Miami Files – Ghost Story 5

Auf dem Weg zu diesem ‚Thron‘, von dem Eoife gesprochen hatte, sagte sie leise: „Du, Alex, schuldest mir einen Gefallen. Ihr alle schuldet mir einen Gefallen.“
Wie es wohl auch ihre Absicht gewesen war, hatten ihre Begleiter die Bemerkung nicht gehört, und auch Alex‘ zustimmendes Nicken beachtete niemand. Den Rest des Weges gingen wir schweigend. 

Etwas später näherten wir uns einem Stonehenge-artigen Steinkreis – das musste wohl dieser Thron sein. Dunkle Wolken zogen auf, und als wir beinahe am Ziel waren, zuckte ein Blitz über den Himmel. Für einen kurzen Moment riss die Grenze zwischen dem Nevernever und unserer eigenen Welt auf, und wir erlangten einen ebenso kurzen, aber in diesem Augenblick wie eingefroren wirkenden Blick auf das Coral Castle. 

Wir sahen eine dunkelhaarige Frau mit einem Halsband wie denen von Adlene, nur viel aufwendiger gestaltet als die, die Alex uns sonst immer beschrieben hatte, dahinter war Stefania Steinbach mit Jak in einen heftigen Kampf verwickelt und schien zu verlieren. Vor der Dunkelhaarigen stand Adlene, der ihr gerade eine Klinge in die Brust rammte. In dieser Sekunde stieß die Frau – Morrigan – den lauten Schrei eines Raben aus, und etwas wie eine Druckwelle strahlte von ihr ab, die unser aller Herzen für einige Schläge aussetzen ließ.

Durch den Riss fielen zwei Dinge und prallten in der Mitte des Steinkreises auf den Boden: ein Schwert und eine Person – Stefania Steinbach, die Krähendämonin. Später reimten wir uns zusammen, dass Morrigan vielleicht von dort fliehen wollte und deswegen die Grenze mit Gewalt zerriss, dass es ihr aber nicht mehr gelang, sich selbst in Sicherheit zu bringen, sondern ihre Kraft oder die Zeit nur für das Schwert und Steinbach ausreichte. Aber in dem Moment waren das wenn, nur unkoordinierte Gedankenfetzen.

Die Raben um uns her krächzten auf, und die Bäume und der Ginster um uns her wirkten noch toter und verdorrter als zuvor, und vor allem Alex konnte spüren, dass mit dem Tod der Morrigan hier im Nevernever etwas richtig gravierend aus den Fugen geraten war.

Nach einer Schrecksekunde, in der wir alle zu Salzsäulen erstarrt waren, rannte Edward los, gefolgt von Totilas. Und der White Court war schneller, überholte Edward und war als erster im Steinkreis. Er sprang zu Steinbach hin, die reglos dalag, beugte sich in einer schnellen Bewegung zu ihr hinunter und brach ihr das Genick. Steinbachs Krähengestalt verschwamm, dann lag die Kirchenfunktionärin in ihrer menschlichen Gestalt da, und eine silberne Münze kullerte aus ihrer Tasche über den Boden.

Edward kam jetzt ebenfalls heran. Fast mehr wie zu sich selbst (oder zumindest klang seine Stimme dabei überraschend versonnen) sagte er: „Irgendwie hätte ich gedacht, es wäre gut, mit ihr zu reden.“
Dann griff er das Schwert, das dort lag, ein Eineinhalbhänder, und spürte, dass in dem Schwert irgendeine Kraft war und dass es sich richtig gut anfühlte, es in der Hand zu halten. Seine Wutbestie allerdings war nicht  begeistert davon, sagte ihm sein Bauchgefühl – das Biest wollte lieber alle Gegner im direkten Nahkampf zerreißen, da wäre ein Schwert nur im Weg.

