Projekt ABC: W wie …

Das „Projekt ABC“ ist eine Aktion, die 2009 schon einmal von dem Blog „Kerkis Farbkleckse„, durchgeführt wurde und jetzt, zum 10-jährigen Jubiläum, von dem Buchblogger Wortmann organisiert wird. Genau wie damals ist ist die Aufgabe wieder, jede Woche ein Foto zum gerade fälligen Buchstaben des Alphabets zu posten, was ich auf meinem Zweitblog Timber’s Travels mit Bildern von meinen Reisen und Ausflügen tue, während ich hier auf Timber’s Diaries die Gelegenheit nutze, um passende Rollenspiele aus unserer Sammlung vorzustellen. So langsam biegen wir auf die Zielgerade ein und sind heute bei:


W wie…




Ganz zu Beginn des Projektes schrieb ich schon einmal, dass ich seinerzeit mit zwei Rollenspielen in das Hobby eingestiegen bin. Eines davon war eben das damals erwähnte Chill. Das andere war das Warhammer Fantasy Roleplay in seiner ersten Edition (auf dem Foto die linke der beiden Warhammer-Versionen; die rechte ist die zweite Edition). Neben dem Rollenspiel dient das Warhammer Fantasy-Setting auch als Hintergrund für ein Miniaturen-Tabletop namens „Warhammer Fantasy Battle“ sowie einigen Computerspielen: einem MMORPG, zwei Strategiespielen und zwei Ego-Shootern. Außerdem gibt es mit Warhammer 40.000 auch eine Fortschreibung des klassisch-mittelalterlichen Fantasy-Settings in der richtig, richtig, richtig weit entfernten Zukunft.
Das Warhammer-Setting arbeitet mit pseudo-europäischen Völkern und Reichen: Es gibt darin Fantasy-Versionen des mittelalterlichen Frankreichs, des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Skandinavien, England, der Länder Asiens und vieles mehr. In dem Setting kämpfen die Kräfte der Ordnung gegen diejenigen des Chaos, wobei die Spielercharaktere üblicherweise auf Seiten der Ordnung angesiedelt sind – man kann aber auch eine Chaos-Kampagne spielen, wenn man denn möchte.
Von den Regeln her sind sich die erste und die zweite Edition sehr ähnlich: Beide verwenden ein Prozentsystem und so genannte „Karrierepfade“, also aufeinander aufbauende Charakterklassen bzw. -berufe. Die dritte Edition von Warhammer entfernte sich komplett vom Prozentsystem und setzte stattdessen auf unzählige, ziemlich brettspielig wirkende Spielmarken und eigene Würfel. Tatsächlich war dieses System ein Vorläufer der in den neuen Star Wars-Spielen zum Einsatz kommenden Regeln, aber Star Wars nutzt nur Spezialwürfel ohne die ganzen Spielmarken, und diese Verschlankung spielt sich deutlich flüssiger. Seit Ende 2018 gibt es eine vierte Edition, die wieder sehr nah an die erste und zweite Edition angenähert wurde und mit einigen Verbesserungen/Veränderungen aber wieder deutlich den Geist der frühen Versionen atmet.

Man kann es sich vielleicht schon denken: Der Name 1W6 Freunde ist natürlich eine doppelte Anspielung – zum einen auf „Fünf Freunde“ und zum anderen auf die Tatsache, dass sechsseitige Würfel in Rollenspielerkreisen meist „W6“ genannt werden. Außerdem braucht man für dieses Rollenspiel aus deutscher Feder, bei dem man jugendliche Detektive im Stil eben der fünf Freunde, TKKG oder ähnlicher Serien spielt, nur einen einzigen W6. Wegen seines Themas und seiner einfachen Regeln ist das Spiel bestens dafür geeignet, es  mit Kindern zu spielen – aber auch in einer reinen Erwachsenenrunde macht es sehr großen Spaß.

