Miami Files – Dead Beat 7

Ich bin so müde. Aber es ist geschafft. Der Día de los Muertos ist vorüber, die Tore wieder versperrt.
Und, ob wir das jetzt gut finden mögen oder nicht, Camerone Raith hat Edward Leedskalnins Platz eingenommen, ein und für alle Mal. Und der Lette selbst… ist verschwunden. Aber damit hatten wir nichts zu tun. Nicht direkt, jedenfalls.

Nächster Tag. Ich musste erst einmal ausschlafen. Jetzt krakelt meine Schrift auch nicht mehr über die Zeilen hinweg, und ich kann endlich wieder einen halbwegs klaren Gedanken fassen.
Also.

Wir standen ja vor der Entscheidung, ob wir Camerone Raith wirklich an das Coral Castle binden, sie wirklich in diese Machtposition bringen wollten. Aber es fiel uns keine bessere Lösung ein, so sehr wir auch nachgrübelten, also entschieden wir uns nach einigem Hin und Her und nicht gerade leichten Herzens dafür.
Dabei gab es zwei Optionen: entweder mit Camerones Einverständnis oder gegen ihren Willen, sie also entweder zu überzeugen oder sie gewissermaßen an den Ort fesseln. Ersteres würde ihr in der Position mehr Macht verschaffen, letzteres deutlich schwieriger werden. Also mehr Diskussionen. Mehr Bauchgrimmen. Letzten Endes beschlossen wir dann, Camerone die „sanfte“ Version anzubieten und zu sehen, was sie dazu sagen würde.

So oder so war wieder einmal ein Ritual vonnöten. Die Komponenten für „Sehen“ und „Hören“ stellten mit einer rosaroten Brille (bzw. einer Sadomaso-Maske für die unfreiwillige Option) und dem Klang des zufallenden Schlosses des Coral Castle kein Problem dar. Den Rest mussten wir aber mehr oder weniger mühevoll beschaffen.

Ich bekam dabei die Kategorie „Schmecken“ ab, was von einem Kuchen in Form des Coral Castle abgedeckt werden sollte. Eigentlich soweit kein Problem, geht man halt in eine Bäckerei, bestellt den Kuchen und gut. Wenn, ja wenn nicht zum selben Zeitpunkt eine mehr als zickige Hochzeitsgesellschaft ebenfalls ihren Hochzeitskuchen hätte abholen wollen und beinahe alles in die Hose gegangen wäre.
Da trafen nämlich die Schwester des Bräutigams sowie dessen bester Freund auf den Vater der Braut und deren beste Freundin, und unterschiedlicher hätten die Welten nicht sein können. Der Vater hemdsärmeliger Arbeitertyp, die Schwester arrogante Yuppie-Zicke, wie sie im Buche steht, eine nicht ausgesprochene, aber zwischen den Zeilen überdeutlich lesbare Affäre zwischen irgendwem, und mein Kuchen musste drunter leiden.

Das Ende vom Lied: Die Hochzeitsgesellschaft sollte eigentlich hochkant rausfliegen, aber die Yuppie-Zicke weigerte sich und drang in die Küche vor, woraufhin der Koch ein Messer zog, und die Yuppie-Zicke gar eine Pistole. Ich versuchte zu vermitteln – und wurde gleich mit verhaftet, als die Polizei anrückte, die inzwischen von der Besitzerin gerufen worden war. Mich ließ man dann relativ schnell wieder laufen, und meinen Kuchen bekam ich auch, aber es dauerte alles länger, als es hätte dauern sollen.

Die anderen hatten es aber auch nicht unbedingt leichter, nach dem, was sie so erzählten. Roberto zum Beispiel wollte für die Kategorie „Riechen“ ein Parfum mit der Wirkung eines Liebestranks besorgen. Er selbst hatte die benötigten Zutaten aber gerade nicht vorrätig, also musste er sie kaufen. Und wo, Römer und Patrioten? Genau, in Angel Ortegas neuer Bótanica. Und wir wissen ja alle, wie grün Roberto und Angel sich gemeinhin so sind.

Seit Angel über die Sache mit der Yansa-Maske bei den Orunmila in Ungnade gefallen ist, scheint es aber ein etwas besseres Auskommen mit ihm zu sein. Oder vielleicht lag es daran, dass Roberto ihm helfen konnte, ein kleines Problem mit Angels Cousin zu lösen. Der hatte nämlich ohne Angels Wissen Drogen in der neuen Bótanica versteckt und wollte diese nun mit seiner Freundin zusammen ebenso unbemerkt wieder abholen, was zu allerhand Verwicklungen führte.