Aber das alles erzählte Edward erst später. Jetzt zog Eoife ihr bedrohlich ihr Schwert, während sie Totilas anschrie: „Du hast gesagt, du wärst anders! Mörder!!“
Totilas schüttelte den Kopf. „Wenn sie aufgestanden wäre, hätte sie uns getötet!“
„Sie war verletzt! Sie war eine Verbündete!!“
Hier meldete sich Alex zu Wort, der währenddessen gedankenschnell eine Rolle Panzerband herausgeholt und in zwei improvisierten Halbkugeln die Münze eingeschlossen hatte: „Verbündete würde ich es nun nicht gerade nennen, aber sie hat immerhin gegen Jak gekämpft.“
„Vielleicht nicht von euch“, spuckte Eoife.
„Ach, von euch?“, hielt Alex dagegen und bekam zur Antwort: „Sie war eine Freundin der Morrigan.“

In dem Moment tauchten an den sieben Menhiren des Steinkreises sieben gedrungene Gestalten auf. Sie hatten ungefähr menschliche Formen, aber ihre Gesichter wirkten klumpig, unfertig. Dennoch machten sie einen sehr mächtigen Eindruck, und sie alle trugen solche aufwendigen Adlene-Halsbänder. Auch waren sie alle ganz eindeutig unterschiedlicher Natur: einer davon hatte Hörner, einer sah aus, als sei er aus Torf, ein weiterer wirkte irgendwie wässrig und der vierte metallisch und unverhältnismäßig schwer; während dem fünften Blumen aus dem Kopf und den Armen wuchsen, der sechste gurgelte wie ein Ertrinkender und der siebte in seine eigenen Nebelschwaden gehüllt war.

„Das muss jetzt warten!“, rief ich Eoife zu, die weiterhin ihr Schwert angriffsbereit erhoben hielt, „Das sind gemeinsame Gegner! Die gehören hier nicht her!“
Tatsächlich wandte Eoife sich von Totilas ab und den Gestalten zu. „Was wollt ihr hier? Dies ist nicht euer Ort!“
Die Gestalten antworteten wie aus einem Mund und mit seltsam gleichförmiger Stimme: „Das hier gehört jetzt uns, und ihr gehört jetzt auch uns.“, dann stapften sie los. 

Irgendwie hatte das für mich so geklungen, als seien sie nicht Herr ihrer selbst, und außerdem wissen wir ja, wie Adlene operiert. „Versucht, ihre Halsbänder zu entfernen!“, rief ich also vor allem Eoife und ihren Leuten zu, „Die versklaven sie!“

Während Alex den konzentrierten Blick aufsetzte, den er immer dann bekommt, wenn er das Nevernever oder die Geisterwelt oder die Grenze manipuliert, nahmen wir anderen uns jeder einen Gegner vor. Totilas ging auf den Gehörnten los, Edward auf den Schweren, Roberto auf den Ertrunkenen, Eoife auf den Wässrigen, und ich selbst stellte mich dem Torfigen in den Weg, während die Raben den Nebligen umflatterten.
Was jetzt geschah, das sah teilweise nur aus dem Augenwinkel oder gar nicht – alles, was ich nicht selbst mitbekam, das haben mir die Jungs hinterher erzählt.

Anfangs – und das registrierte ich noch selbst – sah es nicht so aus, als würden die Jungs auf meinen Rat mit den Halsbändern hören. Totilas‘ Schlag tat dem Ochsenartigen so gut wie gar nichts, und Edward, der dem ‚Amboss‘ mit seinem magischen Handschuh so ziemlich den schwersten Treffer versetzte, den er überhaupt setzen konnte, brachte er dem Metallkörper seines Gegners gerade mal eine Delle bei, die diesen nicht im Geringsten störte. Dessen Gegenschlag wiederum riss Edward von den Füßen und verursachte ihm mindestens eine gebrochene Rippe.

Um so dringender war es, die Halsbänder zu entfernen. Ich versuchte das bei meinem Gegner, aber das war schwierig. Die Dinger bestanden aus Metall und bewegten sich erstmal keinen Millimeter. Und weil ich mich völlig auf das Halsband konzentrierte, hatte mein Gegner keinerlei Problem damit, mich derart schmerzhaft mit seinen torfigen Auswüchsen zu schlagen, dass ich für einen Moment Sterne sah und danach alles in meinem Kopf dröhnte.
Aber wenigstens gelang es Alex jetzt, ein kleines Tor zurück nach Miami zu öffnen. Ich hatte ja nicht gewusst, was genau er da machte, aber ich spürte es, als meine Verbindung zu Sommer mit einem Mal zurückkehrte.

