Tanelorn-Sommertreffen 2016: Kurzbericht

Inzwischen hat es sich ja schon eingebürgert, dass ich zu den Runden, die ich auf den Tanelorn-Treffen spiele, meist keine vollwertigen Diaries hinbekomme, oder wenn, dann nur für einzelne Runden und einige Zeit später. Aber wenigstens einen Kurzbericht über das jeweilige Treffen abzugeben, das ist inzwischen ebenfalls zu einer schönen Tradition geworden, die ich hiermit fortsetzen möchte.

Donnerstag Abend: Ohne Timber

Dies war das erste Tanelorn-Treffen, zu dem ich nicht schon am Donnerstag anreisen konnte. Aber ich musste arbeiten, und am Donnerstag hatte Knörzbot Geburtstag – und da er gar nicht aufs Treffen kommen konnte, weil er am Freitag nicht freibekommen hatte, war es sehr klar, dass ich eben erst am Freitag früh nach Hessenstein fahren würde.
Das war die einzig richtige Entscheidung, und ich würde sie jederzeit wieder so treffen, aber mir ist dadurch doch auch bewusst geworden, wie wichtig mir der Donnerstag Abend mit Chillen und Reden und einfach nur mit den Leuten Herumhängen tatsächlich ist, denn gefehlt hat er mir schon irgendwie. Naja. Nächstes Mal dann wieder, bli’neder. Außer das Treffen fällt wieder auf Knörzbots Geburtstag, und er kann selbst nicht mit.

Freitag Mittag: Savage World of Warcraft

Nachdem ich am Freitag gerade rechtzeitig zum Mittagessen (Trapezfisch! Aber ich mag den hessensteinschen Trapezfisch eigentlich ganz gerne, möchte ich hier nur mal angemerkt haben) ankam, ging es im Mittagsslot gleich lustig los. Kalianah hatte nämlich angekündigt, ein Abenteuer im World of Warcraft-Setting mit den Regeln von Savage Worlds leiten zu wollen. World of Warcraft, das ich seit 10 Jahren mit Begeisterung spiele, gepaart mit Savage Worlds, einem meiner Leib- und Magensysteme? Na das musste ich doch ausprobieren. Und ich muss sagen, es funktionierte zimelich gut und hat viel Spaß gemacht. Vor allem, weil alle Mitspieler WoW entweder noch aktiv spielen oder zumindest zu irgendeinem Zeitpunkt mal gespielt haben, kam das Feeling sehr gut rüber.

Da mein Hauptcharakter in World of Warcraft ein Schurke ist und ich die Klasse einfach am besten kenne, baute ich mir für diese Runde ebenfalls eine Schurkin (allerdings eine menschliche statt eines Blutelfen, wie ich ihn bei WoW spiele). Dabei versuchte ich natürlich, mich den WoW-Fertigkeiten mit den SaWo-Regeln (vor allem über die Edges, die ich wählte) auch ein bisschen anzunähern.

Außer meiner gilnäischen Schurkin bestand die Runde aus einem Draenei-Paladin, einer menschlichen Jägerin, einem Gnomen-Magier und einem Troll-Schamanen… und einem zweiköpfigen Oger.
Das mit dem Oger kam so: Eigentlich hatte Kalianah die Runde für fünf Spieler geplant (eben uns fünf erstgenannten). Aber dann kamen kurzfristig noch zwei weitere Spieler dazu – nur sieben Charaktere in der Runde wären dann doch etwas viel gewesen. Also beschlossen die beiden, nur einen einzigen Charakter spielen zu wollen: eben jenen zweiköpfigen Oger. Und der sorgte in der Runde für jede Menge Heiterkeit.
Da die beiden Neuen ihren Oger noch bauen mussten, konnten wir nicht um 13 Uhr anfangen, wie geplant, sondern der Beginn verschob sich auf 14:30. Um 15:15, direkt nach dem Einstiegsgeplänkel, rief schon der erste nach einer Zigarettenpause, was mich ein wenig skeptisch stimmte, aber nach dieser Pause spielten wir dann durch, und es wurde richtig cool.

Da das neue Warcarft-Addon, Legion, kurz bevorstand (inzwischen ist es seit vorgestern draußen, aber beim Treffen stand es eben noch zwei Wochen vor Veröffentlichung) schickte Kalianah uns gleich auf den neuen Kontinent. Dort hatten wir ein bisschen Charakterspiel und einen Aufwärmkampf gegen ein paar Wichtel, dann mit einem Pet-Battle-Turnier ein durchaus geschickt aus WoW importiertes und sehr spaßiges Element. Und zum großen Finale ging es in einen Dungeon, sprich eine Instanz. Dort waren eigentlich mehr Bosse geplant gewesen, aber dafür reichte die Zeit dann doch nicht ganz. Also ging es erst gegen einen Unterboss, von dem für jeden von uns eine ultra-epische Waffe droppte, bevor wir es, unterstützt von diesen Waffen, mit dem großen bösen Endboss aufnahmen. Der war eine echt harte Nuss, aber schließlich bekamen wir ihn doch platt. Und das, obwohl die Sonderfertigkeit meiner Artefaktdolche (wenn ein Angriff trifft, muss der Gegner einen Willenswurf schaffen, sonst wird ihm ein Stück seiner Seele entzogen – spieltechnisch: hätte ich einen der Werte meiner Schurkin gegen einen der Werte des Gegners austauschen dürfen, und das wäre mal richtig genial gewesen) leider nicht zum Tragen kam, weil der blöde Kerl kein Problem mit seinem Willenswurf hatte.

