Projekt ABC: I wie …

Anfang des Jahres hat der Buchblogger Wortman das 2009 erstmals von dem Blog „Kerkis Farbkleckse“ ausgerufene „Projekt ABC“ wieder aufleben lassen, bei dem die teilnehmenden Blogs jede Woche dazu aufgerufen sind, ganz frei nach Schnauze irgendein passendes Foto zum gerade fälligen Buchstaben des Alphabets zu posten. Während ich auf meinem Zweitblog, Timber’s Travels, für das Projekt Fotos von meinen Reisen und Ausflügen heraussuche, stelle ich in diesem Zusammenhang hier auf ‚Timber’s Diaries‘ zum jeweiligen Buchstaben passende Rollenspiele aus unserer Sammlung vor.

In den beiden Monaten, die das Projekt nun schon läuft, habe ich meist mehr als ein Rollenspiel fotografiert und kurz beschrieben. Bei „D“ habe ich mich aber schon einmal auf nur ein einziges Regelwerk konzentriert, und diese Woche will ich das jetzt wieder so halten. Nicht, weil ich nicht noch andere Bücher mit „I“ zur Auswahl hätte (das Indiana Jones-RPG oder Iron Kingdoms zum Beispiel), sondern weil das dieses Spiel so wichtig für mich ist. Ich spreche von:


I wie…

Itras By habe ich auf diesem Blog schon häufiger erwähnt. Das Setting dieses norwegischen Indie-Rollenspiels ist eine von Filmen wie „Delicatessen“ oder „Stadt der verlorenen Kinder“ inspirierte Fantasy-Stadt der 1920er und 1930er Jahre mit surrealistischen Elementen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Träume dort Gestalt annehmen oder dass Menschen einen Tierkopf haben. Dass eine Straße nur freitags existiert oder ein Haus innen größer ist als außen und all solche Dinge.

Von den Regeln her ist das Spiel extrem einfach gehalten: Die Charaktere haben keinerlei Spielwerte, auf die gewürfelt werden müsste. Stattdessen funktioniert das Spiel mit so genannten Entscheidungskarten, die immer dann gezogen werden, wenn eine wichtige Aktion Erfolg haben oder fehlschlagen kann, und die eine Reihe unterschiedlicher Ergebnisse der Marke „Ja, es klappt, und…“, „Ja, es klappt, aber…“, „Nein, es klappt nicht, aber…“ und „Nein, es klappt nicht, und…“ liefern. Außerdem hat das Spiel noch so genannte „Zufallskarten“, die das surrealistische Element des Settings unterstreichen sollen.

Das Spiel liegt mir deswegen so am Herzen, weil ich, glaube ich, mit Fug und Recht von mir behaupten kann, dass ich es nach Deutschland eingeschleppt habe – oder zumindest hatte ich einen nicht ganz unbeträchtlichen Anteil daran. Ich habe es vor einigen Jahren aus Norwegen mitgebracht, und als ich in einem Rollenspiel-Forum davon erzählte, entspann sich ein Gespräch darüber, das darin mündete, dass ich das Spiel übersetzte und ein Bekannter es in seinem Kleinverlag herausbrachte. Der Kickstarter dazu lief letzten September, und gerade jetzt in den nächsten Tagen soll ich das fertig gedruckte Buch irgendwann geschickt bekommen.

Da ich die deutsche Version noch nicht habe, sieht man auf dem Foto nur das norwegische Original und die englische Version, die nicht von mir, sondern vom Autor selbst mit zahlreichen Überarbeitungen ins Englische übersetzt wurde. Das Buch oben im Bild ist „The Menagerie“, ein englischsprachiger Zusatzband für Itras By, der vor ein paar Jahren erschienen ist. An Karten sieht man die funkelnagelneuen deutschen, die schon vor ein paar Wochen ankamen, außerdem die einige Jahre alten englischen sowie die deutschen, die ich 2012 selbst gebastelt habe, als ich das Spiel erstmals leiten wollte, und bisher immer benutzt habe.

22 Kommentare

Eingeordnet unter Pen & Paper, Projekte, Rollenspiel-Sonstiges

22 Antworten zu “Projekt ABC: I wie …

  1. So lange du nur Games nach Deutschland holst, ist ja alles ok :lol: Nur keine Pandemien :lol:

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  2. Das sind sehr schöne und ansprechend gestaltete Karten. Leider bin ich kein Gamer, ich bin mehr der Brettspiel- oder Kartentyp. Obwohl mir seit ein paar Wochen das Kartenspiel verleidet worden ist.

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    • Oh, Kartenspiel verleidet klingt aber unschön! Was ist denn passiert?

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      • Na ja, die Gruppe hatte ich durch eine Zeitungsannonce kennengelernt und war ein paarmal dabei, nach dem letzten mal kam am nächsten Tag eine SMS mit dem Text, dass sie nicht mehr mit mir spielen wollten.
        Warum, stand nicht drin, und eine Antwort darauf kam auch nicht. Dann soll es halt so sein. War ein Versuch. Dann nehm ich mir an diesen Abenden was anderes vor.

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  3. Und wieder ein spannendes Spiel! Ich finde es hört sich alles wieder super interessant an und ja, mir gefallen die Karten auch. Und darf ich fragen, ob Du norwegisch sprichst? Oder wie hast Du dann mit der Originalversion gespielt??

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    • Ja, genau, ich kann auch Norwegisch. Für Dolmetschaufträge lasse ich mich nicht buchen, aber für den Privatgebrauch (und für gelegentliche Übersetzungen, wenn ich wie in diesem Fall vieeeeel Zeit habe und mir das Thema sehr am Herzen liegt) reicht es. :)

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      • Wow! Darf ich fragen, ob Du da mal eine Weile gelebt hast? Oder hast Du norwegisch „einfach so“ gelernt? Sorry, bin immer so neugierig… wenn Du nicht antworten magst, weil es zu privat ist – kein Problem!!