Ich habe es bisher, glaube ich, noch nicht erwähnt, aber Roberto hat diese Eisenstange, die ihm beim Kampf am Hafen gegen die Tentakelhunde so gute Dienste geleistet hatte, hinterher behalten, und auch diesmal hatte er sie bei sich. Jetzt rannte er an seiner ertrunkenen Moorleiche vorbei und manövrierte das Eisen irgendwie unter das Halsband. Aber zu mehr kam er nicht, weil sein Gegner sich umdrehte, ihm die Stange aus der Hand riss und sich bedrohlich vor ihm aufbaute.

Während der Wässrige ja mit Eoife beschäftigt war und der Neblige sich den Schnabelhieben der Raben erwehrte, gelang es Totilas, einem Anstürmen seines gehörnten Gegners auszuweichen und den Ochsen durch ein geschicktes Spottmanöver zu einem Felsen und schnell genug dahinterzuspringen, so dass die Kreatur sich daran selbst einen Brummschädel holte, statt unseren White Court-Kumpel auf die Hörner zu nehmen. Gleichzeitig griff die Gestalt, die aussah wie ein Ginsterbusch, Alex an, konnte dem aber zum Glück nur ein paar Kratzer beibringen.

Ich selbst hatte ja jetzt die Verbindung zu Sommer wieder, und kurz überlegte ich, ob ich das verdammte Halsband nicht einfach wegzaubern könnte – aber diese Idee verfolgte ich höchstens einen Herzschlag lang, bevor mir aufging, dass alles, was ich an Magie in einen solchen Zauber stecken könnte, auch wenn ich mich völlig verausgabte, ziemlich sicher nicht ausreichen würde, um einen versklavten Geist zu befreien, also verwarf ich den Gedanken sehr schnell wieder. Lieber doch mit guter alter physikalischer Hebelwirkung… aber damit das auch nur den Hauch einer Chance hatte, würde ich mehr brauchen als meine eigene Stärke. Also konzentrierte ich mich und rief die Kraft des Sommers in mich hinein, auch wenn mir klar war, dass ich diese Kraft ein paar Sekunden lang würde sammeln müssen.

Jetzt schlug Edward ein weiteres Mal mit seinem magischen Handschuh nach dem ‚Amboss‘ und traf ihn auch empfindlich. Aber im Gegenzug schleuderte die Gestalt ihn wieder heftig zurück und traf ihn so heftig an der Hand, dass Edward sie kaum mehr bewegen konnte.
Überhaupt sah es schlecht für uns aus: Der Ochse, dem Totilas eben noch einen Brummschädel beigebracht hatte, schleuderte unseren White Court-Kumpel gegen eine ähnliche Säule wie die, an der er selbst sich den Kopf angeschlagen hatte, aber White Court oder nicht, Totilas war nicht so zäh wie die riesige Gestalt. Das hässliche Knacken von Knochen war zu hören, als Totilas‘ Becken brach.
Ich selbst hatte da noch Glück: Die torfartige Gestalt schlug nach mir, aber ich konnte mich unter dem Hieb wegducken.

Roberto versuchte jetzt noch einmal, seinem Gegner den Halsreif abzureißen, und irgendwie gelang es ihm – oder genauer gesagt: Es gelang ihm, das Metall genug zu weiten, dass der wässrige Riese offenbar dessen Einfluss abschütteln konnte und nun selbst mithalf, sich den Reif über den Kopf zu ziehen.
Er stellte seine Angriffe ein und sah Roberto verwirrt an: „Du bist nicht ertrunken.“ 
„Und du gehörst nicht hierher!“, schoss Roberto zurück, „Du solltest da rüber gehen“ – er zeigte zu Alex – „er wird dich dahin schicken, wo du sein sollst.“
Der Wässrige aber rührte sich nicht von der Stelle: „Ich lasse mir doch nicht von einem Sterblichen Befehle geben!“

Die Gestalt mit dem ginsterbuschartigen Gepräge, die zuvor auf Alex losgegangen war, griff jetzt Edward an, aber der konnte zum Glück ausweichen.
Totilas indessen tat so, als renne er weg, um damit seinen Gegner auf Edwards ‚Amboss‘ zu hetzen. Dummerweise aber hatte das nicht den gewünschten Erfolg, weil der ‚Ochse‘ sich nicht ablenken ließ, sondern weiter auf Totilas fixiert blieb.