Alles in allem war es also ein gelungener Nachmittagsspaß, aus dem mir vor allem die launigen Sprüche in Erinnerung bleiben werden. Und natürlich Samtpfote. Das war die Katze, die sich meine sauertöpfische Schurkin als Haustier einfing. Äh. Sagte ich Samtpfote? Vergesst das ganz schnell. Secret! Sie heißt Secret!!

Freitag Abend: Deadlands Classic – Rutherfords Erben

Schon seit mehreren Treffen hatten Bob Morane und ich mal zusammen Deadlands Classic spielen wollen, aber irgendwie waren wir bislang nie zusammengekommen. Aber nach dem Wintertreffen haben wir uns den gemeinsamen Slot schon sehr früh blockiert, damit diesmal auch wirklich nichts dazwischenkam.

Und es wurde eine sehr, sehr coole Runde. „Deadlands-Action mit Drama“ war unsere Devise, und Bob als Spielleiter dachte sich, gestützt auf unsere Charakterideen, einen richtig genialen Plot aus. Die Vorgabe war gewesen, dass ein älterer Herr, der sich früher als Schatzsucher und Abenteurer einen Namen gemacht hatte, verstorben war, und unsere Charaktere alle irgendwie mit ihm zu tun gehabt haben sollten. Drei Charaktere kannten den alten Rutherford, weil sie eine Weile mit ihm herumgereist waren: Christian als Gunslinger/Bodyguard, Nomad als halbindianischer Scout und Armeeveteran sowie Eliane als mexikanische Schatzsucherin/Grabräuberin, die früher einmal für kurze Zeit ein Verhältnis mit dem Gentleman gehabt hatte. Dazu kam Erdgeist als afrikanischer Voodoo-Doktor, den Rutherford häufiger konsultiert hatte, seit es mit seiner Gesundheit bergab ging, und ich selbst als Rutherfords wesentlich jüngere Ehefrau, die ihm seine späten Jahre versüßt hatte.

Während der Charakterplanungsphase hatten wir kurz mit dem Gedanken gespielt, ob meine Josie vielleicht mit dem Voodooisten ein finsteres Spiel gespielt haben sollte, um den alten Mann aus dem Weg zu schaffen, aber ganz so fies wollte ich den Charakter dann doch nicht anlegen. Immerhin sollte das Deadlands werden, nicht Fiasko, und während ich mir sehr gut vorstellen konnte, dass sie vielleicht unabsichtlich zum Tod ihres Mannes beigetragen hatte, indem sie sich z.B. in einer schwachen Minute wünschte, der alte Mann möge sterben und sie freigeben, was irgendein böser Geist evtl hörte und sie beim Wort nahm, sah ich Josie doch nicht als eiskalte Mörderin. Diesen Gedanken haben wir dann auch gar nicht weiter verfolgt.

Dramatisch genug wurde es dennoch, weil Bob Morane sich abseits dieser Idee noch genügend andere Fiesheiten ausdachte. So litt Josie unter anderem schon seit Wochen bis Monaten unter fürchterlichen Alpträumen und Schlafstörungen, die im Verlauf der Session auch nicht wirklich besser wurden (schon doof, wenn man jede Nacht einen Willenswurf machen darf, wie sehr einen der Schlafmangel beeinträchtigt, und eventuelle Abzüge natürlich auf den Willenswurf des nächsten Abends auch gleich wieder draufgerechnet werden).
Bei der Testamentseröffnung des verstorbenen Rutherford fand die Gruppe zusammen und sich im gemeinsamen Besitz einer mysteriösen Insel sowie mehrerer Gegenstände – und an beidem entwickelten verschiedene Parteien auffällig schnell auffällig viel Interesse.
Etwas konnte also nicht stimmen, also ging man gemeinsam der Sache nach.

Im Verlauf des Abenteuers stellte sich heraus, dass die geerbten Gegenstände über mächtige magische Eigenschaften verfügten, in ihren Trägern aber auch bestimmte negative Eigenschaften weckten. So wurde die Schatzsucherin beispielsweise plötzlich leichtsinnig bis zur Selbstaufgabe, der Scout gab seinem Jähzorn leichter nach, und Josie war plötzlich völlig fasziniert von Flammen und Feuer – im Zusammenspiel mit ihrer Übernächtigung und den bösartigen Stimmen, die sie zu hören begann, keine sonderlich gute Mischung (was beim Erforschen einer dunklen Höhle auf der geerbten Insel auch beinahe zum Ankokeln eines Mitstreiters geführt hätte.)