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        • Nein, nein, kein Problem, das ist nicht zu privat.
          Gelebt habe ich dort leider nie, aber meine beste Freundin seit Kindertagen hat Wurzeln dorthin, und so habe sich das grundsätzliche Interesse dafür bei mir schon früh geweckt. Ich bin ja Diplom-Dolmetscherin und Übersetzerin von Beruf, und ich hätte auch gerne mit Norwegisch als Diplom-Sprache meinen Abschluss gemacht, aber bei uns an der Uni war Norwegisch leider kein Diplomfach. Also habe ich Norwegisch an der Uni nur zusätzlich auf Workshop-Ebene belegt und mir den Rest auf zahlreichen Urlauben, durch Lektüre, Briefeschreiben mit meiner Freundin sowie Filme angeeignet.
          Aber deswegen traue ich mir auch nicht zu, es zu dolmetschen oder ins Norwegische hinein zu übersetzen, sondern nur aus dem Norwegischen heraus. Um ins Norwegische hinein zu arbeiten, mache ich zu viele Fehler und bin zu langsam und unsicher damit.

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          • Wow, das ist ja total spannend! Aus welchen Sprachen dolmetschst und übersetzt Du denn? Ich finde es ja toll, wenn Menschen mehrere Sprachen sprechen. In der Schule fand ich es immer total langweilig. Aber vor zwei Jahren waren wir in Italien und da habe ich vorher ein wenig italienisch gelernt. Und es hat mir solchen Spaß gemacht! Nur leider habe ich außerhalb des Urlaubs keine Gelegenheit diese Sprache zu nutzen. Und so ist es wieder versickert…

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            • Meine Diplom-Sprachen waren Englisch, Deutsch und Französisch, aber mit Französisch mache ich beruflich nichts mehr. Französisch war immer schon nur eine „C-Sprache“ für mich (also eine, aus der man heraus-arbeitet, keine, in die man aktiv hineindolmetscht oder übersetzt), also überlasse ich das den Kollegen, die so gut darin sind wie ich in Englisch und Deutsch. Mein Norwegisch ist inzwischen auch um einiges besser als mein Französisch.

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  4. Wow, da kannst Du mit Fug und Recht Stolz auf Dich sein. Das Spiel als solches klingt auch interessant. Und, dass Du Norwegisch sprichst, finde ich auch toll.

    Ich wünsche Dir einen schönen Montag und eine schöne Woche
    Gruß Babsi

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  5. Ich musste über euch beide (dich +Torsten) schmunzeln..

    Oh ich las eben, du kannst Norwegisch , dann verstehst du auch etwas Schwedisch.
    Liebe Grüsse
    Elke

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    • Das stimmt: Mit Schweden kann ich mich anstandslos unterhalten, weil es fast genau wie Norwegisch klingt, während ich zum Lesen etwas Zeit brauche, bis ich das doch deutlich andere Schriftbild entziffert habe. Bei Dänisch hingegen ist es genau andersherum: Das lässt sich für mich ganz leicht lesen, wenn ich mich mal daran gewöhnt habe, dass sich die Sprache weicher und wabbeliger liest (sprich, überall da, wo ich vom Norwegischen her ein ‚t‘ erwarten würde, steht ein ‚d‘, statt ‚p‘ ein ‚b‘, statt ‚k‘ ein ‚g‘ und dergleichen)… aber mit Dänen zu sprechen, ist für mich anstrengend, weil das gesprochene Dänisch so ganz anders klingt, als es geschrieben wird, und mit dem Norwegischen gar nicht mehr so viel zu tun hat (zumindest nicht für mich Nicht-Muttersprachlerin).

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      • Dachte ich mir schon, wäre ein wenig komisch wenn du das nicht könntest.

        Liesst sich ein wenig als ob du nicht weisst das ich in Schweden wohne und schwedisch spreche (täglich) .
        Mit Norwegisch hab ich auch absolut kein Problem, spreche ich auch..Dänisch verstehe ich natürlich, aber kann nicht fliessend sprechend..

        Also haben wir das gemeinsam :)

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        • Doch doch, dass du in Schweden wohnst, hattest du mir schon mal erzählt. Ich dachte nur, ich beschreibe mal, wie sich das für mich als Nicht-Muttersprachlerin darstellt. (Du wohnst ja schon so lange da, dich zähle ich einfach mal als so-gut-wie-Muttersprachlerin mit. :))

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  6. Ich kann zwar zum Spiel wieder nichts sagen, aber die Gestaltung gefällt mir doch sehr gut. Ich kann ein oder zwei Wörter auf norwegisch und einmal habe ich mit meinen Eltern eine Rundreise gestartet bis zum Nordkap. Es ist eben so ganz anders mit den Fjorden wie Finnland – von dort ging unsere Tour los, denn dort ist ja mütterlicherseits die Familie beheimatet. Aber es ist eine ganz andere Sprache als finnisch, aber das ist schwedisch ja auch,
    liebe Grüße
    Kirsi

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    • Aber in Finnland ist Schwedisch ja immerhin auch zweite Landessprache, wenn ich mich nicht irre.
      Am Nordkap war ich noch nicht direkt, aber wir sind mit der Hurtigrute mal bis Båtsfjord gefahren und von dort aus mit der Widerøe bis Kirkenes. Das war schon sehr cool da oben; das würde ich gerne mal im Sommer sehen.

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  7. Pingback: Projekt ABC: Ü wie … | Timber's Diaries

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