Igniculus-in-Arden: 20. Januar 2021

Nachdem sie den Möchtegerndieb losgeworden sind, treffen die Sodales an der Mühle auf den Müller, können im Gespräch aber nicht sehr viel aus ihm herausbekommen. Sowohl in bezug auf seinen Herrn, den Baron, als auch beim Thema seiner Tochter und ihres Sohnes hält er sich wohlweislich zurück, und weder Guri noch Evelyn gelingt es, ihn zu näheren Aussagen zu bewegen. Die Ausrede, die fremden Reisenden fänden die Mühle interessant und wollten sie sich gerne einmal aus der Nähe und von innen anschauen (in der Hoffnung, dabei die Tochter zu treffen, die außerhalb, wo das bisherige Gespräch stattfand, nicht zu sehen gewesen war), macht den Mann sogar eher misstrauisch und noch verschlossener.

Das war also eine Sackgasse, und an den Jungen, der offenbar der Sohn der Müllerstochter ist und gerade mit anderen Halbwüchsigen Ritter spielt, ist auch kein Herankommen, aber am Fluss, wo die Frauen des Dorfes ihre Wäsche waschen, tratscht Evelyn noch ein bisschen. Dabei erfährt sie immerhin, dass der Baron nie geheiratet hat und sich auch nicht groß für so etwas oder für einen Erben interessiere, dass es aber Gerüchte gebe, er habe in seiner Jugend eine große Liebe gehabt, bei der aber irgendetwas schlecht gelaufen sei. Außerdem bekommt Evelyn erzählt, dass der Baron nach einer größeren Festlichkeit, bei der alle möglichen jungen Frauen als Aushilfsmägde auf die Burg geholt worden waren und bei der die Müllerstochter schwanger wurde, keine Mädchen mehr auf die Burg befohlen hätte.
Wieder unter sich, theoretisieren die Igniculi prompt, ob es sich bei dieser ‚großen Liebe‘ vielleicht um die Hexe aus dem anderen Dorf gehandelt haben könnte.

Da es hier draußen nichts mehr herauszufinden gibt, kehrt die kleine Gruppe auf die Burg des Barons zurück, und wartet dort auf dessen Rückkehr. Als der Trupp wieder auf den Burghof reitet, ist die Stimmung unter den Reitern sehr bedrückt – irgendetwas scheint sie stark mitgenommen zu haben, auch wenn sie Soldaten genug sind, um sich das so wenig wie möglich anmerken zu lassen. Der Baron hingegen wirkt abgestumpfter, oder zumindest emotional abgehärteter, als seine Männer. Aus Gesprächsfetzen lässt sich entnehmen, dass der Baron bei seinem Vorhaben wohl nicht gänzlich erfolgreich war und daher unzufrieden ist — er hat das Dorf dem Erdboden gleichgemacht, aber die Hexe nicht finden oder töten können, vermuten die Sodales.

Beim Abendessen erkennen Guri und der fremde Gast einander als Magi des hermetischen Ordens: Sie wusste es von ihm ja bereits, sieht aber nun zur Bestätigung sein Hauszeichen des Hauses Flambeau, und die Huldra hat ihre Spange mit dem Baum des Hauses Merinita ebenfalls nicht abgelegt. Die beiden begrüßen einander zunächst nur kurz auf Lateinisch mit dem ordenstypischen „Bruder“/“Schwester“ und der zugehörigen Floskel, was aber bereits ausreicht, dass der Baron sich augenscheinlich ausgegrenzt und respektlos behandelt fühlt, wie Evelyn bemerkt. Glücklicherweise gelingt es ihr aber, mit geschicktem Smalltalk die gekränkten Gefühle des Adligen wieder zu glätten. Im Gespräch versucht sie herauszufinden, ob der Burgherr überhaupt weiß, dass er jeden Tag dasselbe Dorf wieder und wieder vernichtet. Tatsächlich rutscht dem Adligen bei einer Antwort ein „wieder“ heraus, um Sinne von er habe ‚wieder‘ nicht erreicht, was er habe erreichen wollen, was darauf hindeutet, dass ihm auf eine gewisse Weise und auf einer gewissen Ebene durchaus klar ist, dass die Dinge sich wiederholen. Bei dem Abendessen fällt auch auf, dass der Baron offenbar ziemlich von seinem magischen Gast abhängt bzw. sich etwas von ihm erhofft. Also ist ihm offenbar sehr wichtig, was der Magus da forscht. Nur so lässt sich erklären, dass er von seinem Gast gewisse Respektlosigkeiten, gar Unverschämtheiten, toleriert, die er sonst ziemlich sicher nicht hätte durchgehen lassen.

Nach dem Essen will der Baron die Sodales von seinen Wachen wieder auf ihre Kammern begleiten lassen, aber der Flambeau – Morus heißt er, haben die Igniculi inzwischen erfahren – schaltet sich ein, dass die Fremden noch ein Getränk bei ihm einnehmen würden, und nimmt sie mit zu sich.
Es folgt ein längeres und relativ kühles Gespräch voller Um-den-heißen-Brei-Getanze zwischen den beiden Magi, bei dem sich herausstellt, dass Morus eigentlich nur zufällig in der Vergangenheit gelandet ist und selbst nicht weiß, wie genau das geschehen ist. Er sei auf der Flucht vor den Diedne gewesen und dabei dann plötzlich in der Zeit zurückgeworfen worden. Da Morus sagt, dass er an einer Möglichkeit zur Rückkehr forscht, schlägt Gudrid impulsiv vor, man könne sich doch zusammentun und gemeinsam von den Ergebnissen profitieren. Aber das ist eine Schnapsidee, die sie doch schnell wieder verwirft, als ihr klar wird, dass bei solchen gemeinsamen Unterfangen immer ein Magus die Federführung innehat und der andere Magus lediglich den Handlanger für den Anführer darstellt. Da Morus schon länger an der Sache forscht, geht er wie selbstverständlich davon aus, dass er dieser Anführer wäre, und dem will Guri wiederum sich nicht unterordnen; dazu ist sie inzwischen doch zu sehr Principa ihres Bundes. Stattdessen einigen sie sich darauf, parallel zu forschen und vielleicht, falls es passen sollte, ihre Ergebnisse auszutauschen. Oder auch nicht, je nachdem. Und in dieser distanziert-höflichen Stimmung endet der Besuch dann auch.

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Eingeordnet unter Ars Magica, Dienstagsrunde, Pen & Paper

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