Alex durfte für den Bereich „Anfassen“ indessen ins Nevernever reisen, denn dort kamen die Steine her, aus denen das Coral Castle gebaut wurde. Dummerweise war in dem Steinbruch gerade ein Trupp Gnome und Goblins zugange, denen ein komischer, fantasy-technischer Apparat durchgedreht war und nun zu explodieren drohte. Alex gelang es gerade so, sich das Stück Stein zu schnappen und abzuhauen, ehe das Unvermeidliche geschah. Aber ernsthaft: Gnome, Goblins und Fantasy-Ingenieurskunst? Sind wir hier bei World of Warcraft oder wie?

Totilas‘ Aufgabe war dagegen beinahe völlig mundan. Und das, obwohl er zur Halloween-Party seiner Familie musste, zu der kleinen Ersatz-Soiree auf der Ranch draußen. Für die „Seele“ des Rituals benötigten wir nämlich Camerones Ehering, und den hatte Geralds Schwester Cécile in Verwahrung. Totilas bekam seine Großtante auch dazu, ihm den Ring zu überlassen, aber nicht bevor er Zeuge einer Szene wurde, in der Lara Raiths mehr als naive, herzkranke Sekretärin eigentlich hoffte, sie könnte von ihrer Krankheit geheilt werden, wenn sie auch zu einem White Court gemacht würde. Offensichtlich hatte Lara höchstselbst der jungen Frau diesen Bären aufgebunden, denn inzwischen weiß ja selbst ich, dass das bei den weißen Vampiren nicht so funktioniert. Ein etwas abgehalfterter Privatdetektiv aus der Familie Elfenbein und ein weiterer Raith namens Marshall waren auch mit von der Partie, und irgendwie endete die Sache wohl darin, dass der Detektiv Cécile daran hinderte, sich das Mädchen einzuverleiben und dann mit ihr in den sprichwörtlichen Sonnenuntergang ritt. Ob sie nun eine Heilung finden oder einfach nur die ihr verbleibenden letzten Monate genießen kann, weiß dabei leider keiner. Und auch nicht, was dieser Marshall Raith eigentlich genau in Miami sollte.

Blieb noch der Aspekt „Geist“. Dafür wollte Edward im Historischen Museum eine Sklavenkette entwenden, traf dabei aber auf eine Gruppe junger Diebe, die eine afrikanische Statue „befreien“ wollten. Die jungen Leute waren nämlich glühende Vertreter der Black Power, selbst wenn einer von ihnen gar nicht wirklich afroamerikanische Wurzeln hatte. Das war nämlich der Neffe von Edwards neuem Kollegen Salvador Herero, der wiederum auch am Museum auftauchte, weil er seinem jungen Verwandten gefolgt war und ihn daran hindern wollte, irgendeinen Unsinn anzustellen.

Es gelang den beiden SI-Cops, die drei Jugendlichen ohne die Statue aus dem Museum zu bugsieren, dafür aber mit der Kette für Edward, frei nach dem Motto: Ich erzähle nicht, was du hier gemacht hast, wenn du nicht erzählst, was ich hier gemacht habe. Dass einer der jungen Leute allerdings nach Einnahme eines von Mrs. Parsens (bzw. Antoines) Produkten Gegenstände sprechen hören kann, so dass er glaubte, die Statue flehe ihn an, sie nach Afrika zurückzubringen, war für Edward in mehr als einer Hinsicht ziemlich beunruhigend.

Aber damit konnten wir uns jetzt nicht beschäftigen. Über den ganzen Besorgungen war der Diá de los Muertos schon ziemlich weit fortgeschritten, und wir hatten nur noch bis Mitternacht Zeit, wenn wir das Ritual mit Camerone durchziehen wollten, ganz zu schweigen davon, dass gegen Ende der 24 Stunden wohl der größte Ansturm an feindseligem Geisterzeugs zu erwarten war.

