[RPG-Blog-O-Quest] März 2018: „Abenteuer“

Diesen März wird die vor 2 1/2 Jahren von Greifenklaue und Würfelheld ins Leben gerufene RPG-Blog-O-Quest, bei der den deutschsprachigen Rollenspielbloggern jeden Monat fünf Fragen zu unterschiedlichen Themen gestellt werden, von Jaegers.net ausgerichtet, der sich mit einigen Fragen und Lückensätzen mit dem Thema Abenteuer beschäftigt.

Die Fragen:

Zum Aufwärmen fragt Jaegers.net eine kurze Wasserstandsmeldung über den/das zuletzt gespielte/n Charakter, Abenteuer und System ab. Beim Vorbereiten dieses Blogposts habe ich diese drei Punkte offen gelassen, aber jetzt, wo das Ding heute live gehen wird, hier die tagesaktuelle Antwort, ganz frisch nach dem MuRoCo am Wochenende:

  • mein letzter Charakter: Callum Wood, menschlicher Juicer
  • mein letztes Abenteuer: herausfinden, was es mit den Todesfällen in einem kleinen Ort im Grenzgebiet zwischen Coalition-Land und dem Gebiet der Tomorrow Legion auf sich hat. War etwa der überbackene Fischauflauf verantwortlich, den die Toten gegessen hatten, oder war das nur ein „roter Hering“? Fischauflauf aus Rotem Hering quasi? Und was war mit den Mikrofischen – pardon, Microfiches – in der verlassenen Bibliothek?
  • mein letztes System: Savage Rifts

Und die echten Fragen:

  1. Ich empfinde _____ Stunden als ideale Dauer für ein One-Shot Abenteuer, bzw. eine einzelne Spielrunde, weil _____.
  2. Ich wünsche mir ein Abenteuer in dem _____, _____ und _____ vorkommen, denn _____.
  3. Welchen (eher unbekannten) Film möchtest Du gerne einmal als Abenteuer nachspielen, bzw. in ein Abenteuer verwursten und warum? Hast Du das vielleicht sogar schon gemacht und wie waren dann die Erfahrungen damit?
  4. Der Einstieg in ein Abenteuer ist oftmals recht abgegriffen (die Erbschaft des unbekannten Stiefonkels schwiegermütterlicherseits …). Wie sah der beste Einstieg in ein Abenteuer aus, den Du (mit-) gemacht hast?
  5. Wenn es einen Publikumspreis für ein Abenteuer gäbe, gäbe ich meine Stimme für _____ von _____, denn _____.

Und weil wir nun vor der relevanten Con-Saison in diesem Jahr stehen, dann auch noch die Bonusfrage: Welches System möchtest Du unbedingt in diesem Jahr einmal auf einer Convention ausprobieren, bzw. wäre vielleicht sogar den Besuch einer Convention wert? (Und uns interessiert natürlich auch eine Begründung dazu!)

1. Ich empfinde 5-6 Stunden reine Spielzeit ohne Charaktererschaffung als ideale Dauer für ein One-Shot Abenteuer, bzw. eine einzelne Spielrunde, weil auf diese Weise bei einem echten One-Shot genug Zeit bleibt, um nicht nur das Abenteuer durchzuhecheln, sondern idealerweise auch ein bisschen Charakterspiel zu betreiben bzw. ein paar Seitenstränge erforschen zu können, ohne gleich in Zeitnot zu geraten. Soll die Charaktererschaffung in derselben Session gemacht werden, würde ich die oben drauf rechnen. Meine eigenen Itras By-Abenteuer belaufen sich allerdings meist auf ca. 4 Stunden; das hat sich irgendwie so ergeben und bewährt. Bei Supernatural liegen die Abenteuer, wenn ich leite, meist auch so um die 4 Stunden, wobei es schon Ausreißer nach unten mit 2 1/2 und nach oben mit 6 1/2 Stunden gab.