Edward hatte ja noch immer das Schwert der Morrigan in der Hand, die nicht seinen magischen Handschuh trug und die nicht von dem Schlag des eisernen Riesen gelähmt war. Jetzt rammte er die Waffe in die Erde öffnete sich der Kraft des Landes und ließ sie durch sich fließen. In dem Moment konnte er spüren, dass die Morrigan tatsächlich nicht mehr war und dass die sieben Gestalten begonnen hatten, dieses Land für sich zu beanspruchen und an sich zu binden. Und jetzt, wo Edward eine Verbindung zu dem Land hatte, konnte er auch spüren, dass das Schwert wollte, dass er es benutzte. Gleichzeitig erkannte er, dass er sich durch die Verwendung der Waffe zum Hauptziel für die Gegner gemacht hatte.

„Ich werde euch allen die Halsbänder entfernen!“, rief Roberto laut in Richtung der Riesen. „Bei dem Ertrunkenen hat es schon geklappt!“ Alle konnte er damit nicht verwirren, aber immerhin der Ginsterartige reagierte auf den Spruch – dummerweise allerdings damit, dass er sich nun auf Roberto konzentrierte und diesen ziemlich übel verletzte. „So redet man nicht mit Göttern!“, setzte die wässrige Gestalt noch hinterher, aber der griff glücklicherweise tatsächlich niemanden mehr an.

Unter großer Anstrengung gelang es mir nun, mit Jade das Halsband meines torfigen Gegners soweit zu lockern, dass auch er begann, aktiv mitzuhelfen, sich das Band abriss und dann ebenfalls erst einmal stillstand.
Das half den anderen nur nicht – der Ochse schlug wieder nach Totilas, und der Amboss hämmerte Edward mit voller Kraft auf den Boden. Der war eben noch schlammig-weich gewesen, aber mit einem Mal war er hart wie Stein, und das tat Edward alles andere als gut.
Alex hatte indessen versucht, die Raben auf unsere Seite zu ziehen – irgendwas von wegen ‚gemeinsamer Feind‘ –, aber auch er hatte keinen Erfolg damit: „Wir werden dieses Land genauso wenig einem Biest [damit meinten sie wohl Edward] überlassen.“

Langer Rede kurzer Sinn: Es sah gar nicht gut aus für uns. Zwei unserer Gegner hatten wir zwar von ihren Halsbändern befreien können, aber es waren immer noch fünf, die wir kaum hatten ankratzen können, während sie uns schwer zu schaffen gemacht hatten … zu schwer. Das würden wir nicht mehr lange durchhalten. 

Totilas hatte schon ganz blass silbrige Augen bekommen, wie immer, wenn er stark auf seine übernatürlichen Fähigkeiten zugreift. Jetzt machte er Anstalten, sich zu dem Tor zurückzuziehen, das Alex vorhin geöffnet und inzwischen groß genug gezogen hatte, dass wir hindurchpassen würden.

Einen allerletzten Versuch startete ich aber. „Wir wollen euch helfen!“, rief ich der Torfgestalt zu, der ohne sein Kontrollhalsband, kurzzeitig verwirrt schien. „Wie können wir euch helfen?“
„Du kannst mir huldigen, Sterblicher!“, donnerte die Gestalt. Aber irgendwelche keltischen Naturgottheiten werde ich ganz sicher nicht anbeten, also trat ich lieber auch den Rückzug dorthin an, wo Alex das Tor offenhielt.

Bevor wir verschwanden, wollte Edward eigentlich das Schwert der Morrigan an Eoife abgeben. Aber auch die war gerade dabei, sich aus dem Kampf zurückzuziehen und befand sich außerhalb seiner Reichweite, also nahm er das Schwert mit sich, als er, gefolgt von Roberto, zum Portal rannte.

Weil ich noch versucht hatte, mit dem Torfigen zu reden, war ich der Letzte in der Reihe, und die verbleibenden Gegner hätten mich um ein Haar erwischt, wenn Alex mir nicht zu Hilfe gekommen wäre und mich mit einem waschechten Football-Tackle durch das Tor bugsiert hätte. 

Wir landeten in Miami, in einem Club in South Beach, wo gerade eine wilde Party abging. Darauf hatten wir so gar keinen Nerv, also sahen wir zu, dass wir Land gewannnen… auch wenn Totilas für einen Moment so aussah, als wolle er sich hier und jetzt auf die Clubgänger stürzen, um seinen Hunger zu stillen, und ich schon überlegte, ob ich fit genug wäre, ihn aufzuhalten. Aber er konnte sich zügeln, und wir kamen problemlos weg, ohne dass uns jemand aufzuhalten versuchte.

