[Karneval der Rollenspielblogs] Juli 2018: Abschlussbeitrag

Es ist August – Zeit, den von mir im Juli ausgerichteten Karneval der Rollenspielblogs Revue passieren zu lassen und mit einem Abschlussbeitrag zu versehen. Als Überschrift für den Karneval hatte ich den Begriff ‚Stimmung‘ gewählt und in meinem Einführungsbeitrag einige Fragen zu dem Wort in den Raum geworfen, die möglichst weit gefasst und möglichst viele Facetten des Themenkomplexes abdecken sollten.

Anfangs hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass das Thema auf gar kein großes Interesse in der deutschen RPG-Bloggerszene stieß. Denn bis Mitte des Monats hatte es gerade einmal zwei oder drei Artikel gegeben, dafür aber einige etwas abschätzige Kommentare im Forum darüber, dass das ja alles schon mal dagewesen sei und ob man denn jetzt süchtig die Stimmungsspielerdebatte von vor zehn Jahren (von der ich überhaupt nicht wusste, dass es sie gab, weil ich den Karneval ja überhaupt erst seit einigen Monaten näher verfolge, geschweige denn selbst daran teilnehme) wieder aufwärmen solle.

Aber glücklicherweise fielen den Postern in den verbleibenden Wochen des Monats trotz Hitze und Fußball-WM doch noch etliche Aspekte ein, die das Thema „Stimmung“ jenseits der alten Stimmungsspielerdebatte näher beleuchteten. Und dies sind sie:

