[Follow Friday] FF46: „Blogging-Rhythmus“

Wie jede Woche stellt Fiktive Welten im Rahmen des Follow Friday eine Frage an die deutsche Blogosphäre. Heute geht es nicht um Bücher, sondern ganz konkret um Blogs an sich:

Wieviele Beiträge sollten pro Woche auf einem Blog erscheinen? Wieviele liest du überhaupt und wieviele veröffentlichst du selbst?

Diese Frage wurde ursprünglich von Library of little Worlds gestellt und kommt nun über Patricia im Rahmen ihres Follow Friday auch zu mir.

Ich finde es schön, wenn ein Blog regelmäßig mit Inhalten gefüllt wird, man also merkt, dass ein Blog ‚am Leben‘ ist, aber es müssen gar nicht so viele Postings pro Woche sein, finde ich. Meiner Meinung nach sollte man etwas posten, wenn es etwas zu posten gibt, also wenn man wirklich Neues zu berichten hat. Reine Füllsel-Beiträge nur um des schlichten Füllsels willen braucht es nicht. Aber ich bewundere die Blogger, die es schaffen, häufige Beiträge einzustellen und dabei wirklich Inhalte zu bieten. Dabei kommt es mir gar nicht so sehr darauf an, ob ein Blog-Beitrag lang oder kurz ist: Kurze und knackige Postings können mich ebenso fesseln und interessieren wie lange und ausführliche.

Während ich auf reinen Bücherblogs gerne neue Rezensionen zu Romanen lese, finde ich es auf den gemischten oder den reinen RPG-Blogs gerade in Sachen Rollenspiel interessant, Neuheiten und Informationen zu erfahren. Rezensionen von Rollenspielen mag ich zum Beispiel sehr gerne, ebenso wie Vorstellungen von Regelsystemen (was sich ja von einer Rezension ganz leicht unterscheidet). Und oftmals gibt in solchen Beiträgen tatsächlich Ankündigungen oder Neuigkeiten, die einem ansonsten vielleicht entgangen wären. Wenn da also Meldenswertes derart häufig passiert, dass ein Blog mehr als einen Beitrag pro Tag veröffentlicht, und das auch noch auf einem Blog passiert, das ich verfolge, dann lese ich gegebenenfalls auch mehrere Beiträge am Tag von einem solchen Blog. Aber eigentlich wären mir mehrere Beiträge am Tag fast schon zu viel. Ja, ich habe eine Blog-App auf meinem Handy, und ja, sie informiert mich über neue Beiträge. Das tut sie allerdings nicht so zuverlässig, wie ich das gern hätte – bei mehreren Blogs, denen ich eigentlich folge, bekomme ich nie eine Info über neue Beiträge, sondern muss proaktiv schauen gehen, ob sich dort etwas getan hat. Das passiert dann eben in unregelmäßigen Abständen, wenn ich zufällig daran denke, nachsehen zu gehen, ob es etwas Neues gibt, und ob ich dann alle Beiträge lese, die seit meinem letzten Besuch gepostet wurden, ist fraglich. Da habe ich lieber so einen bis drei Beiträge pro Woche, da bleibt es überschaubar.

Überschaubar ist für mich vor allem deswegen wichtig, weil ich mir seit der RPG-Blog-O-Quest vom Juni 2017, wo als überwältigender Tenor von so gut wie allen Teilnehmenden der Wunsch nach mehr Feedback geäußert wurde, vorgenommen habe, selbst mehr zu kommentieren, wenn ich Blogbeiträge lese. Ich schaffe es nicht bei jedem Blog-Posting, das ich besuche, aber ich versuche es zumindest. Und das wiederum heißt, dass es mir sogar lieber ist, wenn die Beitragsanzahl auf den Blogs, die ich mag und gerne lese, im Rahmen bleibt.

