[Follow Friday] FF39: „Leseflaute“

Gerade gestern habe ich meinen ersten Beitrag in dieser neuen Kategorie geschrieben, heute ist schon wieder Freitag und damit Zeit für den nächsten Follow Friday. Diese Woche lautet die Frage, die Fiktive Welten in der deutschen Blogosphäre stellt:

Hast du manchmal Leseflauten oder nimmst dir bewusst eine Auszeit vom Lesen? oder auch: Trifft man dich jemals ohne Buch?

Tja. Das ist so eine Sache. Noch vor gar nicht so langer Zeit wäre die Antwort ein klares, entschiedenes und lautes „Nein!“ gewesen. Bis vor gar nicht so langer Zeit hätte ich geantwortet: Ich lese sehr, sehr viel und sehr, sehr gerne (und erschreckend schnell), und ich habe immer ein Buch in der Tasche. Ich lese in der Freizeit, ich lese abends vor dem Schlafengehen, ich lese unterwegs in der Bahn, im Bus, sogar auf dem Weg von der S-Bahn oder beim Treppensteigen (in den 12. Stock hinauf bekommt man schon so ein paar Seiten geschafft.)

Im Grundsatz stimmt das auch noch, zumindest war das ‚gerne‘ betrifft. Aber in letzter Zeit komme ich nicht so viel dazu wie früher, was vor allem daran liegt, dass ich seit etwa einem einem Jahr mehr zu schreiben habe als früher. Gut, irgendeine Übersetzung als Freizeitprojekt für den guten Zweck habe ich zwar schon seit langem ohnehin meistens am Laufen (wenn die eine fertig ist, lasse ich mich irgendwie meist fast umgehend zu der nächsten überreden), und ich schreibe ja auch schon seit Jahren Rollenspiel-Diaries (deswegen ja auch dieses Blog). Aber unsere Dresden-Files-Kampagne spielen wir nur ca. einmal im Quartal, das Tanelorn-Treffen, zu dem ich meist einen Kurzbericht verfasse, findet zweimal im Jahr statt, die DZ-Con einmal, da waren die Schreibaufwände also überschaubar.

Seit Ende 2015 allerdings ist eine Supernatural-Kammpagne dazugekommen, für die ich leidenschaftlich gern Diaries verfasse, und zwar nicht im nüchternen Spielbericht-Stil, sondern tatsächlich in Geschichtenform. Die Miami-Diaries sind ja Tagebucheinträge aus der Ego-Perspektive meines Charakters, und da es Tagebucheinträge sind, kann ich sie vergleichsweise „locker“ herunterschreiben, auch wenn die natürlich auch genug Zeit in Anspruch nehmen. Aber an den Supernatural-Texten feile ich gerne ein bisschen herum, weil ich gern möchte, dass sie sich wie echte Kurzgeschichten lesen. (Ich freue mich übrigens immer über Kommentare, die mir sagen, ob mir das einigermaßen gelingt; ich glaube zwar schon, aber ich bin da ja natürlich nicht ganz objektiv.)

Da sind also die ganzen Diaries, die ich ständig schreibe oder noch schreiben möchte (derzeit sind 5 offen, glaube ich, und am 02.07. spielen wir schon die nächste Runde, oh weia), die mir Lesezeit wegnehmen. Und noch verschärft wird das Ganze durch das unglaublich nützliche Google-Docs. Dank dessen kann ich nämlich an ein und demselben Text weiterschreiben, wo auch immer ich gerade bin: am Festrechner, am Laptop, am Tablet… oder eben sogar unterwegs am Handy, z.B. in der Bahn oder im Bus. Und beim Treppensteigen. Denn in den 12. Stock hinauf ist nicht nur genug Zeit, um ein paar Seiten zu lesen, sondern auch, um ein paar Sätze zu schreiben. (Oder auch die Diaries meiner Mitspieler zu unseren Runden zu lesen, das tue ich nämlich auch mit Begeisterung.)