Zurück am Coral Castle war der Lette weit und breit nichts mehr zu entdecken. Camerone Raith hingegen war nicht zu übersehen, da sie immer noch in vollem Generalsmodus die Geister koordinierte. Sie erklärte sich bereit, sich freiwillig an das Castle binden zu lassen, was Edward das Ritual um einiges erleichtern würde. Auch nach Leedskalnin fragten wir, aber da war Camerones Antwort nur, dass der fort sei und man ihn vermutlich nie wieder sehen werde, jetzt wo Cicerón mit ihm fertig sei. Linares hatte den Letten ja derart in die Mangel genommen, weil er aus herausbekommen wollte, was genau da in den Sümpfen los sei; so viel hatten wir hören können. Ob Leedskalnin allerdings durchhielt, oder ob er gegen Ende hin doch brach und es verriet, dass wissen wir nicht; das konnte oder wollte auch Camerone uns nicht sagen. Aber jedenfalls war das Verschwinden des Letten eine weitere Motivation für uns, das Ritual mit Totilas‘ Urgroßmutter durchzuziehen, denn die Position unbesetzt zu lassen, wäre fatal. Aber dennoch hatte, und habe, ich ein mehr als schlechtes Gefühl bei der Sache.

Aber es war ja nun nicht zu ändern. Es musste nun einmal getan werden, die Entscheidung war gefallen, und es erschien uns allen, auch mir, trotz meiner Bedenken, als das potentiell kleinere Übel.

Trotz der „sanften“ Version war das Ritual noch immer verdammt schwierig, und langwierig dazu. Edward bereitete alles vor, zog seinen Ritualkreis und rief Camerone hinein, dann begann er. Dummerweise hatten die freiwerdenden Energien nicht nur den gewünschten Effekt, sondern sie zogen auch die anderen Geister der Umgebung magisch, haha, an. Und da Edward sich auf seine Zauberei konzentrieren musste und nicht unterbrochen werden durfte, mussten wir anderen diese Geister von ihm fernhalten.

Anfangs ging das eigentlich ziemlich gut. Ich stellte fest, dass wir uns durch das Verschwimmen der Grenzen wieder einmal halb im Nevernever befanden, weit genug jedenfalls, dass George meinen Ruf hören und uns zu Hilfe kommen konnte. Mit den ersten fünf Geistern wurden wir also ziemlich problemlos fertig: Alex erledigte zwei davon, Roberto und Totilas ebenfalls zwei und George und ich einen.

Aber dann wurde ein einzelner Geist Richtung Ritualkreis gezogen, viel größer als die anderen, völlig verbrannt und in Flammen stehend – und Santa Madre Maria ist meine Zeugin, als ich diesen Feuergeist sah, erstarrte ich einen Moment lang. Die anderen gingen sofort auf ihn los, aber ich konnte nicht. Ich konnte nicht. Mit einem Mal war es mir, als stünde ich selbst wieder in Flammen, und es gelang mir nicht, auch nur einen Schritt auf den Feuergeist zuzugehen.

Während ich mich hektisch nach irgendetwas umsah, mit dem ich vielleicht aus der Ferne etwas gegen den Geist ausrichten könnte, bemerkte ich statt dessen etliche Schlangen, oder besser die Geister von Schlangen, die bösartig zischelnd auf den Ritualkreis zugewuselt kamen. Die anderen hatten diese neue Bedrohung noch nicht gesehen, also trat ich Schlangen tot, wich ihren vermutlich giftigen Bissen aus und hielt sie von den anderen fern, bis die den Feuergeist erledigten hatten. Um die restlichen Schlangengeister kümmerten wir uns dann gemeinsam.

Inzwischen war Edward mit seinem Ritual beinahe fertig. Aber es wurden immer mehr Geister, die sich dem Kreis näherten, und irgendwann würden wir nicht mehr gegen alle ankommen. Da hatte irgendjemand – Edward selbst? Roberto? – die geniale Idee, dass die Energie der Geister zusätzlichen Brennstoff für das Ritual abgeben könnte, wenn wir sie kontrolliert in den Kreis befördern würden, und es deswegen schneller beendet werden könnte. Gesagt, getan: Alex als Abgesandter Elegguas schubste die Geister, die sich in Reichweite befanden (mit der Ausnahme von George, natürlich, wobei der ja auch kein Geist ist, sondern ein Wyldfae) mit einer ziemlichen Anstrengung in den Kreis. Irgendwer rannte los und warf das Tor des Coral Castle mit einem lauten, metallischen „Klonk“ ins Schloss, gerade als Edward die letzten Worte des Rituals intonierte. Und dann war es geschafft, war Camerone Raith die neue Hüterin des Castle.

