Igniculus-in-Arden: 03. November 2021


Die Melodie, die Cedric von draußen hören kann, erzeugt in dem Barden nicht nur Angst, sondern regelrechten Schrecken. In der Tonfolge befinden sich einige seltsame Töne, die einerseits so wirken, als könne der Musikant nicht richtig spielen, aber dennoch so, als würden die Töne genau an diese Stelle gehören – eine ganz merkwürdige Kombination.

In einem schrecklichen Herzschlag versteht Cedric, dass Bartholomew der Mörder ist und dass das Instrument die Flöte ohne Mundstück sein muss, die er selbst bereits in den Händen hatte. Er steckt sich die Finger in die Ohren und rennt los, doch Tür ist von außen verperrt worden. Und ohnehin hilft es nur bedingt, die Finger in den Ohren zu haben, da die Musik Cedrics ganzen Körper durchschüttelt. „Mach die Tür auf!“, ruft Gustav, aber Cedric ruft: „Versperrt! Fenster!“
Mit der Schulter wirft Gustav sich gegen die Tür, wieder und wieder, aber ohne Erfolg. Weil es aber Sommer ist, sind die Läden der Fenster nicht vorgelegt, so dass man hinausklettern kann.

Derweil hat Mary ihre Tochter zum Fenster gebracht und versucht, sie dazu zu bewegen, ebenfalls aus dem Fenster zu steigen. Olivia hat begonnen, wie eine Irre zu lachen, und wehrt sich gegen ihre Mutter. Cedric ruft Mary zu: „Wir müssen ihn stoppen, lasst sie, raus hier!“

Als Cedric aus dem Fenster geklettert ist, kann er den mörderischen Barden nicht sehen, aber die Musik kommt vom Dach. Dort sitzt Bartholomew und spielt auf der Flöte. Jetzt, wo er die Melodie so direkt aus der Nähe hört, wird Cedrics Körper noch viel mehr durchgeschüttelt. Sein Magen verknotet sich regelrecht, und er kann spüren, wie er, wenn auch bis lang noch leichte, innere Verletzungen nimmt.

Der Barde klettert auf das Dach, was ihm einigermaßen leicht fällt, da es sich um ein Schindeldach, nicht um ein Strohdach handelt. Bartholomew springt auf und bewegt sich von Cedric weg. Dabei flötet der Mörder weiter, und er scheint so daran gewöhnt zu sein, in der Bewegung zu spielen, dass ihm dies nicht die geringsten Schwierigkeiten bereitet. Der Mann hat einen völlig irren Blick und wirkt wie weggetreten.

Cedric eilt Bartholomew über das Dach nach, was trotz seiner Verletzung sogar einigermaßen klappt. Dummerweise ist Bartholomew ebenso gewandt auf den Beinen und weicht Cedric aus, indem er geschickt auf dem Dachfirst entlang balanciert. Um Bartholomew aus seiner Trance zu holen, versucht Cedric nun, mit seiner eigenen Enchanting Music dagegenzuhalten. Das gelingt ihm zwar nicht, aber dafür merkt der Barde, dass die mörderische Musik jetzt nicht mehr derart auf ihn einstürmt und ihn nicht weiter verletzen kann.

Bartholomew scheint das zu bemerken und springt vom Dach, ohne dabei sein Spiel zu unterbrechen. Als er auf dem Erdboden aufkommt, ist kurz ein schriller Misston aus der Flöte zu hören – anders als die anderen Misstöne, die ja doch irgendwie zu der Melodie zu gehören scheinen. Kurz unterbricht der Mörder sein Spiel, fängt sich aber sofort wieder und spielt weiter, während er sich um das Haus herumbewegt. Falls er sich bei dem Sprung verletzt hat, scheint Bartholomew es nicht zu spüren. Indessen ist auch Gustav aus dem Fenster gesprungen und geht nun mit gezogenem Schwert auf Bartholomew zu. Der zieht sich von Gustav zurück, unterbricht sein Spiel aber nicht. Nun wird deutlich, dass die tödliche Musik auch Gustav verletzt, denn der Soldat stolpert und hält sich den Magen, und sein Schwert gerät ins Schwanken. 

