttarnt ist, dürfte schon einmal einen ziemlichen Vorteil darstellen.

 

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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