Was mein eigenes Blog betrifft, so habe ich noch nie viel gepostet; früher sogar manchmal mehrere Wochen am Stück nicht. Das liegt daran, dass ich hier Berichte von meinen eigenen Rollenspielsitzungen veröffentliche und ich nicht zu jeder Runde auch wirklich ein Diary verfasse. Diaries schreibe ich dann, wenn mir die Runde besonders am Herzen liegt, also bei meinen beiden Hauptkampagnen, der Miami- und der Supernatural-Runde (und früher auch der Deadlands- sowie der Ars-Magica-Runde, die aber derzeit auf Eis liegen bzw. eingeschlafen sind), ebenso wie bei besonders tollen One-Shots, die einfach richtig großes Kino sind und wo ich ein Bedürfnis danach habe, ein Diary davon zu schreiben. Weil ich diese Diaries allerdings gerne in „richtiger Geschichtenform“ schreibe, nicht einfach so als nüchternes Protokoll, dauert es meistens ziemlich lange nach einer Runde, bis ich das zugehörige Diary dazu überhaupt fertig habe. (Derzeit schreibe ich gerade an einem Supernatural-Diary, das wir im Januar gespielt haben. *hust*). Dazu kommen noch Kurzberichte von den Spielsitzungen auf den Tanelorn-Treffen oder der DZ-Con (diese dann eher nüchtern und knapp und nicht als ‚echtes‘ Diary), ebenso wie die eine oder andere Systemvorstellung oder was mir eben sonst noch so an RPG-bezogenen Themen unter die Finger kommt. Aber auch diese Zusatzthemen sind nichts Regelmäßiges (okay, zwei Tanelorn-Treffen und eine DZ-Con im Jahr, das ist ein bisschen regelmäßig, dazu meine jährliche Rollenspielstatistik, aber auch die gibt es eben nur einmal im Jahr.)

Sprich: In der reinen Kernkompetenz dieses Blogs sind mehrere Beiträge die Woche schon einmal fast ausgeschlossen. Dass es in letzter Zeit doch öfter mal mehr als ein Posting pro Woche wird, liegt an den regelmäßigen Blogaktionen, an denen ich mich inzwischen beteilige, wie eben dem Follow Friday hier oder der RPG-Blog-O-Quest. Blogaktionen sind eine sehr schöne Art und Weise, ein Blog mit Leben zu erfüllen, gerade wenn es Fragen zu beantworten gilt. Beim RPG-Karneval z.B. habe ich mich bisher noch nicht beteiligt, einfach weil mir die Themen oft zu weit gefasst waren. Fragen beantworten kann ich. Einfach irgendwas zu einem Thema schreiben könnte ich vielleicht auch, aber dazu müsste ich mir mehr Gedanken machen, als ich Zeit dafür habe, also habe ich das bisher gelassen. Mal sehen. Irgendwann vielleicht doch.

Dadurch, dass ich versuche, jeden Freitag am Follow Friday teilzunehmen, ist es schon mal mindestens ein Beitrag pro Woche, plus eben alles, was an Diaries oder sonstigen Beiträgen noch so kommt. Schade allerdings finde ich, dass es in letzter Zeit fast so wirkt, als veröffentlichte ich mehr Antworten auf Blogaktionen als eigene Beiträge. Der Eindruck mag täuschen, aber ich habe machmal das Gefühl, als ginge der eigentliche Existenzgrund für dieses Blog inmitten den Aktionen ein bisschen unter. Das liegt vielleicht auch daran, dass meine Postings zu den Blogaktionen viel mehr Leser anlocken und Likes und Kommentare auslösen als die Diaries selbst. Klar: Wenn man auf eine Blogaktion antwortet, dann verlinkt man den Beitrag dort und bringt so direkt Leser auf den Beitrag. Aber trotzdem ist es irgendwie ein bisschen schade, finde ich. Moment, das war gar nicht die Frage – ich schweife ab. Und überhaupt ist dieser Beitrag schon wieder viel länger geworden, als ich es eigentlich vorhatte. Ich kann mich einfach nicht kurz fassen. Sorry dafür.

TL:DR: Für mich müssen es gar nicht so viele Postings auf einem Blog sein. Ich selbst veröffentliche auch nur so 2-3 pro Woche.