Was die Dauer einer Spielsession innerhalb einer fortlaufenden Runde betrifft, hängt es bei mir viel davon ab, wann diese stattfindet. Unter der Woche nach Feierabend kommt nach ca. 3 Stunden irgendwann der Punkt, wo die Konzentration nachlässt bzw. die Müdigkeit zuschlägt. Bei unserer Miami-Runde am Wochenende hingegen mag ich es, um 15 Uhr zu beginnen und bis 23 Uhr zu spielen – aber da ist zugegebenermaßen auch immer eine Pause für das Abendessen mit dabei.

2. Ich wünsche mir ein Abenteuer, in dem Actionnachvollziehbare NSC-Motivation und Charakterdrama vorkommen, denn ich bin nun mal eine alte Drama-Queen. Charaktere ausspielen ja, gerne, aber einfach nur ‚ich sitze in der Taverne und trinke ein Bier‘ ist mir da meist zu wenig. Ich mag es, wenn Dilemmata und wunde Punkte angesprochen werden, wenn das Abenteuer die Charaktere auch – mehr oder weniger und nicht jedes Mal, aber durchaus gelegentlich – persönlich betrifft, wenn persönlich etwas auf dem Spiel steht oder deren alte Traumata angetriggert werden. Spannende Action und eine interessante Geschichte sollten aber auch nicht zu kurz kommen – idealerweise hat man eine ausgewogene Mischung aus allem dreien. Das ist dann die hohe Schule. Wobei großes Spielvergnügen natürlich auch aus ganz anderen Konstellationen entstehen kann – und es muss auch nicht immer hoch-ernsthaft sein, sondern eben je ganz nach Laune. Völligen Slapstick allerdings ertrage ich meist nur eher schwer.

3. Welchen (eher unbekannten) Film möchtest Du gerne einmal als Abenteuer nachspielen, bzw. in ein Abenteuer verwursten und warum? Hast Du das vielleicht sogar schon gemacht und wie waren dann die Erfahrungen damit?
In unserer Supernatural-Gruppe spielen wir ja mit wechselndem Spielleiter: Es leitet, wer gerade die Idee für ein Szenario hat. So hat eine SL den Film „Crimson Peak“ umgesetzt, und eine andere hat einen ihrer Plots an eine Folge aus einer Krimi-TV-Serie angelehnt. Wenn ich für diese Runde leite, dann verwurste ich ebenfalls sehr gerne Filme dafür. Das ist einfach bequem: Man bekommt eine Grundprämisse serviert und muss sich darüber schon mal keine großen Gedanken mehr machen. Horror- oder Gruselfilme bieten sich natürlich an, aber ich habe auch schon non-Gruselfilme als Inspiration genutzt. Manchmal konnte ich den Plot fast unverändert umsetzen, andere Male diente die Filmhandlung nur als ganz grober Plot-Hook, aber großen Spaß machten bisher all diese Abenteuer.

Bereits als einen Plot verwendet habe ich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Mirrors
  • Zimmer 1408
  • Zwei Folgen der Zeichentrickserie „Gravity Falls“:
    • Soos and the Real Girl
    • Headhunters
  • Goosebumps

Noch in der Pipeline von Filmen und Serien, deren Plots ich irgendwann leiten oder zumindest ansatzweise übernehmen möchte, befinden sich:

  • Mirrors 2
  • Odd Thomas
  • Eine Folge einer Sitcom („New Girl“? „Two Broke Girls“?), von der ich nur einen ganz groben Aufhänger verwenden will und sonst gar nicht mehr viel von der Folge weiß.
  • Bone Tomahawk
  • Noch einige Folgen „Gravity Falls“:
    • The Inconveniencing
    • Summerween
    • Northwest Mansion Mystery

4. Der Einstieg in ein Abenteuer ist oftmals recht abgegriffen (die Erbschaft des unbekannten Stiefonkels schwiegermütterlicherseits …). Wie sah der beste Einstieg in ein Abenteuer aus, den Du (mit-)gemacht hast?
Ich weiß nicht, ob es der beste Einstieg evar™ war,  aber ohne groß darüber nachzudenken, kommt mir bei dieser Frage sofort unsere Supernatural-Runde in den Sinn. Da begann vor einigen Wochen ein Abenteuer damit, dass mein Jägercharakter über und über blutverschmiert und ohne jegliche Erinnerung daran, wie er in diesen Zustand geraten war, in seinem Hotelzimmer zu sich kam. Nicht nur dieser WTF??-Anfang war schon genial, sondern auch der Rest des Abenteuers, nämlich davon ausgehend herauszufinden, was genau geschehen war und ob er den Mord, an dessen Tatort seine (dummerweise auch noch aktenkundigen) Fingerabdrücke in Blut gefunden worden waren, wirklich begangen hatte, war richtig großes Kino.