Cedric ruft Gustav zu: „Treib ihn zur Scheune!“ und brüllt dann aus Leibeskräften: „Knuuuuuut! Constantia!!!!“, bevor er wieder mit seiner Enchanting Music beginnt, um sich vor der Todesmelodie zu schützen. Dann klettert er vom Dach, um Gustav und Bartholomew zu folgen.

An Ottos Scheune hört Knut tatsächlich Cedrics Ruf, und die beiden Sodales rennen los in Richtung des Rufs, die Nordmanntanne voraus, Constantia ein Stück dahinter. Als Knut sieht, wie Cedric singend vom Dach klettert, packt er den Barden und will ihn in Richtung Bach aus dem Dorf tragen. Wieder hält Cedric für einen Moment inne und ruft: „Es ist Bartholomew, wir müssen ihn aufhalten, da entlang!“, gerade noch rechtzeitig, damit Knut ihn nicht unter Wasser tunkt.

Constantia, die ein Stück hinter Knut am Ort des Geschehens ankommt, wird voll von Bartholomews verletzender Melodie getroffen. Die Musik löst panischen Schrecken in ihr aus, und ihr Magen verkrampft sich regelrecht davon. Dennoch läuft sie auf die Musik zu und sieht in einiger Entfernung Gustav, der sich vor Schmerz zusammenkrümmt, aber dem mörderischen Flötenspieler weiter folgt. Bartholomew weicht vor ihm zurück, ungefähr im selben Tempo wie der Soldat. 

Cedric warnt Knut, dass er nicht besessen sei, dann nimmt er seinen Gesang wieder auf*. Die Enchanting Music schützt tatsächlich auch Knut, aber Constantia ist leider zu weit entfernt, um davon profitieren zu können. Dann rennen beide Männer dem mörderischen Spielmann hinterher.

Constantia kommt indessen so nah an Bartholomew heran, dass sie ihn mit ihrer Magie erreichen kann. Eine rote Feuerlanze – ein Pilum of Fire – jagt durch die Nacht und verfehlt den Mörder, trifft aber zum Glück auch niemand anderen.

Bei ihrer Verfolgung von Bartholomew holen die beiden Männer langsam auf. Knut ist der schnellere von beiden, sodass er den Mörder erreicht, gleichzeitig aber auch aus der Reichweite von Cedrics schützendem Gesang gerät und von Bartholomews tödlicher Melodie ebenfalls eine innere Verletzung davonträgt. Auch Gustav ist inzwischen herangekommen, doch der Soldat bleibt plötzlich stehen, legt den Kopf schief und lauscht fasziniert der Musik.

Constantia schießt ein weiteres Pilum of Fire ab, und diesmal findet das magische Geschoss sein Ziel. Die Feuerlanze fügt Bartholomew durchaus eine Verbrennung zu, aber der Maga fällt auf, dass der Spielmann offenbar von irgendetwas geschützt wird, da ihr Flammenstrahl ihm weniger Schaden zufügt, als Constantia das erwartet hätte. Auch lässt Bartholomew sich von dem Treffer nicht aus dem Takt bringen – er spielt weiter und wirkt weiterhin völlig weggetreten.

Knut erreicht den Mörder und schlägt kurzerhand zu, frei nach dem Motto: Jemand, der bewusstlos ist, kann nicht mehr spielen. Bartholomew aber weicht Knuts Schlag recht problemlos aus, ohne mit dem Spielen aufzuhören. Gustav hingegen steht weiterhin nur da und lauscht. Er hustet Blut, scheint dies aber gar nicht zu bemerken. Auch Cedric kommt näher, sodass Knut sich jetzt wieder im Schutz von dessen Enchanting Music befindet. Constantia ist allerdings immer noch zu weit entfernt, und trägt jetzt ebenfalls eine Verletzung davon. Aber im Gegenzug verwundet das Pilum of Fire, das sie nun abschießt, den Mörder deutlich.