Und es war kaum zu früh, denn um Punkt Mitternacht begann der letzte große, heftige Ansturm der Geister. Richtig, richtig heftig, um genau zu sein. Und warum dieser Ansturm so heftig war, das verstanden wir, als wir Jack, den bösen Jack, im Hintergrund bemerkten, von wo aus er mit breitem Grinsen die Angreifer aufstachelte. Totilas stellte sich daraufhin in Imponierposition – ganz subtil, nicht übertrieben, aber mit der deutlichen Körpersprache „mich schüchterst du nicht ein“. Das wiederum quittierte Jack ihm gegenüber mit der „ich sehe dich“-Geste: zeigte erst auf die eigenen Augen, dann auf Totilas.

Wie gesagt, der Angriff war heftig, aber dank Camerones neuer Macht konnte er schließlich doch zurückgeschlagen werden, und die Tore zur Geisterwelt schlossen sich wieder. Uns ging es dabei noch vergleichsweise gut, aber die Santo Shango, die hier ja den ganzen Tag lang ausgehalten hatten, waren ziemlich angeschlagen. Cicerón Linares brach vor Erschöpfung zusammen, als Shango ihn verließ, aber er schien keine lebensgefährlichen Wunden zu haben. Ilyana Elder hingegen sah übel aus, als sie nicht mehr von Yansa geritten wurde; bei der jungen Frau war allerhöchste Eile geboten. Von Totilas wollten die Ganger sich nicht helfen lassen, obgleich dieser es anbot – ein vielleicht nicht ganz unberechtigtes Misstrauen, wenn man bedenkt, dass Totilas‘ Augen trotz seiner üblichen eisernen Kontrolle leicht silbrig zu glänzen begonnen hatten und er ein abwesendes Gesicht machte, als diskutiere er mit einer inneren Stimme. Vermutlich tat er nämlich genau das, und sein Dämon wollte ihn dazu bringen, Ilyanas Leiden zu beenden oder sowas in der Art.

Edward hingegen hatte zuhause einen Heiltrank vorbereitet, den er Ilyana jetzt einflößte, und das half der jungen Frau über das Schlimmste hinweg. Ärztliche Behandlung benötigte sie natürlich nach wie vor, aber sie schwebte wenigstens nicht mehr in direkter Lebensgefahr.
Zum Dank revanchierte Cicerón sich mit einer Warnung. Spencer Declan sei in der Lage, die Gesetze der Magie ungestraft zu brechen, und wir sollten uns vorsehen. Mehr war dazu aber nicht aus ihm herauszubringen; er habe schon zu viel gesagt, und auch das nur, weil wir Ilyana geholfen hätten.

Naja, dann tauchten plötzlich die Coral Guardians bei uns auf und machten Totilas unmissverständlich klar, dass der Kampf vorbei und er hier nicht länger geduldet sei. Also sind wir heimgefahren, ich habe die obigen paar Worte hingekrakelt und mich erst einmal ins Bett gepackt. Und alles weitere, vor allem, wie das jetzt mit Ms. Geister-Raith in ihrer neuen Position wird, müssen wir sehen. Ich habe ja immer noch ein schlechtes Gefühl bei der Sache, aber jetzt ist das Kind im Brunnen.

Jack White Eagle hatte übrigens auch eine Warnung, diese speziell für Edward und Ximena: Er empfehle beiden sehr eindringlich, den Ball flach zu halten, da früher schon Praktizierer, die in der Stadt zu viel Talent bewiesen hätten, nach einer Weile einfach verschwunden seien. Und Jack glaube nicht, dass die alle nach Australien ausgewandert seien, sondern dass Declan etwas damit zu tun habe.
Oder besser, er empfahl es Totilas zur entsprechenden Weitergabe. Ximena habe er auch schon warnen wollen, sagte Jack, aber die sei dafür nicht sonderlich empfänglich gewesen. Ich kann mir schon vorstellen, wie das ungefähr war: Ximena ist von ihren eigenen Fähigkeiten ja durchaus überzeugt und sieht sich als Declan mindestens ebenbürtig. Totilas gab Jacks Warnung an beide Empfänger weiter, ob er damit bei Ximena allerdings viel erreichte, das bleibt noch dahingestellt.