Unser erster Stop war Totilas‘ Arzt, der ja gut darin ist, keine Fragen zu stellen, und der uns erst einmal versorgte.
Und wir waren tatsächlich ganz schön kaputt, oder zumindest Edward, Roberto und Totilas waren das. Noch auf dem Weg zum Arzt hatte Edward mir einen Heiltrank in die Hand gedrückt, und Alex hatte zur Abwechslung nicht mal einen Kratzer abbekommen. Interessanterweise stellten die Verletzungen der drei anderen sich aber dann doch nicht als ganz so schlimm heraus, wie wie ursprünglich gewirkt hatten – sowohl Robertos durchstoßene Lunge als auch Totilas‘ Beckenbruch und Edwards gebrochene Rippen machten bei der Untersuchung beim Arzt den Eindruck, als seien sie schon länger am Verheilen und nicht gerade erst frisch zugefügt worden. Der Doc verschrieb den dreien ein Schmerzmittel, aber alles in allem waren wir glimpflich davongekommen…

… dachte ich jedenfalls.

Also doch, alles in allem schon. 

Aber coño, als wir dann auseinandergegangen waren und ich zuhause war und mich umziehen wollte, hatte ich plötzlich etwas Klebriges an den Fingern. Alex‘ Ball aus Panzerband, um genau zu sein, in den er Steinbachs Denarius eingeschlossen hatte, und der bei seiner durchs-Tor-Tackle-Aktion wohl irgendwie an mir hängen geblieben sein musste. Die beiden Duct Tape-Hälften hatten sich beinahe vollständig voneinander gelöst, und um ein Haar wäre ich beim Umziehen an die Münze gekommen.
Santísima madre, das war knapp!

Genau dieser Ausruf – “¡Santísima madre, ayudame!“ – entfuhr mir auch, und die Münze, der ganze Klebebandknäuel, wurde warm. Ich rief Alex an, dann betete ich weiter, bis er da war und das Gebilde aus Duct Tape fluchend und beunruhigt wieder an sich nahm.
(Das war auch die Gelegenheit, bei der Alex erzählte, es habe einiges an Mühe gekostet, die Münze einzufangen und in das Klebeband einzuschließen, weil sie sich nach Kräften gewehrt habe.)

Anschließend trafen wir uns mit den anderen dreien auf der Thetys und beratschlagten, was mit dem Denarius passieren soll.
Die Münze Ángel zu geben, ist keine Option, weil er dann zwei hätte, das wäre vielleicht schon die kritische Masse. Dem Vatikan trauen wir immer noch nicht – immerhin sind von den dreißig existierenden Denarii mindestens die Hälfte im Umlauf, und irgendwie müssen die ja aus der sicheren Verwahrung wieder unter die Leute gekommen sein. Entweder es gibt da Verräter, oder aber die Münzen nützen die Schwäche ihrer Bewacher aus – auch Kirchenleute sind Menschen. Oder die Dinger machen es wie der Eine Ring und suchen sich ihren Weg selbst. So oder so wäre der Vatikan nichts. 

Alex machte den Vorschlag, das Ding in mehrere Kisten zu packen und die dann in Beton, und das Ganze dann an einem Ort verwahren, den wir mit einem Ward versehen können, so ähnlich wie wir das mit Ángels Exemplar ja auch gemacht haben. 
Aber das sollten wir mit allen Guardians besprechen, nicht nur unter uns – die anderen müssen ohnehin nicht nur erfahren, dass Steinbach tot ist und wir ihren Denarius haben, sondern auch, dass die Morrigan tot ist, dass Adlene sie getötet hat, und dass Adlene Gottheiten versklaven kann. Und dass Jak beteiligt war, das sollten wir auch auf gar keinen Fall vergessen.
Wer waren diese Gestalten überhaupt? Diese Frage stellten wir uns natürlich auch, konnten sie aber nicht beantworten, weil wir die Typen nicht erkannt haben. Aber die Vermutung liegt nah, dass es irgendwelche keltischen Gottheiten gewesen sein könnten, aus demselben Pantheon wie die Morrigan. Und Adlene versklavt ja vor allem Geister – waren das eventuell Ex-Gottheiten, die bereits tot sind? Möglich wäre es, auch wenn wir es nicht mit Sicherheit sagen können, aber es ist eigentlich auch nicht so wichtig.


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