Cedric versetzt jetzt Bartholomew einen Kopfstoß, um den Spielmann von den Füßen zu holen, aber vor allem, um ihn von seiner Flöte zu trennen. Dank eines guten Wurfs und Einsatz eines Confidence Points gelingt es dem Barden, Bartholomews Hände von dessen Mund wegzubewegen – der Mörder lässt die Flöte nicht los, hört aber kurz auf zu spielen. Knut versucht, Bartholomew die Flöte aus der Hand zu reißen, und dank seiner großen Stärke (und ebenfalls dank Einsatz eines Confidence Points) gelingt es ihm gerade so, obwohl der Mann in seinem Wahn Riesenkräfte entwickelt.

In dem Moment, als Knut die Flöte in der Hand hat, sackt Bartholomew in sich zusammen. Der menschliche Baum will die Flöte zerbrechen, aber sie lässt sich nicht einmal verbiegen, ganz gleich, wie stark Knut ist oder wie zerbrechlich das Holz aussehen mag. Nach ein, zwei vergeblichen Versuchen wirft Knut die Flöte zu Constantia, woraufhin Bartholomew, stark mitgenommen, wie er ist, versucht, hinter seinem Instrument herzukriechen. Dabei murmelt er die ganze Zeit irre vor sich hin: „Es muss aufhören, es muss aufhören, ich muss sie zum Schweigen bringen!“
Gustav scheint indessen enttäuscht zu sein, dass die Musik geendet hat. Er schaut in Richtung Flöte, macht aber ansonsten erst einmal keine Anstalten, sich zu bewegen.

Cedric eilt zu Bartholomew hin, packt ihn an der Schulter und schüttelt ihn: „Was muss auf hören und warum?“ 
Der Spielmann antwortet zwar, aber so richtig hilfreich ist das nicht: „“Die Musik muss aufhören, alle, auch deine!“ „Warum?“ „Weil eben, weil, weil!!“
Mehr ist aus dem Mann auf diese Weise nicht herauszubekommen. Cedric schaut frustriert zu Constantia, ob die vielleicht mehr in Erfahrung bringen kann, und geht dann zu Gustav hinüber, der rasselnd atmet und Blut spuckt. Das sieht gar nicht gut aus, aber da es hier im Ort keinen echten Medicus gibt, kann hoffentlich die Hebamme dem Soldaten helfen.

Nachdem die Igniculi Bartholomew gefesselt und geknebelt haben und ihn bewachen, bringt Knut Gustav zur Hebamme. Die ist geschockt, als der menschliche Baum berichtet, was geschehen ist, untersucht Gustav aber und verspricht, sich um den Soldaten zu kümmern, auch wenn sie nicht sicher ist, was sie jenseits eines Tees oder einer Tinktur für ihn tun kann.

Indessen sitzt Bartholomew gefesselt und geknebelt da, ist aber unter dem Knebel sehr aufgeregt. Constantia beruhigt ihn mit einem Perdo Mentem-Zauberspruch, „Calm the Emotion of the Heart“, woraufhin er in sich zusammensackt und vor sich hin brütet.
Nun haben die beiden Sodales Zeit, sich die Flöte genauer anzusehen. Wie Cedric bereits vermutet hatte, ist das Instrument genau das, das Bartholomew zu Anfang ihrer Bekanntschaft in der Scheune in den Händen hielt, dem aber damals das Mundstück fehlte, weswegen Cedric damals geschlossen hatte, dass die Flöte unbrauchbar sei. Aber offenbar hatte der Spielmann das Mundstück einfach getrennt vom Flötenkörper aufbewahrt.

Die Maga untersucht das Instrument mit Intellego Vim, und tatsächlich stellt sich die Flöte als magisch heraus. Mittels Perdo Vim versucht Constantia nun, deren magische Eigenschaften zu zerstören, aber hierbei geschieht nicht viel. Die Flöte bleibt eine Flöte, beginnt nicht zu brennen, und eine weitere Anwendung von Intellego Vim zeigt der Flambeau, dass die Magie noch immer in dem Instrument vorhanden ist.