Eben war Edward bei mir. Ich hatte ja schon länger den Eindruck, dass ihm etwas auf der Seele lastet, und zwar nicht nur das Ende seiner Beziehung zu Cherie. Heute endlich machte Edward den Mund auf. Dass er Gewissensbisse hat. Dass er sich korrupt fühlt und nicht weiß, wie lange er den Job beim SID noch machen kann. Die ständige, mehr oder weniger notgedrungene Zusammenarbeit mit Cicerón Linares, mit Gerald Raith. Seine Mutter, die Drogen verkauft, auch wenn diese (momentan zumindest) noch nicht illegal sind. Seine Ex-Freundin Cherie, die Auftragsmörderin, für die er noch immer etwas empfindet und von der er gar nicht wissen will, was sie genau tut, damit er nicht in die Verlegenheit kommt, sie jagen zu müssen. Er sei einfach zu nah dran an den Gesetzesbrechern. Ich konnte nicht viel tun, außer ihm ein offenes Ohr zu leihen und ihn sich all diese Dinge von der Seele reden zu lassen. Und ihm vehement zu erklären, dass ich ihn nicht für ein Monster halte. Außerdem habe ich ihm empfohlen, tatsächlich einmal mit Lieutenant Book zu reden. Ja, der alte Cop knurrt und bellt und brüllt herum, aber er ist nicht umsonst der Leiter des SID. Wenn er aufgund all dieser Tatsachen Edward aus der Truppe wirft oder Internal Affairs auf ihn ansetzt, dann ist das so. Aber Edward kann diese ganze Last nicht länger alleine mit sich herumschleppen. So oder so muss er Book informieren, finde ich. Und vielleicht stellt sich ja dann sogar heraus, dass sein Vorgesetzter all diese Dinge akzeptieren kann.

Oh, übrigens. Cicerón erwähnte doch, dass Spencer Declan anscheinend die Gesetze der Magie brechen kann, ohne dass es für ihn irgendwelche Konsequenzen hat. Diese Bemerkung machte uns nachdenklich, weil wir bislang eigentlich gar nicht so viel über die Gesetze der Magie wissen, noch darüber, wie man sie eigentlich bricht. Sicher, Leute, die die Gesetze brechen, werden Warlocks genannt, das wissen wir ja spätestens seit der Sache mit den Bucas. Und während dieser Sache hatte Feu Buca ja magisch auf Mrs. Salcedo eingewirkt, um deren Meinung zu beeinflussen, was eines der verbotenen Dinge ist, ebenso wie jemand anderen umzubringen. Aber was sind die übrigen Gesetze? Wieviele gibt es insgesamt? Wie bricht man diese, und was passiert dann? Offensichtlich wird man von den Wardens gejagt, siehe wieder die Bucas. Aber gelten Warlocks für den White Council überhaupt noch als Menschen oder schon als reine Monster? Anscheinend verändert es einen ja wohl auch wirklich selbst innerlich, wenn man diese Gesetze bricht. Wie also kann Warden Declan diese Veränderungen vermeiden? Oder bricht er die Gesetze einfach, und es verändert ihn durchaus, aber niemand merkt es, weil er als Warden eigentlich selbst die Bösen jagen müsste und auch vorgibt, das zu tun?

Jedenfalls, das waren alles Fragen, über die wir nicht genug wussten und wo uns auch die Kontakte fehlten, um jemanden dazu befragen zu können. Jack White Eagle weiß zwar einiges, aber seine Magie ist eine ganz andere als die des White Council; im Detail konnte er uns da nicht weiterhelfen. Und Spencer Declan werden wir zu diesem Thema ganz sicher nicht befragen. Andere Vollmagier und Ratsmitglieder kennen wir nicht. Also kamen wir auf die schlaue Idee, doch einfach mal zu recherchieren.

Der einzige Treffer, der bei der Internetrecherche herauskam, war ein gewisser Harry Dresden, niedergelassener Magier in Chicago. Seltsam eigentlich, dass da jemand so damit hausieren geht, aber andererseits stand in dem Eintrag etwas von „paranormale Ermittlungen – keine Kindergeburtstage“, also war es vielleicht doch kein Scharlatan. So oder so war es im Moment unser einziger Hinweis, also rief Edward kurzerhand bei dem Mann an.
Aber, puh. Das war kein sonderlich erfolgreiches Telefonat, Römer und Patrioten. Die beiden waren sich auf Anhieb völlig unsympathisch, und das Gespräch endete mit aufgeknalltem Telefonhörer und ohne Informationszugewinn. Okay, vielleicht hätte Edward nicht gleich als Erstes mit der Frage herausplatzen sollen, wie man die Gesetze der Magie bricht. Und sich seinem Ärger über die zu hohen Magier-Steuern Luft zu machen, half der Konversation auch nicht gerade weiter. Aber hätte dieser Dresden Edward so sarkastisch-ungläubig abkanzeln müssen? Mierda. Müssen wir halt versuchen, uns die Informationen irgendwie auf anderem Wege zu beschaffen. Nur wie, ist die Frage. Das sieht momentan wie gesagt eher mau aus. Mierda.

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