Das war es auch schon wieder für diese Woche. Eine Liste der Follow Fridays, an denen ich bisher teilgenommen habe, findet sich hier.

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12 Kommentare

Eingeordnet unter Follow Friday, Ganz was anderes, Lesen

12 Antworten zu “[Follow Friday] FF46: „Blogging-Rhythmus“

  1. wuerfelheld

    Noch jemand der mehr als zwei Sätze zu dem Thema geschafft hat :-). Ja die angesprochene RPG-Blog-O-Quest (Feedbackproblematik) darf ich mir auf den Entstehungszettel schreiben. Es scheint aber seitdem so, das zumindestens ein paar Blogger seitdem sehr bemüht sind das Feedback zu erhöhen und somit für ein „gutes Gefühl“ sorgen. Ich bin davon überrascht, sprich das die BlogOQuest doch was bewirken kann…

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    • Ja, das war schon eine Frage mit unerwartet großen Auswirkungen! Da kannst du tatsächlich ziemlich stolz darauf sein, dieses Umdenken bei doch so einigen Bloggern angestoßen zu haben. 🙂

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      • wuerfelheld

        Na Umdenken musste ich auch erstmal. War vor der Ausgabe der Quest auch eher Leser und nicht Feedbacker 🙂 Aber da sind wir dann bei „gutem Beispiel bornagehen“…

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  2. Hi, das Problem ist schon dadurch gegeben, was denn als Füllsel zählt. Ich denke, dass die Aktionen schon dazu zählen, die zwar den Blog beleben aber auch oft ohne grosse Aussage bleiben. Mir persönlich geht es da sogar eher um die Kommunikation und den Kontakt zu den anderen Blogs, als wirklich um den Inhalt. Bei Deinem Blog ist es für mich persönlich schwierig Deinen Rollenspielen zu folgen – da ich sie nicht kenne – aber gerne die anderen Beiträge lese :-). Gerade für Neulinge in der Bloggerwelt finde ich es gut, wenn sie Aktionen mitmachen um sich sicherer zu fühlen und Kontakt zu bekommen. Ich lese gerne auch mal Rezis – aber ein Blog, der nur davon „lebt“, lebt nicht so wirklich, da der Lesegeschmack oder Filmgeschmack so unterschiedlich ist.

    Liebe Grüsse

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    • Aktionspostings erachte ich zum Beispiel in den allermeisten Fällen gar nicht als Füllsel. Was dort gefragt und beantwortet wird, finde ich meist durchaus bis sehr interessant, und oft gibt es einem ja auch eigene Inspiration. Als „Füllsel“ würde ich eher Beiträge bezeichnen, wo tatsächlich sowas drinsteht wie: „Heute ist gar nichts los hier, ich habe null zu sagen, aber: Hallo Welt!“
      Aber okay, bei solchen Postings muss man ja weder einen Kommentar hinterlassen, noch sie überhaupt lesen. Zwingt einen ja niemand. Aber die Frage war ja nach meinem Empfinden, und nach meinem Empfinden braucht es solche reinen Füller nicht. Natürlich darf dennoch jede/r posten, wie er oder sie möchte, logisch.

      Was meine RPG-Diaries angeht, so bilde ich mir eigentlich ganz gerne ein, dass man sie vielleicht auch einfach als aufeinander aufbauende Kurzgeschichten lesen kann, auch ohne dabei gewesen zu sein oder das zugehörige Spielsystem zu kennen, wie man andere, nicht RPG-bezogene Stories auch einfach so lesen würde. Immerhin sind die Diaries als Belletristik geschrieben und enthalten keine Regelerklärungen oder ähnliches. Aber es stimmt schon, wenn man die Runde nicht kennt und nicht mitgespielt hat, dann ist das reine Lesen vielleicht langweilig.