Auch hier kann man es vom Namen her vielleicht schon erahnen: Waste World, das 1997 herauskam, ist ein postapokalyptisches Setting. Nach dem Weltuntergang auf einem Planeten eines Science Fiction-Settings (nicht unserer Erde), der unter Quarantäne gestellt wurde kämpfen die fünf verbliebenen bzw. wiedererstandenen, teilweise durchaus noch immer bzw. wieder hochzivilisierten Kulturen um die Vorherrschaft auf dem Planeten und um die Ressource „Drakonium“, eine mächtige Energiequelle und der wertvollste Stoff des Universums. Systemtechnisch nutzt das Spiel größtenteils einen 20-seitigen Würfel, und bei der Charaktererschaffung gibt es keine Charakterklassen oder -Archetypen, sondern es werden einfach Punkte frei auf Attribute und Fertigkeiten verteilt.

Western City ist ein spielleiterloses Indie-Rollenspiel, das die Grundlage für das letzte Woche erwähnte Vampire City darstellt. Gemeinsam erschafft die Gruppe einen Spaghetti-Western, wobei Pokerchips dazu dienen, um sich Erzählrechte zu sichern und Nichtspielercharaktere zu übernehmen. Vor Spielbeginn erstellt man gemeinsam die Charaktere – wie üblich mit Attributen, Fertigkeiten, einem Beruf etc. – sowie das Westernstädtchen, in dem die Handlung spielen soll, inklusive übergreifenden Ereignissen und Zielen.
Mit Westerns bekommt man mich ja immer (siehe Deadlands), und eine alte Indie-Nase bin ich ja auch, aber Western City habe ich bisher noch nicht gespielt. Irgendwann würde ich das aber ziemlich gerne mal ausprobieren, einfach um mal zu sehen, wie die Mechanismen so funktionieren.

9 Kommentare

Eingeordnet unter Pen & Paper, Projekte, Rollenspiel-Sonstiges

9 Antworten zu “Projekt ABC: W wie …

  1. Guten Morgen,
    und wieder etwas gelernt bei Dir ;-) Nein ich wäre nicht auf die 5 Freunde gekommen und das ein W6 ein Würfel ist habe ich heute auch zum ersten Mal gehört!
    Da hast Du ja eine Menge an W’s gefunden. Ein Spiel kenne ich allerdings auch, wenn auch nur vom Hörensagen, mit W „World of Warcraft“ oder so ähnlich, ob es das heute noch gibt keine Ahnung.
    Liebe Grüße
    Kirsi

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    • Würfel und deren Seitenzahl mit W-irgendwas abzukürzen (eben W4, W6, W8, W10, W12 und W20 für die gängigsten Würfelsorten), kommt aus dem Englischen, wo die Abkürzung aufgrund des Wortes „die“ bzw. „dice“ D6, D10, D20 etc. lautet. So gibt es beispielsweise ein Rollenspiel namens „The D6 System“, das ich auch ziemlich gerne mag. Und natürlich nicht zu vergessen das D20 System, das die Regeln von Dungeons & Dragons auf andere Settings verallgemeinert und eine Weile mal wirklich allgegenwärtig war.

      „World of Warcraft“ ist richtig, das gibt es auch immer noch – das ist allerdings vor allem ein Computer-Rollenspiel, kein Pen & Paper. Wobei – es gibt zu WoW tatsächlich auch ein Pen & Paper-Rollenspiel, das ich allerdings nicht besitze (und das, obwohl ich das MMORPG damals sogar mit übersetzt habe und bis heute mit Begeisterung spiele :P). Die offizielle P&P- von WoW nutzt – natürlich – das D20 System, und das habe ich noch nicht gespielt, weil ich mich mit den D20-Regeln einfach nicht anfreunden kann. Aber mit den Savage Worlds-Regeln haben wir schöne mal einen One-Shot im Warcraft-Setting gespielt, und das war sehr lustig.

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  2. Warhammer war klar. Ging gar nicht anders

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  3. BobMorane

    Hey Wasteworld!!!
    Willkommen im exklusiven kreis der menschen in DE, die das haben. Ausser 6 leuten aus meinem Freundeskreis kenne ich niemanden der das hat oder kennt. 🙂 Haben wir seinerzeit lange gespielt.

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    • Hihi, das ist ja auch sehr cool. Schade, dass es so wenig bekannt ist. Wobei ich zugeben muss, dass das nicht originär auf meinem Mist gewachsen ist, sondern von Knörzbots Seite aus in die Sammlung kam. Aber ein, zwei gute Freunde von uns haben das auch.

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