Beiträge des Karnevals der Rollenspielblogs im Juli 2018

  • Blut und Glas von D6Ideas beginnt den Karneval gleich am 1. Juli mit etwas Spielmaterial: Darin liefert er eine Beschreibung des Stimmungsaufhellers „Psychological Protection Protocol“ für das Kampagnensetting „The Red Star“.
  • Ebenfalls von Blut und Glas kommt der Beitrag „Politische Stimmungsmache„, in dem er auf die Stimmung eingeht, die er in seinem selbst erdachten Military Science Fiction-Setting vermitteln möchte, und teilt in dem Artikel einige Grundüberlegungen mit seiner Leserschaft.
  • Dnalor der Troll beginnt seine Reihe von Karnevals-Postings mit einer Rezension der im Berlin der späten 20er Jahre angesiedelten Gerion Rath-Krimis, der Stimmung, die sie transportieren, und wie sich diese Stimmung im Rollenspiel umsetzen lassen könnte.
  • Dnalors zweiter Artikel zum Thema nennt sich „Im Arsch mit deiner Stimmung!“ und vertritt den Ansatz, dass materielle Dinge wie Hintergrundmusik, dämmriges Kerzenlicht, Duftkerzen und Dekoration im besten Fall ein nettes Drumherum sind, im schlimmsten Fall aber sogar eher stimmungstötend wirken – kurz, dass für die Stimmung beim Rollenspiel weniger oft mehr ist und dass Stimmung beim Rollenspiel von der Gruppe selbst kommen muss.
  • Auf Dnalors Posting folgte gleich am selben Tag eine Replik von Blut und Glas, in der dieser Widersprüchliches in Dnalors Aufzählung anmahnt und dann auf die Notwendigkeit von Materiellem in seinem sehr auf Haptik zugeschnittenem Eigenbau-Rollenspiel „Beutelschneider“ eingeht.
  • Diese Replik wiederum hatte noch einmal eine Gegenrede seitens Dnalor zur Folge. Darin gibt er Blut und Glas teilweise recht und geht noch einmal dezidierter auf die Vorteile von materiellem Beiwerk ein, deren Erwähnung er in seinem vorigen Beitrag bewusst außen vor gelassen hatte. In seiner Gegenrede verlinkt Dnalor außerdem eine Folge aus dem Eskapodcast, die zwar nicht zum Karneval gehört, die ich aber trotzdem aufzählen möchte, weil es in ihr darum geht, welchen Beitrag Miniaturen, Battlemaps und sonstige Visualisierungshilfen für das Rollenspiel (und für die Stimmung dabei) leisten können.
  • Vermi von Danger Zone gibt in seinem Beitrag Tipps zur stimmungsvollen Spielleitung und postuliert dabei, dass Stimmung gezielt aufgebaut werden kann, dass sie außerdem planbar ist und es hierfür einen gewissen Werkzeugkasten mit Hilfsmitteln gibt – die meisten davon Beiwerk, das idealerweise eher punktuell eingesetzt werden sollte.
  • Mit dem Beitrag Miese Stimmung im Reich der Würfelschubser meldet sich Dnalor der Troll noch einmal zu Wort. Darin beschäftigt er sich mit der derzeit, in Zeiten der Kontroversen um die Publikationen bei DSA, Midgard und White Wolf, in der Rollenspielszene ausgetragenen Debatte um Rassismus und Sexismus im Rollenspiel.
  • Nach seiner ersten Spielhilfe vom Anfang des Monats liefert Blut und Glas einen weiteren in-game Stimmungsaufheller, diesmal für SLA Industries.
  • Black Dragon von Black Oracle macht sich Gedanken zum Stimmungsaufbau und plädiert hier auf Seiten der Spieler vor allem für das Identifizieren mit ihren Charakteren, geht aber auch auf die Dinge ein, die eine SL zur Stimmungsförderung beitragen kann.
  • Ich selbst widme mich in meinem Beitrag den Unterschieden, die ich persönlich in Bezug auf den Stimmungsaufbau beim Online-Spiel im Vergleich zum Spielen am Tisch bemerke.
  • In einem Kommentar zu diesem Beitrag verlinkt Gerrit von Alles ist Zahl ein Dokument mit dem Namen „The LAOG Manifesto„, das Regeln dafür aufstellt, wie ein „Live Action Online Game“ aussehen kann. Dem Manifest zufolge bleibt man explizit ständig in-Character, solange die Webcam läuft und die Mitspieler einen sehen können. Nur bei abgeschalteter Kamera kann man out-of-Character gehen. Der Text bezieht sich zwar nicht direkt auf den Karneval bezieht, aber ich finde, er wirft doch wichtige Fragen zum Thema „Stimmung“ auf, weswegen ich ihn hier nicht unerwähnt lassen möchte.
  • Ghul von Ghoultunnel zählt einige Beispiele auf, die ihm persönlich bei Spielen der Old School Renaissance die Stimmung verhagelt haben.
  • In seinem letzten Karnevalsbeitrag des Monats macht Blut und Glas sich Gedanken darum, welcher Sprachduktus angemessen ist, wenn im Spiel das Thema sexuelle Gewalt (bzw. Gewalt generell) angerissen wird, um einer ernsthaften Stimmung in der Runde nicht im Wege zu stehen.
  • Merimac von Spiele im Kopf liefert einige neue Ausrüstungskarten für Stimmungsaufheller und sonstige chemische Hilfsmittel, die bei Paranoia dafür sorgen sollen, dass die Troubleshooter alle glücklich und Freund Computer gewogen bleiben.
  • Und angesichts dieses Beitrags von Merimac muss ich doch außer Konkurrenz auch gleich noch etwas nennen. Wie diesen Mai auf der Drachenzwinge-Con erlebt, machen „Hitschies“-Kaubonbonstäbchen, a.k.a. „Nahrungsgel“, pflichtbewusste Paranoia-Troubleshooter extrem glücklich. Talk about Stimmungsaufheller.
  • Ein Beitrag zum Erzeugen von Stimmung wurde Anfang August nachgeliefert von Katzenhexe Kitty. Darin geht sie sehr ausführlich auf die Einflüsse ein, die unterschiedliche Stimuli auf die einzelnen Sinneswahrnehmungen haben. Dabei spricht sie sich ebenfalls für den maßvollen Einsatz von solchem Beiwerk aus und gibt vor allem einige ganz konkrete Tips wie z.B. ein Link zu einer Datenbank mit Geräuschen oder zu einem Anbieter von Duftperlen für das Rollenspiel.
  • Gloria von Nerdgedanken bekam ihren Beitrag erst Mitte August fertig, ließ sich aber von dieser rein kalendarischen Einschränkung nicht aufhalten und lieferte ihr Posting noch nach. Herausgekommen ist ein höchst amüsanter und sehr persönlicher Blick auf diejenigen unterschiedlichen Spielertypen, die ihr beim Rollenspiel in MMORPGs wie „Star Wars – The Old Republic“, „World of Warcraft“ oder dergleichen gehörig die Stimmung verhageln.

Fazit

Nach einem etwas schleppenden Anfang kamen zahlreiche richtig spannende, interessante und zum Nachdenken – und lebhaften Debattieren – anregende Beiträge zusammen. Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen, die teilgenommen haben, und wünsche – trotz oder wegen – des Wetters noch einen tollen Sommer. Und mit diesem Stichwort entlasse ich euch in den von Niniane ganz frisch ausgerufenen Karneval für den August. Bis zum nächsten Mal, es war mir eine Freude!

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Karneval der Rollenspiel-Blogs, Rollenspiel-Sonstiges

Eine Antwort zu “[Karneval der Rollenspielblogs] Juli 2018: Abschlussbeitrag

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