5. Wenn es einen Publikumspreis für ein Abenteuer gäbe, gäbe ich meine Stimme für weiß nicht von keine Ahnung, denn ich kenne nicht so viele vorgefertigte Abenteuer. Ich könnte jetzt ein paar Namen von Fertigabenteuern in den Raum werfen, von denen ich gehört habe, oder ich könnte bis nach der DZ-Con warten, wo ich mindestens Fertigabenteuer spielen werde, oder ich könnte einfach den Namen eines der Abenteuer für „Through the Breach“ nennen, die ich für unserer Osterrunde in der engeren Auswahl habe, aber ganz ehrlich: Ich weiß nicht, ob ich denen einen Preis geben würde, denn dafür kenne ich sie nicht gut genug.

Belassen wir es also bei einer allgemeinen Aussage: Wenn es einen Publikumspreis für ein Abenteuer gäbe, gäbe ich meine Stimme für spannende und gut ausgearbeitete Abenteuer, die kein abgedroschenes Thema bedienen, genug Platz für Eigeninterpretation lassen und nicht railroaden, dazu interessant und verständlich geschrieben und aufgebaut sind von all denjenigen, die sowas können. Ich selbst gehöre nicht dazu: Meine Abenteuernotizen existieren in den allermeisten Fällen nur in meinem Kopf oder bestenfalls stichpunktartig.

Bonusfrage: Welches System möchtest Du unbedingt in diesem Jahr einmal auf einer Convention ausprobieren, bzw. wäre vielleicht sogar den Besuch einer Convention wert?
Auf dem Tanelorn-Treffen im Februar habe ich mit Coriolis, Through the Breach und der One Roll Engine dieses Jahr sogar schon drei für mich neue Systeme ausprobiert, die mich schon eine Weile reizten – oder zumindest zwei davon, Coriolis und die One Roll Engine, denn Through the Breach hatte ich bis dahin eigentlich noch gar nicht auf dem Schirm.

Jetzt möchte ich sehr gerne noch Ubiquity ausprobieren und werde hoffentlich auf der DZ-Con die Chance dazu haben. Außerdem würden mich City of Mist, Love in the Time of the Khvareneh und noch ein paar andere Systeme interessieren, aber ich glaube, dass ich die ausprobiere, wird eher online passieren denn auf einer Con.

Die Regeln der RPG-Blog-O-Quest:

  • An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolge, entweder Greifenklaue oder Würfelheld dem deutschsprachigen Rollenspielvolk fünf Fragen/Lückentexte. Die Veranstalter bitten darum, diese Fragen auf Blogs, in Podcasts, Vlogs oder in Foren zu beantworten (bzw. die Lückentexte auszufüllen).
  • Jeder Monat widmet sich einem Hauptthema, um das sich die Fragen drehen.
  • Über die Zusendung der Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen die Organisatoren sich.
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, die fünf Fragen zu beantworten, ist herzlich willkommen.
  • Die verschiedenen “RPG-Blog-O-Quest” Logos dürfen in den Beiträgen benutzt werden.

Eine Auflistung aller RPG-Blog-O-Quests, an denen ich bisher teilgenommen habe, findet sich hier.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Rollenspiel-Sonstiges, RPG-Blog-O-Quest

Eine Antwort zu “[RPG-Blog-O-Quest] März 2018: „Abenteuer“

  1. Pingback: [RPG-Blog-O-Quest] April 2018: „Schwerter und Kanonen“ | Timber's Diaries

Kommentar hinterlassen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.