Daraufhin wickelt Constantia die Flöte eng in ein Tuch ein und will sich dieses ins Mieder stecken. Barde Cedric äußert allerdings die Sorge, dass die Flöte auch sie beeinflussen könnte, und schlägt vor, das Mundstück zu entfernen. Die Maga folgt diesem Rat und wickelt Flötenkörper und Mundstück separat ein. 

Sobald Knut von der Hebamme zurück ist, stellt sich den drei Igniculi die Frage, was jetzt geschehen soll. Gustav ist nicht einsatzfähig, und momentan kann niemand sagen, für wie lange – hoffentlich hat ihn die tödliche Musik nicht dauerhaft beeinflusst. Aber mit Bartholomew muss jetzt etwas geschehen, das kann nicht warten. Auf Constantias Anweisung hin holt Knut die beiden Schergen hinzu, die sich bei den Igniculi bedanken und beschließen, den mörderischen Spielmann zu Lord Philip zu bringen. Allerdings würden die Sodales doch sehr gerne noch wissen, warum Bart so gehandelt hat, was seine Motivation für die Morde war. Die beiden Soldaten erwidern, Lord Philip werde wohl versuchen, alles herauszufinden, was in diesem Zusammenhang herauszufinden sei, aber das könne einige Zeit in Anspruch nehmen. Wo man die Reisenden denn erreichen könne? Da es ja im Dorf und auch sonst kein Geheimnis ist, dass die Gruppe aus Igniculus-in-Arden stammt, gibt Constantia den Soldaten die entsprechende Auskunft.

Cedrics Arbeitshypothese ist indessen, dass die Flöte ein gewisses Eigenleben hat, eifersüchtig ist und keine andere Musik neben sich dulden will. Das Instrument ist dem Barden zutiefst unheimlich, und er will es am liebsten gar nicht anfassen – auch wenn die Flöte doch irgendwie etwas an sich hat, das ihn wie magisch anzieht. Aber genau diese Tatsache macht den Barden nur noch misstrauischer. 

Constantia erklärt zur allgemeiner Zustimmung ihrer beiden Gefährten, dass sie nur noch nach Hause möchte und fährt seufzend fort: „Eigentlich wollten wir doch nur unsere Kohle holen!“, – aber dafür ist es jetzt zu spät, das muss bis zum nächsten Tag warten. 

Während Knut und Constantia in Ottos Scheune zurückkehren, sucht Cedric Elizabeth auf. Er verbringt die Nacht mit ihr und fragt am nächsten Morgen, ob sie sich wiedersehen werden. Elizabeth erklärt lächelnd, dass sie sich sehr darüber freuen würde, wenn Cedric sie öfter als nur einmal im Jahr besuchen kommen würde. Der Barde erwidert, dass dieser Ort, nachdem man versucht hat, ihn darin umzubringen, einige schlechte Erinnerungen geschaffen hat – aber vielleicht könne Elizabeth ihm ja dabei helfen, sie abzubauen. Die junge Frau grinst breit und stimmt zu.

Anschließend holen die Igniculi ihr Ignem-Vis ab und reisen heim. Für die nächste Season plant Constantia, die Flöte zu untersuchen, während Cedric in der Folgezeit tatsächlich durch aus häufiger mal Elizabeth besuchen geht. Auf diesem Wege erfährt er auch, dass Olivia nicht mehr aus ihrer Umnachtung findet und schließlich stirbt. Der Soldat Gustav erholt sich einigermaßen, wird aber nicht mehr so richtig der Alte, da er von der Musik Langzeitschäden davongetragen hat. Bartholomew wird von Lord Philip zum Tode verurteilt. Aus dem Mann ist vor seiner Hinrichtung nicht mehr viel herausgekommen, erfahren die Igniculi: nur, dass er einen absoluten Hass auf Musik hatte und alle Musik vernichten wollte. Dass er dies tat, indem er selbst Musik spielte, ist natürlich paradox, aber er war ja immerhin auch wahnsinnig. Diese Informationen stützen aber durchaus Cedrics Arbeitshypothese, dass die Flöte eifersüchtig auf andere Musik war und ihren Spieler entsprechend beeinflusste.

 

* Blöder Spruch zu dieser Gelegenheit: „Cedric ist ein Wiedersänger!“

 

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