So richtig Zeit zum Lesen finde ich momentan fast nur noch samstags. Denn ich bin ein braves jüdisches Mädchen und halte den Shabbat, also ist samstags (und an den jüdischen Feiertagen) nix mit Schreiben. Das heißt, da habe ich dann ganz altmodisch Zeit für Bücher, und die nehme ich mir auch ausführlich. Meine Samstage und Feiertage bestehen aus fast nichts anderem als Lesen.

Das wäre übrigens auch meine Antwort auf die FFF-33 von vor einigen Wochen gewesen, als es um E-Book-Reader ging. Ich habe keinen. Denn wann habe ich Zeit zum Lesen? Richtig, am Shabbat. Und wann darf ich keinen E-Book-Reader benutzen? Richtig, am Shabbat. Deswegen wird für mich auch in Zukunft keine elektronische Alternative zum gedruckten Buch in Frage kommen – es sei denn, jemand erfindet doch nochmal irgendwann einen koscheren E-Book-Reader. Aber das ist wohl bestenfalls Zukunftsmusik, falls es denn je sowas geben sollte.

Das war es auch schon wieder für diese Woche. Eine Liste der Follow Fridays, an denen ich bisher teilgenommen habe, findet sich hier.

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6 Kommentare

Eingeordnet unter Follow Friday, Ganz was anderes, Lesen

6 Antworten zu “[Follow Friday] FF39: „Leseflaute“

  1. wuerfelheld

    Cool lesen beim Treppensteigen.

    Gefällt 1 Person

  2. Bis in den 12ten Stock – hast du Töne!!! Da hätte ich wohl wirklich viel Zeit zum Lesen. Ich bräuchte vermutlich eine Pause. ;o)

    Ein eBook-Reader ist nicht koscher? Auch auf die Gefahr, dass ich jetzt ziemlich dumm wirke, aber das wusste ich nicht. Darf ich nach dem warum (nicht) fragen?

    Ich sag’s ja, bei manchen FF-Beiträgen lernt man noch dazu … :o)

    Liebe Grüße
    Patricia

    Gefällt 1 Person

    • Hihi, deswegen mache ich das ja. 12 Stockwerke dauern bei mir so ca. 7 Minuten; da habe ich gerne was, um mich ein bisschen abzulenken.

      Was den E-Book-Reader und koscher betrifft:
      Die kurze Antwort lautet, man nutzt keine Elektrizität aktiv. So Sachen wie warmes Wasser im Warmhaltebehälter, Essen auf Warmhalteplatte oder Licht an-und-aus per Zeitschaltuhr gehen, solange man den Schalter nicht selbst betätigt.

      Die etwas längere Antwort lautet, als die Kinder Israels in biblischen Zeiten nach dem Auszug aus Ägypten 40 Jahre lang durch die Wüste zogen, wanderten sie 6 Tage lang und bauten jeden Abend am neuen Lagerplatz das Stiftszelt mit der Bundeslade neu auf. Am Shabbat hingegen blieb das Lager an Ort und Stelle. In der Bibel sind 39 Arbeiten aufgezählt, die irgendwie mit dem Aufbau des Stiftszeltes zu tun haben, vom Pflanzen des Getreides für die Schaubrote, das Entzünden des Feuers für das Backen der Schaubrote, das Backen selbst, das Aufbauen des Zeltes, das Einschlagen von Nägeln, etc. etc., und genau diese 39 Tätigkeiten sind am Shabbat nicht erlaubt.
      Jetzt gab es zu biblischen Zeiten natürlich noch keinen Strom, aber die rabbinischen Autoritäten haben Strom als Abart von „Feuer machen“ definiert. Deswegen keine elektrischen Geräte bzw. Motoren.

      Gefällt 1 Person

  3. Pingback: [Follow Friday] FF41: „Urlaubslektüre“ | Timber's Diaries

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