Eine wunderschöne und rührende Szene ergab sich dann zwischen Josie und dem Voodoo-Doktor, als die beiden feststellten, dass sie Halbgeschwister sein müssen, weil Josie eine Kette von ihrer beinahe vergessenen Mutter trug (sie war als Findelkind in einer Outlaw-Gang aufgewachsen), die Dr. Mal als der Ältere sofort wiedererkannte, als er sie irgendwann gegen Ende bemerkte.

Ohne jetzt zu viel spoilern zu wollen (Bob Morane will das Abenteuer eventuell vom Wilden Westen auf unsere Supernatural-Gruppe anpassen, wo ich natürlich dann nicht mitspielen würde, aber da will ich auch nicht zu viel erzählen jetzt, falls einer von den SPNnies das hier liest), kulminierte die Runde schließlich in einem finalen Showdown mit jeder Menge Feuer und Explosionen – vor allem zur Genugtuung meines eigenen Charakters, der ihre Alpträume von dem Oberbösewicht geschickt worden waren, um sie mürbe zu machen, weil er fiese Pläne für sie hatte. Denn der Oberbösewicht stellte sich auch noch als Josies Vater heraus, der die junge Frau wegen ihres Blutes brauchte. Ehe das vornehme Anwesen der Familie in Flammen aufging, gelang es uns aber sogar noch, Josies und Mals Mutter zu retten – zwar in völlig apathischem und teilnahmslosem Zustand, aber immerhin zu retten. Ob da irgendeine Hoffnung auf Besserung existierte, ließen wir angesichts der späten Stunde offen.

Dass wir bis nachts um 03:00 Uhr spielten, ohne die Uhrzeit so richtig zu bemerken, zeigt nur, wie cool diese Runde doch eigentlich war. Das hat sich definitiv gelohnt und alle Erwartungen, die ich in die Runde gesetzt hatte, mehr als erfüllt!

Samstag Mittag: spazierengehen und chillen

Für den Samstag Mittag war eigentlich eine Drama-Noir-Runde geplant gewesen: kaputte Charaktere im Chicago der 1940er, geleitet von Hotzenplotz. Da aber Hotzenplotz ganz kurzfristig nicht zum Treffen kommen konnte und ich mir auf die Schnelle keine neue Runde suchen wollte, blieb der Slot diesmal frei. Das war auch ganz gut so, denn ich hatte ja den Donnerstag Abend verpasst, und so kam ich wenigstens noch ein bisschen zum Reden mit den Leuten. Zuerst machten ich einen kleinen Spaziergang (Bad Horse meinte, nur von einer Stunde, aber ich meine, wir waren zwei Stunden unterwegs, will es aber auch nicht beschwören) in Gesellschaft von Bad Horse, Slobo, Kyra und Deagol, danach unterhielt ich mich ein bisschen mit diversen Leuten und spielte eine Runde „The Big Book of Madness“ mit Eliane, Dreamdealer und Peter. Das ist ein sehr cooles Brettspiel – und sämtliche Ähnlichkeiten mit Harry Potter rein zufällig!

Samstag Abend: Wächter über Hamburg

Bislang haben wir es immer noch nicht geschafft, unsere Wächter-Runde mal außerhalb eines Treffens weiterzuspielen, also musste doch wieder der altbewährte Samstagabend-Slot dafür herhalten.
Zwei Spieler aus den vorigen Runden waren nicht auf dem Treffen, aber dafür konnte Orko einen weiteren Mitspieler gewinnen, der – wie Schwertwal letztens schon – kurzerhand einen etablierten NSC übernahm, was prima funktionierte.

Da wir erst noch die Charaktere von Fate2Go auf Fate Accelerated umschreiben wollten, Deagols Charakter mit dem Rest der Gruppe zusammenbringen mussten und es bis beinahe 23:00 Uhr dauerte, bis wir die Ereignisse der letzten Runde(n) einigermaßen rekapituliert hatten, sind wir zwar immer noch nicht am großen Season-Showdown, der Silvesterfeier in der Elbphilharmonie, angekommen, aber dafür hatten wir einige großartige Momente beim Charakterspiel, wissen jetzt wieder, woran wir sind (zumindest jetzt; wer weiß, wie das bis zur nächsten Session ist) und haben einige Fäden zusammengeführt sowie bereits alles getan, was in unserer Macht steht, damit das von den Dunklen für Silvester geplante Ritual fehlschlagen wird.

Für diese besagte Silvesterfeier wollen wir jetzt übrigens tatsächlich mal ein Treffen außerhalb des Treffens anberaumen. Wäre ja schön, wenn das klappen würde. Schauen wir mal. 🙂

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