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      • Ach so – ja solche Post kenne ich – die schaue ich mir dann meist auch nicht an. Kann aber nach vollziehen, dass sie manchmal einer veröffentlicht, wenn einem danach ist. Aber da wäre dann doch eher Twitter geeignet 😉

        Langweilig eher nicht – aber ich denke es fällt einem leichter zu verstehen, wenn man sich auf dem Gebiet auskennt. LG

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      • Twitter… oder Foren oder so. Vielleicht habe ich persönlich einfach deswegen nicht den Drang, selbst solche Postings zu verfassen, weil ich zu dem Zweck lieber ein Forum nutze. 🙂

        Hmmm, was genau meinst du mit „Gebiet auskennt?“ Die meisten Diaries (zumindest die beiden „großen“ Reihen) haben eigentlich gar kein „Gebiet“, auf dem man sich auskennen müsste. Das sind einfach Geschichten. Beide spielen heute und beide in einem Urban Fantasy-Setting, wo es das Übernatürliche und Magie gibt; die eine in der Welt der TV-Serie „Supernatural“, die andere im Setting der „Dresden Files“-Romane von Jim Butcher.
        Ich wage zu behaupten, man muss weder die Serie gesehen noch die Bücher gelesen haben, um der Handlung einigermaßen folgen zu können. Oder zumindest ist das der Anspruch, den ich an mich hege, und das, was ich beim Schreiben zu erreichen versuche.

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      • Ich twitter auch eher nicht – ist nicht mein Ding – habe zwar eine Verlinkung vom Blog dahin, mehr mach ich aber dort nicht.
        Ich meinte im Rollenspiel-Gebiet. Ich habe bei Dir zwar mal reingelesen, konnte aber nicht folgen – gut – vielleicht sollte ich am Anfang starten. Hehehe. 🙂

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      • Am Anfang starten wäre vielleicht gar nicht schlecht, hihi. 🙂
        Einfach nach der Kategorie filtern und ganz nach unten scrollen. Der erste Eintrag ganz unten ist eine Auflistung der Charaktere (Bei Miami die fünf festen Hauptcharaktere; bei Supernatural eine längere Liste mit allen Spielercharakteren, von denen jeweils immer so drei bis fünf an einem Abenteuer beteiligt sind) – diese Charakteraufstellung kannst du dir eigentlich theoretisch auch sparen. Ebenfalls sparen kannst du dir bei Supernatural den zweiten Eintrag, „Viriconium“, weil das keine echte Geschichte ist sondern eine knappe, sachliche Zusammenfassung der Ereignisse eines Abenteuers, das gewissermaßen als Start für die dann folgende Wiederbelebung der eigentlichen Runde diente. Das zu lesen, wäre vielleicht ein bisschen langweilig, ist aber dafür auch sehr kurz, also vielleicht doch gar nicht so schlecht. 🙂 Dann folgen mit „House on the Red Hill“ und „Kentucky Fried Christians“ zwei Diaries aus der Sicht des Charakters einer Mitspielerin, weil ich erst ab dem nächsten Abenteuer selbst mit eigenen Diaries zu der Runde begonnen habe.

        Langer Vorrede kurzer Sinn: Falls du reinliest, viel Spaß dabei. Kannst ja mal erzählen, ob du beim Lesen von Anfang an besser reinkommst. 🙂

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      • Ok – ich starte mal einen Versuch. 🙂

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  3. Ich mag eure langen Beiträge vor allem deshalb, weil man da auch mal einen Blick über den Tellerrand hinaus werfen kann. Auch ich verstehe davon längst nicht alles, dadurch dass aber auch vieles erklärt wird oder sich ggf. wiederholt, flattern die Synapsen. Und es weckt vor allem Interesse an dem Unbekannten und dadurch gleichzeitig auch an euch, als Menschen hinter den Beiträgen.

    Was die Füllsel anbelangt, lese ich auch nicht mehr jeden Beitrag, wie z. B. Neu in meinem Regal oder Bücher mit irgendeinem Buchstaben oder Aktionsbeiträge, die nur aussagen, dass man diese Woche aussetzt. Dazu fehlt echt die Zeit. Aber Rezensionen oder auch Selbstverfasstes (mindestens das Fazit) interessieren mich schon sehr.

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